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Kulturnachrichten

Freitag, 8. Juli 2016

Bundesrat billigt Kulturgutschutzgesetz

Das Gesetz tritt damit nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft

Der Bundesrat hat das umstrittene Gesetz zum Schutz von Kulturgütern in Deutschland gebilligt. Eine Aussprache zu dem Vorhaben gab es in der Länderkammer nicht. Das Gesetz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat damit die letzte Hürde genommen und tritt nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Laut Gesetz ist künftig die Ausfuhr von "national wertvollem Kulturgut" aus Deutschland verboten. Zudem wird der illegale Handel mit Raubkunst aus Kriegs- und Krisengebieten erschwert. Gegen das Vorhaben hatte es großen Widerstand von Sammlern und Händlern, aber auch von einzelnen Künstlern wie dem Maler Georg Baselitz gegeben.

Marlehn Thieme neue Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats

Außerdem neuer Vertrag für Moderator Böhmermann

Der ZDF-Fernsehrat hat Marlehn Thieme zu seiner neuen Vorsitzenden gewählt. Die 59-Jährige erhielt in geheimer Wahl 36 der 50 abgegebenen Stimmen. Fünf Mitglieder des Aufsichtsgremiums stimmten mit Nein, außerdem gab es neun Enthaltungen. Thieme wird Nachfolgerin des früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Ruprecht Polenz, der dem Fernsehrat künftig nicht mehr angehört. Die frühere Deutsche-Bank-Direktorin hatte keinen Gegenkandidaten. Derweil will das ZDF die Zusammenarbeit mit dem Moderator Jan Böhmermann trotz der Affäre um das Erdogan-Schmähgedicht fortsetzen. Der Sender habe Böhmermann ein Angebot für einen neuen Vertrag unterbreitet, sagte Intendant Thomas Bellut bei der Fernsehratssitzung in Mainz. Das umstrittene Gedicht, das Böhmermann mehrere hundert Strafanzeigen einbrachte, sei sicherlich "kein gelungener Beitrag" gewesen. Gleichzeitig habe der Moderator es geschafft, ganz neue Zuschauergruppen für das ZDF zu gewinnen.

Franz-Ferdinand-Gitarrist verlässt Band

Die Familie geht für ihn jetzt vor

Die britische Rockband Franz Ferdinand muss erstmal ohne ihren Gitarristen und Keyboarder auskommen: Nick McCarthy (41) will seine Familie nicht mehr so lange allein lassen. Geplante Aufnahmen und die anschließende Tour dauerten aber mindestens eineinhalb Jahre und man sei kaum zu Hause. Der Ausstieg sei "nicht unbedingt" für immer, teilten die Musiker weiter mit. "Und wir werden euch wissen lassen, wenn die Umstände sich ändern". Streit gebe es keinen, weder persönlich noch musikalisch. Mit dem Musikmachen will McCarthy nicht aufhören. "Ich werde mich eine Weile darauf konzentrieren, etwas komplett anderes zu produzieren und zu schreiben", so der Musiker, der in Bayern aufgewachsen ist.

Bund finanziert Barenboims Musikakademie in Berlin

Finanzierung sei ein Beitrag zum Friedensprozess in Nahost

Der Bund übernimmt die Finanzierung der Berliner Musikakademie des Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim für Musiker aus der arabischen Welt und Israel. Damit wolle Deutschland einen Beitrag zum Friedensprozess in Nahost leisten, kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an. Barenboim nannte bei einer Besichtigung die Akademie "ein Experiment in Utopie". Die staatlich anerkannte Musikhochschule trägt seinen Namen und den des amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftlers Edward Said. Für die Betriebskosten erhält die Akademie ab 2017 zunächst 5,5 Millionen Euro im Jahr vom Bund, ab 2019 sollen es sieben Millionen Euro jährlich sein.

Seeed und Co. sammeln 413 000 Euro

Erfolgreiches "Peace x Peace"-Festival in der Berliner Waldbühne

Das "Peace x Peace"-Festival in der Berliner Waldbühne vor einem Monat hat mehr als 413 000 Euro eingebracht. "Durch die immense Hilfsbereitschaft aller Künstler und Unterstützer konnten wir mit "Peace x Peace" ein Benefiz-Festival auf die Beine stellen, das sich für die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft einsetzt", sagte Dieter Semmelmann von der Konzertagentur Semmel Concerts. Die Berliner Bands Seeed und Beatsteaks sowie die Rapper Samy Deluxe, Max Herre mit seiner Frau Joy Denalane, Afrob, Cro und andere hatten bei dem Festival ein Zeichen gegen Fremdenhass und für mehr Menschlichkeit gesetzt. Die Künstler verzichteten dabei auf ihre Gage, die Vorverkaufsstellen auf die Gebühren. Die Einnahmen und Privatspenden der über 20 000 Besucher gehen an Unicef-Projekte für Kinder in Krisengebieten wie Syrien oder der Ukraine sowie an geflüchtete Kinder in Deutschland.

Rein Wolfs bleibt Intendant der Bundeskunsthalle

Vertrag bis mindestens 2023 verlängert

Der Niederländer Rein Wolfs bleibt auf absehbare Zeit Intendant der Bundeskunsthalle in Bonn. Sein bis 2018 laufender Vertrag sei bis 2023 verlängert worden, teilte Kulturstaatssekretärin Monika Grütters in Berlin mit. Auch eine Option für eine nochmalige Verlängerung bis 2027 wurde beschlossen. Grütters begründete dies mit der "überaus erfolgreichen Arbeit" des ehemaligen Leiters der Kunsthalle Kassel. Bevor Wolfs 2013 das Ruder übernommen hatte, hatte die Bundeskunsthalle eine Krisenzeit durchlaufen. Sie ist eine der wichtigsten und besucherstärksten Ausstellungsstätten Deutschlands, besitzt allerdings keine eigene Sammlung.

Osloer Oper mit Rekord-Defizit

Es fehlen mehr als 7 Millionen Euro

Die Osloer Oper befindet sich nach Aussagen des Geschäftsführenden Direktors Nils Karstad Lyso in einer schweren finanziellen Krise. Die Oper gibt ein Defizit von 67 Millionen Norwegischen Kronen (7,14 Millionen Euro) an. Dieses könnte durch steigende Ausgaben für Pensionszahlungen sogar noch größer werden. Zur Generierung zusätzlicher Einnahmen wurde das prestigeträchtige Opernhaus kürzlich für die Öffentlichkeit gesperrt und an eine finanzstarke Hochzeitsgesellschaft vermietet, was in norwegischen Medien sehr kontrovers diskutiert wurde. Die Oper Norwegen erhält mit ihren rund 600 Beschäftigten staatliche Subventionen in Höhe von knapp 55 Millionen Euro.

Kein Schadenersatz für 1937 versteigertes Bild

New Yorker Kunsthändler verliert auch in zweiter Instanz

Ein Streit um ein in der Nazi-Zeit versteigertes Bild aus jüdischem Besitz ist entschieden: Das Oberlandesgericht Köln wies heute eine Schadenersatzklage gegen ein Kölner Auktionshaus ab und bestätigte damit eine Entscheidung aus erster Instanz. Ein New Yorker Kunsthändler hatte im Jahr 2000 in Köln ein Gemälde von Ludovico Carracci ersteigert. Es stellte sich heraus, dass der ursprüngliche jüdische Eigentümer das Werk 1937 unter dem Druck der Nazis versteigert hatte, und zwar bei demselben Kölner Auktionshaus. Der New Yorker Kunsthändler gab das Bild daraufhin 2009 den Erben des ursprünglichen Eigentümers zurück. Von dem Auktionshaus verlangte nicht nur den damaligen Kaufpreis von 100 000 D-Mark zurück, sondern den gegenwärtigen Wert, den er mit 300 000 Euro bezifferte.

Berliner Leichenmuseum steht vor dem Aus

Museum benötigt Genehmigung, die der Bezirk aber verweigert

Das umstrittene Berliner "Menschen Museum" des Leichen-Plastinators Gunther von Hagens steht offenbar vor der Schließung. Das Bundesverwaltungsgericht verwarf eine Beschwerde der Museumbetreiber. Damit ist das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom Dezember vergangenen Jahres rechtskräftig, wie das Gericht in Leipzig mitteilte. Die Oberverwaltungsrichter hatten in zweiter Instanz festgestellt, dass das im Februar 2015 eröffnete "Menschen Museum" eine Genehmigung benötigt, die der Bezirk Mitte aber verweigert. Der Museumsbetrieb durfte bis zum Beschluss des Bundesverwaltungsgerichtes aufrechterhalten werden.

Venusgrotte ab Herbst für fünf Jahre geschlossen

Bis zur Schließung jeden Sonntag freier Eintritt

Die Venusgrotte im oberbayerischen Schloss Linderhof wird umfassend saniert. Ab Herbst ist das "Wunderwerk der Illusion und Technik" für fünf Jahre geschlossen, wie der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) bei einer Ortsbesichtigung mitteilte. Der Freistaat investiere in die Restaurierung rund 25 Millionen Euro. Bis zur Schließung sei der Eintritt ab sofort bis 15. Oktober jeden Sonntag frei. Schloss Linderhof im Graswangtal in den Ammergauer Alpen war ein Lieblingsort des bayerischen Königs Ludwig II. (1845 bis 1886). Die Venusgrotte im Schlosspark wurde in Form einer künstlichen Tropfsteinhöhle angelegt und konnte für Operninszenierungen von Ludwigs Lieblingskomponisten Richard Wagner künstlich beleuchtet werden. Die nun in Angriff genommene Restaurierung soll den ursprünglichen Raumeindruck der Grotte wiederherstellen und die historische Bausubstanz dauerhaft sichern.

Modeschöpferin Chiuri geht von Valentino zu Dior

Ende September stellt sie ihre erste Kollektion vor

Die italienische Modedesignerin Maria Grazia Chiuri heuert nach ihrem Abgang von Valentino beim Modehaus Dior an. Die 52-Jährige wird als künstlerische Direktorin für die Haute-Couture- und Prêt-à-Porter-Kollektionen sowie die Damenaccessoires der französischen Luxusmarke verantwortlich sein, wie Dior mitteilte. Sie folgt damit auf den Belgier Raf Simons, der Dior im vergangenen Herbst verlassen hatte. Chiuri hatte die vergangenen acht Jahre zusammen mit Modeschöpfer Pierpaolo Piccioli die Valentino-Kollektionen entworfen. Gestern gab das italienische Modehaus den Abgang der Designerin bekannt - und Chiuri wurde sofort mit Dior in Verbindung gebracht. Sie ist die erste Frau an der Spitze des französischen Traditionshauses und wird am 30. September bei der Pariser Fashion Week ihre erste Kollektion vorstellen.

Bauhaus-Archiv erwirbt neue Schlüsselwerke

So auch den Entwurf des Teppichs für Gropius' Direktorenzimmer

Das Bauhaus-Archiv in Berlin erweitert seine Sammlung um wertvolle Schlüsselwerke. Das Museum habe Teilnachlässe von mehreren renommierten Bauhaus-Künstlern erworben, teilte das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung heute mit. Unter den Ankäufen befinden sich unter anderem die 32 Maskenfotos von Gertrud Arndt und der Entwurf Benita Koch-Ottes für den Teppich des Direktorenzimmers von Walter Gropius.Ebenso gehört zu der Sammlung nun das Tagebuch der Bauhaus-Malerin Gunta Stölzl, das einen Einblick in die wenig dokumentierte Frühzeit des Bauhauses liefert. Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses 2019 plant die Berliner Institution in den kommenden Jahren einen Museumsneubau.

Kolumnist Wolfram Siebeck ist tot

Der Gourmet kämpfte jahrzehntelang gegen Fast Food

Der vor allem als Gastronomiekritiker bekannt gewordene Journalist Wolfram Siebeck ist tot. Er starb gestern nach kurzer Krankheit im Alter von 87 Jahren. Das teilte seine Familie im badischen Mahlberg der Deutschen Presse-Agentur mit. Siebeck war Gourmet, Buchautor und Kolumnist. Er schrieb für Zeitungen und Zeitschriften wie "Die Zeit" oder "Der Feinschmecker". Er veröffentlichte viele Bücher und betätigte sich auch als Blogger - so mit seinem Reisetagebuch "Wo is(s)t Siebeck". Jahrzehntelang kämpfte Siebeck gegen Fast Food und Fertiggerichte. Er hatte seinen Ruf als schreibender Querdenker gerne kultiviert.

Mathias Döpfner wird Präsident der Zeitungsverleger

Der Springer-Vorsitzende tritt die Nachfolge von Helmut Heinen an

Springer-Chef Mathias Döpfner ist zum neuen Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gewählt worden. Er tritt die Nachfolge des Herausgebers der "Kölnischen/Bonner Rundschau", Helmut Heinen, an, der 16 Jahre an der Verbandsspitze gestanden hatte. Der 1954 gegründete BDZV vertritt die Interessen der Zeitungsverlage in Deutschland. Mitglied sind nach Verbandsangaben 279 Tages- und 13 Wochenzeitungen in elf Landesverbänden. Döpfner erklärte, die Digitalisierung stelle die Zeitungsbranche "vor existenzielle Herausforderungen". "Ein starker und moderner Verlegerverband, der das Printgeschäft mit Leidenschaft pflegt und gleichzeitig das digitale Zukunftsgeschäft innovationsfreudig gestaltet", sei "wichtiger denn je", betonte der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Konzerns. Heinen bezeichnete Döpfner als "Glücksfall". Der Springer-Chef sei "durch und durch Zeitungsjournalist" und "erfolgreicher Unternehmer, der immer auch publizistisch denkt und handelt".

Laufenberg kritisiert Sicherheitsvorkehrungen in Bayreuth

Der "Parsifal"-Regisseur fordert einen angstfreieren Umgang mit den Festspielen

Der Regisseur Uwe Eric Laufenberg hat erneut die scharfen Sicherheitsvorkehrungen bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen kritisiert. "Wenn Sie hier unbedingt eine Bombe platzen lassen wollen, schaffen Sie das", sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger. Im Theater würden Requisiten, Kulissen und dergleichen hin- und hertransportiert. "So viel Sicherheitspersonal können Sie gar nicht aufstellen, um den Fall der Fälle zu verhindern", meinte Laufenberg. Bereits in der Vergangenheit hatte sich Laufenberg ablehnend über das neue Sicherheitskonzept in Bayreuth geäußert. Die Mitarbeiter würden eingeengt, die Arbeit sei kompliziert und bürokratisch geworden. Laufenbergs Forderung: "Einfach aufmachen! Wenn wir eine offene Gesellschaft haben wollen, wird es die absolute Sicherheit nicht geben."

Festspielhaus Füssen meldet Insolvenz an

Die Premiere des Musicals "Ludwig²" sei nicht in Gefahr

Das Festspielhaus Füssen hat gut einen Monat vor der mit Spannung erwarteten Premiere des Musicals "Ludwig²" Insolvenz angemeldet. Die Betreiberin des Hauses, die Musiktheater Füssen Besitz GmbH & Co. KG, habe am Montag beim Amtsgericht Kempten Insolvenzantrag gestellt, teilte heute eine Sprecherin des Festspielhauses im Auftrag des Insolvenzverwalters mit. Die Aufführung des Musicals "Ludwig²" sei derweil nicht in Gefahr, betonte die Sprecherin. Alle Vorstellungen im Festspielhaus und im Barockgarten bis Anfang September sollen planmäßig über die Bühne gehen. Ziel sei es, einen Investor zu finden, der das Theatergebäude und den Geschäftsbetrieb übernehme und danach weiterführe, teilte der Münchner Insolvenzverwalter Marco Liebler mit. "Interessenten sind bereits vorhanden." Gespräche würden in der nächsten Woche geführt.

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