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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. Juli 2016

Geld für Kirchner-Bild fast zusammen

Der Verbleib eines Gemäldes in Ludwigshafen scheint gesichert

Das Gemälde "Paris" von Ernst Ludwig Kirchner wird wohl in Ludwigshafen bleiben. Die erste Hälfte des Kaufpreises in einstelliger Millionenhöhe wurde heute an die Erbin überwiesen, sagte René Zechlin, Direktor des Wilhelm-Hack-Museums. Es geht um das "Urteil des Paris", das einst zur Sammlung des 1931 gestorbenen jüdischen Schuhfabrikanten Alfred Hess gehörte. Das Gemälde ging in der Zeit des Nationalsozialismus verloren und gelangte auf Umwegen in das Ludwigshafener Museum. Eigentlich hätte es der Erbin zurückgegeben werden müssen, man einigte sich jedoch darauf, dass das Museum das Bild für eine Summe unter dem Marktwert abkaufen darf. Daraufhin wurde eine Spendenkampagne gestartet. 84 Prozent des Preises habe man zusammen, sagte Zechlin. Allein in den vergangenen drei Monaten sei eine halbe Million Euro zusammengekommen. Ein halbes Jahr bleibt nun Zeit, um das fehlende Geld zu sammeln. Kirchner zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Das "Paris"-Bild entstand 1913.

Ritschel wird Operndirektor der Landesbühnen Sachsen

Leitung ab Spielzeit 2017/ 18

Sebastian Ritschel wird neuer Operndirektor der Landesbühnen Sachsen. Er löst Jan Michael Horstmann ab, der das Theater auf eigenen Wunsch verlasse, teilten die Landesbühnen mit. Er wird die Direktion ab der Spielzeit 2017/18 übernehmen. Ritschel stammt aus Düsseldorf und studierte an der Universität Leipzig Theater- und Musikwissenschaft. Bis zum Ende der Saison 2015/2016 war er Hausregisseur und Dramaturg am Gerhart-Hauptmann- Theater Görlitz-Zittau. Bereits im Oktober dieses Jahres werde Ritschel die Regie bei dem Stück "A Streetcar Named Desire" von André Previn und Philip Littell nach dem Drama "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams übernehmen, hieß es weiter.

Thüringen stimmt Kulturschutzgesetz im Bundesrat zu

Positives Urteil nach Kabinettssitzung

Thüringen will am Freitag dem Entwurf des Kulturschutzgesetzes im Bundesrat zustimmen. Es sei ein gutes und ausgewogenes Gesetz, sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hof nach der Kabinettssitzung in Erfurt. Einen Großteil der Kritik könne er nicht verstehen. Es sei zudem zuvor ausführlich in den verschiedenen Gremien in Ländern und auf Bundesebene über das Gesetz diskutiert worden. Der Bundestag hatte vor wenigen Tagen das Gesetz verabschiedet. Es soll die Einfuhr geraubter Kunstwerke unterbinden und zugleich verhindern, dass nationale Kulturgüter aus Deutschland ausgeführt werden. Auf Kritik bei Kunsthändlern und Sammlern stößt vor allem das geplante gesetzliche Ausfuhrverbot für Kunst.

Edwin Jacobs soll Dortmunder U leiten

Der Niederländer übernimmt Direktion ab Januar 2017

Edwin Jacobs soll das Kunstzentrum Dortmunder U leiten. Das teilte die Stadt Dortmund mit. Der 56-jährige ist derzeit Generaldirektor des Centraal Museums in Utrecht und wird vorbehaltlich der Zustimmung des Dortmunder Rates damit auch Direktor des Museums Ostwall. Das Kunstzentrum Dortmunder U wird seit dem Wechsel des Gründungsdirektors Andreas Broeckmann 2011 an die Universität Lüneburg von Kurt Eichler geleitet. Der Geschäftsführer der Dortmunder Kulturbetriebe geht 2017 in den Ruhestand. Jacobs ist Kunstwissenschaftler und ist seit sieben Jahren Generaldirektor in Utrecht.

Verfilmung von Lenz' Antikriegsroman "Der Überläufer"

Dreamtool Entertainment sichert sich Verfilmungsrechte

Der posthum veröffentlichte Roman "Der Überläufer" von Siegfried Lenz wird verfilmt. Produzent Stefan Raiser hat sich mit der Münchner Dreamtool Entertainment die Verfilmungsrechte an dem Bestseller gesichert, teilte der Hoffmann und Campe Verlag mit. Das Drehbuch für den Kinofilm schreibt Autor Bernd Lange ("Requiem", "Am Ende kommen Touristen"). Die Dreharbeiten beginnen 2018, Beta Cinema übernimmt den Weltvertrieb. "Mit der Verfilmung kann uns ein Film mit internationaler Strahlkraft gelingen, der zugleich ein bedeutender gesellschaftlicher Beitrag ist zum Gedenken an 75 Jahre Kriegsende." sagt Raiser. "Der Überläufer" stand nach seinem Erscheinen im Frühjahr wochenlang auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste. Lenz (1926-2014) hatte den Roman über den Irrsinn des Krieges und einen Wehrmachtssoldaten, der zur Roten Armee desertiert, bereits 1951 fertiggestellt. Damals wollte Hoffmann und Campe das Buch aus Sorge vor der politischen Stimmung im Kalten Krieg nicht drucken.

Dresdner Albertinum zeigt Werk von Tino Sehgal

Von der Tate ins Albertinum

Mit "These Associations" ist seit heute erstmals eine der temporären Arbeiten von Tino Sehgal in Dresden zu erleben. Bis zu 40 Akteure machen den Lichthof des Museums für sechs Wochen zum öffentlichen Forum - nach einer 2012 für die Tate Modern London erdachten und adaptierten Choreografie, wie Direktorin Hilke Wagner sagte. Begonnen wurde am Morgen mit einer Person, am Mittag sangen und sprachen knapp ein Dutzend Dresdner verschiedenen Alters, sozialer Milieus und Herkunft über persönliche Geschichten und Erfahrungen. Die Akteure können Besucher ansprechen, die sich auch in der Gruppe mitbewegen dürfen. Das Wechselspiel von "schwarmhafter Ansammlung und individueller Vereinzelung" stehe für die heutige Gesellschaft. Die Werke von Sehgal, der 1976 in London geboren wurde und in Berlin lebt, sind immateriell - zu sehen waren sie unter anderem bereits im Guggenheim in New York und auf Biennalen. 2012 war er auf der Documenta 13. 2013 war er für den Turner-Preis nominiert und bekam den Goldenen Löwen in Venedig.

Kölner Festival "Acht Brücken" erhält weiter Zuschüsse

Veranstalter widersprechen Deutschem Kulturrat

Die Veranstalter des Kölner Musikfestivals "Acht Brücken" haben dem Deutschen Kulturrat widersprochen, die städtischen Zuschüsse für das Festival seien gestrichen. Die ursprünglich geplante komplette Streichung sei zurückgenommen und für das Jahr 2018 ein Zuschuss in Höhe von 450.000 Euro zur Verfügung gestellt worden, sagte ein Sprecher der Köln Musik GmbH. Das seien allerdings 50.000 Euro weniger als in den Jahren 2014 und 2015. Für dieses und das kommende Jahr sollten laut Beschluss des Kölner Stadtrats Rücklagen der Festivalbetreiber in Höhe von insgesamt rund 840.000 Euro verwendet werden. Weiter sieht der Ratsbeschluss vor, dass die Veranstalter eine mittelfristige Finanzplanung für die Jahre 2019 bis 2021 aufstellen, auf deren Basis über die zukünftige Finanzierung entschieden wird. "Acht Brücken" findet das nächste Mal vom 28. April bis 7. Mai 2017 statt. Der Deutsche Kulturrat hatte das Festival auf die "Rote Liste" bedrohter Kulturinstitutionen gesetzt.

Mulitmedia-Schau zum 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch

Ausstellung in der Alten Münze in Berlin

Zum 500. Todesjahr von Hieronymus Bosch wird der rätselhafte Renaissance-Künstler in Berlin in einer Multimedia-Schau vorgestellt. Die Ausstellung "Hieronymus Bosch. Visions Alive" informiert in der Alten Münze über Leben und Werk des Künstlers und zeigt auf riesigen Videoflächen - mit Musik unterlegt - seine Hauptarbeiten. Ziel sei es, dem Besucher "in einer pulsierenden Mischung aus Licht, Farben und Musik" einen eher emotionalen Zugang zum Künstler zu ermöglichen, teilte die Firma iVision Entertainment Berlin als Veranstalter mit. Im vergangenen Jahr hatte sie die Multimedia-Schau "Van Gogh Alive" gezeigt.

Aktionsbündnis Kulturgutschutz fordert Internetportal

Datenbank soll über ausländische Vorschriften informieren

Das Aktionsbündnis Kulturgutschutz hat den möglichst raschen Aufbau eines Internetportals zum Kunsthandel gefordert. Die Datenbank müsse über die Vorschriften ausländischer Staaten zur Ausfuhr von Kulturgütern informieren, verlangte das Bündnis. Vorher dürfe das vom Bundestag beschlossene Gesetz zum Schutz von Kulturgütern nicht in Kraft treten. "Denn ohne Datenbank ist ein rechtssicherer Kulturimport nicht möglich", so das Bündnis. Es appellierte an den Bundesrat, darauf bei seiner abschließenden Abstimmung am Freitag (8. Juli) zu achten. Dem Bündnis gehören zahlreiche Kunst- und Kulturverbände an.

Inklusion im Spielzimmer

Erste Rollstuhl-Figur von Lego im Handel

Lego hat seine erste Rollstuhl-Figur in den Handel gebracht. Der Junge ist nach Angaben des dänischen Spielwarenherstellers ab sofort in der Box "City Stadtbewohner" erhältlich. "Dieses Set soll die Vielfalt unserer Gesellschaft widerspiegeln, hierzu gehören unter anderem auch Kinder im Rollstuhl", sagte eine Sprecherin. Seit einigen Jahren hatten Anti-Diskriminierungs-Initiativen Lego aufgefordert, sich des Themas anzunehmen. Im Frühjahr präsentierte der Konzern dann seinen Rollstuhl auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. "ToyLikeMe", das sich für Spielfiguren und Puppen mit Behinderungen einsetzt, schrieb auf Facebook von "echten Tränen der Freude". Damit habe Lego 150 Millionen Kinder, ihre Eltern, Babysitter und Lehrer "sehr glücklich" gemacht. Auch die Aktion Mensch begrüßt das neue Lego-Männchen.

Schweizer Autor Markus Werner gestorben

Letzter Roman "Am Hang" erschien 2004

Der Schweizer Schriftsteller Markus Werner, dessen Bücher in 18 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet wurden, ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 71 Jahren, wie die S. Fischer Verlage mitteilten. Von Werners insgesamt sieben Romanen war sein letzter mit dem Titel "Am Hang" der größte Erfolg beim Publikum. Es ist ein Kammerstück über zwei Männer mit grundverschiedenen Einstellungen zur Liebe. Werner hatte bald nach der Veröffentlichung des Buchs im Jahr 2004 wissen lassen, dass es sein letztes Werk sein werde, da er unter einem Lungenemphysem leide. Zehn Jahre später wurde "Am Hang" von Regisseur Markus Imboden verfilmt. Bereits Werners erster Roman "Zündels Abgang" war 1984 von der Kritik hoch gelobt worden. Werner erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter Preise der Schweizerischen Schillerstiftung und den Hermann-Hesse-Preis. Im Jahr 2000 erhielt er den Joseph-Breitbach-Preis, die mit 50 000 Euro höchstdotierte Literaturauszeichnung im deutschsprachigen Raum.

Felsbild aus Vor-Inka-Zeit in Machu Picchu entdeckt

Erster Hinweis auf frühere Kultur in Inka-Stadt

In der peruanischen Inka-Stadt Machu Picchu sind Spuren einer älteren Kultur entdeckt worden. Peruanische Archäologen sind auf ein Felsbild gestoßen, das nicht den Mustern der Inkakunst entspricht, wie die Zeitung "El Comercio" berichtete. Die Darstellung eines Lamahirten mit einem seiner Tiere wurde an einem Felsen auf der Pachamama-Terrasse gefunden, rund 100 Meter von der Inka-Stätte Machu Picchu entfernt. Die Malerei sei nach vorläufigen Schätzungen rund 800 Jahre alt, erklärte der Chefarchäologe José Bastante. Machu Picchu wurde von den Inkas im 15. Jahrhundert errichtet. Das Felsbild sei der erste Hinweis auf die Anwesenheit von Menschen vor der Inkakultur in der Region. Der Fundort wurde für Besucher vorerst gesperrt, damit die Forschungsarbeiten nicht gestört werden.

Iranischer Regisseur Kiarostami gestorben

Filmemacher gewann 1997 die Goldene Palme in Cannes

Liebe, Ehre, Schmerz und Philosophie: In seinen Filmen spürte Abbas Kiarostami auf lyrische Weise dem Leben und seinen Wendungen nach. Nun ist der Regisseur im Alter von 76 Jahren in Paris gestorben. Er hatte sich dort einer Krebsbehandlung unterzogen, so die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Kiarostami schuf in mehr als 40 Jahren seiner Karriere Dutzende Drehbücher und Filme und schrieb auch Gedichte. 1997 gewann er mit "Der Geschmack der Kirsche" die Goldene Palme in Cannes. In seiner Heimat wurde der Film auf den Index gesetzt, da er nach Ansicht der Behörden zum Suizid ermuntere. Schauspieler und Kollegen würdigten Kiarostami als bedeutendsten Filmemacher Irans.

48 000 Online-Unterzeichner gegen Kulturgutschutzgesetz

Petition gegen umstrittenes Gesetz

Etwa 48 000 Menschen haben die Online-Petition gegen das umstrittene Kulturgutschutzgesetz unterzeichnet. Wie die Initiatorin Ursula Kampmann zum Ende der Aktion mitteilte, waren darunter nicht nur deutsche Sammler, sondern auch viele renommierte Persönlichkeiten aus dem Ausland. Der Bundestag hatte das Gesetz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) kürzlich verabschiedet. Kampmann kritisierte, vor allem Fragen zum Kunstankauf im Ausland seien offen geblieben. Am Freitag (8. Juli) befasst sich der Bundesrat abschließend mit dem Vorhaben.

Entlassungen an Berliner Volksbühne geplant

Rund zehn Prozent der Belegschaft sind betroffen

An der Berliner Volksbühne stehen Personalkürzungen an. Von den derzeit 216 Mitarbeitern werden bei 20 bis 25 die Verträge nicht verlängert, sagte der Sprecher der Berliner Senatskulturverwaltung, Lars Bahners. Das seien etwa zehn Prozent der Belegschaft. Zugleich wies er Medienberichte über deutlich weitgehendere Kürzungspläne zurück. Die "Berliner Zeitung" hatte berichtet, dass fast ein Viertel der Belegschaft das renommierte Theater verlassen muss. Der Sprecher verwies darauf, es sei "ein ganz normaler Vorgang" bei Intendantenwechseln, dass bei künstlerischen Beschäftigen nach dem sogenannten Bühnen-Normalvertrag Nichtverlängerungsgespräche geführt und Nichtverlängerungsverfahren eingeleitet würden. Bei nichtkünstlerischem Personal seien keine Kündigungen möglich oder geplant. Hintergrund der personellen Veränderung ist die Übernahme der Intendanz des Theaters durch den belgischen Museumsmanager Chris Dercon im Sommer 2017. Der 57-Jährige soll den amtierenden Regisseur Frank Castorf ablösen.

NRW kauft WestLB-Kunst für 30 Millionen Euro

Vertrag mit Portigon AG abgeschlossen

Nordrhein-Westfalen kauft den wertvollsten Teil der Kunstsammlung der zerschlagenen Westdeutschen Landesbank (WestLB) für knapp 30 Millionen Euro. Nach über einjährigen Verhandlungen schloss die Landesregierung mit der WestLB-Nachfolgerin Portigon AG einen Vertrag über den Erwerb von knapp 300 Kunst- und Kulturgütern, wie Kulturministerin Christina Kampmann mitteilte. Damit wird ein Verlust der Kunstwerke von mittelalterlichen Altartafeln bis zu zeitgenössischer Kunst für das Land abgewendet. Der von Portigon ursprünglich geplante Verkauf auf dem freien Markt hatte bundesweit massive Proteste ausgelöst. Das Land NRW kauft auch die berühmte Stradivari "Lady Inchiquin", die der Stargeiger Frank Peter Zimmermann gespielt hatte.

Berliner Fassadenkunstwerk verstört Anwohner

Kiezinitiative sammelt Unterschriften

Gegner eines umstrittenen Fassadenkunstwerks des spanischen Künstlers Borondo in Berlin-Tegel haben eigenen Angaben zufolge etwa 350 Unterschriften gesammelt. Die Kiez-Initiative "I love Tegel" fordert das Wohnungsunternehmen Gewobag auf, gemeinsam mit den Mietern eine Lösung zu finden. Das Unternehmen hatte das Bild mit einem blutüberströmten Mädchen in Auftrag gegeben. Der Künstler Borondo verteidigt sein Werk auf Facebook: "Ich mache Kunst und keine Dekoration", schreibt er. Die Initiative fordert eine Anwohnerumfrage, um ein realistisches Stimmungsbild zu bekommen.

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