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Kulturnachrichten

Samstag, 2. Juli 2016

Regisseur und Oscar-Preisträger Michael Cimino gestorben

Der US-Regisseur Michael Cimino, der durch den Kriegsfilm "Die durch die Hölle gehen" (1978) bekannt wurde, ist tot.

Er wurde 77 Jahre alt. Wie sein Anwalt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurde Ciminio leblos in seinem Haus in Beverly Hills aufgefunden. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

Ciminos Vietnam-Kriegsfilm "Die durch die Hölle gehen" ("The Deer Hunter") hatte 1979 fünf Oscars gewonnen, darunter als bester Film und für die Regie. Christopher Walken wurde als bester Nebendarsteller gefeiert, auch Robert DeNiro und Meryl Streep waren nominiert.

"Chris Dercon ist ein guter Kerl"

Kunstkurator Kasper König zum Streit um die Volksbühne Berlin

Im Streit um die Leitung der Volksbühne Berlin, hat Kasper König, langjähriger Leiter des Museums Ludwig in Köln und Kurator der Manifesta in St. Petersburg, den künftigen Intendanten Chris Dercon gegen Kritik verteidigt. Er kenne Chris Dercon seit gut 35 Jahren, sagte König am Samstag im Deutschlandradio Kultur: "Das ist aber ein guter Kerl, der auch wirklich offen ist für neue Dinge und auch mit Risikobereitschaft und mit Solidarität Dinge anpackt", so König. Er gehört zu den 25 Unterzeichnern eines gestern veröffentlichten Offenen Briefes, in dem Prominente der Internationalen Kunst- und Museumsszene Partei für Chris Dercon ergreifen. König warnte in Bezug auf Chris Dercon vor einer Vorverurteilung: "Man darf nicht diesen Eindruck erwecken: Jetzt kommt da so ein Manager-Typ, der also eine neo-liberale Kunstweltfigur ist und jetzt Sauce über alles gießt. Das ist eben wirklich ein Totschlag-Argument." Seiner Auffassung nach sollte man Dercon als Intendanten erst einmal agieren lassen, sagte König: "Und insofern finde ich den Brief (...) sehr, sehr gut. Und ich finde es auch gut, dass er gar nicht eingeht auf irgendwelche Invektiven von einem abgehalfterten Theater-Fritzen, der einmal großartig war: Herrn Peymann, der einfach nur über alles lästert und sich in politische Dinge einmischt statt seine eigene Arbeit zu machen."

"Die Kunst kann den Menschen nicht retten"

Günther Ueckers Ausstellungen erinnern an Lichtenhagen

Die Rostocker Kunsthalle zeigt ab heute die Ausstellung "Der geschundene Mensch". Darin habe der international anerkannte Künstler Günther Uecker die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen 1992 thematisiert. "Es wurden auch Vokabeln entwickelt, wie Aufklatschen", sagte Uecker über die Ereignisse nach der Wende im Deutschlandradio Kultur. "Das hat mich zutiefst erschüttert." Uecker zeigt in der Ausstellung in Schwerin nun 14 Objekte als "befriedete Gerätschaften". Sie erinnern an Acker- wie Folterwerkzeug gleichermaßen und kommen einem modernen Kreuzweg gleich. Uecker räumte angesichts heutiger ausländerfeindlicher Anschläge ein, dass sich das mit Hilfe der Kunst nicht aus der Welt schaffen lasse. "Da kann man auch sagen, die Kunst kann den Menschen nicht retten, aber mit den Mitteln der Kunst ist ein Ausdruck möglich."
Auch in der Landeshauptstadt Schwerin wird in dem neuen Museumsanbau eine weitere Uecker-Ausstellung gezeigt. Der 86-Jährige hat dafür extra eine Serie "Neue Wustrower Tücher" angefertigt. Sie sollen daran erinnern, wie Uecker als Jugendlicher für die sowjetischen Soldaten zum Kriegsende 1945 an den Ostseestrand angespülte Leichen vergraben musste. "Das war dann doch das traumatische Erlebnis, dass mich dazu geführt hat, heute das zu thematisieren und in einen Vergleich zu setzen zu dem, was am Mittelmeer geschieht, wo Flüchtende dann auch ertrinken und ans Ufer gespült wurden." Das habe er bildhaft deutlich machen wollen.

Restaurierung des Kolosseums

Private Mäzene eingesprungen

25 Millionen Euro spendete die Familie della Valle für den Erhalt des Kolosseums. "Mit gutem Beispiel und neuen Gesetzen kann man darauf einwirken, das in unserem Land diese Mäzenatenkultur entsteht", sagte Italiens Kulturminister Dario Franceschini. "Jeder Bürger, jeder Unternehmer müsste seine gesellschaftliche Rolle auch dadurch definieren wie viel Geld er für Kulturgüter spendet", unterstrich er. Zum ersten Mal ist es in Italien gelungen, mit Hilfe von privaten Geldern eine so wichtige Kulturstätte zu erhalten. Die Regierung von Matteo Renzi hofft, dass weitere Privatspenden für den Erhalt von Kulturgütern kommen. Sie werden durch ein entsprechendes Gesetz steuerlich begünstigt.
Die Leiterin der Restaurierungsarbeiten, Gisella Capponi, ist stolz auf ihre Arbeit: "Auf der Nordseite haben wir regelrecht die Architektur bewahren können. Wir konnten das Kolosseum aus diesem Ruinen-Status herausholen. Denn alles war bedeckt von einer Schicht, die dafür gesorgt hat, dass wir Säulen und so weiter nicht unterscheiden konnten. All das, was die Bestandteile dieser so besonderen Architektur sind."
Ab jetzt sollen die Unterirdischen Gänge und Anlagen restauriert werden. Dafür zahlt der Staat noch einmal 18 Millionen Euro.

Yves Bonnefoy ist tot

Frankreichs bedeutender Lyriker starb im Alter von 93 Jahren

Das Pariser College de France bestätigte entsprechende Medienberichte zum Tod von Yves Bonnefoy. Der 93-Jährige galt als einer der bedeutendsten französischen Lyriker der Nachkriegszeit.
Bonnefoy wurde 1923 als Sohn eines Arbeiters und einer Lehrerin in Tours geboren. Er studierte Mathematik und Philosophie. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand er in Paris kurzzeitig den Surrealisten nahe, entfernte sich aber bald wieder von dieser Gruppe.
Sein erster Lyrikband "Douve in Bewegung und regungslos" erschien 1953 und wurde zum Erfolg.
"Poesie ist die Erfahrung dessen, was die Wörter überschreitet", sagte Bonnefoy selbst einmal. Der Franzose schrieb aber auch Essays und erzählende Texte, übersetzte Theaterstücke von William Shakespeare und Gedichte von John Keats. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem tschechischen Franz-Kafka-Literaturpreis. Bonnefoy starb gestern.

Filmfest in München würdigt deutschen Kino-Nachwuchs

Preis für beste Regie geht an "Die Hände meiner Mutter" von Florian Eichinger

Beim Filmfest in München ist das Familiendrama "Die Hände meiner Mutter" als bester Nachwuchsfilm ausgezeichnet worden. Regisseur Florian Eichinger erzählt darin von einem Jungen, der von seiner Mutter missbraucht wurde. Als erwachsener Mann fühlt er sich durch seinen eigenen Sohn daran erinnert. Der Förderpreis "Neues Deutsches Kino" für Regie ist mit 30.000 Euro dotiert. Hauptdarsteller Andreas Döhler wurde als bester Schauspieler geehrt. Der Produktionspreis ging an Jana Raschke und Igor Dovgal für "Haus ohne Dach". Beste Drehbuchautorin wurde die Münchner Filmhochschülerin Mareille Klein für die Tragikomödie "Dinky Sinky". Den Förderpreis gibt es seit 1989, anfangs nur für Regisseure, später auch in anderen Kategorien, mehrfach wurde er auch umbenannt.

Filmproduzent Bengt von zur Mühlen gestorben

Gründer der "Chronos"-Film war zweimal für den Oscar nominiert

Der Dokumentarfilmer Bengt von zur Mühlen ist tot. Wie sein Sohn mitteilte, ist der Filmproduzent bereits am Donnerstag gestorben. Er wurde 84 Jahre alt. 1961 gründete von zur Mühlen in Berlin die Produktionsgesellschaft Chronos Film. Seine Dokumentationen beschäftigten sich vor allem mit der NS-Geschichte und der Nachkriegszeit. Die Filme „Schlacht um Berlin und „Der gelbe Stern - Die Judenverfolgung waren auch für den „Oscar nominiert.

"Kapital" von Joseph Beuys erstmals in Berlin

Schlüsselwerk im Hamburger Bahnhof zu sehen

"Das Kapital", ein Schlüsselwerk des legendären Aktionskünstlers Joseph Beuys, ist jetzt erstmals in seiner neuen Heimat Berlin zu sehen. Das Museum Hamburger Bahnhof stellt die raumgreifende Installation in einer Ausstellung mit rund 130 ergänzenden und erklärenden Exponaten vor. "Das ist ein Weltereignis, und ich hoffe, dass auch Berlin es wahrnimmt", sagte Nationalgalerie-Direktor Udo Kittelmann vor der Ausstellungseröffnung. "Das Kapital Raum 1970-1977", so der volle Titel, gilt als eines der wichtigsten Werke des 20. Jahrhunderts. Der Berliner Sammler Erich Marx (95) hatte es im vergangenen Jahr in einem spektakulären Coup gekauft und den Staatlichen Museen als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Nach dem vorläufigen Aufbau jetzt soll es von 2022 an ein Vorzeigestück im neuen Museum der Moderne sein.

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