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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. Juni 2016

Uecker fordert anderes Verständnis für Flüchtlinge

Künstler Günther Uecker: Quellen der westlichen Kultur liegen im heutigen Irak

Der Nagelkünstler Günther Uecker hat im Umgang mit Flüchtlingen eine Rückbesinnung auf die gemeinsamen kulturellen Wurzeln gefordert. "Der eurozentristische Blick, den wir uns angewöhnt haben, ist nicht immer hilfreich. Er produziert Ängste", sagte Uecker in einem Zeitungsinterview. Die Europäer sollten sich häufiger daran erinnern, wo die Quellen der westlichen Kultur und Zivilisation lägen - nämlich auch im heutigen Irak, dem antiken Zweistromland. "Das vermeintlich Fremde, das zu uns gelangt, ist historisch betrachtet, ein fundamentaler Teil unserer Kultur", sagte Uecker. Uecker, der mit seinen Nagelreliefs Weltruf genießt, war kürzlich in den Iran gereist, wo er seinen Werkzyklus "Huldigung an Hafez" vorstellte. In den kommenden Tagen wird die von dem persischen Dichter inspirierte 42-teilige Serie erstmals in Deutschland im niedersächsischen Wolfenbüttel gezeigt.

Mülheimer Dramatikerpreis an Wolfram Höll verliehen

Autor Wolfram Höll wurde für sein Stück "Drei sind wir" ausgezeichnet

Die mit 15.000 Euro dotierte Ehrung der 41. Mülheimer Theatertage wurde Höll am Sonntag überreicht. In dem Stück "Drei sind wir" über ein Elternpaar, dessen Kind mit einer sehr geringen Lebenserwartung geboren wird, erzähle Höll berührend und zeitlos von Hilflosigkeit und Verlustangst, hieß es zur Begründung. Ausgezeichnet wurde das Stück in der Inszenierung des Schauspiels Leipzig. Der Publikumspreis der Theatertage ging an Sibylle Berg für das am Berliner Maxim-Gorki-Theater uraufgeführtes Stück "Und dann kam Mirna". Verliehen wurde zudem der mit 10.000 Euro dotierte Mülheimer KinderStückePreis an Carsten Brandau für sein Stück "Himmel und Hände".

Zweifel an weiteren Kammern in Tutanchamun-Grab

Neue Radarmessungen im Tal der Könige belegen keine weiteren Gänge oder Kammern

Die PR-Maschinerie lief auf Hochtouren in Kairo. Seit dem vergangenen Sommer - als Ägyptologe Nicholas Reeves nicht nur die Fachwelt mit seiner Theorie über verborgene Kammern im Grab von Tutanchamun in Aufregung versetzte - stieg die Spannung. Das ägyptische Antikenministerium lud zu Pressekonferenzen ein, zeigte Radarbilder und demonstrierte immer mehr Zuversicht für eine sich anbahnende Sensation. Doch die jüngsten Radarmessungen lieferten nicht nur keinen Beweis für weitere Räume in der weltberühmten Grabkammer. Sie scheinen den bisherigen Ergebnissen zu widersprechen. Nach Reeves Veröffentlichung waren sich die Gelehrten zunächst überwiegend einig: Die entdeckten Strukturen in den Wänden weisen auf Durchgänge hin. Eine weitere Radarmessung wurde angesetzt. Diesmal durch einen Ingenieur von "National Geographic", wie das Wissenschaftsmagazin berichtete. Mit zwei verschiedenen Frequenzen wurden über Stunden insgesamt 40 Einzelscans gemacht. Verschiedene Spezialisten werteten die Daten aus: Von Kammern keine Spur. Geophysiker Dean Goodman sagte "National Geographic": "Wenn wir einen Hohlraum hätten, müsse es eine starke Reflexion geben". Diese gebe es aber schlicht und einfach nicht.

Überraschende Entdeckungen bei Angkor Wat

Neue Lasermessungen belegen komplexe urbane Strukturen im Gebiet um Preah Khan

Archäologen haben riesige mittelalterliche Siedlungsreste in der Nähe der Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha entdeckt. Mit der Dokumentation deutlich komplexerer urbaner Strukturen, von aufwendigen Wassermanagementsystemen und sogar Umgehungsstraßen müsse ein Teil der Khmer-Geschichte womöglich neu geschrieben werden, schreiben sie im "Journal of Archaeological Science". Sie fanden keine Anhaltspunkte für die Theorie, dass die Hochkultur nach einer Invasion aus dem heutigen Thailand mit einer Massenmigration Richtung Süden zu Ende ging. "Wir haben ganze Städte unter den Wäldern entdeckt, von denen bislang niemand wusste, dass sie dort sind" sagte der Autor, Damian Evans von der Ecole française d'Extreme-Orient in Paris der britischen Zeitung "The Guardian". Er nutzte mit Kollegen neue Lasermessungen (Lidar) aus der Luft, mit deren Hilfe Strukturen unter der dichten Vegetation des Dschungels erkannt werden können. Am Berg Phnom Kulen nordöstlich von Angkor Wat sei bislang nur ein kleiner Teil der Siedlung Mahendraparvata bekannt gewesen. Nach den neuen Daten sei sie so groß wie Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh.

Berliner Staatsoper - Parlament kritisiert Verwaltung

Parlamentsbericht attestiert politischen Druck und unzureichende Planung

Jahrelange Verzögerungen und ausufernde Kosten hingen unter anderem mit dem Wunsch des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators Klaus Wowereit zusammen, den Bau unbedingt im Jahr 2013 zu beenden. Dafür habe es aber nicht die nötige Planungszeit gegeben. Dazu habe es Unstimmigkeiten zwischen der Kultur- und der Bauverwaltung gegeben, heißt es in dem Bericht des Untersuchungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses. Für den Bericht wurden rund ein Jahr lang in 17 Sitzungstagen 33 Zeugen befragt. Verabschiedet wurde die Expertise mit den Stimmen der Koalition von SPD und CDU, die oppositionellen Grünen und die Piraten legten Sondervoten ein. Er soll am 23. Juni im Parlament beraten werden.

Friedrich-Hölderlin-Preis an Christoph Peters verliehen

Zuletzt erschien Peters Roman "Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln"

Der Schriftsteller Christoph Peters hat den mit 20.000 Euro dotierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg erhalten. Die Bandbreite seiner Themen und Interessengebiete sei außergewöhnlich, sagte der Preisträger des Vorjahres, der Autor Michael Kleeberg, in seiner Lobrede. "Wann hat man das schon einmal in unserer Literatur, dass die Protagonisten Kunsthistoriker, Zahnärztinnen, Yakuza, Terroristen, Botschafter, Ofensetzer und Köchinnen sind?"
Die außergewöhnlichste Facette von Peters sei die existenzielle Bedeutung des Religiösen. "Die Frage nach der Ewigkeit ist eine legitime Frage, eine brennende Frage, und dass sie im Werk von Christoph Peters immer auch eine existenzielle Frage ist, das macht diesen Schriftsteller zu einem der wichtigen für unsere Zeit." Peters veröffentlichte unter anderem die Romane "Stadt Land Fluß" (1999), "Kommen und Gehen, manchmal bleiben" (2001), "Wir in Kahlenbeck" (2012) und zuletzt "Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln" (2014). Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird seit 1983 jährlich von der Stadt Bad Homburg gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen vergeben. Zu den Geehrten gehören unter anderen Peter Härtling, Martin Walser, Durs Grünbein und Peter Stamm.

Gerhard Roth bekommt Hoffmann von-Fallersleben-Preis

Der 73-jährige Schriftsteller erhält Auszeichnung für den Schlussmonolog seiner "Orkus"-Reihe

Der österreichische Autor Gerhard Roth hat in Wolfsburg den mit 15.000 Euro dotierten "Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur" bekommen. In dem Roman-Zyklus "Orkus" setze sich Roth "auf beeindruckende Weise mit der Frage auseinander, wozu der Mensch fähig ist". Im Mittelpunkt des Schlussmonologs im achten Buch der Reihe mit dem Titel "Orkus, Reise zu den Toten" steht ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Der Präsident der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, Kurt Schuster, sagte, Roth habe mehr als 30 Jahre an seinen beiden Romanzyklen "Die Archive des Schweigens" und "Orkus" gearbeitet: "Auf rund 6.000 Seiten greift er die erzählte und dokumentierte Vergangenheit im allgemeinen und der österreichischen Zeitgeschichte im besonderen auf und hält der Gesellschaft auf subtile Weise den Spiegel vor." Der bereits vielfach ausgezeichnete Schriftsteller wurde in Graz geboren und lebt als freier Schriftsteller in Wien und der Südsteiermark. Der Wolfsburger Preis wird alle zwei Jahre von von der Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft verliehen. Er zählt zu den bedeutenden Literaturauszeichnungen in Deutschland. Vorherige Preisträger waren unter anderen Peter Rühmkorf, Walter Kempowski, Herta Müller und Juli Zeh.

WDR prüft rechtliche Schritte gegen russischen TV-Sender

Dopingexperte Hajo Seppelt hatte aufgezeichnetes Interview abgebrochen

Der Westdeutsche Rundfunk WDR prüft nach eigenen Angaben juristische Schritte gegen den russischen Fernsehsender Rossija. Der staatliche Kanal hatte am Donnerstagabend einen Beitrag über den WDR-Journalisten und Dopingexperten Hajo Seppelt gezeigt, in dem ihn die russische Journalistin Olga Skabajewa in einem Hotel in Köln interviewt. "Das Interview mit Hajo Seppelt, das im russischen Fernsehsender RossijaTV gezeigt wurde, ist weder von ihm noch vom WDR freigegeben worden", sagte eine WDR-Sprecherin. "Darauf haben wir den Sender im Vorfeld schriftlich hingewiesen." Seppelt sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", das Interview habe ganz normal begonnen, nach etwa 20 Minuten habe er jedoch festgestellt, dass die Fragen immer eigentümlicher und zu Beschuldigungen geworden seien. Er habe das Gespräch schließlich beendet und von dem Drehteam verlangt, das Hotelappartement zu verlassen. Es sei aber nicht gegangen und habe weitergefilmt, bis er die Polizei gerufen habe. Er müsse sich den Vorwurf machen, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, dass das Gespräch eine Provokation habe sein sollen.

Amazon plant eigenständigen Musik-Streaming-Dienst

Das neue Angebot soll im Spätsommer oder Frühherbst auf den Markt kommen

Der weltgrößte Online-Händler Amazon bereitet nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters einen eigenständigen Musik-Streaming-Dienst vor. Der Konzern wolle damit die Angebote der Konkurrenten Apple und Spotify angreifen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Der Dienst solle 9,99 Dollar im Monat kosten. Amazon schließe derzeit die entsprechenden Verträge mit Plattenlabels ab. Amazon bietet seinen Prime-Kunden bereits einen kostenlosen Musik-Streaming-Dienst mit einer begrenzten Auswahl an Titeln an. Das US-Unternehmen wollte sich nicht äußern. Spotify hat rund 30 Millionen zahlende Abonennten.

Athen bringt wegen Diebstahl Statuen in Sicherheit

Von etwa 200 Statuen der Athener Innenstadt wurden knapp 50 beschädigt oder gestohlen

Die Stadt Athen will dutzende Statuen in Sicherheit bringen und sie auf Straßen und Plätzen durch Kopien ersetzen, nachdem es zu einer ganzen Reihe von Diebstählen und Beschädigungen gekommen ist. Wie die Stadt mitteilte, sind von insgesamt 201 Statuen 49 betroffen. Die meisten befinden sich im Zentrum der griechischen Hauptstadt. Ende Mai waren im Hof des Kulturzentrums von Athen fünf Bronzebüsten griechischer Dichter und Schriftsteller vom Beginn des 20. Jahrhunderts gestohlen worden. In jüngster Zeit verschwinden vermehrt auch gußeiserne Gullydeckel. Die Behörden vermuten dahinter Banden, die sich auf die Einschmelzung und den Verkauf von Metall spezialisiert haben.

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