Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 18.06.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 20. Juli 2015

"Verstummte Stimmen" bleiben dauerhaft in Bayreuth

Die Dokumentationsstätte steht im Park des Festspielhauses

Die Ausstellung "Verstummte Stimmen. Die Bayreuther Festspiele und die Juden 1876-1945" bleibt als Dokumentationsstätte dauerhaft im Park am Bayreuther Festspielhaus. Das teilte die Stadt Bayreuth am Montag mit. Auf Dutzenden großer Stelen wird dort seit Sommer 2012 an mehr als 50 Mitwirkende der Bayreuther Wagner-Festspiele erinnert, die wegen ihrer jüdischen Herkunft schon vor 1933 diffamiert oder nicht besetzt und im "Dritten Reich" von den nationalsozialistischen Machthabern ins Exil vertrieben oder ermordet wurden. Thematisiert wird auch der Missbrauch der Festspiele als Mittel der politischen Mobilisierung. "Die Ausstellung war und ist ein wichtiger und ausgesprochen gelungener Beitrag zur Aufarbeitung des düstersten Kapitels der deutschen Geschichte und der Rolle der Bayreuther Festspiele lange vor und während des 'Dritten Reichs'", heißt es in der Pressemitteilung. Wegen der großen Resonanz bei Gästen und Bürgern hätten sich die Stadt Bayreuth, die Richard-Wagner-Stiftung und der Kurator Hannes Heer darauf verständigt, die Freiluftinstallation auf dem "Grünen Hügel" dauerhaft in Bayreuth zu zeigen.

Erste Holocaust-Professur in Deutschland gesichert

Nach internationaler Ausschreibung soll sie bis 2017 besetzt sein

Die Finanzierung einer Professur zur Erforschung von Geschichte und Wirkung des Holocausts an der Frankfurter Goethe-Universität ist gesichert. Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) sowie Vertreter der Hochschule und des Stiftungsrats des Fritz-Bauer-Instituts unterzeichneten heute in Wiesbaden eine entsprechende Vereinbarung. Danach soll die erste Professur in Deutschland, die sich ausschließlich mit dem Thema Holocaust befasst, nach einer internationalen Ausschreibung bis zum Jahr 2017 besetzt werden. Der Stelleninhaber wird zugleich Leiter des Fritz-Bauer-Instituts und dort Nachfolger von Raphael Gross, der an die Universität Leipzig gewechselt ist. Rhein nannte die Einrichtung einer solchen Professur 70 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft in Deutschland überfällig. Den immer wieder geforderten Schlussstrich unter diese Zeit dürfe und werde es nicht geben. Zwar treffe die heutige Generation keine strafrechtliche Schuld für die Verbrechen der Nationalsozialisten. Sie müsse sich aber der Verantwortung dafür in Gegenwart und Zukunft stellen. Deshalb solle der zu berufende Professor für die Holocaust-Forschung nicht nur wissenschaftlich arbeiten, sondern zugleich stark in die Öffentlichkeit wirken. Vor allem die Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Rechtfertigungsstrukturen des Holocausts bis in die Gegenwart gehöre zu seinen Aufgaben.

Kunstwerk von Ai Weiwei für die Grimmwelt in Kassel eingetroffen

Es wurde exklusiv für die Ausstellung gefertigt

Wenige Wochen vor der Eröffnung der Grimmwelt in Kassel ist ein exklusiv dafür gefertigtes Werk des chinesischen Künstlers Ai Weiwei eingetroffen. Das Werk "Colored Roots 2009-2015" besteht aus fünf riesigen, farbig angemalten Wurzeln. Es sei verpackt in fünf Kisten angekommen, die jeweils knapp eine halbe Tonne schwer waren, teilte die Stadt Kassel heute mit. Ai war 2007 bei der Documenta 12 dabei. Sein Kunstwerk "Template", ein zwölf Meter hoher Holzturm, war damals wenige Tage nach der Eröffnung während eines Unwetters zusammengebrochen. Der Künstler hatte 2010 angekündigt, aus enger Verbundenheit zu Kassel ein neues Kunstwerk für die Grimmwelt zu schaffen. Damals hatte er den Kasseler Bürgerpreis "Glas der Vernunft" erhalten. Die Grimmwelt Kassel, die sich mit dem Leben und Wirken der Märchenerzähler und Sprachforscher Wilhelm und Jacob Grimm auseinandersetzt, soll am 4. September eröffnet werden.

Kunstmuseum sichert Dix-Hauptwerk

Der Verkauf konnte abgewendet werden

Das bedeutende Otto Dix-Gemälde "Selbstbildnis mit Palette vor rotem Vorhang" bleibt für die Öffentlichkeit zugänglich und dem Kunstmuseum Stuttgart erhalten. Finanziert durch die Kulturstiftung der Länder, die Siemens-Kunststiftung und die Stadt konnte das Hauptwerk von Otto Dix (1891-1969) dauerhaft gesichert werden. Das teilte das Kunstmuseum heute mit. Zum Preis macht das Haus keine Angaben. Das Gemälde aus dem Jahr 1942 befand sich seit 35 Jahren als Dauerleihgabe in Stuttgart. Der Besitzer hatte sich zum Verkauf entschlossen, es zunächst aber dem Kunstmuseum angeboten. Laut Kulturstiftung hat das Kunstmuseum Stuttgart den bedeutendsten geschlossenen Bestand an Dix'schen Werken weltweit. Nachdem die Nazis seine Arbeit als "entartet" gebrandmarkt hatten, zog sich Dix in den 1930er-Jahren auf die Bodensee-Halbinsel Höri zurück und porträtierte sich 1942 als gealterten, gebrochen-grüblerischen, dabei aber weiter produktiven Künstler, wie die Kulturstiftung das Werk beschreibt. Das Gemälde gehöre zu den intensivsten Porträts des Künstlers und nehme in seinem Werk eine herausragende Stellung ein.

Dresden, Chemnitz und München müssen Baselitz-Werke abhängen

Der Maler protestiert so gegen ein Gesetzesvorhaben

Der aus Sachsen stammende Maler und Bildhauer Georg Baselitz hat im Zuge des von Kulturstaatsministerin Monika Grütters geplanten Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen zurückgefordert. Drei Tage nach dem Dresdner Albertinum haben heute auch die Chemnitzer Kunstsammlungen und die Pinakothek der Moderne in München Leihgaben des Künstlers aus ihren Ausstellungen genommen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden waren am vergangenen Freitag die erste Einrichtung, die dem Wunsch nachkam und neun Gemälde sowie eine Holzskulptur ins Depot brachte, wo die Werke auf die Abholung warten. Grütters' Pläne zum Schutz von Kulturgütern waren beim Kunsthandel auf massive Kritik gestoßen. Das Gesetz würde den deutschen Kunsthandel und den musealen Leihverkehr restriktiv kontrollieren und behindern, hieß es in einem vom Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler unterstützten Offenen Brief. Grütters hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Komponist und Bandleader Van Alexander gestorben

Vor zwei Monaten hatte er seinen 100. Geburtstag gefeiert

Zwei Monate nach seinem 100. Geburtstag ist der amerikanische Komponist und Bandleader Van Alexander gestorben. Alexander hatte aus dem Kinderreim "A-Tisket, A-Tasket" einen Jazzsong geschrieben und ihn 1938 von einer jungen schwarzen Sängerin singen lassen: Es war Ellas Fitzgeralds Durchbruch. Mit seiner Band ging er 1945 nach Hollywood und wurde zum gefragten Komponisten für Film- und Fernsehmusik. So komponierte er für die Serienklassiker "Verliebt in eine Hexe" und "Bezaubernde Jeannie". Zu seinem 100.Geburtstag im Mai war "A-Tisket, A-Tasket" von zwei achtjährigen Mädchen gesungen worden - Alexanders Urenkelinnen. Der in New York geborene Musiker starb gestern in einem Krankenhaus in Los Angeles, wie "Variety" heute meldete.

Bundesweiter Kongress Freier Theater tagt in Hamburg

Rund 40 Veranstaltungen in der Kulturfabrik Kampnagel

Unter dem Titel "vielfalt gestalten - frei und fair arbeiten" lädt der Bundesverband Freier Theater vom 15. bis 17. Oktober zu seinem 4. Fachkongress nach Hamburg ein. Zu den mehr als 40 Veranstaltungen werden rund 300 Teilnehmer in der Kulturfabrik Kampnagel erwartet. "Die Freien Darstellenden Künste sind eine wichtige Säule unserer Theaterlandschaft und als Generator innovativer Ausdrucksformen unverzichtbar", sagte Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler heute. Mit rund 1200 Tanz- und Theatergruppen, Produktionshäusern und Soloakteuren in 15 Landesverbänden gilt der Verband als die mitgliederstärkste Organisation und Interessenvertretung der professionellen Darstellenden Künste in Deutschland. Im 25. Jahr seines Bestehens will der Verband auf der Tagung Bilanz ziehen und die gegenwärtige Situation der Freien Szene beleuchten.

Schauspieler Alex Rocco gestorben

Darsteller aus " Der Pate" starb im Alter von 79 Jahren

Der amerikanische Schauspieler Alex Rocco ist am Samstag im Alter von 79 Jahren gestorben. Das berichtet "New York Times" unter Berufung auf seine Managerin. Todesursache sei eine Krebserkrankung gewesen. Rocco wurde als Kasino-Boss Moe Greene in "Der Pate" bekannt. Zu sehen war er außerdem unter anderem in "Die Freunde von Eddie Cole" mit Robert Mitchum aus dem Jahr 1973, in Tom Hanks Regie-Debüt "That Thing You Do!" und in "Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant" an der Seite von Jennifer Lopez. 1990 hatte Rocco einen Emmy Award für seine Rolle in der Sitcom "The Famous Teddy Z." gewonnen.

Buckingham-Palast erwägt rechtliche Schritte

Gespaltene Reaktionen auf historisches Filmdokument

Der Buckingham-Palast erwägt rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung eines Videos, das Queen Elizabeth II. als Kind beim Hitlergruß zeigt. Das Königshaus habe bereits eine Untersuchung dazu in die Wege geleitet, wie der 17 Sekunden lange Schwarz-Weiß-Film aus den 1930er Jahren in die Hände der Boulevardzeitung "Sun" gekommen sei. Auch die Frage des Copyrights werde geprüft. Falls der Vater der Queen gefilmt habe, lägen die Rechte bei Elizabeth II. als seiner Nachfahrin. Die britische "Sun" hatte das Dokument am Wochenende online gestellt und für diesen Coup vereinzelt Kritik geerntet: Sie "demütige" die Monarchin unnötig oder dringe in die Privatsphäre der Windsors ein. Hauptsächlich gab es aber Lob: Es bestehe schließlich ein öffentliches Interesse an der Geschichte der Monarchie.

Konrad-Zuse-Medaille für Informatiker Arndt Bode

Höchste Auszeichnung für Informatik geht an Münchener Professor

Der Münchner Professor Arndt Bode erhält die Konrad-Zuse-Medaille für Informatik. Das gab die Gesellschaft für Informatik heute in Bonn bekannt. Die Medaille ist die höchste Auszeichnung für Informatik im deutschsprachigen Raum, sie wird seit 1987 alle zwei Jahre an herausragende Wissenschaftler verliehen. Bode ist Vize-Präsident der Technischen Universität München, außerdem leitet er das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Der 66-Jährige soll die Medaille am 30. September in Cottbus bekommen.

AC/DC-Schlagzeuger Rudd gegen Kaution freigelassen

Hausarrest gilt weiter

Ein neuseeländisches Gericht hat AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd gegen eine Kaution am Montag nach Hause entlassen. Dort steht der 61-Jährige allerdings weiter unter Arrest. Rudd war verhaftet worden, nachdem er entgegen richterlicher Anordnung zu Hause Alkohol getrunken hatte. Anfang Juli war er wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes verurteilt und unter Hausarrest gestellt worden. Bis zum Gerichtstermin am 3. August dürfe die Polizei Rudd auf Alkohol und Drogen testen, wann immer sie es für nötig hält, berichtete die Zeitung "New Zealand Herald". Unklar ist, ob Rudd bei AC/DC noch eine Zukunft hat. Mit der Band war der Australier seit 40 Jahren trotz Auszeiten verbunden. Für die derzeit laufenden Welttournee "Rock or Bust" engagierte die Gruppe Schlagzeuger Chris Slade.

20 000 Menschen feiern «Melt!»-Festival

Kylie Minogue in Sachsen-Anhalt

Rund 20 000 Menschen haben am Wochenende in der Baggerstadt Ferropolis das Musik-Festival «Melt!» gefeiert. Auf dem Gelände von Gräfenhainichen bei Dessau-Roßlau traten zwischen Freitag und Sonntag mehr als 120 Bands, Solokünstler und DJs auf. Unter anderem Tocotronic, Element of Crime und Wanda. Höhepunkt war in der Nacht zum Sonntag ein Auftritt der australischen Sängerin Kylie Minogue. Ferropolis, die Stadt aus Eisen, entstand auf dem Gelände eines früheren Braunkohle-Tagebaus. Große Bagger bilden die Kulisse für das Festival. Auch im vergangenen Jahr waren rund 20 000 Musikfans zu dem Spektakel gekommen.

"Cave canem»-Mosaik in Pompeji wieder zugänglich

Restaurierung des Fußbodenmosaiks abgeschlossen

Eine der größten Sehenswürdigkeiten Italiens ist nach mehrmonatiger Restaurierung wieder zu sehen: Das Fußbodenmosaik eines schwarzen Hundes in Angriffsstellung mit der lateinischen Aufschrift "Achtung Hund" (Cave canem) wurde gestern nach Abschluss der Arbeiten in der archäologischen Ausgrabungsstätte der Öffentlichkeit präsentiert. Das rund 2.000 Jahre alte Mosaik befindet sich im Eingangsbereich von sogenannten Haus des tragischen Dichters. Regenwasser hatte dem Kunstwerk stark zugesetzt und eine Restaurierung nötig gemacht. Das Mosaik zählt zu den berühmtesten erhaltenen antiken Kunstwerken überhaupt und ist in zahllosen Lateinbüchern und Reiseführern abgebildet.
Das Ausgrabungsgelände in Pompeji geriet in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Verfallserscheinungen und Misswirtschaft in die Schlagzeilen.

Mehr als 200.000 Besucher bei Cranach-Ausstellungen

Ausstellungen in Gotha und Eisenach zu Ende gegangen

Das Cranach-Jahr in Thüringen zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586) stößt auf breites Interesse beim Publikum. Allein rund 170 000 Gäste sahen die beiden großen Ausstellungen in Gotha und Eisenach, die am Wochenende nach vier Monaten schlossen. Bereits im Juni war nach dreimaliger Verlängerung in Weimar die Ausstellung "Cranach in Weimar" mit 46 000 Interessenten zu Ende gegangen. Im Herzoglichen Museum Gotha zog die Schau "Bild und Botschaft. Cranach im Dienst von Hof und Reformation" mehr als 52 000 Gäste aus dem In- und Ausland an. Die 220 Exponate hatten im Vorfeld des 500. Reformationsjubiläums 2017 den Fokus auf die Kunst von Vater und Sohn Cranach als ein Mittel der Propaganda gelegt.

Kulturnachrichten hören

Juli 2015
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur