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Kulturnachrichten

Montag, 13. Juli 2015

Autor Gerhard Zwerenz gestorben

Friedensaktivist wurde 90 Jahre alt

Der Autor Gerhard Zwerenz ist tot. Er starb am Morgen im Alter von 90 Jahren nach längerer Krankheit, wie seine Frau der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zwerenz gehörte in den 1970er Jahren zu den bekanntesten Autoren der westdeutschen Linken. Zu seinem Werk zählten mehr als 100 Bücher - von Romanen über Krimis und Kinderbücher bis zu erotisch-pornografischen Texten. Von 1994 bis 1998 saß Zwerenz für die PDS im Bundestag. Seine Zeit als Abgeordneter verarbeitete er in dem Buch "Krieg im Glashaus oder der Bundestag als Windmühle". Erst am 3. Juni hatte Zwerenz seinen 90. Geburtstag gefeiert. Für seine schriftstellerische Tätigkeit wurde Zwerenz unter anderem mit dem Ernst-Reuter-Preis, dem Carl-von-Ossietzky-Preis und dem alternativen Büchner-Preis ausgezeichnet.

Baselitz will Dauerleihgaben aus Museen abziehen

Protest gegen geplantes Kulturgutschutzgesetz

Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz will vor dem Hintergrund des geplanten Kulturgutschutzgesetzes seine Leihgaben aus deutschen Museen abziehen. Ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bestätigte, Baselitz habe mitgeteilt, dass er dem Museum zehn Leihgaben abziehen werde. Auch die Münchner Pinakothek der Moderne und die Kunstsammlungen Chemnitz würden wichtige Werkgruppen aus dem Besitz des aus Sachsen stammenden Gegenwartskünstlers verlieren. Im geplanten Kulturgutschutzgesetz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sollen die Ausfuhrbeschränkungen für Kunstwerke neu geregelt werden. Von Kunsthandel und Sammlern gibt es vehementen Protest dagegen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben bereits angekündigt, alle zehn Dauerleihgaben in den nächsten Tagen an den Maler und Bildhauer zurückzuschicken. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) reagierte "schockiert". Sie sprach von einem großen künstlerischen Verlust und mahnte an, den konkreten Text des geplanten Kulturgutschutzgesetzes der Bundesregierung abzuwarten und erst dann zu beurteilen. Da bisher kein offizieller Gesetzentwurf vorliege, seien "überzogene Reaktionen nicht angebracht". Sie hoffe, dass dem Beispiel Baselitz "keine weiteren Künstler folgen", so Stange. Die Absicht, national herausragende Kulturgüter vor Abwanderung aus Deutschland zu schützen und den illegalen Handel aus Krisengebieten zu unterbinden, unterstütze sie.

Weitere Versteigerung aus dem Achenbach-Fundus

"Großformatige Arbeiten" werden Ende September versteigert

Das Kölner Auktionshaus Van Ham versteigert Ende September erneut Kunstwerke aus dem Fundus des verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach. Rund 100 Arbeiten würden angeboten, sagte eine Sprecherin. Unter anderem sollen wieder mehrere Affen-Skulpturen von Jörg Immendorff verkauft werden. Die Auktion ist für den 30. September angesetzt. Bereits Ende Juni hatte das Haus rund 2300 Kunstwerke aus dem Fundus des einst angesehenen Kunstberaters für eine Gesamtsumme von 6,5 Millionen Euro verkauft. Achenbach hatte ein Firmengeflecht aus Kunstberatung und Edelrestaurants aufgebaut, das in die Insolvenz gegangen ist. Im März war er wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Sandra Weihs erhält Jürgen-Ponto-Literaturpreis

Österreicherin mit Preis für junge Autoren geehrt

Die österreichische Autorin Sandra Weihs wird in diesem Jahr mit dem mit 15 000 Euro dotierten Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung geehrt. Die 1983 in Kärnten geborene Schriftstellerin erhalte die Auszeichnung für ihren Debütroman "Das grenzenlose Und", teilte die Stiftung in Frankfurt am Main mit. Der Roman sei eine packende, beklemmend realistische, harte Erzählung über junge Menschen heute, in sehr direkter Sprache. Das Buch schildert die Geschichte über die Begegnung einer depressiven Frau mit einem todkranken Mann. Der Preis für junge Autoren wird am 26. November im Frankfurter Literaturhaus überreicht.

Nintendo-Chef Iwata gestorben

Größter Wurf des Managers war Spielekonsole Wii

Der Chef des japanischen Spiele-Spezialisten Nintendo, Satoru Iwata, ist im Alter von 55 Jahren an Krebs gestorben. Iwata wurde 2002 der erste Präsident, der nicht zur Nintendo-Gründerfamilie Yamauchi gehörte. Sein größter Erfolgs war die 2006 gestartete Spielekonsole Wii. Sie lockte mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung viele Gelegenheitsspieler an und verkaufte sich deutlich besser als technisch überlegene Konsolen. Der Absatz des Nachfolgemodells Wii U blieb bisher jedoch weit hinter den Erwartungen zurück - das brachte Nintendo Verluste ein. Vor die größte Herausforderung stellte den Konzern jedoch die vom iPhone begonnene Ära moderner Touchscreen-Smartphones.

Köln bekommt Freitreppe mit Rheinblick

Neuer Aussichtspunkt soll rechtes Rheinufer aufwerten

Köln bekommt einen neuen Aussichtspunkt: Künftig können Besucher und Einheimische die berühmte Stadtsilhouette von einer riesigen Freitreppe am Deutzer Ufer aus betrachten. Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) eröffnet am Nachmittag einen Teil der 500 Meter langen Freitreppe. Sie ist Teil des Rheinboulevards, der bis Ende des Jahres fertiggestellt sein soll. Die Kosten für die Flaniermeile belaufen sich auf 24,8 Millionen Euro. 14 Millionen Euro erhält die Stadt aus Fördermitteln. Die Stadt will die rechte Rheinseite mit dem Prestigeprojekt aufwerten. Auf den weißen Betonstufen sollen bis zu 10 000 Menschen Platz finden und das Altstadtpanorama genießen können.

Ludwig-Börne-Preis für "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube

Preisträger steht für aufgeklärten Journalismus

Der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), Jürgen Kaube, hat den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Börne-Preis 2015 erhalten. Der Preisrichter und Laudator, der Historiker Dan Diner, würdigte Kaubes herausragendes schriftstellerisches Vermögen, "die wissenschaftliche Kultur von Geist und Sache in luzider Klarheit und begriffsnaher Zuspitzung in den öffentlichen Raum zu tragen". Kaube sei ironisch urteilend der Tradition der Aufklärung verpflichtet. Der für das Feuilleton der FAZ zuständige Herausgeber Kaube plädierte in seiner Dankesrede für einen reflektierten Journalismus. In der Vorstellung, durch die Ausrufung von Neuigkeiten den Gang der Dinge selber zu beeinflussen liege eine der großen Versuchungen des Journalismus, sagte der FAZ-Herausgeber. Der Preis wird von der Ludwig-Börne-Stiftung verliehen und zeichnet Essays und Reportagen aus. Vorherige Preisträger sind unter anderen Peter Sloterdijk, Joachim Gauck und Marcel Reich-Ranicki.

Parzinger warnt vor Flussbad an Berliner Museumsinsel

Bade-Partys könnten Welterbestatus gefährden

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat vor einem Flussbad an der Museumsinsel gewarnt. "Hier werden Hunderte nicht nur baden, sondern feiern wollen", schreibt er im "Tagesspiegel". Er fürchte Unmengen von Müll, Polizei oder Anwohnerklagen. Zudem sehe er den Welterbe-Status in Gefahr - wenn die von Schinkel errichtete östliche Ufermauer des Kupfergrabens eingerissen werde. "Die historisch bedeutsame Ansicht der Museumsinsel, wie sie Schinkel in seiner Entwurfsskizze des Alten Museums verewigt hat, wäre ruiniert", so Parzinger. Die Initiative "Flussbad Berlin" will den Spreearm an der Museumsinsel in Berlin-Mitte zu einem Flussbad machen. Ihre Vision: ein 750 Meter langes Schwimmbecken zwischen Schlossplatz und Bode-Museum. Es soll so groß werden wie zwölf Olympische Schwimmbecken.

Diebstahl von Lutherschriften noch immer nicht aufgeklärt

Historische Dokumente des Reformators wurden 2013 gestohlen

Auch zwei Jahre nach dem Diebstahl wertvoller Schriften aus dem Eisenacher Lutherhaus ist der Fall ungeklärt. Der MDR berichtete unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Meiningen, dass die Ermittlungen bereits Anfang März 2014 eingestellt wurden.Trotz intensiver Ermittlungen sei kein Täter gefunden worden, sagte Staatsanwalt Jochen Grundler. Der Geschäftsführer der Stiftung Lutherhaus Eisenach, Jochen Birkenmeier, hat dennoch Hoffnung: Die Schriften des Reformators Martin Luther (1483-1546) seien in Datenbanken gelistet. Wenn der Täter versuche, sie zu verkaufen, seien Museen und Kunsthändler über den rechtmäßigen Besitzer informiert. Drei Flugschriften mit handschriftlichen Notizen Luthers waren am 12. Juli 2013 während der normalen Öffnungszeiten aus Glasvitrinen im Lutherhaus gestohlen worden. Der materielle Wert beträgt 60.000 Euro.

Al-Aksa-Moschee erwartet 250.000 Moslems

Gläubige feiern Fastenbrechen

Auf dem Jerusalemer Tempelberg werden am Abend 250.000 Muslime zum Gebet erwartet. Nach Angaben der islamischen Heiligtumsverwaltung sollen zum abendlichen Fastenbrechen 150.000 Mahlzeiten verteilt werden. Anlass ist die "Nacht der Bestimmung", in der der Offenbarung des Koran gedacht wird. Der Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee im israelisch besetzten Ostteil Jerusalems ist die drittheiligste Stätte des Islam. Ohne Genehmigung der israelischen Behörden dürfen nur Kinder unter 12 Jahren, Frauen über 30 und Männer über 50 auf den Tempelberg. Für Muslime aus dem Gazastreifen seien 800 Einreisegenehmigungen erteilt worden, hieß es. Im Vorjahr war es bei den Feiern zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei gekommen. Dabei wurden mindestens 40 Palästinenser und 29 Polizisten verletzt.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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