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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. Juli 2015

Baselitz zieht Dauerleihgaben aus deutschen Museen ab

Radikale Entscheidung des Malers als Kritik an neuem Gesetz

Vor dem Hintergrund des geplanten Kulturgutschutzgesetzes der Bundesregierung hat Georg Baselitz sämtliche Dauerleihgaben aus deutschen Museen zurückgezogen. Das bestätigte der Maler der Zeitung "Die Welt". Damit verlieren die Pinakothek der Moderne in München, das Albertinum Dresden und die Kunstsammlungen Chemnitz wichtige Werkgruppen aus dem Privatbesitz des Malers. Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden äußerte sich bestürzt, denn dies sei ein schwerer Verlust für die Präsenz der Gegenwartskunst in Dresden. Mit dem geplanten Gesetz will die Bundesregierung den grenzüberschreitenden Handel mit Kunst- und Kulturgütern strenger regeln. Hintergrund ist unter anderem der Handel mit geraubten Kunstschätzen aus dem Nahen Osten. Allerdings stößt die geplante Regelung auf heftige Kritik. Das Gesetz 2016 in Kraft treten.

Ludwig-Börne-Preis für "FAZ"-Herausgeber Jürgen Kaube

Preisträger steht für aufgeklärenden Journalismus

Der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), Jürgen Kaube, hat den mit 20.000 Euro dotierten Ludwig-Börne-Preis 2015 erhalten. Der Preisrichter und Laudator, der Historiker Dan Diner, würdigte Kaubes herausragendes schriftstellerisches Vermögen, "die wissenschaftliche Kultur von Geist und Sache in luzider Klarheit und begriffsnaher Zuspitzung in den öffentlichen Raum zu tragen". Kaube sei ironisch urteilend der Tradition der Aufklärung verpflichtet. Der für das Feuilleton der FAZ zuständige Herausgeber Kaube plädierte in seiner Dankesrede für einen reflektierten Journalismus. In der Vorstellung, durch die Ausrufung von Neuigkeiten den Gang der Dinge selber zu beeinflussen liege eine der großen Versuchungen des Journalismus. Der Preis wird von der Ludwig-Börne-Stiftung verliehen und zeichnet Essays und Reportagen aus. Vorherige Preisträger sind unter anderen Peter Sloterdijk, Joachim Gauck und Marcel Reich-Ranicki.

Bombenanschlag beschädigt berühmte Zitadelle in Aleppo

Älteste Festung der Welt ist Unesco-Weltkulturerbe

In der Altstadt von Syriens einstiger Wirtschaftsmetropole Aleppo ist bei einem Bombenanschlag eine Wand der weltberühmten Zitadelle beschädigt worden. Der Sprengsatz explodierte in einem nahe gelegenen Tunnel, wie staatliche Medien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten. Die imposante Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert überragt Aleppos Altstadt und gehört seit 1986 zum Weltkulturerbe der Unesco. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana macht "Terroristen" für die Explosion verantwortlich. Die Bezeichnung benutzt Damaskus für bewaffnete Gruppen, die für den Sturz der Regierung von Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Die Zitadelle steht auf einem Hügel inmitten der Altstadt Aleppos in Nordsyrien und gilt als eine der ältesten und größten Festungen der Welt. Frühste Siedlungsspuren führen bis in die Mitte des dritten Jahrtausends vor Christus zurück.

Diebstahl von Lutherschriften noch immer nicht aufgeklärt

Historische Dokumente des Reformators wurden 2013 gestohlen

Auch zwei Jahre nach dem Diebstahl wertvoller Schriften aus dem Eisenacher Lutherhaus ist der Fall ungeklärt. Der MDR berichtete heute unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Meiningen, dass die Ermittlungen bereits Anfang März 2014 eingestellt wurden.Trotz intensiver Ermittlungen sei kein Täter gefunden worden, sagte Staatsanwalt Jochen Grundler. Der Geschäftsführer der Stiftung Lutherhaus Eisenach, Jochen Birkenmeier, hat dennoch Hoffnung: Die Schriften des Reformators Martin Luther (1483-1546) seien in Datenbanken gelistet. Wenn der Täter versuche, sie zu verkaufen, seien Museen und Kunsthändler über den rechtmäßigen Besitzer informiert. Drei Flugschriften mit handschriftlichen Notizen Luthers waren am 12. Juli 2013 während der normalen Öffnungszeiten aus Glasvitrinen im Lutherhaus gestohlen worden. Der materielle Wert beträgt 60.000 Euro.

Familie und Freunde nehmen Abschied von Omar Sharif

Trauerfeier für Hollywood-Star in Kairo

Die Familie, enge Freunde und hunderte Gäste haben Abschied vom verstorbenen ägyptischen Film-Star Omar Sharif genommen. Die Trauerfeier fand in der Großen Moschee von Muschir Tantawi im Osten von Kairo statt, anschließend wurde der Verstorbene auf dem Nafisa-Friedhof der ägyptischen Hauptstadt beigesetzt. Der als "Doktor Schiwago"-Darsteller weltberühmt gewordene Sharif war am Freitag im Alter von 83 Jahren einem Herzinfarkt erlegen. Seine letzten Monate verbrachte er in einer Klinik für Alzheimer-Kranke. Sharif habe "Ägypten auf die bestmögliche Weise repräsentiert", sagte der ägyptische Schauspieler Hussein Fahmy bei der Trauerfeier. Nach seinem Durchbruch im Blockbuster "Lawrence von Arabien" (1962) wirkte Omar Sharif in zahlreiche weiteren Film-Klassikern mit. Für die Hauptrolle in "Monsieur Ibrahim" wurde er mit dem französischen "Cesar"-Filmpreis geehrt.

Anwälte von "Zeit"-Mitarbeiterin in Peking festgenommen

Vorwurf der Planung eines Aufruhrs

Nachdem der Freilassung der chinesische Journalistin und "Zeit"-Mitarbeiterin Zhang Miao am Freitag aus monatelanger Haft, ist jetzt die für sie tätige Anwaltskanzlei Beijing Fengrui ins Visier der Staatsmacht geraten. Mindestens fünf Anwälte wurden unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer "kriminellen Organisation" festgenommen, berichtet die "Volkszeitung", das Presse-Organ der herrschenden Kommunistischen Partei . Sie hätten in "mehr als 40 sensiblen Fällen" einen "Aufruhr organisiert und geplant". Die Kanzlei Fengrui, die sich regelmäßig Menschenrechtsfällen annimmt, hatte Zhang Miao verteidigt, die wegen ihrer Berichterstattung über pro-demokratische Demonstrationen in Hongkong festgenommen worden war. Mehr als 50 Menschenrechtsanwälte und Aktivisten werden nach Angaben von Amnesty International in China seit Freitag vermisst. Sie seien bei einer landesweiten Razzia "inhaftiert worden".

Filmfestival Karlsbad zeichnet Holzfäller-Drama aus

Kristallglobus für US-amerikanischen Film "Bob and the Trees"

Der Kristallglobus beim 50. internationalen Filmfestivals im tschechischen Karlovy Vary (Karlsbad) geht an den US-amerikanischen Film "Bob and the Trees". Nachwuchsregisseur Diego Ongaro nahm den mit 25 000 US-Dollar (22 400 Euro) dotierten Hauptpreis am Samstag entgegen. Der Film handelt vom harten Leben eines Holzfällers im Westen Massachusetts und basiert auf einer wahren Geschichte. Das Festival zeigte vom 3.bis 11. Juli mehr als 200 Kinofilme und feierte sein 50-jähriges Bestehen. Tausende Besucher verwandelten den Kurort in ein Mekka des Films und eine Party-Hochburg. Zur Eröffnung hatte "Pretty Woman"-Star Richard Gere unter dem Jubel seiner Fans den Kristallglobus für sein Lebenswerk erhalten.

Deutsches Museum in Bonn ringt um Existenz

Deutsches Museum in Bonn ringt um Existenz|

Das Deutsche Museum in Bonn, der kleine Ableger des weltweit renommierten, gleichnamigen Hauses in München könnte, geschlossen werden. Die Stadt Bonn kann das Museum nicht halten, weil sie – nach eigenen Angaben – kein Geld mehr dafür hat. Spätestens 2018 soll nach dem Willen der Stadt Schluss sein, nach mehr als 20 Jahren. 1995 wurde die Einrichtung am Rhein aufgebaut, um den Strukturwandel nach dem Umzug der Bundesregierung positiv zu gestalten. Insgesamt geht es um 830 000 Euro im Jahr für den laufenden Betrieb und die Miete. Rund 65 000 Besucher kommen im Durchschnitt pro Jahr. Wegen dieser guten Auslastung, will die Stadt das Haus auch noch nicht endgültig aufgeben und mit verschiedenen Partnern nach Möglichkeiten zur Fortführung des Museums oder einer veränderten Konzeption suchen. Auch die Industriebetriebe und die IHK wollen das Haus mit alternativen Finanzierungskosten retten.

Serbiens Regierungschef von Gedenkfeier vertrieben

Vucic von Steinewerfern am Kopf getroffen

Aufgebrachte Demonstranten haben den serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic von der Feier zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 vertrieben. Vucic legte gerade ein Blumengebinde am Mahnmal nieder, als Demonstranten damit begannen, ihn auszubuhen und Steine nach ihm zu werfen. Der Regierungschef wurde von einem Stein am Kopf getroffen. Vucic war mit einer Geste der Versöhnung nach Srebrenica gereist. An der Gedenkzeremonie in der bosnischen Kleinstadt für die dort vor 20 Jahren von bosnisch-serbischen Soldaten ermordeten tausenden muslimischen Jungen und Männer nahmen zehntausende Menschen teil, darunter zahlreiche Politiker aus dem Ausland wie der damalige US-Präsident Bill Clinton.

Parzinger warnt vor Flussbad an Berliner Museumsinsel

Bade-Partys könnten Welterbestatus gefährden

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat vor einem Flussbad an der Museumsinsel gewarnt. "Hier werden Hunderte nicht nur baden, sondern feiern wollen", schreibt er im "Tagesspiegel". Er fürchte Unmengen von Müll, Polizei oder Anwohnerklagen. Zudem sehe er den Welterbe-Status in Gefahr - wenn die von Schinkel errichtete östliche Ufermauer des Kupfergrabens eingerissen werde. "Die historisch bedeutsame Ansicht der Museumsinsel, wie sie Schinkel in seiner Entwurfsskizze des Alten Museums verewigt hat, wäre ruiniert", so Parzinger. Die Initiative "Flussbad Berlin" will den Spreearm an der Museumsinsel in Berlin-Mitte zu einem Flussbad machen. Ihre Vision: ein 750 Meter langes Schwimmbecken zwischen Schlossplatz und Bode-Museum. Es soll so groß werden wie zwölf Olympische Schwimmbecken.

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