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Kulturnachrichten

Samstag, 11. Juli 2015

Parzinger warnt vor Flussbad an Museumsinsel

"Nicht nur baden, sondern Feiern" seien zu befürchten

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat vor einem Flussbad an der Museumsinsel gewarnt. "Hier werden Hunderte nicht nur baden, sondern feiern wollen", schreibt er im "Tagesspiegel". Er fürchte Unmengen von Müll, Polizei oder Anwohnerklagen. Zudem sehe er den Welterbe-Status in Gefahr - wenn die von Schinkel errichtete östliche Ufermauer des Kupfergrabens eingerissen werde. "Die historisch bedeutsame Ansicht der Museumsinsel, wie sie Schinkel in seiner Entwurfsskizze des Alten Museums verewigt hat, wäre ruiniert", so Parzinger. Die Initiative "Flussbad Berlin" will den Spreearm an der Museumsinsel in Berlin-Mitte zu einem Flussbad machen. Ihre Vision: ein 750 Meter langes Schwimmbecken zwischen Schlossplatz und Bode-Museum. Es soll so groß werden wie zwölf Olympische Schwimmbecken.

Anwälte von "Zeit"-Mitarbeiterin in Peking festgenommen

Kanzlei im Visier der chinesischen Staatsmacht

Nach der Freilassung der chinesischen Journalistin und "Zeit"-Mitarbeiterin Zhang Miao aus monatelanger Haft ist die für sie tätige Anwaltskanzlei ins Visier der Staatsmacht geraten. Die Polizei hat mindestens fünf Anwälte und Mitarbeiter der Kanzlei Fengrui festgenommen, sagte ein Rechtsanwalt. Die Kanzlei, die sich regelmäßig Menschenrechtsfällen annimmt, hatte Zhang Miao verteidigt, die wegen ihrer Berichterstattung über pro-demokratische Demonstrationen in Hongkong festgenommen worden war. Mehr als 50 Menschenrechtsanwälte und Aktivisten werden nach Angaben von Amnesty International seit gestern in China vermisst. Sie seien bei einer landesweiten Razzia "inhaftiert worden". Die Verhaftungen stehen möglicherweise in Zusammenhang mit einem Anfang des Monats verabschiedeten Sicherheitsgesetz, das unter anderem zur Abwehr "negativer kultureller Einflüsse" auffordere. Miao war gestern auf Druck deutscher Behörden freigelassen worden.

Serbiens Regierungschef von Gedenkfeier vertrieben

Vucic von Steinewerfern am Kopf getroffen

Aufgebrachte Demonstranten haben den serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vucic von der Feier zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 vertrieben. Vucic legte gerade ein Blumengebinde am Mahnmal nieder, als Demonstranten damit begannen, ihn auszubuhen und Steine nach ihm zu werfen. Der Regierungschef wurde von einem Stein am Kopf getroffen. Vucic war mit einer Geste der Versöhnung nach Srebrenica gereist. An der Gedenkzeremonie in der bosnischen Kleinstadt für die dort vor 20 Jahren von bosnisch-serbischen Soldaten ermordeten tausenden muslimischen Jungen und Männer nahmen zehntausende Menschen teil, darunter zahlreiche Politiker aus dem Ausland wie der damalige US-Präsident Bill Clinton.

Tausende Menschen lauschen Chören aus aller Welt

Besucheransturm bei Chor-Treffen

Das Treffen von Chören aus aller Welt in Magdeburg hat einen Besucheransturm erlebt. Rund 10 000 Menschen seien zu den Veranstaltungen gekommen, teilte der Verein Interkultur mit. Eine Woche lang traten Chorsänger aus 35 Nationen wie Brasilien, China, Kanada, Israel, Neuseeland und Südafrika gegeneinander an. Insgesamt waren 100 Chöre zu hören. Das Treffen geht am Abend mit zwei Auftritten zu Ende. Ursprünglich war zum Abschluss ein Konzert geplant. Weil das Interesse so groß sei, habe der Verein ein weiteres ins Programm aufgenommen. Beim zweiten "European Choir Games & Grand Prix of Nations" schnitten Chöre aus Norwegen am besten ab. Die Liste mit den Medaillen-Gewinnern führt Deutschland mit sieben an. Aus Russland kommen fünf und aus Dänemark vier. Das Treffen fand zum ersten Mal in Magdeburg statt.

Documenta stellt Weichen für die Zukunft

Meilenstein zur Erforschung der Kunstausstellung

Zum 60. Geburtstag der Documenta am 15. Juli übergibt die Stadt Kassel das Documenta-Archiv offiziell an die Documenta GmbH. Die Stadt setzt damit einen Meilenstein zur künftigen Erforschung der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Ein wissenschaftliches, interdisziplinäres Institut soll 2020 kommen, sagte Kassels Kulturamtsleiterin Rhiemeier. Damit verbunden ist eine bessere finanzielle Ausstattung des Archivs. Zu dem jährlichen kommunalen Beitrag von rund 500 000 Euro gibt das Land Hessen die gleiche Summe hinzu. An der Universität Kassel wird zudem das Forschungsprojekt zur Documenta 2016 ausgebaut. Beides soll bis 2020 in ein außeruniversitäres Documenta-Institut einfließen, an dem außer dem Land Hessen auch der Bund beteiligt werden soll. Der Verwaltungsakt bildet den Auftakt für eine Festwoche vom 15. bis 19. Juli.

Hollywood trauert um Omar Sharif

Reaktionen auf den Tod des Schauspielers

Kollegen von Omar Sharif trauern um den Star. "Sehr traurig über den Tod von Omar Sharif", schrieb der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich auf Twitter. Er sei dankbar, dass er mit "so einer Legende" zusammenarbeiten durfte. Emmerich hatte mit Sharif den Abenteuerfilm "10.000 B.C." gedreht. "Ich werde ihn immer vermissen. Er war einer der Besten", schrieb Antonio Banderas ebenfalls bei Twitter. "Er war ein großer Erzähler, ein treuer Freund und ein weiser Mann." Banderas und Sharif standen gemeinsam für den Film "Der 13te Krieger" vor der Kamera. Schauspieler Josh Gad twitterte, er sei mit Filmen wie "Lawrence von Arabien" und "Doktor Schiwago" aufgewachsen. Sharif habe zahlreiche Klassiker hinterlassen. Omar Sharif starb gestern mit 83 Jahren in Kairo.

Kunsthalle Bielefeld präsentiert Luhmanns Zettelkasten

Legendärer Kasten wird öffentlich

Der legendäre Zettelkasten des Soziologen Niklas Luhmann wird seit heute in der Kunsthalle Bielefeld öffentlich gezeigt. Im Rahmen der Ausstellung "Serendipity - Vom Glück des Findens" werde das wertvolle Stück bis zum 11. Oktober unter einer Glashaube präsentiert, erklärte die Kunsthalle. In dem Kasten befinden sich 90.000 Notizzettel, die zurzeit an der Universität Bielefeld untersucht werden und nur selten öffentlich zu sehen seien, erklärte das Museum. Der Zettelkasten bildet das Herzstück von Luhmanns Systemtheorie. Seine Aufzeichnungen dokumentierten die Theorieentwicklung Luhmanns als eine Art intellektuelle Autobiografie. Der Soziologe Niklas Luhmann (1927-1998) gilt als einer der bedeutendsten Gesellschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Er lehrte bis 1993 an der Universität Bielefeld.

Deutsches Museum in Bonn ringt um Existenz

Deutsches Museum in Bonn ringt um Existenz|

Das Deutsche Museum in Bonn, der kleine Ableger des weltweit renommierten, gleichnamigen Hauses in München, könnte geschlossen werden. Die Stadt Bonn kann das Museum nicht halten, weil sie – nach eigenen Angaben – kein Geld mehr dafür hat. Spätestens 2018 soll nach dem Willen der Stadt Schluss sein, nach mehr als 20 Jahren. 1995 wurde die Einrichtung am Rhein aufgebaut, um den Strukturwandel nach dem Umzug der Bundesregierung positiv zu gestalten. Insgesamt geht es um 830 000 Euro im Jahr für den laufenden Betrieb und die Miete. Rund 65 000 Besucher kommen im Durchschnitt pro Jahr. Wegen dieser guten Auslastung, will die Stadt das Haus auch noch nicht endgültig aufgeben und mit verschiedenen Partnern nach Möglichkeiten zur Fortführung des Museums oder einer veränderten Konzeption suchen. Auch die Industriebetriebe und die IHK wollen das Haus mit alternativen Finanzierungskosten retten.

Claus Kleber erhält Preis der Europäischen Brunnengesellschaft

Ehrung für eine ZDF-Doku

ZDF-Moderator Claus Kleber und die Autorin Angela Andersen-Strothe haben den Ehrenpreis der Europäischen Brunnengesellschaft erhalten. Die beiden setzten sich in einer im November im ZDF ausgestrahlten zweiteiligen Dokumentation mit den Themen "Hunger und Durst" auseinander. Kleber berichtete dabei von verschiedenen Brennpunkten der Nahrungsmittel- und Wasserknappheit auf der Welt. Die 2004 in Karlsruhe gegründete Europäische Brunnengesellschaft will das Thema Brunnen in der Öffentlichkeit fördern. Sie beteiligt sich an humanitären Hilfseinsätzen.

Galerie zeigt Bilder aus Willi Sittes Nachlass

Ausstellung in Leipzig

Rund zwei Jahre nach dem Tod des Malers Willi Sitte zeigt die Galerie Schwind in Leipzig in einer Ausstellung 19 Bilder der Jahre 1951 bis 2001 aus seinem künstlerischen Nachlass. 14 Gemälde zeigen Liebespaare und Akte, hinzu kommen fünf Zeichnungen eines Bildes zur Völkerschlacht. Sitte war am 8. Juni 2013 im Alter von 92 Jahren gestorben. Der langjährige Präsident des Verbandes der Bildenden Künstler der DDR ist umstritten. Die Ausstellung "Willi Sitte - Gemälde und Zeichnungen" ist bis 5. September in der Messestadt zu sehen.

Komische Oper steigert Auslastung

88 Prozent ausgebucht

Die Komische Oper in Berlin ist in der nun endenden Spielzeit 2014/15 zu 88 Prozent ausgelastet gewesen. Das entspricht einer Steigerung um drei Prozentpunkte im Vergleich zur Vorsaison, wie das Opernhaus mitteilte. Rund 214 500 Menschen besuchten demnach die 235 Vorstellungen der dritten Spielzeit von Intendant Barrie Kosky. Bei Produktionen wie "West Side Story", "Die Zauberflöte" oder "Ball im Savoy" seien nahezu alle Vorstellungen ausverkauft gewesen. Die Saison endet an diesem Wochenende, die nächste beginnt im September. Für Koskys erste Spielzeit (2012/13) hatten Kritiker der Komischen Oper den Titel "Opernhaus des Jahres" verliehen.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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