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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. Juli 2015

Neues SWR-Symphonieorchester behält Schwerpunkt in Neuer Musik

Künstlerische Tradition soll beibehalten werden

Das neue - fusionierte - Symphonieorchester des Südwestrundfunks (SWR) will sich vor allem im Bereich der Neuen Musik profilieren. Man fühle sich der künstlerischen Tradition der beiden Vorgängerorchester verpflichtet, hieß es bei der Vorstellung des Programms für die erste Spielzeit ab Herbst 2016. Das neue Orchester werde in seiner ersten Spielzeit gut 80 Konzerte und drei internationale Tourneen absolvieren. Wie der künstlerische Gesamtleiter der SWR-Klangkörper und -Festivals, Johannes Bultmann, berichtete, ist über die Besetzung der Chefposition noch nicht entschieden. Nach früheren Angaben wird das Orchester knapp 120 Planstellen haben. Die umstrittene Fusion der Orchester Freiburg/Baden-Baden und Stuttgart soll fünf Millionen Euro pro Jahr einsparen. Das neue Orchester hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt.

Rocker erringen Teilerfolg

Das Tragen von Kutten ist nicht strafbar

Im Kampf um ihre symbolträchtigen Club-Lederwesten haben Rocker vor dem Bundesgerichtshof einen Teilerfolg errungen: Das Tragen der Kutten ist nicht strafbar, selbst wenn einzelne Rocker-Gruppen verboten sind. Voraussetzung ist, dass auf den Kutten die Ortsbezeichnung einer nicht verbotenen Gruppe (Chapter) angebracht ist, entschied der BGH in Karlsruhe. Allerdings kann das Tragen untersagt werden, wenn die Ziele eines Ortsvereins mit denen eines verbotenen Chapters übereinstimmen. Der BGH verwarf damit eine von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision gegen ein Urteil des Bochumer Landgerichts vom vergangenen Oktober, das zwei Bandidos aus Nordrhein-Westfalen freigesprochen hatte.

Sachsen-Anhalt schreibt erstmals Musikpreis aus

Musiker können noch bis 31. Juli vorgeschlagen werden

Sachsen-Anhalt hat erstmals einen Musikpreis ausgeschrieben. Einzelne Musiker und Ensembles könnten noch bis zum 31. Juli vorgeschlagen werden, teilte das Kultusministerium mit. Es gehe um Künstler mit einem anerkannten Lebenswerk oder solche, die eine Weiterentwicklung zu hohen künstlerischen Leistungen erwarten ließen. Sie sollten in besonderer Weise mit Sachsen-Anhalt verbunden sein. Vorschläge könnten von Musikvereinen und -institutionen eingereicht werden ebenso wie von Bürgern. Der Preis sei mit 10 000 Euro dotiert. Über die Preisträger entscheiden der Kultusminister sowie eine Jury. Der Preis soll erstmals im Herbst und dann ab 2016 im zweijährlichen Rhythmus verliehen werden.

Holbein-Madonna ist in Berlin zu sehen

Ausstellung ab September

Die "Holbein-Madonna", das wohl teuerste Kunstwerk in Deutschland, zieht für vier Monate von Schwäbisch Hall nach Berlin. Unter dem Titel "Von Hockney bis Holbein- Die Sammlung Würth in Berlin" sind vom 11. September bis 10. Januar 400 Kunstwerke aus der Sammlung Würth im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen, teilte das Museum mit. Die Schutzmantel-Madonna, auch Darmstädter Madonna genannt, von Hans Holbein dem Jüngeren ist das Glanzstück der Schau. Der Unternehmer Würth hatte sie für einen ungenannten Preis, der jedoch ein Gebot von 40 Millionen Euro übertroffen hatte, von der Hessischen Hausstiftung gekauft. Die Sammlung Würth umfasst rund 17.000 Kunstwerke. In Berlin werden daraus unter anderem Werke von David Hockney, Chillida, Henry Moore, Max Ernst, Munch, Picasso und Andy Warhol ausgestellt.

Gestohlener Rodin taucht nach 24 Jahren wieder auf

Die Skulptur war in Beverly Hills gestohlen worden

Eine vor 24 Jahren gestohlene Skulptur von Auguste Rodin ist im New Yorker Aktionshaus Christie’s wieder aufgetaucht. Die Büste eines jungen Mädchens mit einer Schlange im Arm ist rund 1.000 000 US-Dollar (905 000 Euro) wert und war 1991 aus einem Haus im kalifornischen Beverly Hills gestohlen worden. Die Besitzer seien informiert und die Skulptur werde noch in diesem Jahr verkauft, teilte die Art Recovery Group mit. Die Diebe waren damals wohl mit Hilfe eines Hausangestellten eingestiegen, während die Besitzer für mehrere Wochen unterwegs waren. Als sie zurückkamen, war mit der Kunst auch der Angestellte verschwunden. Er wurde später festgenommen, aber das Diebesgut blieb verschwunden. Warum die Skulptur wieder auftauchte ist noch unklar.

Verstecktes Gold aus der NS-Zeit bei Lüneburg entdeckt

NS-Goldschatz

Ein Hobby-Schatzsucher hat an einem Feldrand bei Lüneburg offensichtlich in der Nazi-Zeit versteckte Goldmünzen entdeckt. Der Mann habe den Fund sofort der archäologischen Denkmalpflege gemeldet, heißt es von der Landesarchäologie in Hannover. Bei einer wissenschaftlichen Ausgrabung kamen dann 217 historische Münzen zu Tage, die von Teerpappe geschützt in zwei Beuteln versteckt waren. Sie waren mit Plomben der Berliner Reichsbank mit Reichsadler und Hakenkreuz versiegelt - das lasse vermuten, dass sie während des Zweiten Weltkriegs vergraben wurden, hieß es vom Landesdenkmalamt. Am Dienstag soll der spektakuläre Fund im Museum Lüneburg vorgestellt werden.

Richtfest an der Staatsoper Unter den Linden

Renovierung geht in die Zielgerade

An der Staatsoper Unter den Linden ist am Vormittag Richtfest gefeiert worden. Damit geht die Renovierung nach jahrelangen Verzögerungen in die Zielgerade. An der Baustelle des historischen Opernhauses sagte Bausenator Geisel "Wir machen die Staatsoper fit für die nächsten hundert Jahre". Der Umbau sei sehr kompliziert und nicht immer leicht gewesen. Doch wichtige Etappen seien erreicht. Dazu gehörten die Renovierung der Bühnenmaschinerie, die Restaurierung und Erhöhung der historischen Decke sowie der unterirdische Verbindungsbau zwischen den Proberäumen und dem Opernhaus. Wegen Pleiten bei beteiligten Firmen, Planungspannen und Schwierigkeiten mit dem morastigen Grund und der maroden Bausubstanz liegen die Arbeiten an der Staatsoper vier Jahre hinter dem Plan zurück. Die Kosten sind dabei von 239 auf inzwischen rund 400 Millionen Euro gestiegen. Das Opernhaus soll am 3. Oktober 2017 für das Publikum öffnen.

Deutscher Wetterdienst bringt historische Daten zurück nach China

In chinesischer Kulturrevolution gingen die Unterlagen verloren

Vor 100 Jahren zeichneten Meteorologen im Osten Chinas Wetterdaten auf und verschifften sie zur Deutschen Seewarte Hamburg. Jetzt bringt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Klimatagebücher in digitalisierter Form nach China zurück. Dazu ist der Präsident des DWD, Gerd Adrian, nach Peking gereist und überbringt Daten aus den Jahren 1891-1916 und 1934-39 mit. Unter anderem von der ehemaligen deutschen Kolonie Kiautschou. Die Wetterdaten dienten damals nicht der Vorhersage. Vielmehr sollten sie das Reichskolonialamt darüber informieren, welche klimatischen Verhältnisse in der fernen Kolonie herrschten und welche Pflanzen man dort anbauen könnte. In China fehlten Wetterdaten aus dieser Zeit. Mit den Daten kann die Klimaentwicklung jetzt untersucht werden.

Georg Löwisch wird neuer Chefredakteur der "tageszeitung"

41-Jähriger folgt auf Ines Pohl und Andreas Rüttenauer

Der Journalist Georg Löwisch wird neuer Chefredakteur der Berliner "tageszeitung" (taz). Der 41-Jährige sei vom Vorstand berufen worden und werde sei Amt Mitte September antreten, teilte die Zeitung mit. Die bisherige taz-Chefredakteure Ines Pohl und Andreas Rüttenauer wollen sich neuen Aufgaben widmen. Pohl arbeitet künftig als USA-Korrespondentin für die Deutsche Welle. Rüttenauer bleibt als Autor und Leiter einer geplanten Zukunftswerkstatt bei der taz. Löwisch ist derzeit Textchef des Magazins "Cicero", arbeitete davor aber bereits lange Zeit in wechselnden Positionen für die "tageszeitung". Unter anderem volontierte er dort und war danach Reporter sowie Ressortleiter für die Wochenendausgabe "sonntaz".

Intendant Wedel will Hersfelder Festspiele weiter verändern

Reformen geplant

Der neue Intendant Dieter Wedel plant weitere Reformen bei den Bad Hersfelder Festspielen. Bereits während seiner noch bis 6. August laufenden Debütsaison arbeitet der Star-Regisseur („Der Schattenmann, Die Affäre Semmeling) am Programm für 2016. Der 72-Jährige will das Profil des über die Grenzen Hessens hinaus bekannten Freilicht-Theaterfestivals schärfen und das Programm straffen. „Sieben Stücke waren zu viel. Eine Reduzierung könnte ich mir gut vorstellen, sagte der Intendant. „Ich frage mich, ob das Leipziger Allerlei, das wir anbieten, das Richtige ist. Nächstes Jahr möchte er die Festspiele auch nicht Anfang Juni, sondern lieber erst Wochen später eröffnen - des vermutlichen besseren Sommerwetters wegen. Wedels Zwischenfazit dieser Saison fällt nach rund fünf Wochen und sieben Premieren überaus positiv aus. Auch die Auslastung und Ticket-Verkäufe seien sehr gut.

Weltweite Musik-Neuerscheinungen am selben Tag

"New Music Fridays"

Die Musikbranche will weltweit neue Musik an Freitagen verfügbar machen. In Deutschland erscheinen Musikalben und Singles bereits seit zehn Jahren an Freitagen - ab jetzt soll das auch weltweit der Fall werden. Auf die sogenannten "New Music Fridays" hat sich der internationale Musikverband International Federation of the Phonographic Industry verständigt. "Die bisherigen Veröffentlichungstage hatten sich in den verschiedenen Märkten der Welt unter den dortigen branchenhistorischen Gegebenheiten etabliert", heißt es vom Bundesverband Musikindustrie. Bisher konnte etwa ein Musikfan in Frankreich das neue Album seiner Lieblingsband schon am Montag kaufen, während der deutsche Anhänger bis Freitag warten musste. Die Musikbranche verspricht sich durch einen weltweit einheitlichen Release-Tag auch einen Anstieg der Verkaufszahlen. 35 Länder mussten dafür ihr System umstellen.

Lammert bezeichnet Kriegsgräuel an Herero erstmals als Völkermord

Eingeständnis von Kriegsverbrechen

Bundestagspräsident Lammert hat die Grausamkeiten der deutschen Kolonialzeit an Zehntausenden Herero und Nama in Namibia zwischen 1904 und 1908 erstmals als Völkermord bezeichnet. Er kam damit den Forderungen von Politikern und dem Bündnis „Völkermord verjährt nicht" nach. Am Montag hatte das Bündnis einen Appell mit Unterschriften an das Bundespräsidialamt übergeben. "Wer vom Genozid an den Armeniern 1915 im Osmanischen Reich spreche, der müsse auch die Verbrechen des deutschen Militärs im Jahrzehnt davor beim Namen nennen" schreibt Lammert in der "Zeit". Im Juli 1915 endete nach 31 Jahren die Herrschaft der Deutschen über Namibia. Die Grausamkeiten in Namibia gehören zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Kolonialzeit. Bislang gab es von deutscher Seite aus keine offizielle Entschuldigung.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz will unrechtmäßig erworbene Gebeine zurückgeben

Knochen stammen aus ehemaligen Kolonialgebieten

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich für die Rückgabe unrechtmäßig erworbener Gebeine aus früheren deutschen Kolonien ausgesprochen. Allerdings müsse klar sein, wer der rechtmäßige Empfänger ist, sagte der Präsident der Stiftung, Hermann Parzinger, in Berlin. Vor 100 Jahren, am 9. Juli 1915, endete die deutsche Kolonialherrschaft im damaligen Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Völkerkundliche Sammlungen seien nicht automatisch Raubgut, betonte Parzinger. Eine systematische Provenienzforschung könne dies klären. Mit Blick auf eine umfangreiche Schädelsammlung, die die Stiftung vor einiger Zeit von der Berliner Charité übernommen hat untersuche eine Arbeitsgruppe nun die Herkunftsgeschichte. Dabei müssten Gebeine aus prähistorischen Gräberfeldern in Deutschland von solchen getrennt werden, die aus Kolonialgebieten stammen und im 19. und frühen 20. Jahrhundert möglicherweise unrechtmäßig nach Berlin verbracht wurden.

Grassi Museum mit neuer Führung

Stellvertretender Diretor übernimmt Leitung des Leipziger Museum

Neuer Direktor des Leipziger Grassi Museums für angewandte Kunst wird der Kunstwissenschaftler Olaf Thormann. Er trete die Stelle am 1. September an, teilte der Leipziger Stadtsprecher Matthias Hasberg mit. Thormann übernimmt das Amt von
der langjährigen Direktorin des Museums, Eva-Maria Hoyer, die in den Ruhestand gegangen ist. Seit 1993 war er ihr Stellvertreter. Die Sammlung des Leipziger Grassi Museums von Kunsthandwerk und Design umfasst rund 96 000 Exponate von der Antike bis zur Gegenwart. Der Grassi-Komplex beherbergt auch noch ein Völkerkunde- und ein Musikinstrumentenmuseum.

Erste Frauenquote in der ARD-Filmproduktion

Direktorin Strobl spricht sich für 20 Prozent Ziel aus

Die ARD-Tochter Degeto führt eine Frauenquote für Regisseurinnen ein. Ab dem 1. August solle bei jedem fünften Film des Produktionsunternehmens eine Frau Regie führen, kündigte Degeto-Chefin Christine Strobl an. Die Selbstverpflichtung der Produktionsfirma laufe zunächst drei Jahre. Damit wolle sie das Bewusstsein unter Produzenten und in Redaktionen verändern. Die Geschlechterverteilung beim Film sei "geradezu absurd", denn rund 50 Prozent der Absolventen eines Regiejahrgangs seien Frauen. Bei Fernsehfilmen betrage der Anteil der Regisseurinnen aktuell allerdings nur knapp 15 Prozent, bei den Krimi-Reihen "Tatort" und "Polizeiruf" sei die Zahl nicht einmal zweistellig. "Das klafft zu weit auseinander", so Strobl. Ein sinnvoller Grund dafür sei nicht zu erkennen. Die neue 20-Prozent-Quote sei ein "maßvolles Ziel". Im Oktober 2014 hatten mehr als 200 Regisseurinnen an Politik, öffentlich-rechtliche TV-Sender und die Filmförderungen von Bund und Ländern appelliert, eine Frauenquote von 30 Prozent für die Filmbranche einzuführen.

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