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Kulturnachrichten

Samstag, 4. Juli 2015

Taufstelle Jesu in Jordanien wird Weltkulturerbe

Genaue Lokalisierung unter Bibelwissenschaftlern strittig

Die Taufstelle Jesu am Jordan-Ufer wird in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Stätte sei landschaftlich und kulturell bedeutsam, entschied das Unesco-Komitee. Bei dem Jahrestreffen unter Leitung von Staatsministerin Maria Böhmer wird bis Sonntag über insgesamt 36 Anträge entschieden. Die Taufstelle, auch als "Bethanien jenseits des Jordans" bezeichnet, ist eine von zwei Stätten am Jordan, die als Ort von Jesu Taufe durch Johannes den Täufer bezeichnet werden. Die andere liegt am Westufer des Jordan in Israel. Unter Bibelwissenschaftlern ist die genaue Lokalisierung strittig. An der jordanischen Stätte im Wadi Al-Kharrar förderten archäologische Forschungen 1996 zahlreiche Bauten aus römischer und byzantinischer Zeit zutage, die auf eine frühe christliche Verehrung deuten. Jordanien versucht seit Jahren mit der Errichtung mehrerer Kirchen und dem Ausbau der Infrastruktur die Taufstelle attraktiver für den Tourismus zu machen.

Wikingerkultur vorerst kein Welterbe

Unesco fordert Nachbesserungen

Eine Sammelbewerbung zur Wikingerkultur mit deutscher Beteiligung hat es im ersten Anlauf nicht auf die Unesco-Welterbeliste geschafft. Das Komitee der UN-Kulturorganisation forderte in Bonn wesentliche Nachbesserungen. Deutschland ist mit dem Wikingerhandelszentrum Haithabu und den Verteidigungswällen des Danewerk in Schleswig-Holstein an dem Antrag beteiligt. Unter der Federführung Islands waren sieben archäologische Denkmäler der Wikinger in fünf Ländern nominiert worden. Beteiligt an dem Antrag waren auch Norwegen, Dänemark und Lettland. Der Internationale Denkmalrat ICOMOS hatte Bedenken geäußert, ob mit den sieben Stätten das gesamte Phänomen der Besiedlung und des Handels durch die Wikinger in Nordeuropa nachgewiesen werden könne. Letztlich sei das Konzept zu vage für ein so ehrgeiziges Projekt.

Besucherrekord beim Filmfest München

Festival ging in diesem Jahr einen Tag länger

Trotz der tagelangen Hitze hat das Filmfest München einen neuen Besucherrekord erzielt. Erstmals sei die Marke von 80 000 Besuchern erreicht worden, sagte eine Sprecherin zum Abschluss des Festivals. Allerdings hatte das Filmfest in diesem Jahr bereits einen Tag früher begonnen als sonst. Am letzten Tag werden noch mehrere Ehrungen vergeben, unter anderem für den besten ausländischen Film. Den Publikumspreis des Radiosenders Bayern 3 und der "Süddeutschen Zeitung" sicherte sich die per Crowdfunding finanzierte Dokumentation "Projekt A". Moritz Springer und Marcel Seehuber schildern darin anarchistische Projekte in Griechenland, Spanien und Deutschland. Nach den Preisverleihungen am Abend soll noch der Abschlussfilm "Märchen der Märchen" von Matteo Garrone laufen. Anschließend ist eine Feier im Innenhof des Kulturzentrums Gasteig geplant.

Studie: Viele DDR-Bürger halfen Stasi beim Spitzeln

Betroffen gewesen seien so gut wie alle Lebensbereiche

Nicht nur die Stasi und ihre inoffiziellen Mitarbeiter, sondern auch zahlreiche weitere Bürger der DDR haben nach neuen Erkenntnissen dabei mitgeholfen, ihre Nachbarn oder Kollegen zu bespitzeln. Das berichtet das Magazin "Spiegel" unter Berufung auf die Auswertung von Tonbandmitschnitten der Volkspolizei und weiterer Quellen durch Historiker. Betroffen gewesen seien so gut wie alle Lebensbereiche. "Jeder, der einen halbwegs verantwortungsvollen Posten hatte, verfasste Berichte für übergeordnete Stellen", sagte die Greifswalder Historikerin Hedwig Richter dem "Spiegel". Viele dieser denunziatorischen Berichte seien in den Archiven erhalten geblieben. Richter sprach von einer "fulminanten Rapportmaschinerie", an der sich breite Teile der DDR-Bevölkerung beteiligt hätten, ohne direkt bei der Stasi mitzuarbeiten. Besonders häufig meldeten DDR-Bürger demnach geplante Republikfluchten. Themen waren laut "Spiegel" aber auch Devisenschmuggel, auffälliger Alkoholkonsum und außereheliche Liebesbeziehungen.

Sendeausfall bei Arte durch Hitze-Brand

Mehr als fünf Stunden lang kein Sendebetrieb

Ein durch die Hitze ausgelöster Brand hat einen stundenlangen Komplettausfall der Sendungen des deutsch-französischen Fernsehsenders Arte ausgelöst. Die Panne in einem elektrischen Schaltraum habe über fünf Stunden ab sieben Uhr morgens gedauert, sagte die Sprecherin des Senders Claude Savin in Straßburg. Der Sendebetrieb konnte um 12.30 Uhr wieder aufgenommen werden. "Die Panne war so schwer, weil auch das Notstromaggregat betroffen war", sagte Savin. Verschont blieben die Webseite des Senders und die Mediathek Arte+7, so dass die Zuschauer die verpassten Sendungen des Vormittags doch noch anschauen können. Bereits am Donnerstag hatte es in Köln einen halbstündigen Sendeausfall beim Nachrichtensender n-tv gegeben, wofür möglicherweise auch die Außentemperaturen verantwortlich waren.

Kritik an Pressefeindlichkeit von Heckler & Koch

Negativpreis Verschlossene Auster verliehen

Die Journalistenorganisation Netzwerk Recherche hat die Rüstungsfirma Heckler & Koch mit der Verschlossenen Auster 2015 ausgezeichnet und damit auf Versuche des Unternehmens zur Unterbindung kritischer Berichterstattung hingewiesen. Das Netzwerk prangerte in Hamburg den "wohl bislang einzigartigen Umgang eines Unternehmens mit negativer Berichterstattung" an.
Vertreter von Heckler & Koch seien beim Präsidenten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) vorstellig geworden, nachdem Medien wochenlang auch auf Grundlage vertraulicher Unterlagen kritisch über das Unternehmen und die Schwächen des Sturmgewehrs G36 berichtet hatten. Das Unternehmen habe eine Einladung und die Möglichkeit zu einer Gegenrede bei der Netzwerk-Jahreskonferenz in Hamburg abgelehnt. Heckler & Koch habe sich gegen den Vorwurf, Journalisten durch den MAD ausspähen lassen zu wollen, stets gewehrt, den Kontakt zum Geheimdienst aber nicht bestritten. Der Negativpreis Verschlossene Auster wurde in diesem Jahr zum 14. Mal verliehen.

Team der "heute-show" ausgezeichnet

Sendung erhält Preis für Einsatz gegen Homophobie

Das Schwule Netzwerk NRW und die Aids Hilfe NRW haben in Köln die Satiresendung "heute-show" ausgezeichnet. "Die Kompassnadel" ehre den Einsatz des Leiters der ZDF-Kabarett- und Comedy-Redaktion, Stephan Denzer, und dessen Team für ihr konsequentes Eintreten für eine offene Gesellschaft, teilte die Aids Hilfe mit. Die "heute-show" entlarve mit ihrem Format homo- und transphobe Haltungen in Politik und Gesellschaft stets subversiv wie publikumswirksam. Die Auszeichnung fand im Rahmen des Christopher Street Day in Köln statt, zu dessen Abschlussparade am Sonntag rund 800.000 Menschen erwartet wurden.

Tausende Besucher bei Wissenschaftsnacht in Halle

Rund 90 Institute, Labore, Kliniken und Sammlungen beteiligt

Die Lange Nacht der Wissenschaften in Halle hat nach Angaben der Veranstalter Tausende Besucher angezogen. Besonders das computergesteuerte Feuerwerk am späten Freitagabend habe ein großes Publikum gefunden, teilte die Uni Halle mit. Auch die interaktive Wissenschaftsmeile habe trotz der hohen Temperaturen viele Hallenser und Gäste zum Flanieren eingeladen. "Nach unserem Eindruck nutzten deutlich mehr Menschen das Angebot als im Vorjahr, als wir gegen die Fußball-WM antreten mussten", sagte eine Uni-Sprecherin. Bei der 14. Auflage der Wissenschafts-Nacht standen bis 1.00 Uhr morgens mehr als 400 Führungen, Vorlesungen und Aktionen zum Mitmachen auf dem Programm. Rund 90 Institute, Labore, Kliniken und Sammlungen hatten sich beteiligt. Auch im Vorjahr waren laut Veranstalter mehrere tausend Menschen gekommen.

Theaterfestival Avignon: Politik und Shakespeare

Drei Wochen lang Theater im Papstpalast

Ungerechtigkeit, Korruption und Scheinheiligkeit stehen im Mittelpunkt der Werke, mit denen das Theaterfestival im südfranzösischen Avignon heute gestartet ist. Eröffnet wurde das dreiwöchige Festival mit "La République de Platon", einem Stück über die politischen Kompetenzen der Menschen. Es lehnt sich an die Neuübersetzung von Platons "Politeia" des französischen Philosophen Alain Badiou an. Bis zum 25. Juli geht das Festival. Es macht in diesem Jahr Shakespeare zum Star. Olivier Py, Theaterregisseur, Autor und Intendant des Sommer-Ereignisses, wird die Tragödie "König Lear" in einer von ihm übersetzten Version im Ehrenhof des Papstpalastes präsentieren. Von Shakespeare ist auch "Richard III." von Thomas Ostermeier zu sehen. Die Neuinszenierung feierte im Februar an der Berliner Schaubühne Premiere.

Aix-en-Provence: Terror-Szenen aus Oper gestrichen

Regisseurs Martin Kusej kritisiert die Entscheidung

Das Festival in Aix-en-Provence hat Anspielungen auf den islamistischen Terror aus einer Mozart-Inszenierung gestrichen - zum Ärger des Regisseurs Martin Kusej. Der Intendant des Münchner Residenztheaters wollte zum Ende der Oper "Die Entführung aus dem Serail" in blutige Fetzen gewickelte Köpfe enthaupteter Gefangener darstellen. "Das sind schon deutliche Eingriffe, die meine Inszenierung entschärfen und sie insgesamt auf ein gut konsumierbares Niveau herunterpegeln", teilte Kusej kurz vor der Premiere am Freitagabend mit. Anlass für die Änderungen war der Anschlag von Lyon. Das französische Festival habe auch gebeten, Fahnen mit arabischem Text und Symbolen nicht mehr zu zeigen. "Ich wollte mit meiner Inszenierung zeigen, wie Terrorismus jegliche positive Utopien zerstört", argumentierte der Österreicher. Festivalchef Bernard Foccroulle hatte zuvor der französischen Nachrichtenagentur AFP gesagt, die Anspielungen auf die Terrormiliz Islamischer Staat seien ihm nicht sachdienlich erschienen. "Das ist keine Zensur, das ist Reife", argumentierte er.

Welterbe: Erfolg für Iran und Singapur

Erste Welterbestätte für Singapur

Das Unesco-Welterbekomitee hat heute in Bonn den Botanischen Garten in Singapur ins Welterbeverzeichnis eingetragen. Der südostasiatische Staat hatte sich wie das ebenfalls erfolgreiche Jamaika erstmals mit einzigartigen Stätten für die Aufnahme in das prestigereiche Welterbe-Verzeichnis beworben. Iran schaffte es mit gleich zwei Nominierungen auf die Liste: Weltkulturerbe sind nun die Stadt Susa mit ihrer 5000-jährigen Siedlungsgeschichte sowie das historische Höhlendorf Maymand. Seit Jahrtausenden sind die Höhlenhäuser permanent bewohnt. Die chinesischen Tusi-Stätten, die ein Stammeshäuptlingssystem repräsentieren, schafften es ebenso auf die Welterbe-Liste wie die historischen Stätten der Baekje-Dynastie in Korea. Gestern hatte die Unesco unter anderem einen wichtigen Ort der Christen in Jordanien ins Weltkulturerbe aufgenommen: Die Historische Siedlung Bethanien ist laut biblischer Überlieferung Wohn- und Wirkungsort Johannes des Täufers. Auf der Welterbeliste stehen derzeit knapp über 1000 Kultur- und Naturerbestätten aus 161 Ländern. Deutschland verzeichnet bislang 39 Welterbestätten.

Schauspieler Ivan Paluch gestorben

Er wurde 75 Jahre alt

Der Schauspieler Ivan Paluch, der mit der Hauptrolle in dem Märchenfilm "Prinz Bajaja" bekannt wurde, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Er erlag gestern in der Stadt Martin einer Lungenkrankheit, wie slowakische Zeitungen heute berichten. In dem Kinderfilm von 1971 nach Motiven der Schriftstellerin Bozena Nemcova spielte Paluch den Helden, der um Prinzessin Slavena kämpft und dabei einen Drachen tötet. Sein Schauspielstudium hatte Paluch wegen einer Sehbehinderung nicht beenden können, was ihn aber nicht an einer erfolgreichen Bühnenkarriere hindern sollte. Mit der Rolle des Schurken Adam im Mittelalter-Epos "Marketa Lazarova" machte er 1967 auf sich aufmerksam. In der politischen Eiszeit der 1970er Jahre fiel der Slowake jedoch beim Prager Regime in Ungnade und bekam nur noch kleinere Aufträge.

Brandenburg will weitere Förderung für Schlösser

Aktuelle Förderung geht noch bis 2017

Fast 300 Millionen Euro sind seit 1990 in Schlösser, historische Gebäude und Gartenanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) geflossen. Dringenden Sanierungsbedarf gibt es aber noch immer. Die rot-rote Landesregierung in Potsdam strebt daher Verhandlungen mit dem Bund und dem Land Berlin über ein weiteres Sonderinvestitionsprogramm an. Das sagte Kulturministerin Sabine Kunst in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Der Bund und die beiden Länder sind die Träger der Stiftung. Sie verwaltet 35 Museumsschlösser, rund 150 historische Gebäude und fast 800 Hektar Garten- und Parkanlagen. Das aktuelle Programm mit 155 Millionen Euro für besonders schwer geschädigte Objekte läuft noch bis 2017. Für die Umsetzung hat die Stiftung einen Masterplan aufgestellt, geleitet vom Architekten Ayhan Ayrilmaz. Wie viel Geld genau für weitere Vorhaben im Zuge eines folgenden Sonderinvestitionsprogramms benötigt wird, lässt sich laut Ayrilmaz noch nicht genau beziffern. Er gehe aber von einem mittleren dreistelligen Betrag aus, sagte er. Die Überlegungen zu Prioritäten stehen laut Kulturministerin Kunst noch am Anfang, da die Verhandlungen erst im kommenden Jahr beginnen.

Thomas Heinze: "Kino sollte mehr sein als Unterhaltung"

Nicht nur kommerzielle Erfolge zählen

Der Schauspieler Thomas Heinze findet Antikriegsfilme wichtig. "Viele Menschen gehen ja bloß ins Kino, um unterhalten zu werden, das ist auch ihr gutes Recht. Wichtig ist aber, dass es Filme gibt, die nicht nur amüsieren, sondern den Anspruch haben, die Welt in allen ihren auch schlimmen Facetten abzubilden", sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Films "Die Brücke" in München. Gerade deshalb sei der Friedenspreis so wichtig. "Weil er Filme ehrt, die meist keine kommerziellen Erfolge sind. In Europa ist der Preis einmalig. Angesichts unserer Geschichte ist es gut, dass es ihn in Deutschland gibt. Wir haben eine Historie, die auch eine Verantwortung mit sich bringt für die Zukunft", sagte Heinze.

Filmfest München: "Babai" räumt beim Förderpreis ab

Regisseur Visar Morina großer Gewinner

Der Vater-Sohn-Film "Babai" ist der große Gewinner beim Förderpreis Neues Deutsches Kino auf dem Filmfest München. Das Debüt von Regisseur Visar Morina räumte am Freitagabend drei von vier Auszeichnungen ab. Morina bekam für sein Erstlingswerk die Förderpreise Regie und Drehbuch. Außerdem wurden seine beiden Hauptdarsteller Astrit Kabashi und Val Maloku gemeinsam mit dem Förderpreis Schauspiel prämiert. Der Film erzählt die Geschichte eines Jungen aus dem Kosovo, der seinem nach Deutschland weggelaufenen Vater hinterherreist. Zur besten Nachwuchsproduktion kürte die Jury aus Regisseur Sebastian Schipper, Produzent Peter Rommel und Schauspielerin Johanna Wokalek die Komödie "Happy Hour" von Franz Müller. Der Förderpreis Neues Deutsches Kino ist nach Filmfest-Angaben mit insgesamt 70 000 Euro eine der höchstdotierten Nachwuchsauszeichnungen in Deutschland.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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