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Kulturnachrichten

Donnerstag, 31. Juli 2014

Filmemacher, Drehbuchautor und Künstler Harun Farocki ist tot

Er starb gestern im Alter von 70 Jahren, teilte die Galerie Ropac in Salzburg mit

Der 1944 in Tschechien geborene Farocki galt als einer der wichtigsten Essayfilmer. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, 2007 war er mit seiner Medieninstallation "Deep Play" auf der Documenta vertreten. "Harun Farocki hat das amerikanische Direct Cinema und diese Revolution im Dokumentarfilm sehr geliebt und hat sie selber in ganz anderer Weise im europäischen Kontext angewendet", würdigte der Direktor des Österreichischen Filmmuseums, Alexander Horwath, den Filmemacher im Deutschlandradio Kultur. Horwarth habe ein direktes, interventionistisches und zugleich äußerst reflektiertes Kino geschaffen. Mit Farocki verliere man eine wesentliche Figur des europäischen Filmschaffens der vergangenen fünf Jahrzehnte.

Pinakotheken wollen "Zitronenscheibchen" nicht zurückgeben

Die Pinakotheken in München lehnen eine Rückgabe des Gemäldes "Das Zitronenscheibchen" des niederländischen Malers Jacob Ochtervelt an die Erben eines jüdischen Bankiers ab

Das Bankhaus Hagen habe das Bild regulär verkauft, es liege kein verfolgungsbedingter Entzug während der NS-Zeit vor, erklärten die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen heute. Im Januar waren die Ansprüche der Erben auf das Werk öffentlich und neue Dokumente vorgelegt geworden. "Wir sind jetzt dabei, dass der gesamte Fall noch einmal überprüft wird", hatte Generaldirektor Klaus Schrenk der Nachrichtenagentur dpa damals gesagt. Das ist nach Museumsangaben nun geschehen.

Hamburger zahlen freiwillig Eintritt für Kunsthalle

Die Hamburger Kunsthalle hat ihr Experiment als "Erfolg" bewertet

Einen Monat lang konnten die Museumsbesucher wählen, ob und welchen Preis sie entrichten wollten. Grund war das eingeschränkte Angebot, weil im Juli wegen des Umbaus nur zwei der drei Häusern der Kunsthalle geöffnet waren. Wie Geschäftsführer Stefan Brandt am Donnerstag sagte, zahlten drei Viertel der Gäste einen Eintrittspreis zwischen vier und zwölf Euro. Ein Viertel habe keinen Eintritt bezahlt. Statt der prognostizierten 10.000 seien im Juli 16.000 Besucher gekommen.

Katharina Wagner: Wer Castorf engagiert, bekommt auch Castorf

Die künstlerische Leiterin der Bayreuther Festspiele ist zufrieden mit dem Start der diesjährigen Ausgabe

Die Kritik des Ring-Regisseurs Frank Castorf am Bayreuther Führungsstil wollte sie nicht kommentieren. Im Deutschlandradio Kultur sagte Katharina Wagner: "Herr Castorf sagte, er brauche so ein bisschen Konfrontation, damit er ordentlich arbeiten könne. Und die hat er, glaube ich, gesucht." Wenn man Frank Castorf engagiere, "kriegen Sie auch Herrn Castorf". Kritik unter anderem an der Qualität der Sänger, die in Bayreuth auf der Bühne stehen, wies Katharina Wagner zurück. Im Hinblick auf ihre Pläne für die kommenden Jahre, darunter unter anderem das Engagement von Barrie Kosky als Regisseur für die "Meistersinger", betonte sie, künstlerische Vielfalt sei ihr wichtig: Es gebe keine allein gültige Wagner-Interpretation. "Ich sehe es so, dass man Wagner vielschichtig präsentieren muss. Die Vielschichtigkeit ist das Interessante."

Akin: Kein türkischer Schauspieler will Mordopfer Dink darstellen

Regisseur sagt Film über armenischen Journalisten ab

Der deutsch-türkische Erfolgsregisseur Fatih Akin hat eine Filmproduktion über das Schicksal des ermordeten armenischen Journalisten Hrant Dink abgeblasen - weil er nach eigenem Bekunden keinen türkischen Hauptdarsteller finden konnte. Das fertige Drehbuch sei von allen angefragten Mimen als "zu drastisch" kritisiert worden, sagte Akin der türkisch-armenischen Wochenzeitung "Agos". Hrant Dink war am 19. Januar 2007 am helllichtem Tage von einem jugendlichen Rechtsnationalisten vor dem "Agos"-Redaktionssitz in Istanbul erschossen worden. Der Journalist galt unter Nationalisten als verhasst, weil er dafür eintrat, die türkischen Massaker an den Armeniern als Völkermord anzuerkennen.

US-Dokumentarfilmer Robert Drew mit 90 Jahren gestorben

Filmemacher war Pionier des Direct Cinema

Robert Drew starb gestern im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Connecticut. Drew, der im Zweiten Weltkrieg als Kampfpilot in Italien nach einem Abschuss drei Monate hinter den feindlichen Linien überlebte, hatte in den 1960er Jahren eine Kamera und ein Mikrofon entwickelt, die kleiner und leichter zu handhaben waren als frühere Geräte und ihm damit einen direkteren Zugang zum Gegenstand seiner Filme erlaubten. Drews erster Dokumentarfilm "Primary" (1960) behandelte den Wahlkampf des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy im Bundesstaat Wisconsin. Für seinen Film "Man Who Dances" über den New Yorker Ballett-Tänzer Edward Villela gewann er 1969 einen Emmy Award. Drew beschäftigte sich in seinen mehr als 100 Filmen vor allem mi sozialen Themen, Politik und Kunst.

"Siegfried"-Darsteller hat Angst vor Bayreuther Publikum

Der Kanadier Lance Ryan gehört zu den gefragtesten Heldentenören, die die Klassik-Welt derzeit zu bieten hat

Landauf landab singt der 43-jährige den "Siegfried" - in Bayreuth aber hat er Angst vor dem Publikum. "Ich habe noch nie ein Publikum erlebt mit so viel Hass, so viel Wut und so viel Rache", sagte der Sänger, der in der umstrittenen Inszenierung des "Ring des Nibelungen" von Regisseur Frank Castorf auf der Bühne steht, der Nachrichtenagentur dpa. "Die nehmen alles sehr persönlich. Es macht ein bisschen Angst und es ist einfach schrecklich. Andererseits war ich auch 2010 hier und da habe ich wiederum ein ganz tolles Publikum erlebt. Im Endeffekt gleicht sich das dann alles aus."

Fats Dominos Schlagzeuger Idris Muhammad gestorben

Er wurde 74 Jahre alt

Der Jazzschlagzeuger Idris Muhammad, der mit Fats Domino 1956 dessen Welthit «Blueberry Hill» einspielte, ist tot. Muhammad, eigentlich Leo Morris, starb nach Angaben der «Times-Picayune» aus seiner Heimatstadt New Orleans am Dienstag. Die Todesursache war zunächst unklar, Muhammad hatte aber seit längerem unter einem Nierenleiden gelitten. Muhammad kam aus dem New Orleans Jazz, spielte aber eine Reihe von Musikstilen, bis hin zu Disco. Er arbeitete mit Jazz- und Soullegenden wie Roberta Flack, Grover Washington und Sam Cooke zusammen und ging mit Emerson, Lake and Palmer auf Tournee. Muhammad nahm selbst 13 Platten auf und wirkte an Dutzenden weiteren mit.

Daimler-Betriebsrat verurteilt Klage gegen SWR

Heute Verhandlung am Landgericht

Im Streit zwischen Daimler und dem Südwestrundfunk (SWR) um eine Reportage zu Dumpinglöhnen, schlägt sich ein Betriebsrat auf die Seite des Senders. "Ich erwarte vom Unternehmen, die Klage gegen den SWR zurückzunehmen", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats im Stammwerk Untertürkheim, Karl Reif, vor Beginn einer Verhandlung am Stuttgarter Landgericht. Daimler hat den Sender verklagt, weil der mit versteckter Kamera im Untertürkheimer Werk gedreht hatte. Laut SWR solle Daimler über Werkverträge an seinen Fließbändern Menschen beschäftigen, die ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken müssten. Der SWR hält die Verwendung der Aufnahmen im Gegensatz zu Daimler für rechtmäßig. Durch Tarifverträge regulierte Arbeitsplätze würden durch Werkverträge oft "in wesentlich schlechter entlohnte Bereiche verlagert", sagte Reif. "Dies aufgezeigt zu haben, ist ein Verdienst dieser Sendung."

Weimarer Ausstellung zeigt "Krieg der Geister"

Jahresausstellung der Weimarer Klassik-Stiftung über "Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1914"

Unter dem Motto "Krieg der Geister" stehen bis 9. November die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts und die ihr vorausgehenden ideologischen Kontroversen im Mittelpunkt. Schwerpunkte der Ausstellung im Neuen Museum sind Weimar in der Zeit von 1900 bis 1918 und die besondere Rolle der Stadt als "Identifikationsort der deutschen Kultur". Den Facettenreichtum von Kunst-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte verdeutlicht die Ausstellung mit zahlreichen Zeugnissen der Zeit. Zu sehen sind Gemälde, Grafik, Plakate und Fotografien, aber auch architektonische und plastische Arbeiten, literarische Propaganda, öffentliche Aufrufe und Feldpostsendungen. Die Präsentation entstand in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum, dem Stadtarchiv und dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar.

Künstler aus dem Gängeviertel ziehen in die Hafencity

Das Quartier Oberhafen in der Hamburger Hafencity soll sich in den kommenden Jahren zu einem Kreativ- und Kulturquartier entwickeln

Erster Nutzer sind die Künstler aus dem Gängeviertel, die während der dortigen Umbauphase zunächst für 18 Monate ein Ausweichquartier im Oberhafen beziehen. "Zwei Fliegen mit einer Klappe", erklärte Egbert Rühl, Chef der Hamburg Kreativ Gesellschaft, die vom 1. August an Mieter der ehemaligen Bahnmeisterei ist. Der Verein Gängeviertel erhalte ein temporäres Quartier und der Oberhafen ein spannendes Vorhaben, "das zeigen kann, was hier alles möglich ist und sein wird".

Italiens Zeitung "l'Unita" stellt Erscheinen ein

Die Tageszeitung war jahrzehntelang Organ der kommunistischen Partei Italiens PCI

Sie stellt zum 1. August ihr Erscheinen ein. Die Anteilseigener hätten keine Lösung gefunden, die finanziell angeschlagene Zeitung zu retten, teilte die Redaktion mit. Chefredakteur Luca Lando übte vor allem Kritik an der linken Demokratischen Partei (PD) und an Ministerpräsident Matteo Renzi, weil sie sich nicht ausreichend für eine Lösung eingesetzt hätten. "L'Unita", im Januar 1924 vom marxistischen Politiker und Philosophen Antonio Gramsci gegründet, war bis 1991 offizielles Parteiorgan der PCI, danach fühlte es sich der italienischen Linken verpflichtet. In der Zeit des Faschismus wurde sie verboten, erschien jedoch im Untergrund weiter. In den 1970er und 1980er Jahren galt sie als vielbeachtetes Organ der italienischen Eurokommunisten. Nach dem Ende der Sowjetunion und des Ostblocks und im Zuge der Partei-Spaltungen unter den italienischen Kommunisten ging die Beachtung für das Blatt und auch seine Auflage stark zurück. Bereits im Sommer 2000 hatte "l'Unita" aus finanziellen Gründen für knapp ein Jahr ihr Erscheinen eingestellt.

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