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Kulturnachrichten

Mittwoch, 30. Juli 2014

Reporter ohne Grenzen: Russland behindert mit Internetgesetz Medien

Ein verschärftes Internetgesetz in Russland behindert nach Einschätzung der Organisation Reporter ohne Grenzen kritische Meinungsäußerungen

"Die unabhängigen Medien in Russland sind seit Monaten unter massivem Druck des Staates", sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske in Berlin. Jetzt würden auch noch die letzten Freiräume gekappt. Das Gesetz soll demnach zum 1. August in Kraft treten. Nach Angaben der Organisation könnten Behörden künftig Blogger und auch Nutzer sozialer Netzwerke auffordern, sich bei der Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor registrieren zu lassen. Wird nicht Nachname, der Anfangsbuchstabe des Vornamens und eine Mail-Adresse veröffentlicht, droht eine Geldstrafe. Auch für Blogger und Nutzer gelte dann das Verbot, andere Personen oder Gruppen "in Misskredit zu bringen". Zahlreiche regierungskritische Seiten sind in Russland bereits offiziell verboten worden.

Fall Schavan: Lammert sagt Rede zum Jubiläum der Uni Düsseldorf ab

Der Bundestagspräsident zieht Konsequenzen aus der Ehrung zweier Professoren

Wegen des Umgangs der Universität Düsseldorf mit dem Plagiatsfall Annette Schavan hat Bundestagspräsident Norbert Lammert eine Festrede zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule abgesagt. Lammert habe seine Zusage wieder zurückgezogen, teilte sein Sprecher auf Anfrage mit. Die Heinrich-Heine-Universität bedauerte dies. Da der Festakt für den November 2015 vorgesehen sei, komme die Absage aber noch mehr als frühzeitig, sagte ein Sprecher. Die Universität hatte die Professoren Bruno Bleckmann und Stefan Rohrbacher Mitte Juli mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet. Rektor Michael Piper lobte die Wissenschaftler dabei ausdrücklich für "ihre beispielhafte akademische Zivilcourage". Sie hätten die Freiheit zur Kritik fehlerhafter wissenschaftlicher Arbeiten in einem Fall großer öffentlicher Einflussnahme mutig verteidigt. Die Universität war im Verlauf des Plagiatsverfahrens gegen Schavan immer wieder heftiger Kritik ausgesetzt gewesen, auch weil Details aus einem internen Bericht vor Abschluss des Verfahrens an die Öffentlichkeit gelangt waren.

Hersfelder Ensemble ruft nach Kündigung zu Bürgerbegehren auf

Bürgermeister: Rechtlich nicht zulässig

Das Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele hat sich hinter den gekündigten Intendanten Holk Freytag gestellt. Nach einer Aufführungen verlas ein Schauspieler eine Erklärung, in der die Bad Hersfelder zu einem Bürgerbegehren gegen die Entlassung aufgerufen werden. Die Mitarbeiter aller Abteilungen der Festspiele stünden hinter dieser Bitte sowie hinter "unserem sehr geschätzten Intendanten Holk Freytag", heißt es darin. Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) erklärte, ein Bürgerbegehren sei in diesem Fall rechtlich nicht zulässig. Die Reaktion sei zwar nachvollziehbar, es sei aber nicht gerechtfertigt, für eine "persönliche Interessensbekundung" die Aufführungen zu nutzen, sagte der Bürgermeister.

Holk Freytag: Bürgermeister schadet dem Ruf der Bad Hersfelder Festspiele

Der Bürgermeister Thomas Fehling habe seit anderthalb Jahren grundlose Attacken gegen die Festspiele und ihn gerichtet, sagte Freytag im Deutschlandradio Kultur

Er habe zu diesen Auseinandersetzungen überwiegend geschwiegen und es durchgehen lassen, um die Festspiele nicht zu gefährden.  "Er hat dem Ruf der Festspiele sehr geschadet", so Freytag. Von der Entscheidung des Magistrats, ihm fristlos zu kündigen, habe er bisher nur aus der Presse erfahren, so der Intendant. Er habe mit seinem Anwalt gesprochen und werde nun rechtliche Schritte einleiten. Freytag sagte, der Vorwurf, er habe gegen Regeln verstoßen, sei völlig aus der Luft gegriffen. Die Stadtverordneten hätten beschlossen, dass die Festspiele 2014 mit 400.00 Euro weniger auskommen sollten. Er habe darauf hingewiesen, dass dies ohne einen Qualitätsverlust nicht möglich sei.

Berliner Kunstmesse abc mit mehr als 100 Positionen

Die Kunstmesse Art Berlin Contemporary präsentiert in diesem Jahr mehr als 100 Positionen zeitgenössischer Kunst - von Frank Ammerlaan bis zu Haegue Yang

Wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten, zeigen zahlreiche Galerien vom 18. bis 21. September in den Hallen der Station am Gleisdreieck neue und erstmals zu sehende Arbeiten. Dazu gibt es ein gemeinsam entwickeltes Programm aus Performances, Künstlergesprächen, Soundarbeiten sowie Film- und Theaterproduktionen. Die Kunstmesse abc findet im Rahmen der Berlin Art Week statt, an der sich vom 16. bis 21. September zahlreiche Kulturinstitutionen der Stadt beteiligen.

Goskino-Direktor Stanislaw Pritula verteidigt Verbot von zwei russischen Filmen in der Ukraine 

Entscheidung sei keine Zensur

Der Direktor der Abteilung für staatliche Regulierung und Filmproduktion bei "Goskino", Stanislaw Pritula,  sagte im Deutschlandradio Kultur, die beiden Filme entsprächen nicht der ukrainischen Gesetzgebung. Es gebe eine Expertenkommission, in der Regisseure und andere Filmleute vertreten seien. Sie urteilten aufgrund der Gesetzeslage über die Altersbeschränkung, aber auch, ob ein Film wegen Rassismus oder seiner Faschismus- oder Gewaltdarstellung verboten werden sollte. "Das ist keine Zensur", widersprach Pritula der russischen Darstellung. "Wenn das eine Zensur wäre, dann würden wir alle Filme verbieten oder würden Teile dieser Filme wegschneiden". Der Direktor verwies darauf, dass im Fernsehen und im Internet viele Lügen verbreitet würden. "Wir wollen uns schützen vor der Gefahr eines Informationskrieges aus Russland", sagte er. Er hoffe das Verbot in der Ukraine werde nicht so viele russische Filme treffen, sagte Pritula. "Für uns, für die Ukraine ist es wichtig, dass wir russische Filme in den Kinos haben."

75 000 Besucher bei 8. Berlin Biennale

Noch bis Sonntag sind mehr als 50 Werke von internationalen Künstlern zu sehen

Die 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst hat mehr als 75 000 Kunstbegeisterte angelockt. Zum Abschluss der Schau an diesem Sonntag werden Künstler wie die aus Brasilien stammende Maria Thereza Alves und der Andalusier Pedro G. Romero über ihre Arbeit sprechen. Bei Alves' "Wake: Berlin" gehe es um die Keimung von Samen, die auf Berliner Baustellen gefunden wurden und durch die eine Reihe von unbemerkten Geschichten der Stadt zum Vorschein kommen. Romero untersucht in seinem Werk den Flamenco als historisches und kulturelles Thema und hinterfragt seine Kommerzialisierung. Die meisten der Werke schufen die Eingeladenen extra für die Biennale.

Ausgegrabener Krug wird Perikles zugeschrieben

Auf dem acht Zentimeter großen Gefäß steht der Name des griechischen Staatsmannes.

Archäologen haben in Griechenland einen Krug entdeckt, der Perikles gehört haben könnte. Wie die griechische Zeitung "Ta Nea" berichtete, wurde der Weinkrug in einem aus der Antike stammenden Grab im Athener Vorort Kifissia gefunden. Auf dem Gefäß stehen die Namen von Perikles sowie von weiteren fünf Athenern der damaligen Zeit. Der Fund sorgte für Aufsehen in den griechischen Medien. "Man kann nicht sofort den Besitzer nennen", sagte die Archäologin Eleni Stylianou. Es werde wohl für immer ein Rätsel bleiben, wem der Krug tatsächlich gehörte. Perikles gilt als der wichtigste Athener Politiker, der die Vormacht der Stadt in der klassischen Antike sicherte und die einmaligen Bauten auf der Akropolis von Athen bauen ließ.

Bildungsforscher kritisiert sinkenden Standard beim Schulabschluss   

Rainer Bölling: "Je mehr das Abitur haben, desto weniger wird es wert sein"

Selbst die Note 1,0 garantiere heute nicht mehr den gewünschten Studienplatz, sagte Bölling am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur. Es gebe inzwischen mehr Bewerber mit solchen Noten als vorhandene Plätze. Die Noten seien so durch die Decke geschossen, seitdem das Zentralabitur eingeführt worden sei. Die Einführung des Zentralabiturs habe den Standard im Unterricht abgesenkt. Er frage sich, so Bölling, was es bringe Schüler zum Abitur zu bringen, die nicht die Voraussetzung für ein Studium hätten. Bölling sprach sich dafür aus, das Thema "Chancengleichheit" oder "Chancengerechtigkeit" differenzierter zu diskutieren. Es sei leider so, dass unterschiedliche Chancen bereits durch die unterschiedliche Herkunft bestimmt würde. "Es geht hier nicht um Chancen-, sondern um Ergebnisgleichheit bei unterschiedlichen Voraussetzungen", sagte er. Es werde versucht, dies durch die großzügige Vergabe von Abschlüssen zu regeln. Aber der Blick auf andere Länder, die das schon länger so machten, zeige, dass dies kein zielführender Weg sei.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hält Friedenspreis-Laudatio

Preisträger ist der amerikanische Internet-Kritiker Jaron Lanier

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD), wird zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels die Laudatio auf den amerikanischen Internet-Kritiker und Autoren Jaron Lanier halten. Schulz habe sich in der Vergangenheit für die Wahrung von Demokratie und bürgerlichen Freiheitsrechten eingesetzt, hieß es in der Begründung des Stiftungsrats. Der Internet-Pionier Lanier wird die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung am 12. Oktober in der Paulskirche zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse entgegennehmen. In seinen Arbeiten beschäftigt sich Lanier mit den Risiken der digitalen Welt für die freie Lebensgestaltung der Menschen.

Neuer Mainzer Intendant: Theater soll gesellschaftliche Mitte sein

Markus Müller ist ab 1. August neuer Intendant in Mainz

Der neue Intendant des Mainzer Staatstheaters, Markus Müller, will sein Haus zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Region machen. "Wir möchten erreichen, dass das wirklich gelebte Stadtmitte ist", sagte der 41-Jährige. Für den bisherigen Intendanten des Oldenburgischen Staatstheaters ist das Theater nicht nur der Ort, an dem man unterhalten wird, sondern wo auch "die wichtigen Fragen unserer Zeit" verhandelt werden. Müller wird mit seinem Team auch Stücke von aus der Region stammenden Autoren wie Carl Zuckmayer oder Anna Seghers zeigen.

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