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Kulturnachrichten

Freitag, 18. Juli 2014

João Ubaldo Ribeiro ist tot

Der brasilianische Schriftsteller veröffentlichte "Ein Brasilianer in Berlin"

Die Kolumnen entstanden während Ribeiros Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt zu Beginn der 90er-Jahre und erschienen damals in der "Frankfurter Rundschau". In seiner Heimat zählte er zu den bekanntesten Autoren. Am Freitag ist er im Alter
von 73 Jahren in Rio de Janeiro gestorben, teilte die Brasilianische Akademie der Literatur (ABL) mit, der Ribeiro seit 1993 angehörte.

Vor allem mit seinem Roman "Brasilien Brasilien" (Viva o povo
brasileiro) erlangte der 1941 auf der Insel Itaparica im Bundesstaat
Bahía geborene Autor internationale Bekanntheit. Seine Bücher wurden
in mehrere Sprachen übersetzt, mit dem Prêmio Jabuti und dem Prémio
Camões erhielt er sowohl den wichtigsten Literaturpreis Brasiliens
als auch die bedeutendste Literaturauszeichnung des portugiesischen
Sprachraums.

Ribeiro hielt auch Poesieseminare an der Universität Tübingen. 1994
wurde ihm der Anna-Seghers-Preis auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Unruhe am Theater Vorpommern - Inszenierungs-Verbot für Intendanten

Dirk Löschner darf bleiben, aber nicht mehr als Regisseur tätig sein

Das ungewöhnliche Inszenierungs-Verbot für einen Theaterdirektor wird von den Gesellschaftern als Kompromiss dargestellt. Der Aufsichtsrat wollte Löschners Vertrag eigentlich vorzeitig auflösen - wegen gesunkener Zuschauerzahlen. Die Städte Greifswald und Stralsund sowie der Landkreis Vorpommern-Rügen sind gemeinsam für das Theater zuständig.

Dirk Löschner werde sich in den nächsten drei Spielzeiten auf die kaufmännische und künstlerische Leitung konzentrieren. Löschner, dessen Führungsstil und Personalpolitik seit einiger Zeit starkt kritisiert wurden, habe dem Vorschlag zugestimmt, heißt es. Immerhin hat er mehr Glück als sein Vorgänger Anton Nekovar. Dem war 2011 fristlos gekündigt worden.

Österreichischer Historiker Robert Kriechbaumer: Alexander Pereira hat Programm der Salzburger Festspiele überstrapaziert

Der scheidende Intendant habe zu viele Veranstaltungen auf den Spielplan gesetzt

Selbst für interessierte Leute sei es fast nicht mehr möglich, den Überblick zu bewahren, sagte der Historiker und Politologe Robert Kriechbaumer, der als ausgewiesener Kenner der Salzburger Festspiele gilt, im Deutschlandradio Kultur. Außerdem habe Pereira teure Produktionen prinzipiell nur eine Saison gezeigt, das sei "vom wirtschaftlichen Standpunkt her gesehen ganz, ganz schlecht", so Kriechbaumer. Man werde daher in Zukunft das Programm der Festspiele wieder reduzieren. Alexander Pereira hatte die Leitung der Salzburger Festspiele 2012 übernommen und wechselt im Oktober als Intendant an die Mailänder Scala.

Der österreichische Schauspieler und Moderator Dietmar Schönherr gestorben

Nach Angaben seiner Hilfsorganisation Pan y Arte ist er im Alter von 88 Jahren auf Ibiza gestorben

Schönherr, der 1926 in Innsbruck geboren wurde, erlangte Kultstatus durch seine Rolle als Commander McLane in der Science-Fiction-Serie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion", später moderierte Schönherr unter anderem gemeinsam mit seiner Frau Vivi Bach die Fernsehshow "Wünsch Dir was" und ab 1973 die erste deutsche TV-Talkshow "Je später der Abend". Schönherr wirkte in mehr als 100 Kinofilmen mit, darunter der US-Kriegsfilm "Der längste Tag" aus dem Jahr 1962 und in zahlreichen Fernsehproduktionen. Auch als Theaterschauspieler war er aktiv. Darüber hinaus arbeitete er als Synchronsprecher, Schriftsteller und Regisseur. Mit seiner Hilfsorganisation "Pan y Arte" (Brot und Kunst) engagierte er sich in Nicaragua.

ZERO-Künstler Otto Piene gestorben

Er war einer der großen Avantgardisten der deutschen Nachkriegskunst

Otto Piene starb gestern im Alter von 86 Jahren in Berlin. Dort hatte er erst am Mittwoch eine große Ausstellung mit seinen Licht- und Feuerbildern in der Neuen Nationalgalerie eröffnet.
Piene sei "sehr glücklich und zufrieden" über seine Ausstellung in Berlin gewesen", sagte ein Sprecher der Zero Foundation. Während einer Taxi-Fahrt gegen Mittag sei der Künstler friedlich gestorben. Charakteristisch für Piene waren Rauchgemälde, Feuerbilder, Lichtinstallationen und aufblasbare Himmelsskulpturen.

Geboren wurde Piene am 28. April 1928 in Bad Laasphe, er wuchs in der ostwestfälischen Kleinstadt Lübbecke auf und studierte Kunst und Philosophie in München, Düsseldorf und Köln. 1957 bildete er mit Heinz Mack in Düsseldorf die Avantgarde-Gruppe ZERO, die einen Neuanfang der zeitgenössischen Kunst wollte. Später schloss sich Günther Uecker der Gruppe an. Durch die ZERO-Gruppe betrat Deutschland nach dem Krieg in der Kunst wieder das internationale Parkett. Piene ging bereits Mitte der 70er Jahre in die USA, wo er an der Hochschule für technologische Forschung und Lehre, dem Massachusetts Institute of Technology in Boston 20 Jahre ein Medienlabor für künstlerisch-optische Experimente leitete.

Piene und seine Frau pendelten zwischen ihrer Farm in den USA und Düsseldorf. Berühmt ist der riesige Plastikregenbogen, den der mehrfache Documenta-Teilnehmer bei den Olympischen Spielen in München 1972 in den Himmel steigen ließ.

Dieter Wedel: "Man soll aufhören, wenn es gut läuft"

Heute findet in Worms die Premiere der diesjährigen Nibelungen-Festspiele statt - zum letzten Mal mit Dieter Wedel als Intendant

"In der Bibel heißt es: alles hat seine Zeit", sagte Dieter Wedel dem Deutschlandradio Kultur, 13 Jahre als Intendant seien wirklich genug. Die Nibelungen-Festspiele würden von allen Festspielstätten um den Erfolg beneidet. Eine Open-Air Bühne nachts zu bespielen, sei aber auch bei der 13. Inszenierung eine große Herausforderung gewesen, so Wedel, weil nach Mitternacht nicht geprobt werden dürfe. "Über Mitternacht darf ja nur Fußball in Deutschland sein", so Wedel.

Schriftsteller Zafer Senocak wünscht sich das Thema Einwanderung überall

Auch Museen und Theater sollten andere kulturelle Hintergründe stärker beleuchten

Er fände das noch wichtiger als die Idee eines Einwanderungsmuseums, sagte der Essayist türkischer Herkunft am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Senocak sagte, dies geschehe bereits vereinzelt und nannte als Beispiel Programmveränderungen in der Frankfurter Oper. Auch in den Museen werde darüber nachgedacht, wie andere kulturelle Hintergründe besser dargestellt werden könnten.
"Museen sind ja nicht mehr nur Ausstellungen der Geschichte, sondern sie sind ja auch Orte des interaktiven Lernens und Begreifens", sagte Senocak. Insofern müsse das Thema Einwanderung auch museal bearbeitet werden. Es sei nicht nur ein Gegenwartsthema, sondern gehöre auch zur Geschichte. "Das funktioniert auch in den Schulen", sagte der Schriftsteller. "Das heißt, es ist sehr wichtig,  dass zum Beispiel die Schulen auch Kultur aufnehmen, die nicht immer nur als deutsch tituliert wird." Senocak erinnerte an Johann Wolfgang von Goethe, der sich ständig mit anderen Kulturen und auch mit dem Islam stark auseinandergesetzt habe. Diese Aspekte könnten im Unterricht stärker herausgearbeitet werden.        

Hamburg beginnt Bau des Komponistenquartiers

Unweit des Hamburger Michels entstehen in der historischen Peterstraße neue Ausstellungsräume zu Ehren der wichtigsten Hamburger Komponisten

Im ersten Teil des Quartiers soll es vom Jahresende an Ausstellungen zu Georg Philipp Telemann, Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Adolf Hasse geben. Im zweiten Teil sollen Ausstellungen zu Fanny und Felix Mendelssohn sowie für Gustav Mahler zusammen mit dem schon existierenden Brahms-Museum das Bild der Geschichte der Musik in der Stadt vom 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert vervollständigen.

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