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Freitag, 10.07.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Juli 2020

Erfurter Domstufen-OpenAir beginnt mit Corona-Auflagen

Trotz Corona-Auflagen kann das Erfurter Domstufen-OpenAir stattfinden. Für eine der größten Kulturveranstaltungen Thüringens wurde extra eine große Klarsichtkuppel errichtet. Darunter werden die Orchestermusiker mit Abstand und durch Acrylscheiben getrennt sitzen, erklärte der Technische Direktor des Theaters, Christian Stark. Vieles bleibe dieses Jahr allerdings spartanisch, die Publikumsplätze wurden deutlich reduziert: Statt 2.000 Besuchern, dürften pro Vorstellung nur 500 kommen. Die ursprünglich geplante Aufführung der gesamten Oper "Nabucco" wurde vom Programm gestrichen. Stattdessen werden Programme mit Stücken aus verschiedenen Opern und Musicals geboten. Die Festspiele gehen bis zum 2. August.

Klopstock-Preis 2020 für Clemens Meyer

Sachsen-Anhalt vergibt den Klopstockpreis für herausragende neue Literatur in diesem Jahr an Clemens Meyer. Der 1977 in Halle/Saale geborene Schriftsteller erhalte den mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein Gesamtwerk, teilten Staatskanzlei und Ministerium für Kultur in Magdeburg mit. "Seine Romane, Stories, Essays und politischen Wortmeldungen stehen in den großen Traditionen der klassischen Moderne und sind zugleich so gegenwärtig, wie Literatur es nur sein kann - ohne sich an die Gegenwart zu verraten", erklärte die Jury. Meyer hat für sein Werk ("Als wir träumten", "Die stillen Trabanten") bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse und den Deutschen Drehbuchpreis. Die Autorin und Bühnentexterin Josephine von Blueten Staub erhält den mit 3000 Euro dotierten Förderpreis. Der Klopstock-Preis soll am 1. September in Quedlinburg überreicht werden.

Zweitniedrigste Zahl an Priesterweihen

Die Zahl der katholischen Priesterweihen in Deutschland bleibt auch 2020 niedrig. Laut einer Umfrage der "Augsburger Allgemeinen" gibt es bundesweit insgesamt 57 Weihen in den 27 Bistümern. Das ist der zweitniedrigste Wert in der Geschichte nach nur 55 Weihen im Vorjahr. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl damit um mehr als 60 Prozent gesunken. Im Jahr 2000 gab es noch 154 Weihen. Gleichzeitig zeige die Zahl der Neuaufnahmen in den Seminaren, dass es auch in den kommenden Jahren keine Trendwende geben dürfte, heißt es. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nannte die Entwicklung alarmierend. ZdK-Präsident Thomas Sternberg fordert daher, die Zugangsbedingungen zu ändern und das Priesteramt auch für Frauen und verheiratete Männer, sogenannte Viri probati, zu öffnen.

Macron: Notre Dame soll originalgetreu aufgebaut werden

Frankreichs Präsident Macron hat einer möglichst originalgetreuen Rekonstruktion von Notre Dame zugestimmt. Dies erklärte der Elysée-Palast am Donnerstagabend nach einer Sitzung des Beratergremiums für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale. Auch der Spitzturm, der bei dem Brand im April 2019 in Flammen aufging und zusammenstürzte, solle wieder so weit wie möglich rekonstruiert werden, heißt es. Zuvor hatte Frankreichs neue Kulturministerin Roselyne Bachelot bekannt gegeben, dass es einen breiten Konsens für einen originalgetreuen Wiederaufbau der Kathedrale gebe. Bei der Wahl der Baumaterialien soll vor allem Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Macron hatte sich nach dem Brand zunächst für eine zeitgenössische Variante des Spitzturms ausgesprochen.

César-Filmakademie von nun an paritätisch

Fünf Monate nach dem kollektiven Führungs-Rücktritt im Zuge der Polanski-Krise hat die Akademie des renommierten französischen Filmpreises César neue Statuten verabschiedet. Zu den wichtigsten Veränderungen gehört die volle Parität innerhalb der Entscheidungsgremien. Diese werden von nun an zu gleichen Teilen von Männern und Frauen besetzt, für die Präsidentschaft ist ein Tandem vorgesehen. Das teilte die Akademie in Paris mit. Die Direktion der Akademie war rund zwei Wochen vor der Vergabe des französischen Filmpreises César am 28. Februar zurückgetreten. Einer der Gründe war die Mehrfachnominierung des Films "Intrige" von Roman Polanski, gegen den kurz zuvor neue Vergewaltigungsvorwürfe erhoben worden waren. Die Akademie stand aber schon länger in der Kritik. Ihr wurden verkrustete Strukturen, fehlende Parität und ein Mangel an Mitspracherecht der Mitglieder vorgeworfen.

Auch Grammy-Akademie will mehr Vielfalt

Rund eine Woche nach der Oscar-Akademie hat auch die für die Grammys verantwortliche Recording Academy neue Mitglieder eingeladen und dabei den Fokus auf Vielfalt gelegt. Von den mehr als 2.300 eingeladenen Musikern und Mitarbeitern der Musikindustrie seien rund die Hälfte weiblich, etwa ein Drittel gehöre unterrepräsentierten ethnischen Gruppen an, teilte die Recording Academy in Los Angeles mit. Die Eingeladenen haben nun bis zum 15. September Zeit zuzusagen, bevor sie dann über die nächsten Grammys abstimmen können. Die Verleihung soll Ende Januar 2021 in Los Angeles stattfinden. Die Grammys gelten als bedeutendste Musikpreise der Welt. Anfang Juli hatte bereits die Oscar-Akademie angekündigt, mehr als 800 neue Mitglieder einladen zu wollen - 45 Prozent davon weiblich, gut ein Drittel aus unterrepräsentierten ethnischen Gruppen. Beide Vereinigungen waren zuvor heftig für zu wenig Diversität kritisiert worden.

Medien dürfen auch nach Jahren über Fehltritte öffentlich bekannter Menschen berichten

Öffentlich bekannte Menschen müssen es unter Umständen hinnehmen, dass über frühere Fehltritte auch Jahrzehnte später noch in den Medien berichtet wird. Die Möglichkeit der Berichterstattung erlösche nicht „durch bloßen Zeitablauf“, entschied das Bundesverfassungsgericht in einem Beschluss zum „Recht auf Vergessen“. Ein Magazin hatte über den Täuschungsversuch eines Unternehmers bei seinem juristischen Staatsexamen berichtet. Der Unternehmer klagte dagegen und bekam von einem Zivilgericht auch erstmal recht. Das Bundesverfassungesgericht dagegen sagt nun: „Eine Person, die aus eigenem Zutun derart dauerhaft in der Öffentlichkeit steht, kann nicht verlangen, dass ihre in der Vergangenheit liegenden Fehler, nicht aber ihre Vorzüge, in Vergessenheit geraten“.

Festakt zur Goethe-Medaille findet digital statt

Der Festakt zur Verleihung der Goethe-Medaille findet digital statt. Wegen der Corona-Pandemie könnten die Preisträger nicht nach Weimar reisen, wo das offizielle Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland verliehen wird, erklärte die Deutsche Welle in Bonn. Daher plane der Auslandssender gemeinsam mit dem Goethe-Institut einen digitalen Festakt. Vorgesehen seien etwa Interviews, Filmporträts und Musik. Die Goethe-Medaille geht in diesem Jahr an die bolivianische Künstlerin und Museumsdirektorin Elvira Espejo Ayca, den britischen Schriftsteller Ian McEwan und die südafrikanische Schriftstellerin Zukiswa Wanner. Persönlichkeiten erhalten sie jedes Jahr für ihr herausragendes Engagement im internationalen Kulturaustausch. Die Preisübergabe findet traditionell am 28. August statt, am Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe.

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