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Dienstag, 15.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 15. Oktober 2019

"Tatort" - Schauspieler Dieter Jaßlauk gestorben

Der Schauspieler Dieter Jaßlauk ist tot. Er sei im Alter von 85 Jahren gestorben, teilte das Schauspiel Leipzig mit. Der gebürtige Dresdner habe mehr als 40 Jahre lang auf der Bühne des Leipziger Theaters gestanden. Von 1978 bis 2007 gehörte er zum festen Ensemble, spielte danach weiterhin als Gast. Im Jahr 2008 habe Jaßlauk fünfzigjähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Seine Theaterlaufbahn startete der in Dresden geborene Schauspieler in Meinigen. Sein Engagement in Leipzig begann als Teil einer Inszenierung von Shakespeares König Lear. Jaßlauk hatte auch einige TV-Auftritte. In der Krimireihe "Tatort" war er jahrelang als Nebendarsteller zu sehen. Er spielte beim Leipziger Ermittlerteam die Figur des Herrn Schmitz, Pensionswirt von Hauptkommissar Andreas Keppler, gespielt von Martin Wuttke.

Deutsche dürfen über Namen für Planeten abstimmen

Die Deutschen dürfen einem fernen Exoplaneten und seinem Stern einen Namen geben: Ab sofort können alle Menschen, die in Deutschland wohnen oder eine deutsche Schule im Ausland besuchen, im Internet über fünf vorab ausgewählte Namensvorschläge abstimmen. Wie die Initiatoren weiter mitteilten, läuft die Aktion auf exoplanet-benennen.de noch bis zum 14. November. Zuvor hatten u.a. Kindergartengruppen und amateurastronomische Vereinigungen Namensvorschläge eingereicht. Eine Forscherjury wählte dann die fünf verbleibenden Vorschläge aus. Benannt werden ein Planet mit rund dreifacher Jupiter-Masse und sein roter Riesenstern unweit des Polarsterns. Der Stern ist mit dem Fernglas und für sehr geübte Beobachter unter besten Bedingungen auch mit bloßem Auge sichtbar. Zwei der ausgewählten Namenspaare lauten: Planet Neri umkreist Stern Mago und Planet Rosenrot umkreist Stern Schneeweißchen.

Europäischer Kulturpreis für Rauch und Pape

Der Maler Neo Rauch und der Opernsänger René Pape gehören in diesem Jahr zu den Gewinnern des Europäischen Kulturpreises "Taurus". Bei einer Gala in der Wiener Staatsoper werde die undotierte Auszeichnung am kommenden Sonntag überreicht, teilte das Europäische Kulturforum mit. Geehrt werden außerdem die schwedische Sopranistin Nina Stemme, ihr Kollege Thomas Hampson aus den USA, der italienische Filmstar Sophia Loren, Designerin Vivienne Westwood, die australische Dirigentin Simone Young, der Komponist und Mäzen Gordon Getty und die Umweltinitiative R20 Austrian World Summit, die von Arnold Schwarzenegger mitbegründet wurde. Die junge Komponistin Alma Deutscher aus Großbritannien erhält den Nachwuchspreis. Die Staatsoper in Wien gehört gleichfalls zu den Geehrten und gestaltet das musikalische Programm der Gala. Preisstifter ist das Europäische Kulturforum.

Buchbranche mit Umsatzplus

Die deutsche Buchbranche gibt sich mit Blick auf die Marktlage optimistisch. "Die Stimmung ist gut", sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse. "Verlage und Buchhandlungen gelingt es, sich in der wachsenden Medienkonkurrenz zu behaupten." Für die ersten neun Monaten 2019 verzeichnete der Buchmarkt ein Umsatzplus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2018 musste die Branche noch ein Minus von 1,1 Prozent für die ersten drei Quartale hinnehmen. Besonders erfolgreich war in diesem Jahr bislang das Sachbuch. In den heutigen Zeiten sei sich die Branche ihres wichtigen gesellschaftlichen Auftrags bewusst. "Sie möchte Debatten zu den drängenden Fragen unserer Zeit anstoßen und mitgestalten: zu Globalisierung und Digitalisierung, Klima- und Umweltschutz, Migration und zur Entwicklung unserer Demokratien."

PEN fordert Abzug der türkischen Armee

Das Präsidium des deutschen PEN-Zentrums und die von ihm betreuten Exil-Autoren fordern den Abzug der türkischen Armee aus Nord-Syrien und den sofortigen Stopp der Kampfhandlungen. In ihrer Erklärung heißt es, die Türkei habe "eine völkerrechtswidrige Invasion begonnen" und setze auch "irreguläre, dschihadistische Kämpfer" ein. Gefangene würden gefoltert und hingerichtet, und diese Kriegsverbrechen müssten verfolgt, aufgeklärt und geahndet werden. Außerdem müssten alle wegen ihrer Kriegsgegnerschaft inhaftierten Menschen in der Türkei und alle anderen Dissidenten freigelassen werden. Das PEN-Zentrum versteht sich nach eigenen Angaben als Anwalt des freien Worts und als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftsteller.

Prag verbietet Pandakostüme und Seifenblasen

Die Touristenmetropole Prag hat genug von Straßenkünstlern, die in riesigen Panda-, Gorilla- und Eisbärenkostümen durch das Stadtzentrum ziehen. Jetzt trat eine neue Verordnung der Stadtverwaltung in Kraft, die konkret "Auftritte in Tierverkleidungen" verbietet. Generell sind alle Kostüme nicht mehr erlaubt, die "über die Proportionen eines erwachsenen Menschen hinausgehen". Kritiker halten die Tierverkleidungen seit langem für unpassend in der historischen Kulisse der Unesco-Welterbestadt. Auch wer zur Belustigung der Touristen riesige Seifenblasen herstellt, bekommt fortan Platzverbot. Die Seifenschmiere sei gefährlich für Fußgänger, hieß es zur Begründung.Im vorigen Jahr kamen rund 6,7 Millionen ausländische Übernachtungsgäste nach Prag. Während die Zahl der Touristen seit Jahrzehnten zunimmt, ist die Zahl der Einwohner des ersten Innenstadtbezirks seit 1991 von mehr als 41 000 auf knapp 29 500 Menschen zurückgegangen.

Evaristo und Atwood gewinnen Booker-Literaturpreis

Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr ausnahmsweise an zwei Autorinnen. Ausgezeichnet wurden die Britin Bernardine Evaristo und die Kanadierin Margaret Atwood, wie die Jury in London mitteilte. Evaristo wurde für ihr Buch "Girl, Woman, Other" geehrt. Darin erzählt sie Geschichten von zwölf Menschen, meist dunkelhäutigen britischen Frauen, deren Leben miteinander verwoben sind. Das Buch habe etwas ausdrücklich Magisches, befand die Jury. Atwood bekam den Preis für den Roman "The Testaments" und gehört damit zu den wenigen zweimaligen Gewinnern des Booker-Preises. Im Jahr 2000 hatte sie ihn bereits für das Buch "Der blinde Mörder" erhalten. "The Testaments" ist eine Fortsetzung ihres Romans "Der Report der Magd" aus dem Jahr 1986. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft in Nordamerika. Unter der Herrschaft einer theokratischen Diktatur werden Frauen unterdrückt. Der "Booker Prize" ist mit 50.000 Pfund (rund 57.000 Euro) dotiert. Die beiden Gewinnerinnen teilen sich das Preisgeld. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen.

Sasa Stanisic erhält den Deutschen Buchpreis

Sasa Stanisic erhält den Deutschen Buchpreis 2019. Das gab die Jury in Frankfurt am Main bekannt. Sein Roman "Herkunft" gilt damit als der beste Roman des Jahres. Schon 2014 hatte der aus Bosnien stammende Autor mit "Vor dem Fest" den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen. Der 41-Jährige erzählt in seinem Roman über seine Großmutter, die langsam das Gedächtnis verliert, über die Flucht der Familie während des Bosnien-Kriegs nach Deutschland und behandelt dabei die Frage, welche Rolle Herkunft überhaupt spielt. Der Preis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Der Sieger erhält 25 000 Euro, die fünf übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. In diesem Jahr standen in der letzten Runde drei Männer und drei Frauen, drei Neulinge und drei etablierte Autoren zur Wahl.

Stanisic nutzt Dankesrede für Breitseite gegen Handke

Der frisch gekürte Buchpreis-Gewinner Sasa Stanisic hat in seiner Dankesrede den Literaturnobelpreisträger Peter Handke heftig angegriffen. Die Entscheidung aus Stockholm in der vergangenen Woche habe ihm die Freude über den Deutschen Buchpreis "vermiest", sagte der 41-Jährige im Kaisersaal des Frankfurter Römer. Stanisic stammt aus Bosnien, Handke hatte in den 1990er Jahren für Serbien Partei ergriffen. "Ich hatte das Glück, dem zu entkommen, was Peter Handke in seinen Texten nicht beschreibt", sagt der Autor, der 1992 nach Deutschland floh.

Digital-Staatsministerin Bär gegen Gamer-Überwachung

Digital-Staatsministerin Bär hält eine breite Überwachung der Computerspiele-Szene für unangemessen. Sie halte es nicht nur für übertrieben, sondern für gefährlich, Gamer unter Generalverdacht zu stellen, sagte die stellvertretende CSU-Vorsitzende der Zeitung "Die Welt". Nur weil sich Extremisten in der Gaming-Szene herumtrieben, könne man nicht hergehen und die Szene als Ganze unter Verdacht stellen. Bär reagierte damit auf Äußerungen von Bundesinnenminister Seehofer nach dem Terroranschlag von Halle, der einen Zusammenhang zwischen Extremisten und der Computerspiele-Szene hergestellt hatte. Kritiker warfen ihm daraufhin vor, vom Problem des Rechtsextremismus abzulenken.

Serie über Brand von Notre-Dame geplant

Der Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame soll verfilmt werden. Die französischen Produktionsfirmen Vendôme und Pathé planen eine Serie auf Englisch. Dies bestätigte Vendôme-Gründer Philippe Rousselet der Nachrichtenagentur AFP. Die Mini-Serie soll vier bis sechs Teile umfassen, auf einem Artikel der US-Zeitung "New York Times" beruhen und könnte 2021 ausgestrahlt werden. Man werde sich so weit wie möglich an die Fakten halten, so Rousselet. Man werde das aktuelle Geschehen während der Entwicklung der Serie verfolgen, insbesondere da die Brandursache immer noch nicht festgestellt worden sei. Bei dem Brand im vergangenen April waren das Dach und der Spitzturm der gotischen Kathedrale zerstört worden. Auslöser des Brandes war Ermittlern zufolge vermutlich eine brennende Zigarette oder ein Kurzschluss. Zum Zeitpunkt des Brandes waren Bauarbeiten am Dach im Gang.

Der US-Autor Sam Bobrick ist gestorben

Der US-Schriftsteller Sam Bobrick, der durch TV-Serien und Theaterstücke bekannt wurde, ist tot. Medienberichten zufolge starb er im Alter von 87 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Im Fernsehen war Bobrick vor allem durch die von ihm geschaffene Sitcom "California High School" bekannt. Die von 1989 bis 1993 laufende Komödie um eine Gruppe Schüler machte die damaligen Nachwuchsschauspieler Elizabeth Berkley und Mario Lopez berühmt. Zudem schrieb Bobrick mehr als 40 Theaterstücke, von denen einige am New Yorker Broadway aufgeführt wurden. Mehrere Werke kamen auch auf deutsche Bühnen, darunter die Kriminalkomödie „Mörderkarussell“, die Familiengroteske „Liebe verhasste Mama“ und die Shakespeare-Parodie „Hamlet II - besser als das Original“.

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