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Kulturnachrichten

Freitag, 26. Juni 2020

Anne Weber wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim

Die Autorin und Übersetzerin Anne Weber ("Luft und Liebe") wird neue Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Sie bekommt damit neben dem Wohnrecht in dem Frankfurter Stadtteil auch ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro. In der Begründung der Jury heißt es: "Anne Webers Texte sind hintergründige und existenzielle Spiele mit der Wirklichkeit, sie bringen Bewegung in scheinbar Festgefügtes, Verbrieftes oder Vergangenes." Weber ist nach Angaben der Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim die 47. Amtsinhaberin und löst die Autorin Anja Kampmann ab. Die Jury hob Webers Recherche über ihren Urgroßvater, "Ahnen", hervor sowie ihr Buch "Annette, ein Heldinnenepos". Der Literaturpreis soll am 30. August verliehen werden. Auch Herta Müller und Peter Härtling wurden schon damit geehrt.

Dirigent Chuang wird Generalmusikdirektor in Bochum

Der aus Taiwan stammende Dirigent Tung-Chieh Chuang wird ab der Saison 2021/2022 Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. Sein Vertrag läuft über drei Jahre und kann dann zunächst um zwei weitere Jahre verlängert werden, teilte die Stadt Bochum mit. Der 37-jährige Dirigent folgt auf Steve Sloane, der dann 27 Jahre im Amt war. Sloane hatte vor zwei Jahren seinen Rückzug angekündigt. Chuang, der derzeit in Berlin lebt, wird auch Intendant des Anneliese Brost Musikforums Ruhr, so wie sein Vorgänger.

Filmstart von Nolans Thriller "Tenet" erneut verschoben

Der Filmstart des neuen Mega-Budget-Thrillers von Regisseur Christopher Nolan ist wegen der Corona-Pandemie erneut verschoben worden. Der im Vorfeld als möglicher Sommer-Kassenschlager angepriesene Film "Tenet" werde nicht - wie nach einer ersten Terminverschiebung festgelegt - am 31. Juli, sondern erst ab dem 12. August in die Kinos kommen. Das sagte eine Sprecherin des Unterhaltungskonzerns Warner Brothers der Nachrichtenagentur AFP. Sie fügte hinzu, der Film werde anlaufen, wenn die Kinobetreiber und die Gesundheitsbehörden der Meinung seien, dass es der richtige Zeitpunkt sei. "Tenet" sollte der erste Film sein, der nach den monatelangen Corona-Beschränkungen in die Kinos kommt. Der Film wurde mit einem Budget von 205 Millionen Dollar (rund 182 Millionen Euro) produziert. John David Washington, der Sohn von Hollywood-Star Denzel Washington, spielt die Hauptrolle.

Wiesner wird Direktor des Fotofestivals in Arles

Der deutsche Christoph Wiesner wird Leiter der internationalen Rencontres de la Photographie in Arles. Er werde das Amt im September antreten, teilte das Festival mit. Wiesner wurde 1965 in Gemünden am Main bei Frankfurt geboren und wuchs in Frankreich auf. In Paris studierte er Museologie an der Ecole du Louvre. Er arbeitete unter anderem für Galerien in Deutschland und Frankreich und ist seit 2015 künstlerischer Leiter der weltgrößten Fotomesse Paris Photo. Er tritt die Nachfolge von Sam Stourdzé an, der Direkor der Villa Médici in Rom wird. Das Fotofestival im südfranzösischen Arles ist weltweit das größte seiner Art. Wegen der Corona-Krise wurde die 51. Ausgabe dieses Jahr abgesagt, die vom 29. Juni bis 20. September hätte stattfinden sollen.

Regisseur Serebrennikow erhält Bewährungsstrafe

Der russische Regisseur Kirill Sereebrennikow muss nicht ins Gefängnis. Ein Gericht in Moskau verhängte eine Bewährungsstrafe. In Berlin hatten zuvor deutsche Theaterschaffende gegen die Verurteilung demonstriert. Etwa 120 Protestierende versammelten sich vor der russischen Botschaft, unter ihnen der Schauspieler Lars Eidinger, der Intendant des Deutschen Theaters, Ulrich Khuon und der künstlerische Leiter der Schaubühne, Thomas Ostermeier. Ein russisches Gericht hatte heute Serebrennikow in einem umstrittenen Verfahren wegen der Veruntreuung von Fördergeldern schuldig gesprochen.

Mainzer Gutenberg-Museum soll Neubau weichen

Das sanierungsbedürftige Mainzer Gutenberg-Museum soll abgerissen und durch einen Neubau am alten Standort ersetzt werden. Nach zweijährigen Beratungen sprach sich eine von der Stadt einberufene "Arbeitswerkstatt" mit großer Mehrheit gegen einen Umzug aus. Der Beschluss ist eine Empfehlung für den Stadtrat, der die eigentliche Entscheidung fällen muss. Die Kosten des Neubaus am Mainzer Dom, in dessen Nähe sich im 15. Jahrhundert vermutlich auch Gutenbergs Druckerwerkstatt befand, werden mit rund 71 Millionen Euro beziffert. Dazu soll auch die Trägerschaft des bisher rein städtischen Museums an eine Stiftung übertragen werden.

Hauptstadtkulturfonds fördert Projekte mit 5,3 Mio Euro

Mit 5,3 Millionen Euro wird der Hauptstadtkulturfonds zunächst 63 Projekte in diesem Jahr bezuschussen. Dazu zählen etwa Ausstellungen, Inszenierungen, Feste, Musikprojekte oder Uraufführungen. Mit 220 lag die Zahl der Anträge höher als sonst, was der Fonds nach eigenen Angaben auch auf die schwierige Lage der Kulturszene in der Corona-Krise zurückführt. In der ersten Runde wurden unter anderem 250 000 Euro für den Europäischen Filmpreis in Berlin genehmigt. 200 000 Euro bekommt das KW Institute for Contemporary Art für ein Projekt mit der US-Künstlerin Renée Green, die Sophiensaele werden beim Projekt "Coming of Age" mit 190 000 Euro unterstützt. Das Maxim Gorki Theater erhält 155 000 für die Uraufführung von "1000 Serpentinen Angst", die Akademie der Künste wiederum wird mit 150 000 Euro gefördert für ein Projekt mit dem Künstler Jochen Gerz zu Petitionen. Zudem gibt es jährliche Förderungen für die Festivals Tanz im August (750 000 Euro), das Internationale Literaturfestival (600 000 Euro), das Poesiefestival (400 000 Euro) und Young Euro Classic (450 000 Euro). Mit Blick auf das kommende Jahr will der Hauptstadtkulturfonds eine Ausstellung mit Arbeiten des Schweizer Künstlers Ferdinand Hodler in der Berlinischen Galerie mit 600 000 Euro fördern.

ITI-Theater-Festival in Offenbach und Frankfurt

Das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) vergibt sein Festival "Theater der Welt" für 2023 an die Städte Frankfurt und Offenbach. "Theater der Welt" wurde für die Ausgabe 2023 erstmals formal ausgeschrieben. In den Jahren zuvor fand es in Düsseldorf statt. 1981 vom deutschen ITI-Zentrum als eine nationale Initiative im Anschluss an das ITI-Festival "Theater der Nationen" (Hamburg 1979) gegründet, präsentiert "Theater der Welt" nach Veranstalterangaben alle drei Jahre wegweisende Leistungen und Entwicklungen des Theaters aus allen Kontinenten. Aufgrund der Coronapandemie wurde die für dieses Jahr geplante Ausgabe von "Theater der Welt" in Düsseldorf auf den 17. Juni bis 4. Juli 2021 verlegt.

DuMont übernimmt Düsseldorfer "Express" komplett

Das Kölner Verlagshaus DuMont will Alleineigentümer der Düsseldorfer Ausgabe des Boulevardblatts "Express" werden. Mit dem Kauf unterstreiche DuMont den Fokus auf die Weiterentwicklung und Digitalisierung von "Kölner Stadt-Anzeiger" (KStA) und "Express", teilte das Unternehmen in Köln mit. Seit 1969 hatte DuMont sich die Düsseldorfer Ausgabe des "Express" zu 50 Prozent mit der Wuppertaler Westdeutschen Zeitung GmbH geteilt. Das Bundeskartellamt muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Comic-Salon ehrt Anke Feuchtenberger für Lebenswerk

Die Hamburger Künstlerin und Comiczeichnerin Anke Feuchtenberger erhält den Max und Moritz-Sonderpreis für ihr Lebenswerk. Gewürdigt werde "der enorme Einfluss einer Künstlerin, die in Werk und Lehre immer ein Labor für die Erforschung von narrativem Neuland sieht", teilte die Stadt Erlangen mit. Julia Bernhard wird für das beste deutschsprachige Comic-Debüt ("Wie gut, dass wir darüber geredet haben") ausgezeichnet. Die Preise hätten beim 19. Internationalen Comic-Salon Erlangen verliehen werden sollen. Der Max und Moritz-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum. Er wird seit fast 40 Jahren durch eine von der Stadt Erlangen berufene Jury vergeben. Weitere Preisträger werden beim Start des "Digitalen Comic-Salons" am 10. Juli in Form eines Video-Streams bekannt gegeben. Nominiert sind 25 Titel.

Minenarbeiter nach Fund von Edelsteinen Millionär

Saniniu Kuryan Laizer, Minenarbeiter aus Tansania, ist nach dem Fund von zwei kostbaren Tansanit-Steinen Millionär. Die beiden Steine seien die größten, die je im Land gefunden wurden, sagte Bergbauminister Dotto Biteko. Der 52-Jährige verkaufte die Steine für umgerechnet 2,9 Millionen Euro an die Regierung - Experten zufolge ein Spottpreis. Gefunden hatte der Minenarbeiter die rund neun und fünf Kilogramm schweren Steine in den nördlichen Mirerani-Hügeln. Die Edelsteine würden nicht auf dem Markt verkauft, sondern sollen an das Nationalmuseum übergeben werden, erklärte die Regierung. Laizer hatte die Edelsteine mit der Hand ausgegraben, wodurch sie intakt geblieben sind.

US-Mobilfunker wirbt nicht mehr auf Facebook

Der Medienkonzern Verizon schließt sich dem Protest anderer Unternehmen an und schaltet vorübergehend keine Werbung mehr bei Facebook. Die Pause werde so lange andauern, bis Facebook eine akzeptable Lösung anbiete, teilte das Unternehmen mit. Verizon wirft dem weltgrößten Internetnetzwerk vor, zu wenig gegen die Verbreitung von Hassrede, Falschinformationen und Mobbing auf seinen Plattformen zu tun. Zu dem Werbeboykott haben Bürgerrechtsgruppen aufgerufen. Inzwischen haben sich Dutzende Unternehmen angeschlossen, von denen der zweitgrößte US-Mobilfunker der bekannteste und größte Konzern ist. Zuvor haben bereits der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry's, sowie die Outdoorbekleidungskonzerne Patagonia und North Face angekündigt, zunächst nicht mehr auf Facebook werben zu wollen.

Nachteile für Medien-Frauen in Corona-Krise

Journalistinnen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sehen in der Corona-Pandemie Nachteile für weibliche Medienschaffende gegenüber Männern und fordern Abhilfe. "Die Corona-Krise wirft Frauen weltweit zurück in Sachen Gleichberechtigung - auch in den Medienberufen. Während Männer Karriere machen, übernehmen Frauen oftmals zuhause die Care-Arbeit", teilte der Verein ProQuote Medien mit. Zugleich richtete er gemeinsam mit dem Presseclub Concordia sowie dem Frauennetzwerk Medien in Österreich und der Vereinigung Medienfrauen Schweiz einen Appell an Medienhäuser und Politiker. Zu den Forderungen zählen unter anderem: 50 Prozent Frauen auf allen Führungsebenen in den Redaktionen und Medienhäusern. Im Bereich Leitartikel, Kolumnen und Kommentare sollte es demnach auch ein solches Gleichgewicht geben - und gleiches Gehalt für gleiche Arbeit.

Grimme Online Awards sind vergeben

Beim Grimme Online Award hat unter anderem der Podcast "Das Coronavirus-Update" mit dem Virologen Christian Drosten einen Preis in der Kategorie "Information" gewonnen. Die NDR-Produktion demonstriere, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln könne, hieß es in der Begründung. "Das Coronavirus-Update" gewann außerdem den Publikumspreis. In der Kategorie "Spezial" wurde der Youtuber Rezo für sein Video "Die Zerstörung der CDU" ausgezeichnet. Dieser Film über die Widersprüche der herrschenden Politik sei das herausragende Online-Ereignis des Jahres gewesen, so die Jury. Dadurch sei intensiv wie selten zuvor über Vortrag und Wirkung der regierenden Politik, aber auch der Medien diskutiert worden. Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Gewinner in diesem Jahr nicht bei einer Gala, sondern in einem Livestream gewürdigt.

Google kauft erstmals Inhalte bei Zeitungsverlagen

Der US-Technologieriese Google wird erstmals in seiner Geschichte mit Zeitungsverlagen Lizenzverträge abschließen und Geld für die Präsentation von journalistischen Inhalten ausgeben. Das kündigte der Internet-Konzern in einem Blog-Eintrag an. Das Programm startet in Deutschland, Australien und Brasilien.Die Verwertungsgesellschaft VG Media, die die Interessen der Verlage im Rechtsstreit mit Google vertreten hat, bezeichnete es als Erfolg, dass Google "nach jahrelanger Weigerung" nun für Presseinhalte zahlen wolle. Ohne die neue europäische Regelung zum Urheberrecht wäre das nicht möglich gewesen, betonte VG Media-Geschäftsführer Markus Runde.

Der Eiffelturm ist wieder geöffnet

Nach mehr als drei Monaten Zwangspause wegen der Coronapandemie hat der Eiffelturm in Paris wieder geöffnet. Besucherinnen und Besucher dürfen der Betreiberfirma zufolge aber erst einmal nur über die Treppen in den zweiten Stock des Turms. Die Aufzüge sollen erst vom 1. Juli an wieder laufen. Es müssen auch Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, so müssen Gäste Masken tragen. Die Spitze des Eiffelturms bleibt vorerst geschlossen. Die Zahl der täglichen Besucher ist außerdem begrenzt. Interessierte müssen ihr Ticket vorher im Internet reservieren.

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