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Kulturnachrichten

Donnerstag, 25. Juni 2020

Grimme Online Awards sind vergeben

Beim Grimme Online Award hat unter anderem der Podcast "Das Coronavirus-Update" mit dem Virologen Christian Drosten einen Preis in der Kategorie "Information" gewonnen. Die NDR-Produktion demonstriere, dass auch ausführlicher Wissenschaftsjournalismus das Publikum fesseln könne, hieß es in der Begründung. "Das Coronavirus-Update" gewann außerdem den Publikumspreis. In der Kategorie "Spezial" wurde der Youtuber Rezo für sein Video "Die Zerstörung der CDU" ausgezeichnet. Dieser Film über die Widersprüche der herrschenden Politik sei das herausragende Online-Ereignis des Jahres gewesen, so die Jury. Dadurch sei intensiv wie selten zuvor über Vortrag und Wirkung der regierenden Politik, aber auch der Medien diskutiert worden. Der undotierte Grimme Online Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für herausragende Online-Publizistik und wird seit 2001 verliehen. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Gewinner in diesem Jahr nicht bei einer Gala, sondern in einem Livestream gewürdigt.

Verfahrenseinstellung gegen Serebrennikow gefordert

Der Deutsche Bühnenverein fordert, das umstrittene Strafverfahren gegen Kirill Serebrennikow einzustellen. Der russische Regisseur soll nach dem Willen der Moskauer Staatsanwaltschaft wegen Veruntreuung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt werden. Morgen soll das Urteil gesprochen werden. Der Theater- und Filmemacher beteuert seine Unschuld und sieht das Strafverfahren als Inszenierung, um die liberale Kunstszene mundtot zu machen. Auch Kanzlerin Angela Merkel und Hollywood-Stars hatten sich für Serebrennikow eingesetzt.

Google kauft erstmals Inhalte bei Zeitungsverlagen

Der US-Technologieriese Google wird erstmals in seiner Geschichte mit Zeitungsverlagen Lizenzverträge abschließen und Geld für die Präsentation von journalistischen Inhalten ausgeben. Das kündigte der Internet-Konzern in einem Blog-Eintrag an. Das Programm startet in Deutschland, Australien und Brasilien.Die Verwertungsgesellschaft VG Media, die die Interessen der Verlage im Rechtsstreit mit Google vertreten hat, bezeichnete es als Erfolg, dass Google "nach jahrelanger Weigerung" nun für Presseinhalte zahlen wolle. Ohne die neue europäische Regelung zum Urheberrecht wäre das nicht möglich gewesen, betonte VG Media-Geschäftsführer Markus Runde.

Der Eiffelturm ist wieder geöffnet

Nach mehr als drei Monaten Zwangspause wegen der Coronapandemie hat der Eiffelturm in Paris wieder geöffnet. Besucherinnen und Besucher dürfen der Betreiberfirma zufolge aber erst einmal nur über die Treppen in den zweiten Stock des Turms. Die Aufzüge sollen erst vom 1. Juli an wieder laufen. Es müssen auch Gesundheitsvorschriften eingehalten werden, so müssen Gäste Masken tragen. Die Spitze des Eiffelturms bleibt vorerst geschlossen. Die Zahl der täglichen Besucher ist außerdem begrenzt. Interessierte müssen ihr Ticket vorher im Internet reservieren.

Kulturrat vermisst bundeseinheitliches Hilfsprogramm

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, verlangt bundeseinheitliche Regeln für das Hochfahren der Kultur nach dem Corona-Lockdown. "Nicht einmal in der Krise gibt es ein einziges gemeinsames Programm der Länder, das die Kultur unterstützt", sagte Zimmermann der "Augsburger Allgemeinen". Für Künstler in Hamburg gebe es etwa eine gut ausgebaute Unterstützungsinfrastruktur - wer indes nebenan in Niedersachsen wohne, habe "Pech gehabt, weil es dort erheblich weniger Hilfen gibt". Weiter sagte Zimmermann, eine zweite Corona-Welle samt neuem Lockdown wäre für den Kulturbetrieb nicht verschmerzbar.

Katja Pietsch wird Chefredakteurin von Radio Bremen

Die Nachrichtenchefin von Radio Bremen, Katja Pietsch, wird ab 1. August neue Chefredakteurin des Senders. Die Diplom-Journalistin und frühere Moderatorin des Fernsehmagazins "buten un binnen" ist Nachfolgerin von Andrea Schafarczyk, die als Chefredakteurin zum Hessischen Rundfunk wechselt. In ihrer neuen Funktion ist Pietsch für die gesamte regionale Berichterstattung des Senders in Fernsehen, Hörfunk und Online verantwortlich und auch für die Zulieferung für die "Tagesschau" sowie für Recherche, Sport und Nachrichten zuständig. Die Personalie steht noch unter Vorbehalt, da der Verwaltungsrat noch zustimmen muss.

Neuer Literaturpreis für Debüt-Roman von Cihan Acar

Der Heilbronner Schriftsteller Cihan Acar (34) erhält den erstmals vergebenen Literaturpreis der Doppelfeld-Stiftung für erzählerische Debüts. Die mit 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem Autor für seinen in diesem Jahr bei Hanser erschienenen Romanerstling "Hawaii" zuerkannt. Darin beschreibt Acar, wie ein gescheiterter türkischstämmiger Fußballstar drei Tage und Nächte durch seine Heimatstadt Heilbronn streift. Der Preis wird am 17. September im Münchner Literaturhaus verliehen. "Alltäglicher Rassismus und Chancenungleichheit sind die hochaktuellen Themen, die Acar ebenso beiläufig wie markant in Szene setzt", heißt es in der Jurybegründung.

Seehofer verzichtet auf Strafanzeige gegen "taz"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verzichtet darauf, wegen einer polizeikritischen Kolumne in der Tageszeitung "taz" Strafanzeige zu stellen. Er werde stattdessen die "taz"-Chefredaktion in sein Ministerium einladen, "um mit ihr den Artikel und seine Wirkung zu besprechen", erklärte Seehofer. Außerdem werde er sich an den Deutschen Presserat wenden, weil die Kolumne "in meinen Augen einen schweren Verstoß gegen den Pressekodex darstellt". Der Presserat hat inzwischen auf der Grundlage von 340 Beschwerden ein Verfahren gegen den Text eingeleitet. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) lobte Seehofers Entscheidung, von einer Anzeige abzusehen. Der Innenminister hatte am Sonntag angekündigt, am nächsten Tag Anzeige wegen der Kolumne zu erstatten. Daraufhin schlug ihm breite Kritik entgegen.

Orden wider den tierischen Ernst für Iris Berben

Die Schauspielerin Iris Berben wird mit dem Orden wider den tierischen Ernst des Aachener Karnevalsvereins ausgezeichnet. "Iris Berben hat uns Deutsche immer wieder zum Lachen gebracht, aber sie redet uns auch ins Gewissen", erklärte Vereinspräsident Werner Pfeil. Sie liebe Komik als Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung, zugleich nutze sie ihre Popularität, um sich zum Beispiel gegen Rassismus oder Antisemitismus einzusetzen. Die 69-jährige Berben sei "Vorbild für uns alle". Die offizielle Auszeichnung findet Ende Januar 2021 bei der Festsitzung des Karnevalsvereins in Aachen statt. Dort soll Berben als siebte Frau in der Geschichte des Ordens "zur Ritterin geschlagen" werden.

US-Nationalgarde schützt Denkmäler in Washington

Die US-Regierung hat rund 400 Soldaten der Nationalgarde in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzen lassen, um Denkmäler in der Hauptstadt Washington zu schützen. Man werde die lokalen Polizeikräfte unterstützen, um jede Verunstaltung oder Zerstörung zu verhindern, sagte ein Sprecher der Nationalgarde. Hintergrund sind die jüngsten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die auch eine Debatte über die Erinnerungskultur des Landes angestoßen haben. In der Folge stürzten Demonstranten in mehreren Bundesstaaten Statuen historischer Figuren um, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden.

"Vom Winde verweht" jetzt mit Warnhinweisen

Nach einer zweiwöchigen Unterbrechnung hat die US-Streamingplattform HBO Max das umstrittene Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht" wieder ins Programm genommen. Zur Seite gestellt wurden dem Hollywood-Klassiker historische Hinweise zur Sklaverei in den USA. In einem Vorwort wird darauf verwiesen, dass das Melodram wegen seiner beschönigenden Darstellung von Sklaverei und einem stereotypen Bild von Schwarzen oft kritisiert worden sei. Es sei wichtig, solche Filme im Original sehen zu können, aber auch kritisch über Werte und Geschichte zu reflektieren. "Vom Winde verweht" entstand 1939. Mit Stars wie Vivien Leigh und Clark Gable wird die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O'Hara in den US-Südstaaten zu Zeiten des Bürgerkrieges erzählt. Die Probleme der Sklaverei werden in dem Klassiker nicht thematisiert.

Nobelpreisträger sehen Gefahren für die Demokratie

Zahlreiche Nobelpreisträger und prodemokratische Organisationen aus aller Welt haben vor den Gefahren der Coronavirus-Pandemie für die Demokratie gewarnt. Sie bedrohe nicht nur das Leben und die Existenzgrundlage von Menschen weltweit, sondern sei auch eine politische Krise, die die Zukunft der freiheitlichen Demokratie gefährde, schrieben sie in einem offenen Brief. "Die Covid-19-Krise ist ein alarmierender Weckruf und eine dringende Warnung, dass die von uns wertgeschätzten Freiheiten in Gefahr sind und wir sie nicht als selbstverständlich hinnehmen dürfen." Zu den mehr als 500 Unterzeichnern zählen unter anderen die Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk, Juan Manuel Santos und Lech Walesa, sowie knapp 60 frühere Staats- und Regierungschefs.

NASA benennt ihr Hauptgebäude nach Mary Jackson

Die NASA hat ihr Hauptgebäude in Washington zu Ehren der ersten afro-amerikanischen Ingenieurin im Dienst der US-Raumfahrtbehörde umbenannt. Das Gebäude werde künftig "Mary Jackson" heißen, teilte NASA-Chef Bridenstine mit. Die 2005 gestorbene Ingenieurin hatte ab den frühen 50er-Jahren für die NASA gearbeitet. Sie gehörte zu einer kleinen Gruppe afro-amerikanischer Frauen, die komplizierteste Berechnungen für Raumfahrt-Missionen weitgehend ohne Hilfsmittel durchführte - dafür öffentlich aber keinerlei Anerkennung erfuhr. Erst 2016 wurden Jackson und einige ihrer Kolleginnen durch den erfolgreichen Hollywood-Film "Hidden Figures" einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Der Louvre hat 40 Millionen Euro Verlust gemacht

Der Pariser Louvre hat in der Corona-Krise 40 Millionen Euro Verlust gemacht. Das gab Museumsdirektor Martinez nach der mehr als dreimonatigen Schließung bekannt. Im Sommer rechnet die Museumsleitung nur mit einem Bruchteil der Menschen, die normalerweise kommen. "75 Prozent unserer Besucher stammen aus dem Ausland", betonte Martinez. Am 6. Juli solle das Haus nun wieder öffnen. Tickets müssten vorab im Internet reserviert werden, zudem seien eine Maskenpflicht und Abstandsregeln geplant. Zugleich kündigte Martinez einen Umbau des größten Pariser Museums bis zu den Olympischen Sommerspielen 2024 an. Damit solle der Louvre eine "kulturelle Demokratisierung" erfahren.

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