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Kulturnachrichten

Sonntag, 21. Juni 2020

Der Schauspieler Jürgen Holtz ist tot

Der Schauspieler Jürgen Holtz ist gestorben. Das teilt die Galerie Bernet Bertram mit, die Holtz' bildnerisches Werk vertritt. Jürgen Holtz, der 87 Jahre alt wurde, studierte von 1952 bis 1955 am Deutschen Theaterinstitut Weimar und der Theaterhochschule Leipzig Schauspiel. Er spielte an zahlreichen deutschen Theatern, im Fernsehen, im Kino. Nach Gastspielen im Westen verließ Holtz 1983 die DDR. 1993 wurde er für sein Solo "Katarakt" von Rainald Goetz am Schauspiel Frankfurt am Main von den Kritikerinnen und Kritikern in "Theater Heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt. Im selben Jahr machte er sich auch dem Fernseh-Publikum bekannt, als er in der Rolle des Motzki als ehemaliger Fahrlehrer (West) auf die Ostdeutschen schimpfte.

WWF beklagt Rekord-Abholzung am Amazonas

Zum morgigen "Tag des Regenwalds" beklagt die Umweltorganisation WWF eine Rekord-Abholzung des Amazonas-Regenwalds. Dessen Zerstörung steuere neuen Höchstwerten entgegen, heißt es in einer heute veröffentlichten Erklärung. Demnach seien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mehr als 2.000 Quadratkilometer Wald verloren gegangen. Das entspreche einem Anstieg von 34 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr und 49 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Man steuere auf eine existenzielle Katastrophe zu, warnte Roberto Maldonado, Brasilien-Referent beim WWF. Insgesamt seien bereits rund 20 Prozent des ursprünglichen Regenwaldes zerstört. Wissenschaftler rechnen nach Angaben des WWF damit, dass der Kipp-Punkt bei spätestens 25 Prozent zerstörter Fläche erreicht ist. Ab diesem Moment könnte das Ökosystem derart gestört sein, dass der Amazonas seine Funktion als Klimaanlage der Erde verliert und sich großflächig in eine Steppe verwandelt.

Protestlesung erinnert an Nobelpreisträger Liu Xiaobo

Vor der chinesischen Botschaft in Berlin ist mit einer Marathon-Protestlesung an den 2017 in China gestorbenen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo erinnert worden. Die um sechs Uhr gestartete zwölfstündige Lesung aus Texten und Briefen des Schriftstellers und Menschenrechtlers hatte der evangelische Pfarrer Roland Kühne organisiert. Liu Xiaobo war Literaturprofessor, Präsident des chinesischen PEN-Clubs und Bürgerrechtler. Er wurde 2009 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 2010 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den er nicht entgegennehmen konnte. Bei der Protestaktion wurde auch an weitere in China inhaftierte Schriftsteller und Dissidenten sowie an drei Journalisten erinnert, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Wuhan verschwunden sind.

Historiker Zeev Sternhell mit 85 Jahren gestorben

Der israelische Historiker, Politikwissenschaftler und Friedensaktivist Zeev Sternhell ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Holocaust-Überlebende galt als Ikone der Linken in Israel und bezog immer wieder öffentlich Position gegen die israelische Siedlungspolitik und die Besetzung des Westjordanlandes. Die Hebräische Universität Jerusalem würdigte Sternhell als eine Persönlichkeit, die akademische Exzellenz und Engagement für Land und Gesellschaft in sich vereint habe. 2008 wurde er mit dem renommierten Israel-Preis für Politikwissenschaft ausgezeichnet. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit veröffentlichte Sternhell regelmäßig Kommentare in der Zeitung "Haaretz", in denen er sich oft deutlich gegen den Bau jüdischer Siedlungen im besetzten Westjordanland richtete. Er war einer der Gründer der siedlungskritischen Organisation "Peace Now".

Helga Schubert gewinnt Bachmannpreis 2020

Die gebürtige Berlinerin Helga Schubert hat den renommierten Bachmannpreis gewonnen. Die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Preise für deutschsprachige Literatur. Die 80-Jährige Berlinerin setzte sich mit einem Text über eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung gegen 13 andere Kandidatinnen und Kandidaten durch. Der Triumph kam 40 Jahre nach ihrer ersten Einladung zur Teilnahme. 1980 bekam Schubert keine Ausreisegenehmigung von der SED-Kulturbehörde. Von 1987 bis 1990 war sie schließlich Mitglied der Jury. In ihrem Text "Vom Aufstehen" schreibt sie darin über die Lebenserfahrungen einer Tochter mit ihrer vom Weltkrieg geprägten Mutter. Die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur fanden dieses Mal wegen der Coronapandemie virtuell statt.

Festnahmen nach Protest gegen Kolonialdenkmal

Nach einer Demonstration gegen ein Denkmal aus der Kolonialzeit im nordholländischen Hoorn ist es zu heftigen Unruhen gekommen. Etwa 200 vorwiegend junge Leute hätten am späten Freitagabend randaliert und die Konfrontation mit der Polizei gesucht, sagte der Bürgermeister Jan Nieuwenburg. Polizisten wurden mit Steinen, Stühlen und Tischen beworfen. Zwölf Personen wurden festgenommen. Die Krawalle seien nach den Worten des Bürgermeisters kein Grund, das Denkmal zu entfernen. Die Stadt hatte bereits 2011 auf einem Schild an dem Denkmal die Verdienste aber auch die Gräueltaten von Coen benannt.

Gitarre von Kurt Cobain für 6 Millionen Dollar versteigert

26 Jahre nach dem Tod von Kurt Cobain hat eine seiner Gitarren einen neuen Auktionsrekord aufgestellt. In Beverly Hills wurde das Instrument für gut 6 Millionen Dollar versteigert. Bisher war eine Gitarre von Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour mit 4 Millionen Dollar Rekordhalter. Käufer ist Peter Freedman, der Chef des australischen Audiotechnik-Unternehmens "Rode Microphones". Der 62-Jährige will die Rekord-Gitarre nun auf eine weltweite Ausstellungs-Tour schicken. Die Erlöse sollen Künstlern zugute kommen, die unter der Corona-Pandemie gelitten haben. Kurt Cobain, Sänger der Alternative-Band Nirvana, hatte das Instrument 1993 bei seinem legendären "MTV Unplugged"-Auftritt in New York gespielt, fünf Monate vor seinem Tod.

Partei MLPD errichtet Lenin-Statue in Gelsenkirchen

Vor der Zentrale der linksextremistischen Partei MLPD in Gelsenkirchen ist am Samstag eine Statue des russischen Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin errichtet worden. Die mit einem roten Tuch verhüllte Skulptur aus dem Jahr 1957 wurde am Ende eines Festakts enthüllt. An zwei Gegendemonstrationen nahmen mehr als 50 Menschen teil. Die Statue ist hochumstritten: Ein von der Stadt erlassener Baustopp war vom Oberverwaltungsgericht NRW kassiert worden. Die Stadt setzt nun auf Aufklärung und startete unter dem Titel #keinplatzfuerlenin ein Online-Videoprojekt. Im benachbarten Schloss Horst wird außerdem eine Ausstellung über die Geschichte des Kommunismus gezeigt.

Seltener "Feuerring" zeigt sich heute in Afrika und Asien

In Asien und Afrika findet heute eine seltene Art von Sonnenfinsternis statt. Dabei schiebt sich die Neumond-Scheibe vor die Sonne, so dass nur der äußere Ring noch zu sehen ist. Im Nordosten der Republik Kongo war der sogenannte Feuerring bereits heute Morgen zu beobachten. Im Laufe des weiteren Tages wird das Phänomen auch auf der arabischen Halbinsel sowie in einem Streifen über Indien bis Südchina auftreten. Nach Angaben von Astronomen wird die ringförmige Sonnenfinsternis nur auf zwei Prozent der Erdoberfläche zu sehen sein. Die Verdunkelung dauert dabei maximal eine Minute und 22 Sekunden.

Kritik an Kulturhilfen des Bundes

Das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters aufgelegte Corona-Hilfsprogramm für die notleidende Kulturbranche, die sogenannte Kulturmilliarde, ist erneut in die Kritik geraten. Barbara Rohm, Vorsitzende der Initiative Pro Quote Film, betonte im Deutschlandfunk Kultur, dass bei den Solo-Selbständigen und Kurzfristig Beschäftigten von diesen Geldern nichts ankomme, da sie nur für Betriebskosten und nicht für Miete und Lebensmittel ausgegeben werden dürfen. Die obigen Gruppen hätten aber in der Regel keinerlei solche Ausgaben. Man habe die Menschen aus dem Blick verloren, die die Branche am Laufen hielten, so Rohm.

"taz"-Chefredakteurin äußert Bedauern über Kolumne

Die "taz"-Chefredakteurin Barbara Junge hat wegen einer in die Kritik geratenen Kolumne über die Polizei ihr Bedauern geäußert. Junge schrieb in der heutigen Ausgabe, dass die Kolumne, so satirisch sie auch gewesen sein mag, daneben gegangen sei. Eine Passage in der Kolumne lese sich, als ob Polizisten mit Abfall gleichgesetzt würden. In dem Text vom Montag ging es darum, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht. Darin wurde auch die Option der Mülldeponie aufgegriffen. Aus der Berufsgruppe und von Politikern kam danach viel Kritik. Polizeigewerkschaften kündigten an, mit Strafanzeigen dagegen vorzugehen. Beim Deutschen Presserat gingen bereits bis Dienstag rund 50 Beschwerden ein.

Buch von John Bolton darf erscheinen

Das Buch des früheren US-Sicherheitsberaters John Bolton kann trotz Einspruchs der US-Regierung erscheinen. Das entschied heute ein Gericht. Das Weiße Haus hatte versucht die Veröffentlichung juristisch zu verhindern. Bolton verbreite darin nicht nur geheime Informationen, sondern gefährde mit der Veröffentlichung auch die "nationale Sicherheit", so die Begründung. Laut den Verlagsankündigungen wirft Bolton Präsident Trump außenpolitische Ignoranz, Nähe zu Diktatoren, und Amtsmissbrauch vor. In einem bereits vorab veröffentlichten Auszug schreibt er zudem, dass nahezu alle wichtigen Entscheidungen des Präsidenten von wahltaktischem "Kalkül" bestimmt gewesen seien.

Berliner Kino Colosseum öffnet nicht wieder

Eines der ältesten Lichtspielhäuser Deutschlands, das Berliner Colosseum, wird geschlossen bleiben, wenn im Juli die Kinos der Stadt wieder öffnen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga teilte mit, dass das Colosseum den Betrieb einstelle. Wegen der Hygiene-Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen sei ein rentabler Betrieb auf absehbare Zeit nicht mehr möglich. Um die Kosten einzuspielen, müssten durchschnittlich 70 Prozent der Plätze belegt sein. Dies sei nicht zu erreichen, wenn Besucher 1,50 Meter Abstand voneinander halten sollten. Nicht nur die Corona-Krise setzt dem Kinobetrieb ein Ende. Der Hauseigentümer habe den Pachtvertrag zum Jahresende gekündigt und wolle auch an einen anderen Kinobetreiber nicht vermieten, teilte Laboga mit. Eine Investorenlösung für die Betriebsgesellschaft komme daher nicht in Frage. Die rund 45 Beschäftigten seien freigestellt.

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Fazit

Neue Serie "Spy City"Hauptstadt der Spione und Klischees
Szenenfoto aus der Spionage-Serie "Spy City", auf dem der Schauspieler Dominic Cooper in der Rolle des Agenten Fielding Scott mit einem gefalteten Schachbrett unter dem Arm an zwei Soldaten vorbei die Straße hinunter läuft. (Dusan Martincek /  Odeon Fiction )

Die neue Serie "Spy City" spielt in Berlin während des Kalten Krieges. Sie bietet alles, was zu einem zünftigen Spionagethriller dazugehört: Mord, Intrigen, Bösewichter. Leider bleibt die Serie damit auch in allzu bekannten Klischees hängen.Mehr

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