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Kulturnachrichten

Samstag, 20. Juni 2020

Kritik an Kulturhilfen des Bundes

Das von Kulturstaatsministerin Monika Grütters aufgelegte Corona-Hilfsprogramm für die notleidende Kulturbranche, die sogenannte Kulturmilliarde, ist erneut in die Kritik geraten. Barbara Rohm, Vorsitzende der Initiative Pro Quote Film, betonte im Deutschlandfunk Kultur, dass bei den Solo-Selbständigen und Kurzfristig Beschäftigten von diesen Geldern nichts ankomme, da sie nur für Betriebskosten und nicht für Miete und Lebensmittel ausgegeben werden dürfen. Die obigen Gruppen hätten aber in der Regel keinerlei solche Ausgaben. Man habe die Menschen aus dem Blick verloren, die die Branche am Laufen hielten, so Rohm.

Buch von John Bolton darf erscheinen

Das Buch des früheren US-Sicherheitsberaters John Bolton kann trotz Einspruchs der US-Regierung erscheinen. Das entschied heute ein Gericht. Das Weiße Haus hatte versucht die Veröffentlichung juristisch zu verhindern. Bolton verbreite darin nicht nur geheime Informationen, sondern gefährde mit der Veröffentlichung auch die "nationale Sicherheit", so die Begründung. Laut den Verlagsankündigungen wirft Bolton Präsident Trump außenpolitische Ignoranz, Nähe zu Diktatoren, und Amtsmissbrauch vor. In einem bereits vorab veröffentlichten Auszug schreibt er zudem, dass nahezu alle wichtigen Entscheidungen des Präsidenten von wahltaktischem "Kalkül" bestimmt gewesen seien.

Verbesserte Angebote für Flüchtlingskinder gefordert

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat zum heutigen Weltflüchtlingstag auf die Probleme bei der Schulbetreuung hingewiesen. Flüchtlingskinder zählten zu den großen Verlierern der Coronapandemie, erklärte die Vizepräsidentin des Hilfswerks, Lütkes. Geschlossene Schulen und Kindertagesstätten hätten in der Regel dazu geführt, dass Mädchen und Jungen in ihrem Spracherwerb und auch schulisch weit zurückgeworfen worden seien. Deshalb müsse es dringend passende Angebote zum Erwerb der deutschen Sprache geben.

"taz"-Chefredakteurin äußert Bedauern über Kolumne

Die "taz"-Chefredakteurin Barbara Junge hat wegen einer in die Kritik geratenen Kolumne über die Polizei ihr Bedauern geäußert. Junge schrieb in der heutigen Ausgabe, dass die Kolumne, so satirisch sie auch gewesen sein mag, daneben gegangen sei. Eine Passage in der Kolumne lese sich, als ob Polizisten mit Abfall gleichgesetzt würden. In dem Text vom Montag ging es darum, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde, der Kapitalismus aber nicht. Darin wurde auch die Option der Mülldeponie aufgegriffen. Aus der Berufsgruppe und von Politikern kam danach viel Kritik. Polizeigewerkschaften kündigten an, mit Strafanzeigen dagegen vorzugehen. Beim Deutschen Presserat gingen bereits bis Dienstag rund 50 Beschwerden ein.

Tag der Architektur nur online

Der Tag der Architektur ist wegen der Coronapandemie in diesem Jahr nur ein Online-Ereignis. Interessierte müssen sich heute und morgen ins Internet begeben, um neue Gebäude zu besichtigen. Zu sehen gibt es 180 Projekte aus 100 Städten in Nordrhein-Westfalen, die von der Architektenkammer in Düsseldorf präsentiert werden. Das Leitthema ist "Ressource Architektur". Der ökonomische und ökologische Umgang mit dem Gebäudebestand werde immer wichtiger, sagte Christof Rose, der Sprecher der Architektenkammer. Ein weiterer Schwerpunkt sind in diesem Jahr Kindertagesstätten, die in den vergangenen Jahren in großer Zahl neu entstanden sind.

Berliner Kino Colosseum öffnet nicht wieder

Eines der ältesten Lichtspielhäuser Deutschlands, das Berliner Colosseum, wird geschlossen bleiben, wenn im Juli die Kinos der Stadt wieder öffnen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga teilte mit, dass das Colosseum den Betrieb einstelle. Wegen der Hygiene-Auflagen zum Schutz vor Corona-Infektionen sei ein rentabler Betrieb auf absehbare Zeit nicht mehr möglich. Um die Kosten einzuspielen, müssten durchschnittlich 70 Prozent der Plätze belegt sein. Dies sei nicht zu erreichen, wenn Besucher 1,50 Meter Abstand voneinander halten sollten. Nicht nur die Corona-Krise setzt dem Kinobetrieb ein Ende. Der Hauseigentümer habe den Pachtvertrag zum Jahresende gekündigt und wolle auch an einen anderen Kinobetreiber nicht vermieten, teilte Laboga mit. Eine Investorenlösung für die Betriebsgesellschaft komme daher nicht in Frage. Die rund 45 Beschäftigten seien freigestellt.

US-Militär entfernt "Magic Bus" aus der Wildnis

Das US-Militär hat einen verlassenen Bus per Hubschrauber aus der Wildnis Alaskas geholt. Das teilte die Naturschutzbehörde des US-Bundesstaats mit. Bekannt wurde er als "Magic Bus" im Bestseller und Film "Into The Wild" von 2007. Darin geht es um einem Aussteiger, der einen Sommer lang in dem Bus lebt und am Ende verhungert. Das Fahrzeugwrack hatte sich in den vergangenen Jahren zu einem Ziel von Abenteuer-Urlaubern entwickelt - was auch zu tödlichen Unfällen führte. Zwei Touristen ertranken auf dem Weg zu dem Bus, einige weitere mussten gesucht und gerettet werden. Der Bus soll nun vorerst an einem sicheren Ort aufbewahrt werden.

Hölty-Preis für Lyrik geht an Marion Poschmann

Der mit 20 000 Euro dotierte Hölty-Preis für Lyrik der Stadt Hannover und der Sparkasse Hannover geht in diesem Jahr an Marion Poschmann. Die in Berlin lebende Dichterin, Romanautorin und Essayistin habe einen neuen Typus des Naturgedichts entwickelt, der die ästhetische Erfahrung von Landschaft auf neue Fundamente stelle, so die Begründung der Jury. In ihrem neuen Band "Nimbus" habe sie ihre Dichtkunst noch weiter verfeinert. Poschmann wurde 1969 im rheinischen Neuss geboren und vielfach ausgezeichnet. Nach Angaben der Stadt Hannover handelt es sich um den höchstdotierten Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum. Die an den Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty erinnernde Auszeichnung wird seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Hölty verbrachte seine letzten Lebensjahre in Hannover, wo er 1776 im Alter von nur 28 Jahren starb.

In diesem Jahr kein Kulturpreis Deutsche Sprache

Wegen der Corona-Krise gibt es in diesem Jahr keinen Kulturpreis Deutsche Sprache. Die für den 24. Oktober vorgesehene 20. Verleihung falle aus, teilten die Eberhard-Schöck-Stiftung und der Verein Deutsche Sprache mit. Der Preis werde erst im nächsten Jahr am 16. Oktober im Kongress Palais Kassel verliehen. Einlasskontrollen, Abstandsgebote und Mundschutz wären den Preisträgern nicht gerecht geworden und hätten den festlichen Rahmen beeinträchtigt, erklärte die Jury. Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben.

Neuer Verwaltungsratschef für Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele haben einen neuen Verwaltungsratschef. Der frühere bayerische Finanzminister Georg Freiherr von Waldenfels wurde zum Vorsitzenden des wichtigsten Entscheidungsgremiums gewählt. Er ist außerdem noch erster Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth, die 29 Prozent an der Festspiel-GmbH hält. In den letzten Monaten mussten die Festspiele einige personelle Rückschläge verkraften. Ende 2019 starb der langjährige Pressechef der Festspiele Peter Emmerich. Im April wurde bekannt, dass Festspielleiterin Katharina Wagner schwer erkrankt ist und ihr Amt "bis aus Weiteres" nicht ausführen kann. Außerdem wurde der Vertrag von Musikdirektor Christian Thielemann noch nicht verlängert, der im Herbst ausläuft.

"Herr der Ringe"-Star Ian Holm gestorben

Der britische Schauspieler Ian Holm ist tot. Der Darsteller des Bilbo Beutlin aus der Fantasy-Trilogie "Herr der Ringe" wurde 88 Jahre alt, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Holms Agenten. Holm, der auch im Science-Fiction-Thriller "Alien" mitspielte, litt der Zeitung "The Guardian" zufolge an einer Parkinson-Erkrankung. Er sei friedlich im Krankenhaus in London im Beisein seiner Pfleger und Familie gestorben, zitierte das Blatt seinen Agenten.

Der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón ist tot

Der spanische Bestseller-Autor Carlos Ruiz Zafón ist tot. Der Schriftsteller sei im Alter von 55 Jahren gestorben, teilte sein Verlag mit. Mit Romanen wie "Der Schatten des Windes" oder "Der Fürst des Nebels" war Zafón auch in Deutschland sehr populär. In seiner Heimat wurde er zunächst als Jugendbuchautor bekannt. 2016 veröffentlichte der in Barcelona geborene Zafon seinen letzten Roman „Das Labyrinth der Lichter“. Er spielt in seiner Heimatstadt während der Franco-Diktatur.

Berliner Senat stellt mehr Geld für Kultur in Aussicht

Berlins Kultursenator Klaus Lederer hat den von der Coronapandemie besonders betroffenen Kulturbetrieben der Stadt weitere Millionenhilfen in Aussicht gestellt. Derzeit überlege der Senat, das im Mai aufgelegte Soforthilfeprogramm von 30 Millionen Euro mit insgesamt 60 Millionen Euro zu verlängern, sagte der Linken-Politiker im Rundfunk Berlin Brandenburg. Das sei eine realistische Zahl. Empfänger wären unter anderem Clubs, Varieté-Theater, Einrichtungen der freien Szene, kleine Kinder- und Jugendtheater sowie private Museen. Lederer begrüßte auch einen Vorstoß der Linksfraktion im Bundestag, ein Gewerbemietrecht einzuführen, das Kulturschaffenden einen Teil der Miete erlässt und ihnen notfalls Hilfen vom Bund ermöglicht.

Zwölfjähriger Afroamerikaner bekommt Plattenvertrag

Nach seinem Interneterfolg mit einem Protestsong gegen Polizeigewalt hat der zwölfjährige Afroamerikaner Keedron Bryant einen Plattenvertrag vom Musikkonzern Warner Records bekommen. Das teilte der Produzent Dem Jointz im Onlinedienst Instagram mit. Keedrons Song "I Just Wanna Live" über seine Ängste, als Schwarzer in den USA aufzuwachsen, wird heute zum sogenannten "Juneteenth", veröffentlicht. Am 19. Juni, dem "Freedom Day", wird in den USA an das Ende der Sklaverei mit dem Sieg der Nordstaaten gegen die Südstaaten 1865 erinnert. Berichten zufolge will Warner die Einnahmen aus dem Song der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) spenden und damit Afroamerikaner in den USA fördern.

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