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Donnerstag, 03.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 8. Juni 2020

Oper Leipzig hält an Katharina Wagners "Lohengrin" fest

Die Oper Leipzig hält trotz der Erkrankung der Bayreuther Festspiel-Chefin Katharina Wagner an deren Inszenierung des "Lohengrin" fest. Offen ist allerdings - auch wegen der Corona-Schwierigkeiten - der Termin. "Wir sagen nicht, dass es den 'Lohengrin' nicht geben wird", sagte Opernsprecherin Patricia Grünzweig. Aber ob es bei der geplanten Premiere am 7. November bleibe, könne derzeit einfach nicht gesagt werden. Katharina Wagner, die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner, ist längerfristig erkrankt. Zudem müsse wegen der Corona-Krise der komplette Spielplan für 2020/21 "neu gedacht" werden.

Demontage des Gerüsts an Notre-Dame begonnen

An der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist damit begonnen worden, das große Metallgerüst abzubauen, das durch die Hitze beim Brand vor einem Jahr zum Teil geschmolzen ist. Die rund 40.000 Teile müssen im Lauf des Sommers zersägt und entfernt werden. Dafür werden nach Angaben der Bauleitung wechselseitig zwei Teams mit jeweils fünf Kletterern eingesetzt. Das Gerüst wiegt insgesamt rund 250 Tonnen. Während der Corona-Krise waren die Bauarbeiten an der Kathedrale unterbrochen worden.

Künstler Uecker nicht als Zeuge vor Gericht erschienen

Zero-Künstler Günther Uecker ist trotz Ladung nicht als Zeuge vor dem Düsseldorfer Landgericht erschienen. Der 90-jährige Uecker sollte sagen, ob es sich bei dem "Sandbild auf Büttenpapier" von 1986 um eine Fälschung handelt oder um ein Original aus seiner Hand. Anlass ist die Klage einer Büroangestellten gegen einen Kunsthändler, der das Bild verkauft hatte. Die Käuferin hält das Bild inzwischen für eine Fälschung und fordert 7500 Euro Anzahlung zurück. Der Kunsthändler dagegen beteuert, das Bild sei echt und weit mehr wert als die insgesamt vereinbarten 15 000 Euro. Das Gericht prüfe nun, ob gegen Uecker ein Ordnungsgeld wegen unentschuldigten Fehlens verhängt werde, sagte eine Gerichtssprecherin.

Beyoncé verurteilt Rassismus vor US-Abschlussklassen

Pop-Ikone Beyoncé hat den Jugendlichen in den USA in einer Rede an die Abschlussklassen für ihren Einsatz gegen Rassismus gedankt. Der US-Superstar war einer von mehreren Prominenten, die sich in der virtuellen Abschlussfeier des Onlinedienstes YouTube unter dem Motto "Lieber Jahrgang 2020" an die Absolventen der Highschools und Colleges wandte. Der US-Superstar bezog sich auf den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Der Fall führte zu massiven Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA und anderen Ländern weltweit. Beyoncé bedankte sich für die rege Teilnahme an den Protesten. "Danke, dass ihr eure kollektive Stimme nutzt, um die Welt wissen zu lassen, dass schwarze Leben zählen", sagte sie.

Fashion Week zieht von Berlin nach Frankfurt um

Die bislang in Berlin angesiedelte Modemesse Fashion Week zieht im kommenden Jahr nach Frankfurt um. Das gab der Veranstalter Premium Group bekannt, nannte aber zunächst keine Gründe. Zum ersten Mal soll die neue Frankfurt Fashion Week im Sommer 2021 veranstaltet werden. Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen zeigte sich hoch erfreut über die Entscheidung, die für den Messestandort Frankfurt von großer wirtschaftlicher Bedeutung sei. "Das ist ein wichtiges und positives Signal für eine von den Folgen der Corona-Pandemie gebeutelte Branche", sagte er. Das Konzept für die neue Fashion Week soll im Herbst vorgestellt werden.

Chef der Meinungsseite kündigt bei "New York Times"

Der einflussreiche Chef der Meinungsseite der "New York Times", James Bennet, hat nach einem umstrittenen Gastkommentar mit sofortiger Wirkung gekündigt. Senator Tom Cotton hatte unter der Überschrift "Schickt die Truppen rein" ("Send In The Troops") einen massiven Militäreinsatz gegen Ausschreitungen bei den Demonstrationen gegen Polizeigewalt und Rassismus gefordert. Das hatte innerhalb der Zeitung zu einer Revolte geführt und das Blatt in Erklärungsnot gebracht. Die Journalistin Katie Kingsbury wird die Meinungsseite kommissarisch führen.

Experte fordert Reform des Karl-May-Museums

Nach dem plötzlichen Rücktritt seines Direktors Christian Wacker sollte das Karl-May-Museum im sächsischen Radebeul grundlegend reformiert werden. Das fordert der Professor für Kunstdidaktik an der Universität Osnabrück und Mitglied der Karl-May-Gesellschaft, Andreas Brenne, im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es gehe nicht nur um das Museum und den Rücktritt seines Direktors, sondern auch um die Kontroverse um den Schriftsteller Jörg Bernig, dessen inzwischen annullierte Wahl zum Leiter des Kulturamtes einen Streit ausgelöst habe. Bernig wird als Publizist zur neuen Rechten gezählt. "Gestriges Gedankengut" beherrscht nach Brennes Meinung auch das Karl-May-Museum. Unter anderem gebe es dort weiterhin Bilder des nationalsozialistischen Malers Wilhelm Emil Eber.

Lehrerverband gegen Rückkehr zu Schul-Normalbetrieb

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat vor einer zu schnellen Rückkehr zum vollständigen Schulbetrieb gewarnt. "Die Schulen können schnell zum Corona-Superspreader werden - das dürfen wir nie vergessen", sagte er dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". "Für eine Rückkehr zum Regelunterricht müssen erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden. Daran fehlt es ganz eindeutig noch." Der Politik warf Meidinger vor, das kommende Schuljahr bislang nur unzureichend vorzubereiten.

Mehr Theater durch Corona-Tests in Berlin

Berlins Kultursenator Klaus Lederer möchte Theatern und Spielstätten mit Corona-Tests mehr Möglichkeiten in der Krise verschaffen."Wir arbeiten mit unseren Einrichtungen an einer tauglichen Teststrategie, damit auf den Bühnen wieder Dinge mit Nähe passieren können", sagte der Linken-Politiker. Als Beispiel verwies er auf entsprechende Konzepte etwa im Fußball. Lederer will damit ermöglichen, dass auf den Bühnen auch Stücke gespielt werden können, deren Aktionen weniger Abstand erfordern als die coronabedingten Hygieneregeln vorschreiben. Die öffentlich subventionierten Theater in Berlin haben die Spielzeit in ihren Häusern offiziell beendet und bereiten sich nun auf eine Spielzeit 2020/21 unter den Vorzeichen des Coronavirus vor.

Belmont-Preis für Komponist Florian Weber

Der Jazzpianist und Komponist Florian Weber erhält den Belmont-Preis 2020 für zeitgenössische Musik. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert, verliehen wird sie alle zwei Jahre von der Forberg-Schneider-Stiftung. Diese erklärte zur Begründung, Weber sei einer der wesentlichen musikalischen Neuerer, sein Spiel vermittele eine unerhörte musikalischen Freiheit. Coronabedingt wird der Preis dem 42-Jährigen Musiker erst im kommenden Jahr überreicht.

Art Basel 2020 endgültig abgesagt

Die wegen der Corona-Pandemie bereits vom Juni auf September verschobene Kunstmesse Art Basel ist für 2020 ganz abgesagt worden. Die Veranstalter teilten mit, ausschlaggebend dafür seien unter anderem die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für alle Beteiligten, die finanziellen Risiken für Aussteller und Partner sowie die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs. Eine Rolle habe auch gespielt, dass in der Schweiz noch keine Regeln für Großveranstaltungen getroffen worden seien.

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