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Kulturnachrichten

Freitag, 5. Juni 2020

660.000 Euro für drei national wertvolle Kulturdenkmäler

Aus dem Bundes-Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" fließen 660.000 Euro für den Erhalt von drei Denkmälern in Sachsen-Anhalt. Es profitieren die Stabkirche in Stiege, das Diakonissen Krankenhaus Neuvandsburg in Elbingerode und die Kirche St. Stephani in Aschersleben, teilten die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur in Magdeburg mit. Das Geld diene der langfristigen Substanzerhaltung und Restaurierung und müsse kofinanziert werden. Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU) erklärte: "Mit den Geldern können wichtige Vorhaben in die Tat umgesetzt und die Restaurierung von Sachsen-Anhalts Denkmallandschaft weiter vorangetrieben werden."

Bund übergibt NS-Raubgut an Erben früherer Besitzer

Der Bund hat eine von den Nationalsozialisten veräußerte Maria Magdalena-Skulptur an die Erben der Vorbesitzer zurück übergeben. "Die Rückgabe an die rechtmäßigen Erben ist ein wichtiger Schritt bei der Anerkennung des Leides der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und bei der immerwährenden Aufgabe, den NS-Kunstraub rückhaltlos aufzuklären", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dazu in Berlin. Die rechtmäßigen Besitzer der dem italienischen Künstler Andrea della Robbia (1435-1525) zugeschriebene Standfigur sind demnach die Erben der vom NS-Regime verfolgten Inhaber der früheren Kunsthandlung A. S. Drey in München. Grütters bezeichnete den Fall als gutes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit.

Asturien-Preis für Komponisten Morricone und Williams

Der italienische Filmmusik-Komponist Ennio Morricone und sein US-Kollege John Williams erhalten dieses Jahr den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Künste. Beide sind mit der Musik für bekannte Hollywood-Filme weltweit bekannt geworden. So komponierte der Oscarpreisträger Morricone beispielsweise die Musik zu dem Western "Spiel mir das Lied vom Tod". Williams schrieb die Musik für viele von Steven Spielbergs Filmen wie etwa "Star Wars" sowie auch für die Harry Potter-Reihe. Die Prinzessin-von-Asturien-Auszeichnungen gelten als "die spanischen Nobel-Preise" und sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt. Sie werden alljährlich in acht Sparten vergeben. Die anderen Preisträger werden in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach bekannt gegeben werden. Die Preisträger erhalten jeweils 50.000 Euro und die Nachbildung einer Statue von Joan Miró.

Lyrikpreis "Orphil" für Marion Poschmann

Die Schriftstellerin Marion Poschmann erhält den mit 10.000 Euro dotierten Lyrikpreis "Orphil" der Stadt Wiesbaden. Poschmann werde für ihr bisheriges Werk und insbesondere ihren 2020 erschienenen Band "Nimbus" ausgezeichnet, teilte die Stadt mit. Poschmann gehöre zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen. Ihre Gedichte seien "hintergründig humorvoll und dabei vertraut mit der Tradition und den Formen der abendländischen Lyrik", so die Jury. Die Preisverleihung finde voraussichtlich im September statt. Der mit 2.500 Euro dotierte "Orphil-Debütpreis" geht an Eva Maria Leuenberger für ihren Band "dekarnation". Leuenberger führe in ihrem Debütband tief in eine archaische, vorzivilisatorische Welt ein. Auf herausragende Weise gelinge es ihr so, "an den Kern unserer Existenz vorzudringen".

The Sweet-Bassist Steve Priest gestorben

Der britische Rockmusiker Steve Priest ist tot. Der Mitbegründer und Bassist der Glamrock-Band The Sweet ("Ballroom Blitz") starb im Alter von 72 Jahren. Das teilte sein ehemaliger Bandkollege Andy Scott mit. Der Bassist, der am 23. Februar 1948 in London geboren wurde, lebte zuletzt in Los Angeles. Unter dem Namen Steve Priest & The Sweet tourte er durch die USA. Gitarrist Scott, der nun das letzte überlebende Mitglied der alten Besetzung ist, geht mit anderen Musikern weiter als The Sweet auf Tournee. In den 70er-Jahren wurde die Band mit Hits wie "Teenage Rampage", "Blockbuster" und "Fox On The Run" und mit extravaganten Bühnenoutfits weltberühmt.

Corona-Hilfen für Bayerns Privatmedien

Zur Unterstützung in der Coronakrise erhalten Bayerns Wochenzeitungen sowie private Radio- und Fernsehanbieter eine Sonderförderung. "Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich die große Bedeutung von Qualitätsmedien und gutem Journalismus überdeutlich. Demokratie braucht starke Medien, objektive Berichterstattung und Vielfalt", sagte der für Medien zuständige Staatsminister Florian Herrmann (CSU) in München. Die vom Anzeigenrückgang besonders betroffenen kostenlosen lokalen Wochenzeitungen erhalten eine Sonderförderung von einer Million Euro für Zustellung, innovative technische Verbreitungsmethoden sowie Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Private Hörfunk-Anbieter sollen 500.000 Euro Sonderförderung erhalten, Lokal-TV-Anbieter ebenfalls. Neben einer zusätzlichen Entlastung bei den Verbreitungskosten DAB+ wird auch die Verbreitung über UKW gefördert. Dies sichere die Angebotsvielfalt in der Coronakrise und treibe die Digitalisierung weiter voran.

Krefeld vergibt Preis für Fantasy-Literatur

Die Stadt Krefeld vergibt künftig alle zwei Jahre einen Preis für Fantasy-Literatur. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung würdige herausragende Romane, die sich mit Märchen, Sagen, Fantasy und Science-Fiction beschäftigen, erklärte die Stadt. Der "Krefelder Preis für Fantastische Literatur" soll erstmals im Januar 2021 vergeben werden. Verlage und Autoren können ihre Bewerbung mit einem deutschsprachigen Buch ab August einreichen.

Kinderbuch-Aktion für jüdische Familien

Mit einer neuen Kinderbuch-Aktion will der Zentralrat der Juden in Deutschland dabei helfen, die jüdische Identität von Mädchen und Jungen zu stärken. Nach dem Vorbild eines US-Programms bietet der Zentralrat einen kostenlosen Versand von Büchern über jüdischen Alltag und Religion an, wie der Zentralrat in Berlin ankündigte. Denn es sei nicht leicht für Eltern im deutschsprachigen Raum, Gutenachtgeschichten zu finden, die die jüdische Lebenswelt zeigten. Die Idee zur "PJ Library" stammt den Angaben zufolge von der Harold-Grinspoon-Foundation aus den USA. Dort werde seit rund 15 Jahren jüdischen Kindern das Zubettgehen im Pyjama (abgekürzt PJ) mit Gutenachtgeschichten erleichtert. An der deutschsprachigen Ausgabe des Programms könnten auch Gemeinden in der Schweiz und Österreich teilnehmen.

Rabl-Stadler will Salzburger Festspielen bis 2021 vorstehen

Die Salzburger Festspiele werden wohl noch bis Ende 2021 von der langjährigen Präsidentin Helga Rabl-Stadler geleitet werden. Die 72-Jährige habe sich bereit erklärt, ihre eigentlich auslaufende Amtszeit um ein weiteres Jahr zu verlängern. Das berichteten die "Salzburger Nachrichten" und die österreichische Nachrichtenagentur APA. Rabl-Stadler sagte, dass sie die Zuneigung aus Salzburg, das Vertrauen des Kuratoriums sowie die Bitte des Intendanten Markus Hinterhäuser zu diesem Schritt bewogen hätten. Sie ist seit 1995 Präsidentin der Festspiele. Das weltgrößte Klassik-Festival muss ausgerechnet im 100. Jubiläumsjahr wegen der Coronakrise abgespeckt stattfinden. Die Festspiele werden um 14 Tage gekürzt. Alle Produktionen des Jubiläumsprogramms, die 2020 nicht zur Aufführung kommen, sollen 2021 gezeigt werden. Rabl-Stadler sei aufgrund dieser Umstände bereit, das Programm der Festspiele zum Jubiläum bis 2021 zu begleiten.

Bundespresseball wegen Corona abgesagt

Der Bundespresseball 2020 ist abgesagt. Grund ist das Coronavirus, wie der Vorstand der Bundespressekonferenz mitteilte. Der traditionelle Treffpunkt von Journalisten, Politik, Wirtschaft und Prominenz im Berliner Hotel Adlon am Brandenburger Tor war für Ende November geplant gewesen. Man plane aber bereits den 69. Bundespresseball 2021. Der Preis der Bundespressekonferenz werde dennoch verliehen. Er geht stellvertretend für das Team des Corona-Podcasts des NDR an die Moderatorinnen und Wissenschaftsjournalistinnen Korinna Hennig und Katharina Mahrenholtz. Seit Anfang des Jahres interviewen sie regelmäßig den Virologen Christian Drosten zu der Pandemie.

Bau der Potsdamer Synagoge steht erneut auf der Kippe

Der seit langem geplante Bau einer Synagoge in Potsdam steht erneut auf der Kippe. Die Jüdische Gemeinde hat die 2018 getroffene Vereinbarung mit dem Land Brandenburg und der Synagogengemeinde zum Bau und Betrieb der Synagoge gekündigt, wie der Vorsitzende Evgeni Kutikow mitteilte. Grund sei, dass der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Ud Joffe, seine Zustimmung zu dem Entwurf des Architekten Jost Haberland wieder zurückgezogen habe. Damit sei Joffe aus Sicht der Jüdischen Gemeinde als gemeinsamer Ansprechpartner für das Land und den Architekten zur Realisierung des Synagogenbaus nicht mehr tragbar, erklärte Kutikow. Um die Gestaltung der Fassade und die Nutzung der Innenräume der Synagoge hatte es zwischen den jüdischen Gemeinden jahrelang Streit gegeben. Im April hatte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) gemeinsam mit den beiden Gemeinde-Vorsitzenden eine Einigung verkündet. Der Grundstein für das religiöse Zentrum sollte dieses Jahr gelegt werden und die Synagoge bis 2023 fertiggestellt sein. Dafür will die Landesregierung acht Millionen Euro bereitstellen.

Bundesrat fordert Unterstützung für Kulturschaffende

Selbstständige Kultur- und Medienschaffende sollten nach Ansicht des Bundesrates in der Coronakrise mehr unterstützt werden. Die Länderkammer forderte die Bundesregierung auf, bestehende Hilfsmaßnahmen fortzuschreiben und Regelungen zum Ausgleich der erheblichen Umsatzeinbrüche zu entwickeln. Auch für eine bessere Unterstützung von selbstständigen Künstlern spricht sich der Bundesrat aus. Die Länder plädierten für einen pauschalen monatlichen Zuschuss, mit dem Einnahmeverluste abgefedert werden sollen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte dagegen, die bisherigen Hilfen von Bund und Ländern hätten sich gut ergänzt und bewährt.

Kulturvertreter bekennen sich zum Klimaschutz

Zum Weltumwelttag haben sich Kulturvertreter von Bund, Länder und Kommunen zu mehr Engagement für Klimaschutz in der Kultur bekannt. "In der Kultur gibt es ein großes Engagement für ökologische Fragen und eine hohe Bereitschaft, Neues zu wagen. Das ist die beste Basis, um Akzente für mehr Umwelt- und Klimaschutz in Kunstproduktion und -betrieb zu setzen", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin. An dem Beschluss für mehr Klimaschutz beteiligen sich außer Grütters die Kulturminister und Kultursenatoren, die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände sowie der Kulturstiftungen der Länder und des Bundes. Einen ersten Schritt wollen die Beteiligten in der Museumslandschaft gehen. Hier wird Grütters Vertreter der Länder und Kommunen, der Museumslandschaft und Experten für ökologische Fragen zu einem Runden Tisch "Museen und Klimaschutz" einladen. Der Weltumwelttag wurde am 5. Juni 1972 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen mit dem Ziel, das Bewusstsein und Engagement für mehr Umweltschutz zu stärken.

Berlins Kultursenator zur Kultur-Milliarde des Bundes

Nach Ansicht von Berlins Kultursenator Lederer reichen die Bundeshilfen für Kulturschaffende in der Corona-Krise nicht aus. Grundsätzlich begrüßte Lederer die von Kulturstaatsministerin Grütters (CDU) angekündigten Hilfen in Höhe von einer Milliarde Euro. Den Betroffenen müsse aber mehr geholfen werden, sagte der Politiker der Linkspartei den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Milliarde zeige den Stellenwert der Kultur - etwa im Vergleich zur 9-Milliarden-Subventionierung einer Airline. Leider werde sie Ländern und Kommunen bei der Infrastruktursicherung nicht helfen.

Sorge um iranischen Filmemacher Mohammad Rasoulof

Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, kritisiert den Iran für seinen Umgang mit dem bekannten Filmemacher Mohammad Rasoulof, der unter anderem den Goldenen Bären der Berlinale 2020 gewonnen hatte. Sie sei alarmiert über die Nachricht, dass dessen Inhaftierung unmittelbar bevorstehen könnte, erklärte sie in Berlin: "Er wurde verurteilt, weil er einen Film über Ungerechtigkeit und Korruption gedreht hat. Seine Verurteilung ist ein weiterer Schlag gegen die Presse- und Meinungsfreiheit in Iran." Sie appelliere daher an die iranischen Justizbehörden, das Urteil gegen Mohammad Rasoulof aufzuheben und ihm die Möglichkeit zu geben, frei und ungehindert sein künstlerisches Werk fortzusetzen.

Aigner kritisiert frauenfeindliche Pro Sieben-Werbung

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner wirft dem Sender Pro Sieben/Sat1 vor, mit einer Werbekampagne die Menschenwürde zu verletzten. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht es um Plakate für eine Datingshow des Pro Sieben-Streamingdienstes "Joyn". Darauf lächeln zwei Frauen in die Kamera, darunter steht der Schriftzug: "Was Altes? Was Junges? Was Neues!" In einem Brief an Pro Sieben schreibt Aigner nach Angaben der Zeitung: "Für mich steht außer Frage, dass hier Frauen wie Dinge behandelt und bewertet werden". Auch der Name der Datingshow "M.O.M. - Milf oder Missy" sei eine "Herabwürdigung", weil das Wort "Milf" vorkomme, eine etwa in der Pornoszene gängige Abkürzung für "Mother I'd like to fuck". Eine solche Kampagne sei "alles andere als hilfreich für das gesamtgesellschaftliche Bemühen um ein respektvolles Miteinander", so Aigner weiter.

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