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Montag, 10.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 3. Juni 2020

Gottlieb Wendehals gestorben

Der Musiker Werner Böhm ist tot. Er starb im Alter von 78 Jahren. Als Jazz-Pianist stand Böhm Anfang der 1970er-Jahre mit Musikern wie Louis Armstrong und Ella Fitzgerald auf der Bühne. Bekannt wurde er in den 80er-Jahren als Sänger unter dem Namen Gottlieb Wendehals vor allem mit der "Polonäse Blankenese". Zuletzt lebte Böhm auf Gran Canaria.

Cannes stellt Online-Auswahl vor

Das Filmfestival Cannes hat mehr als 50 Filme vorgestellt, die dieses Jahr mit dem Gütesiegel "Cannes 2020" in die Kinos und Festivals kommen sollen. Unter ihnen ist das Drama "Enfant Terrible" des deutschen Regisseurs Oskar Roehler. Der Film erzählt episodenhaft aus dem Leben des 1982 verstorbenen deutschen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder mit Oliver Masucci in der Hauptrolle. Der Film soll in Deutschland im Oktober 2020 in die Kinos kommen. Das Filmfest Cannes, eines der wichtigsten weltweit, findet traditionell im Mai statt. Wegen der Corona-Pandemie konnte das Festival in diesem Jahr allerdings nicht stattfinden.

Krefeld stiftet Preis für fantastische Literatur

Die Stadt Krefeld vergibt im Januar 2021 erstmals den mit 10.000 Euro dotierten "Krefelder Preis für Fantastische Literatur". Im Rahmen des zweiten "Festivals der Fantasy" gehe der Preis an ein deutschsprachiges Werk der Gattung Roman oder Graphic Novel, teilte die Stadt mit. Eine fünfköpfige Fachjury bestimme zunächst 20 Bücher für die Longlist. Der Preisträger werde dann aus fünf Büchern auf der Shortlist gewählt, hieß es. Die Stadt schreibt zudem einen angegliederten Jugendpreis aus, der die besten fantastischen Kurzgeschichten von Autoren unter 18 Jahren prämiert, wie es weiter hieß. Die Arbeiten der jugendlichen Preisträger sollen demnach in einer Anthologie veröffentlicht werden. Der vor 30 Jahren ins Leben gerufene und ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte "Niederrheinische Literaturpreis" wird den Angaben zufolge alternierend zum "Krefelder Preis für Fantastische Literatur "vergeben. Die nächste Verleihung ist für den Herbst 2020 vorgesehen, danach gibt es ihn erst wieder 2022.

"Händel-Day" statt Festspiele in Halle

Das Händel-Haus in Halle wird zum virtuellen Festspielort: Beim "Händel-Day" können Fans der Barockmusik am 6. Juni kleine Konzerte live via Internet erleben. Hintergrund ist, dass das jährlich große Barockfestival in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Das für Nutzer kostenlose Online-Programm am "Händel Day" gestalten 40 bis 45 Mitwirkende. Dazu gehört der Countertenor und Echo Klassik-Preisträger Valer Sabadus. Er erhält in Halle den Händel-Preis der Stadt 2020. Nach Halle kommen zu den jährlich im Frühsommer stattfindenden Festspielen normalerweise zehntausende Besucher aus dem In- und Ausland. Händel wurde 1685 in der Stadt an der Saale geboren, wo das Museum Händel-Haus mit Ausstellungen an ihn erinnert.

Hollywood spendet gegen Rassismus

Hollywood spendet gegen Rassismus: "Star Wars"-Regisseur J. J. Abrams möchte knapp neun Millionen Euro geben. Das Geld solle Organisationen zugute kommen, die sich gegen Rassismus und für soziale Gerechtigkeit einsetzen, schrieb Abrams' Produktionsfirma bei Instagram. Die Summe soll in den kommenden fünf Jahren ausgezahlt werden soll. Auch andere Prominente spendeten, so die Musiker Drake und The Weeknd. Model Chrissy Teigen stellte Geld zur Verfügung, damit Demonstranten, die bei den Anti-Rassismus-Protesten festgenommen wurden, ihre Kaution bezahlen können.

Uffizien sind wieder geöffnet

Nach drei Monaten Corona-Pause ist die Kunstsammlung der Uffizien in Florenz wieder zu sehen. Der deutsche Direktor Eike Schmidt bezeichnete die Eröffnung als "ein wichtiges und symbolisches Signal". Weiter sagte Schmidt, die Uffizien hätten eine Vorbildrolle für ganz Italien. Da wegen der Ansteckungsgefahr viel weniger Besucher in die Säle gelassen würden, hoffe er auf eine langsame und nachhaltige Form von Kunstgenuss und Tourismus. Italien hatte alle Museen im März wegen der Pandemie geschlossen.

Protest gegen Umgestaltungsplan für Hitler-Geburtshaus

Die Pläne, Hitlers Geburtshaus im oberösterreichischen Braunau am Inn künftig als Polizeistation zu nutzen, stoßen bei Gedenkinitiativen auf deutliche Kritik. "Die geplante Neugestaltung des Hitler-Geburtshauses orientiert sich an der Devise 'Verdrängung statt Auseinandersetzung'", sagte der Vorsitzende des Mauthausen-Komitees Österreich, Willi Mernyi, in Wien. Auf vehemente Ablehnung stößt besonders der Plan, den "Mahnstein gegen Krieg und Faschismus" vom Gehsteig vor dem Hitler-Geburtshaus zu entfernen und ins "Haus der Geschichte" nach Wien zu verlegen.

Meeresmuseum Stralsund wird saniert

Das Meeresmuseum im historischen Katharinenkloster in Stralsund wird ab dem kommenden Jahr umfassend saniert. Das 1951 gegründete Museum mit dem Schwerpunkt auf der Welt der warmen Meere soll dafür ab Januar für zwei Jahre geschlossen werden. Dann soll dort unter anderem ein Großaquarium mit Riff entstehen. Die Aquarien im historischen Gewölbekeller des Klosterkomplexes werden vollständig überarbeitet. Außerdem wird das gesamte Museum barrierefrei. Die Kosten von 40 Millionen Euro teilen sich Bund und Land.

Kampagne zur Freilassung Osman Kavalas gestartet

Zahlreiche Künstler, Menschenrechtler und Politiker haben eine Social-Media-Kampagne zur Freilassung des Verlegers und Kulturmäzens Osman Kavala aus türkischer Haft gestartet. Unter dem Motto "What did Kavala do?" sollten dazu täglich Videobeiträge auf Instagram, Facebook und Twitter über Kavala veröffentlicht werden, teilte der Unterstützerkreis "Artists United for Osman Kavala" in Berlin mit. Kavala sitzt den Angaben seiner Unterstützer zufolge seit 946 Tagen im Hochsicherheitstrakt von Silivri in Haft. Dem Gründer der Kulturstiftung Anadolu Kültür wurde vorgeworfen, im Jahr 2013 die Gezi-Proteste mitorganisiert zu haben. Zu den Initiatoren der Kampagne gehören die Intendantin des Berliner Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, und Filmemacher Fatih Akin. Unterstützt werden sie unter anderem von der Schriftstellerin Sibylle Berg, der Schauspielerin Katja Riemann und dem Menschenrechtler Peter Steudtner.

Hygienekonzept für Chorproben vorgelegt

Der Allgemeine Cäcilien-Verband (ACV) für Deutschland und der Deutsche Chorverband Pueri Cantores haben ein Hygienekonzept für die Wiederaufnahme von Chorproben vorgelegt. Als Grundlagen dienten Konzepte des Deutschen Chorverbandes, aktuelle Risikoeinschätzungen und eine enge Beratung mit der Deutschen Chorjugend. Ziel sei es, den Verantwortlichen einen Leitfaden an die Hand zu geben, damit zumindest nach der Sommerpause Chorproben wieder aufgenommen werden könnten. Das Konzept sieht unter anderem Regeln für das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen, für die Husten-Etikette und die Handhygiene vor. Außerdem wird aufgeführt, welche Abstände einzuhalten sind und wie Proben im Freien oder in Räumen zu verlaufen haben.

Wiener Staatsoper öffnet wieder

Die Wiener Staatsoper plant noch in diesem Monat erste Konzerte nach der verordneten Pause aufgrund der Corona-Pandemie. Nach mehreren Wochen Stillstand stehen nun bis Ende Juni 14 Konzerte für jeweils maximal 100 Besucher auf dem Programm, wie das Opernhaus mitteilte. Alle Konzerte werden zudem als Livestream kostenfrei übertragen. Das Opernhaus verfügt eigentlich über 1709 Sitz- und 567 Stehplätze. Aus Sicherheitsgründen werden ausschließlich Einzel-Sitzplätze im Parkett angeboten.

Übersetzerpreis für "Die katholische Schule"

Verena von Koskulls deutsche Übersetzung des italienischen Generationenporträts "Die katholische Schule" von Edoardo Albinati erhält den diesjährigen deutsch-italienischen Übersetzerpreis. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mit. Ebenfalls ausgezeichnet wird das Lebenswerk der deutschen Autorin und Historikerin Friederike Hausmann, die als "große Vermittlerin des italienischen Sachbuchs" gewürdigt wurde. Der diesjährige Nachwuchsförderpreis geht an Carola Köhler für ihre Übersetzungen der Graphic Novels von Zerocalcare "Kobane Calling" und Manuele Fior "Die Tage der Amsel". Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre abwechselnd in Rom und Berlin vergeben.

EKD-Kulturbeauftragter: Kirchen sollten Künstlern helfen

Kirchen können nach Ansicht des Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, in der Corona-Pandemie eine wichtige Unterstützung für Künstler darstellen. In einem Thesenpapier schreibt er zusammen mit dem Direktor der Berliner Kulturstiftung Sankt Matthäus, Hannes Langbein: "Seitdem Gottesdienste wieder möglich sind, gehören die Kirchen zu den wenigen öffentlichen Veranstaltungsorten. Das ist eine Chance auch für die Kunst." Vielen sei das nicht bewusst, weder den Kirchen noch den Künstlern. Nötig sei lediglich ein Freiraum im Gottesdienst sowie die Bereitschaft, ein faires Honorar zu zahlen.

Kündigungen bei Facebook wegen Haltung zu Trump

Mehrere Facebook-Angestellte haben wegen der Haltung ihrer Firma zu US-Präsident Trump gekündigt. Grund sei, dass Facebook-Chef Zuckerberg sich weigere, gegen Hetz-Botschaften Trumps vorzugehen. Weitere Mitarbeiter protestierten. Zuckerberg selbst verteidigte sein Vorgehen. Konkret ging es um die Drohung, bei Plünderungen werde geschossen. Twitter hatte diese Drohung von Trump mit einem Warnhinweis versehen. Zuckerberg und andere Facebook-Manager sprachen auch mit Bürgerrechtlern. Diese werfen ihm vor, Trumps Ruf nach Gewalt gegen Demonstranten Raum zu geben.

Milliarden-Klage gegen Google

Der Suchmaschinen-Anbieter Google muss sich in den USA auf eine Sammelklage in Höhe von mindestens fünf Milliarden Dollar einstellen. Laut Klageschrift würden Programme wie Google Analytics sowie Website-Plug-Ins und Smartphone-Apps unentwegt Daten von Internet-Nutzern sammeln, obwohl diese ihre Einstellungen auf "privat" gesetzt haben. Die Daten würden benutzt, um individuelle Werbung zu schalten. Google kündigte an, sich gegen die Vorwürfe wehren zu wollen. Beim Öffnen von sogenannten Inkognito-Registerkarten werde jedes Mal darauf hingewiesen, dass möglicherweise Informationen gesammelt werden könnten, sagte ein Sprecher.

US-Schauspielerin Peggy Pope gestorben

Die US-amerikanische TV- und Filmschauspielerin Peggy Pope ist tot. Wie die Filmblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichten, starb sie nach Angaben ihrer Familie bereits am vergangenen Mittwoch im US-Staat Colorado. Sie wurde 91 Jahre alt. Die Schauspielerin, die ihre Karriere in den 1950er Jahren in New Yorker Theatern begann, spielte in TV-Serien wie "Soap - Trautes Heim", "Unter der Sonne Kaliforniens" und "Golden Girls" mit. Ihre größte Leinwandrolle hatte Pope an der Seite von Jane Fonda, Dolly Parton und Lily Tomlin in der Komödie "Warum eigentlich... bringen wir den Chef nicht um?" von 1980. In der Satire über einen zudringlichen Chef und Rache für sexuelle Belästigung spielte sie eine trinkfreudige Sekretärin.

IT-Branche verklagt US-Präsident Trump

Eine von der IT-Branche unterstützte Interessenvereinigung hat US-Präsident Trump wegen seines Dekrets zur stärkeren Reglementierung sozialer Medien verklagt. Das Zentrum für Demokratie und Technologie (CDT) mit Sitz in Washington erklärte, Trumps Erlass verstoße gegen den 1. Zusatzartikel der Verfassung. Dieser verbietet unter anderem Gesetze gegen die Redefreiheit. Zu den Geldgebern von CDT gehören unter anderem Facebook, Apple und Microsoft. Trump hatte am Donnerstag eine Verordnung unterzeichnet, die Schutzmechanismen für Online-Plattformen außer Kraft setzen könnte. Zuvor hatte Twitter zum ersten Mal Tweets des Präsidenten mit einem Aufruf zu einem Faktencheck versehen.

Forscher glaubt an Gesellschaftswandel durch Pandemie

Der bekannte deutsche Hirnforscher Gerald Hüther glaubt, dass die Corona-Pandemie die Gesellschaft zum Positiven verändern kann. "Nach der Corona-Pandemie könnte sogar ein gesellschaftlicher Aufbruch stattfinden. Sicher kehrt ein Großteil der Gesellschaft wieder zurück zu ihrem Leben vor der Corona-Krise, aber die Anzahl der Menschen, die ihr Leben künftig nicht mehr so weiterführen wollen, ist gewachsen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Reichtum, Ansehen und Macht seien im Lichte der Corona-Pandemie nutzlos.

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