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Kulturnachrichten

Sonntag, 2. Juni 2019

Ausstellung wegen AfD-nahem Künstler abgesagt

Wegen eines AfD-nahen Künstlers ist die 26. Leipziger Jahresausstellung abgesagt worden. Das hat der Vorstand des Trägervereins mitgeteilt. Der Verein sehe sich nicht in der Lage, einen Veranstaltungsablauf wie in den vergangenen 25 Jahren zu gewährleisten. Zudem sei Vereinsmitgliedern, ausstellenden Künstlern, Förderern und Besuchern die stark politisierte und aufgeheizte Situation nicht zuzumuten. Auf der geplanten Schau sollten Werke von 36 Künstlern gezeigt werden, darunter auch Arbeiten des Malers Axel Krause. Das hatte im Vorfeld zu Protesten geführt. Mehrere Künstler drohten mit ihrem Rückzug. Krause soll in jüngster Zeit durch öffentliche Sympathien für "Pegida" und die "Identitären" aufgefallen sein. Er ist zudem Mitglied des Kuratoriums der von der AfD gegründeten Desiderius-Erasmus-Stiftung. Wegen seiner politischen Gesinnung hatte sich 2018 bereits die Leipziger Galerie Kleindienst von dem Maler getrennt. Am Freitag hatte der Vorstand der Leipziger Jahresausstellung zunächst beschlossen, Krause von der Ausstellung auszuschließen und gleichzeitig geschlossen zurückzutreten. Die Schau sollte aber zunächst weiter stattfinden. Nun ist die Jahresausstellung abgesagt worden und der Verein will sich neu konstituieren.

US-Justiz bereitet Ermittlungen gegen Google vor

Das US-Justizministerium will laut Medienberichten die Geschäftspraktiken von Google untersuchen und dabei mögliche Verstöße gegen das Kartellrecht prüfen. Die Ermittlungen sollen unter anderem Googles Suchmaschinen-Dienst gelten, berichteten das "Wall Street Journal", die "New York Times" und Bloomberg News. Google und der Mutterkonzern Alphabet werden von Wettbewerbshütern in aller Welt seit geraumer Zeit kritisch beäugt. 2017 verhängten die EU-Kartellwächter eine Strafe von 2,72 Milliarden Dollar gegen das Unternehmen. Das Urteil der kartellrechtlichen Untersuchung lautete damals: Das Unternehmen habe seine Dominanz im Geschäft mit der Internetsuche ausgenutzt, um dem eigenen Preisvergleichsdienst "Google Shopping" einen unzulässigen Vorteil zu verschaffen.

Unesco-Welterbetag in Deutschland begangen

Der Unesco-Welterbetag ist deutschlandweit begangen worden. Den Startschuss gaben die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission Maria Böhmer und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff in der Welterbestadt Quedlinburg. "Welterbestätten sind Zeugnisse überragender menschlicher Schöpfungskraft. Sie stehen für den Schatz, den uns vergangene Generationen hinterlassen haben", sagte Böhmer. Quedlinburgs Altstadt mit rund 2000 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten steht seit 1994 auf der Unesco-Welterbeliste. Es ist eines der größten Flächendenkmale Deutschlands. Die zentrale Eröffnung des Welterbetages war Teil des dreitägigen Sachsen-Anhalt-Festes in Quedlinburg, das am Freitag begonnen hatte.

Bloggerin soll Familiengeschichte erfunden haben

Eine in Irland lebende deutsche Bloggerin soll sich für ihren preisgekrönten Blog eine jüdische Familiengeschichte erfunden haben. Das berichtet der "Spiegel". Die Historikerin Marie Sophie Hingst soll sowohl in ihrem Blog "Read on my dear, read on" als auch dem Archiv der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gegenüber falsche Angaben über ihre Abstammung gemacht haben. Hingst war zur "Bloggerin des Jahres 2017" gekürt worden. Das Team hinter dem Preis "Goldene Blogger" teilte auf Twitter mit, man habe die Preisträgerin um Stellungnahme gebeten und berate über eine Reaktion auf die Vorwürfe. Ein Sprecher von Yad Vashem sagte, man untersuche den Fall. Über einen Anwalt ließ Hingst dem "Spiegel" zufolge mitteilen, dass die Texte ihres Blogs, der am Wochenende nicht mehr erreichbar war, "ein erhebliches Maß an künstlerischer Freiheit" für sich in Anspruch nähmen. Es handele sich um Literatur, nicht um Journalismus oder Geschichtsschreibung. Den "Spiegel"-Recherchen zufolge habe Hingst in Wirklichkeit keine nähere jüdische Verwandtschaft. Sie stamme aus einer evangelischen Familie, wie u.a. Recherchen im Stadtarchiv von Stralsund ergeben haben.

Taylor Swift engagiert sich für LGBT-Rechte

Die Popsängerin Taylor Swift macht sich mit einer Petition an den US-Senat für die Rechte von Schwulen und Lesben stark. In ihren sozialen Medien veröffentlichte die Sängerin einen Brief an den Senator ihres Heimatstaates Tennessee, Lamar Alexander. Darin rief sie den Republikaner auf, er solle das zur Abstimmung anstehende Gleichstellungsgesetz "Equality Act" unterschreiben. Swift appellierte zugleich an ihre Fans, politisch aktiv zu werden und ihre eigenen Senatoren anzuschreiben. Sie startete die Aktion pünktlich zu Beginn des "Pride Month". Im Juni feiern Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender (LGBT) den offenen Umgang mit ihrer sexuellen Identität und werben für mehr Toleranz. Der Gesetzentwurf war im Mai vom US-Repräsentantenhaus verabschiedet worden, er braucht aber noch die Zustimmung des Senats. US-Präsident Donald Trump hat den Entwurf kritisiert. Sie persönlich würde der Haltung des Präsidenten widersprechen, so Swift.

Mülheimer Dramatikerpreis geht an Thomas Köck

Der österreichische Autor Thomas Köck ist zum zweiten Mal in Folge mit dem Dramatiker-Preis bei den 44. Mülheimer Theatertagen ausgezeichnet worden. Nach einer gut zweistündigen öffentlichen Jury-Debatte fiel die Entscheidung für sein Stück "atlas". Der Autor verschränke in seinem Stück über eine deutsch-vietnamesische Familie zwei nationale Wiedervereinigungen über 50 Jahre und mehrere Kontinente, hieß es. Köcks Sprache erweitere Welten und setze die Fantasie des Publikums frei, hieß es in der Würdigung der Jury. Die Auszeichnung ist mit 15 000 Euro dotiert. Zu dem Wettbewerb waren in diesem Jahr acht Autoren geladen. 2018 hatte Köck für sein Stück "paradies spielen (abendland. ein abgesang)" den Preis gewonnen.

Fälschungsverdacht bei Deutschlandfunk Nova

Das Deutschlandradio prüft momentan einen möglichen Fälschungsfall in seinem Programm Deutschlandfunk Nova. Im Februar 2018 wurde ein Beitrag mit dem Titel "Macht Kokosöl meinen Penis länger?" gesendet, der möglicherweise gefälscht ist. Der Beitrag über sexuelle Aufklärung stammt von einer Bloggerin unter einem Pseudonym. Die Redaktionsleiterin "Online und Social Media" vom Deutschlandfunk Nova, Lena Stärk, erklärt im Deutschlandfunk Kultur, man bedaure den Vorfall, gehe aber zunächst von einem Verdacht aus und versuche weiterhin die Autorin zu kontaktieren – bisher vergeblich. Der Fälschungsverdacht sei durch Recherchen des "Spiegel" aufgekommen, so Stärk weiter. Bei diesen ging es jedoch um eine andere Geschichte der Bloggerin: ihre Familiengeschichte mit jüdischen Vorfahren, die laut "Spiegel" aber erdacht worden ist. Dieser Vorfall werde Auswirkungen auf den zukünftigen Umgang mit angebotenen Beiträgen und mit der Überprüfung von Quellen haben, sagt die Redaktionsleiterin Lena Stärk.

Französischer Philosoph Michel Serres gestorben

Der französische Philosoph Michel Serres ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Er schrieb mehr als 50 Bücher. Für sein Denken erhielt der Philosoph 2012 unter anderem den deutschen Meister-Eckhart-Preis. Die Begründung lautete damals: "Brillante Einsichten in die Strukturen unseres Denkens." Serres lehrte an der Pariser Sorbonne und im kalifornischen Stanford. Als Vermittler zwischen den Wissenschaften wurde er 1990 in die Académie française aufgenommen, Frankreichs bedeutendste Gelehrtengesellschaft.

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