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Mittwoch, 21.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. Juni 2019

Missbrauchsvorwürfe gegen Taizé-Gemeinschaft

In der christlichen Gemeinschaft von Taizé gibt es Hinweise, dass drei Mitglieder vor Jahrzehnten Jugendliche sexuell missbraucht haben. Fünf Betroffene haben sich an die Gemeinschaft gewandt. Es gehe um Fälle sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige aus den 50er bis 80er Jahren. Hinweise auf Vergewaltigungen bestünden nicht, sagte ein Sprecher. Zwei der beschuldigten Männer sind den Angaben zufolge seit mindestens 15 Jahren tot, der dritte lebt weiterhin in Taizé. Er sei bereits "seit längerem" nicht mehr an der Organisation der Taizé-Jugendtreffen beteiligt. In Rücksprache mit den Betroffenen, die sich teilweise bereits vor mehreren Jahren an die Gemeinschaft wandten, wurde jetzt die Staatsanwaltschaft informiert, wie der Leiter der Gemeinschaft, Frere Alois, mitteilte. Die Sorge um die Opfer stehe im Mittelpunkt, zugleich wolle er möglichen weiteren Opfern Mut machen, sich zu melden, so Frere Alois weiter. "Wir werden ihnen zuhören und sie bei den Schritten unterstützen, die sie unternehmen möchten." Die Gemeinschaft kündigte an, ihre Präventionsarbeit auszuweiten.

Barenboim bleibt bis 2027 in Berlin unter Vertrag

Trotz heftiger Kritik an seinem Führungsstil hält Berlins Kultursenator Klaus Lederer zu Daniel Barenboim. Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz teilte der Politiker der Linkspartei in Anwesenheit von Staatsopern-Intendant Schulz und dem 76-Jährigen Generalmusikdirektor mit, dass dieser Vertrag über 2022 hinaus für fünf Jahre verlängert wird. "Daniel Barenboim ist ein Ausnahmekünstler, dem die Musikwelt und die Stadt Berlin viel zu verdanken hat", sagte Lederer. Es gebe keinen Grund für eine Umbesetzung. Die Entscheidung für die Vertragsverlängerung sei am Montagnachmittag gefallen. Barenboim kommentierte: "Wenn meine Kräfte nachlassen, werde ich sofort gehen." Er wolle nicht aus Loyalität als Reliquie in der Staatsoper verbleiben.

Locarno zeichnet Maren Ade aus

Das Filmfestival in Locarno vergibt ihn im August wieder an Produzenten von Independent-Filmen: Den Preis im Namen des einstigen Festivalchefs Raimondo Rezzonico. In diesem Jahr wird Maren Ade zusammen mit ihren Kompagnons Janine Jackowski und Jonas Dornbach der Firma "Komplizen Film" mit dem Premio Raimondo Rezzonico ausgezeichnet. "Komplizen Film" mache unkonventionelle und mutige Produktionen, die dem Publikum immer aufs Neue überraschende Geschichten und Gesichter schenkten, begründete Lili Hinstin, die künstlerische Leiterin des Locarno Film Festivals, die Entscheidung.

MoMA schließt für Umbau bis Oktober

Ab 15. Juni kann das Museum of Modern Art in New York für gut vier Monate nicht besucht werden. Mit der Wiedereröffnung am 21. Oktober werde sich ein "ganz neues MoMA" präsentieren. "Neue Galerien und Räume für Vorführungen und Veranstaltungen" würden das Museum "verändern". Darüber hinaus werde die Sammlung "auf neue und beispiellose Weise" präsentiert. Das vor 90 Jahren gegründete Haus verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Mit rund 2,8 Millionen Besuchern jährlich gehört es zu den meistfrequentierten Museen der Welt.

Notre-Dame noch nicht vollständig gerettet

Die bei einem verheerenden Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame ist nach Expertenansicht noch nicht völlig gerettet. "Heute kann man nicht absolut garantieren, dass das Baudenkmal stehenbleibt", sagte der Chef-Architekt für historische Bauwerke, Philippe Villeneuve, der Zeitung "Le Figaro". Bisher habe man Glück gehabt, weil das Gebäude stabil sei. "Aber das Gewölbe könnte nächste Woche genausogut einstürzen." Derzeit würden rund 150 Menschen an der Restauration des weltberühmten Pariser Wahrzeichens arbeiten, so Villeneuve. Die Untersuchung zur Brandursache dauere weiterhin an. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte versprochen, Notre-Dame innerhalb der nächsten fünf Jahre wiederaufzubauen. Villeneuve hält das durchaus für möglich. Allerdings habe man bereits vor dem Brand an der Restaurierung der Kathedrale gearbeitet, denn an vielen Stellen bröckelte die Bausubstanz. Eine komplette Restaurierung des Touristenmagnets werde daher viel länger dauern.

Norwegische Prinzessin mit Literaturzug zur Buchmesse

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit reist zur Vorbereitung der Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober mit einem Literaturzug durch Deutschland. Norwegen freue sich sehr, Ehrengastland der diesjährigen Buchmesse zu sein, sagte der norwegische Botschafter Petter Ølberg in Frankfurt am Main. Am 13. Oktober werde Mette-Marit in Berlin literarische Texte norwegischer Autoren präsentieren und am folgenden Tag im Zug nach Köln reisen. In Köln werde die Kronprinzessin gemeinsam mit norwegischen Autoren in der Bahnhofsbuchhandlung lesen und am 15. Oktober zusammen mit den Schriftstellern im Zug nach Frankfurt reisen, kündigte der Botschafter an. Zur Eröffnung der Buchmesse werde die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg sprechen. Außerdem würden auf der Eröffnungsfeier die Schriftsteller Karl Ove Knausgård und Erika Fatland auftreten. Zur Buchmesse werden unter anderen auch die norwegischen Autoren Jo Nesbø, Maja Lunde, Dag Solstad und Maria Parr erwartet.

Museum der Bayerischen Geschichte öffnet

In Regensburg hat das Museum der bayerischen Gechichte eröffnet. 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die bayerische Historie von 1800 bis zur Gegenwart stehen zur Verfügung. Vier Jahre dauerte die Bauzeit für das Haus am Donauufer. Die Architektur mache es möglich, so Museumsdirektor Richard Loibl, dass selbst große Exponate Platz finden. Etwa die Hälfte der 1000 ausgestellten Stücke stamme aus Privathaushalten.

Gerald Scarfe verkauft Zeichnungen an Museum

Das Wilhelm-Busch-Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover freut sich: Über den Ankauf von 105 Arbeiten des britischen Zeichners Gerald Scarfe. Genauso wie über den Umstand, dass der 83-Jährige ein Novum wagte: Noch nie zuvor veräußerte er Originale an ein Museum. Eine Wertschätzung für das Haus, findet der Vorsitzende der Wilhelm-Busch-Gesellschaft, Joachim Werren, zumal die Ankaufsumme von 300.000 Euro deutlich unter den Preisen lag, die die Werke auf dem Kunstmarkt erzielen würden". Scarfe schuf fast 60 Jahre lang politische Karikaturen. Er arbeitete unter anderen für das "Time Magazine", die "Daily Mail" und die "Sunday Times". Scarfe sei einer der bedeutendsten Karikaturisten der Gegenwart, so Werren.

Düsseldorfer Literaturpreis für Karin Duve

Der mit 20 000 Euro dotierte Düsseldorfer Literaturpreis geht an die Schriftstellerin Karen Duve für ihren Roman "Fräulein Nettes kurzer Sommer" über das Leben der jungen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Die 57-Jährige entwerfe "mit treffsicherem Witz und Sprachmacht das Portrait einer eigensinnigen jungen Frau, eingeschnürt in die Konventionen ihrer Zeit und Herkunft", begründete die Jury ihre Entscheidung . Der Literaturpreis wird von der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf vergeben. Bisherige Preisträger waren unter anderem Marcel Beyer und Esther Kinsky.

Youtube ist Leitmedium für Kinder und Jugendliche

Zunehmend wird die Internetplattform Youtube auch zum Lernen benutzt. Lydia Grün vom Rat für Kulturelle Bildung erläuterte eine Umfrage unter 818 Jugendlichen. Derzufolge lerne jeder zweite Nutzer mit Youtube auch für die Schule. 45 Prozent der Befragten nutzten die Videos zur Vorbereitung auf Prüfungen oder zum Wiederholen von noch nicht verstandenem Unterrichtsstoff. Als Vorteil wurde angegeben, sich zu einem individuellen Zeitpunkt informieren zu können. Als Nachteile wurden genannt, dass - anders als bei Lehrerinnen und Lehrern - keine Nachfragen möglich sind. Werbung wurde als störend empfunden. Grün betonte, die Bildungswelten müssten besser ergänzt und verknüpft werden. 60 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass in ihren Schulen ein kritischerer Umgang mit Youtube vermitteln werden sollte. Denn der Unterhaltungswert der Videos sei größer eingestuft worden als die Glaubwürdigkeit. 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen regelmäßig Youtube.

Siegerentwurf für Luther-Melanchthon-Denkmal gekürt

Der Wiener Künstler Gerald Aigner hat den internationalen Wettbewerb zur Schaffung eines neuen Luther-Melanchthon-Denkmals in Leipzig gewonnen. Seine Idee ist zusammen mit den zweit- und drittplatzierten Entwürfen bis zum 27. Juni in der Ausstellung "Denk + Mal Luther Melanchthon" im Leipziger Neuen Rathaus zu sehen. Das originale Luther-Melanchthon-Denkmal des Dresdner Bildhauers Johannes Schilling (1828-1910) stand von 1883 bis 1943 auf dem Leipziger Johannisplatz. In der NS-Zeit wurde es zur Herstellung von Waffen und Kriegsgerät eingeschmolzen. Ob Aigners Vorschlag umgesetzt wird, hängt laut Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke von dem Verein Luther-Melanchthon-Denkmal ab. Dieser habe sich bereiterklärt, Spenden für die Wiedererrichtung zu sammeln, sagte Jennicke. Insgesamt werden den Angaben zufolge bis zu 300.000 Euro benötigt.

Exhumierung von Diktator Franco gestoppt

Der Oberste Gerichtshof Spaniens ordnete an, dass die sterblichen Überreste von Diktator Francisco Franco erstmal nicht exhumiert werden dürfen. Als Grund wurde angegeben, dass Richter noch über Berufungen der Familie von Franco entscheiden müssten. Die sozialistische Regierung wollte kommende Woche damit beginnen, den einbalsamierten Leichnam umzubetten. Er war 1975 in einem Mausoleum im "Tal der Gefallenen" in der Sierra de Guadarrama beigesetzt worden, das zum Wallfahrtsort für Franco-Anhänger wurde. Gegen den Widerstand der Angehörigen hatte die Regierung sich zur Umbettung auf einen öffentlichen Friedhof am Stadtrand von Madrid entschlossen. Während der Anwalt der Familie Franco die Anordnung des Gerichts begrüßte, machte die Regierung darauf aufmerksam, dass das Gericht die Exhumierung nicht verboten habe.

Straßenumbenennung in Windhoek und Berlin

Wie namibische Zeitungen berichten, hat der Stadtrat der namibischen Hauptstad Windhoek die Umbenennung von elf Straßen beschlossen. Das meldet der Verein "Berlin Postkolonial" unter Berufung auf Medienberichte des Landes. Einen neuen Namen soll demnach unter anderem die "Luderitz Street" erhalten. Adolf Eduard Lüderitz begründete die Kolonie "Deutsch-Südwestafrika". Zukünftig soll die Straße an den 1998 verunglückten Richter Johannes Karuaihe erinnern, der zur Festigung des namibischen Rechtsstaates beitrug. Das Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" begrüßt die Entscheidung Windhoeks und regt an, die vom Bezirk Berlin-Mitte bereits 2018 beschlossene Umbenennung der Berliner Lüderitzstraße, des Nachtigalplatzes und der Petersallee zu Ehren ermordeter afrikanischer Widerstandskämpfer*innen in Absprache mit der Partnerstadt Windhoek am selben Tag zu vollziehen. 

Anne Franks Tagebuch in Maori

In über 70 Sprachen ist es in den letzten Jahrzehnten übersetzt worden: Nun erscheint das "Tagebuch von Anne Frank" in der Sprache der Indigenen Neuseelands. Das teilte das dortige Holocaust-Zentrum mit. "Te Rataka a Tetahi Kohine", wie es auf Maori heißt, wird am 12. Juni veröffentlicht - dem Tag vor 90 Jahren, an dem Anne Frank geboren wurde. "Weil Maori eine unserer drei offiziellen Sprachen ist, fand ich es unerlässlich, das wir uns anderen Ländern weltweit mit einer Übersetzung anschließen", erklärte der 92 Jahre alte Initiator des Projekts, Boyd Klap. Übersetzt wurde das Buch von Te Haumihiata Mason, die als junge Maori-Frau selbst Diskriminierung erfahren hat.

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