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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Juni 2017

Ist Robert Del Naja doch Banksy?

Neue Spekulationen nach Interview mit Drum and Bass-Musiker Goldie

"Nichts gegen Robert, er ist ein brillianter Künstler. Ich denke, er hat die Kunstwelt auf den Kopf gestellt". Diese beiden Sätze sorgen gerade weltweit für Aufsehen. Denn sie nähren die Gerüchte, dass hinter dem Graffiti-Phantom Banksy tatsächlich Robert Del Naja, der Sänger von Massive Attack steckt. Zu hören ist Musikerkollege Goldie in der aktuellen Folge von Scroobius Pips "Disctraction Pieces"-Podcast bei Minute 34: 46. Die Spekulation stützt eine Recherche des Journalisten Craig Williams, der Banksy-Straßenkunstwerke verfolgte und feststellte, dass sie sich dort häufen, wo Massive Attack gerade tourt. Ob Goldie sich bewusst oder unbewusst verplapperte, bleibt offen. Er rudert zurück. Robert Del Naja selbst hatte letztes Jahr dementiert, Banksy zu sein.

Alan Gilbert neuer Chefdirigent in der Elbphilharmonie

Ehemaliger Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker kommt nach Hamburg

Vor wenigen Tagen gab der Amerikaner Alan Gilbert sein Abschiedskonzert als Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, am Freitagvormittag wurde er nun als künftiger Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters vorgestellt. Im Sommer 2019 tritt er die Nachfolge von Thomas Hengelbrock an, der seinen Vertrag nicht verlängerte. "Alan Gilbert steht für höchste musikalische Qualität, gepaart mit großem Innovations- und Gestaltungswillen. Wir freuen uns über die Verpflichtung eines Dirigenten mit großem internationalem Renommee", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. Alan Gilbert, der die New Yorker Philharmoniker in acht Jahren deutlich modernisierte, war bereits von 2004 bis 2015 Erster Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Erster Bau von Renzo Piano in Spanien eröffnet

Gebäude im Hafen von Santander ist Kunst- und Kulturzentrum

Eine Art schwebender Dampfer auf Stelzen - das "Centro Botín" im kantabrischen Santander ist eröffnet. Es ist das erste Gebäude des 79 Jahre alten, italienischen Pritzker-Preisträgers Renzo Piano in Spanien. Zum Auftakt werden Zeichnungen von Francisco de Goya aus der ständigen Sammlung der Fundación Botín gezeigt. Bei der Einweihung des ersten vom ihm entworfenen Gebäudes räumte der Italiener vor Journalisten in der nordspanischen Stadt mit wehmütigem Blick ein: "Ich bin ein bisschen traurig. Bisher gehörte das Gebäude uns. Jetzt geht's weg. Wie ein Kind, das auszieht." Mit seinem neuesten Werk, einer aus zwei Teilen bestehende Konstruktion aus Glas, Stahl und Beton, begeistert der "Vater" des Centre Pompidou in Paris und des Potsdamer Platzes Architektur-Fans sowie Fachleute. Die Fassade ist mit rund 270 000 kreisförmigen Keramikfliesen verkleidet, die das wechselnde Licht der Bucht, des Himmels und der umliegenden Parkanlage widerspiegeln.

Stefan Rosinski in Halle Mißtrauen ausgesprochen

Das berichtet mdr Kultur

Mattias Brenner, Florian Lutz und Josep Caballé-Domenech, die künstlerischen Leiter der Theater-, Oper- und Orchester GmH in Halle (TOOH), haben Geschäftsführer Stefan Rosinski offiziell ihr Misstrauen ausgesprochen. Außerdem habe man sich an den Aufsichtsrat gewandt, meldet der Mitteldeutsche Rundfunk unter Berufung auf ein vorliegendes Schreiben, datiert auf den 12. Juni. Zitiert wird Brenner mit dem Satz: "Ich werde die angespannte Zusammenarbeit in einer Atmosphäre des Nicht-Vertrauens nicht mehr länger dulden". Lutz sieht die "künstlerischen, organisatorischen und geschäftlichen Planungen der TOOH substanziell behindern und gefährden". Rosinski hatte zuvor im MDR eingeräumt, dass es beim internen Controlling und der Budgetsteuerung Mängel gab. Bei der TOOH soll es aktuell ein Finanzloch von 1,7 Millionen Euro geben.

Käthe-Kollwitz-Preis für Katharina Sieverding

Beuys-Schülerin gilt als Erneuerin der großformatigen Fotokunst

Die Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding wird mit dem Käthe-Kollwitz-Preis ausgezeichnet. Die Akademie der Künste in Berlin zeigt dazu vom 12. Juli bis zum 27. August eine Ausstellung mit 19 Arbeiten. Sieverding habe seit den 60er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst eingeleitet, erklärte die Akademie. Die 1944 in Prag geborene Beuys-Schülerin war in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter dreimal bei der documenta in Kassel. Sie lehrte an der Hochschule der Künste in Berlin, in Salzburg, Hangzhou und Wien. Der nach der Künstlerin Käthe Kollwitz benannte Preis für bildende Kunst ist mit 12 000 Euro dotiert. Die Verleihung ist am 11. Juli geplant.

Wiederaufbau der Garnisonkirche im Oktober

Das erklärte der Sprecher der Stiftung in Potsdam

38 Millionen Euro dürfte der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Turmes der Garnisonkirche in der brandenburgischen Landeshauptstadt kosten. Im Oktober soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Finanzierung einer Grundvariante sei über Spenden in Höhe von 27,5 Millionen Euro gesichert, sagte Wieland Eschenburg, Sprecher der Stiftung. In einer zweiten Bauphase soll das Kirchenschiff entstehen. Für die Nutzung gebe aber noch keine Idee. Die Garnisonkirche war 1968 gesprengt worden. Kritikern des Wiederaufbau-Projekts gilt sie als Symbol des Militarismus.

RTL darf Wallraffs Krankenhaus-Reportage nicht mehr verbreiten

Sender will in Berufung gehen

"Team Wallraff - Reporter undercover" deckte mit versteckter Kamera Mißstände in einem Krankenhaus auf, die der Helios-Konzern nach der Erstaustrahlung nicht dementierte. Die im Januar 2016 ausgestrahlte Sendung der RTL Television GmbH darf dennoch nicht erneut veröffentlicht werden. Das erklärte die Vorsitzende der Pressekammer, Simone Käfer, nach dem Urteil des Landgerichts Hamburg. Der Klage von Helios sei damit in vollem Umfang stattgegeben worden. RTL kündigte an, in die Berufung zu gehen. RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer sagte: "Da wir von der Rechtmäßigkeit unserer journalistischen Arbeit überzeugt sind, werden wir in die nächst höhere Instanz gehen und weiter selbstbewusst für unsere Sache streiten."

Norwegischer Regisseur plant Spielfilm über Utøya

Erik Poppe will aber nicht an authentischen Orten drehen

Der norwegische Regisseur Erik Poppe will erzählen, was am 22. Juli 2011 im Jugend-Sommerlager der Arbeiterpartei geschah, als Anders Breivik 69 Menschen ermordete. Allerdings sollen die Charaktere keine realen Personen darstellen. Das kündigte Poppe im Norwegischen Rundfunk NRK an. Angehörige und die Partei AUF haben Vorbehalte gegen das Projekt. "Mir graut davor, dass der Film kommt, aber gleichzeitig verstehe ich, dass die Geschichte erzählt werden muss", sagte beispielsweise AUF-Chef Mani Hussaini.

Kulturrat plädiert erneut für Bundeskulturministerium

14 Forderungen für die neue Legislaturperiode

Der Spitzenverband der Bundeskulturverbände will die Bedeutung der Kulturpolitik in Deutschland von der nächsten Bundesregierung unterstrichen sehen. Deshalb bekräftigte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, dass ein Bundeskulturministerium die "Bedeutung für das Zusammenleben" und "das kulturelle Leben" betonen würde. Weitere Forderungen sind etwa ein bundesweites Programm für kulturelle Integration oder die dauerhafte Förderung von Welterbestätten.

Paris setzt auf Socken

Verrufener Mode-Fauxpas bei Modeschauen im Trend

Socken in Sandalen werden offenbar wieder salonfähig. Bei den Pariser Modenschauen schickten mehrere Designer ihre Männermodels mit der eher verrufenen Kombination über den Laufsteg. Socken in Sandalen galten Jahrzehnte als stilistischer Fauxpas vor allem deutscher Urlauber. Sogar die Luxus-Marke Louis Vuitton setzte bei der Präsentation ihrer Herrenkollektion für den Sommer 2018 auf Models in Socken und Sandalen. An der Rehabilitation der Kombination hat Popdiva Rihanna großen Anteil: Sie wurde im April in schwarzen Sandalen und grauen Socken gesichtet. Beim Filmfestival von Cannes im Mai lief dann das zum Kardashian-Clan gehörende Model Kendall Jenner in High-Heel-Sandalen mit durchsichtigen Socken über den roten Teppich.

EU nimmt Facebook und Co. ins Visier

Europäische Union moniert Verbreitung extremistischer Ansichten

Die EU wirft großen Online-Diensten wie Facebook und Twitter vor, sich an der Weiterverbreitung von Extremismus zu beteiligen. "Wir rufen die sozialen Medien auf, alles Nötige zu unternehmen, um die Verbreitung von terroristischem Material im Internet zu stoppen", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk gestern beim Gipfeltreffen der 28 Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Nun müssten neue Werkzeuge entwickelt werden, die solche Inhalte automatisch aufspürten und löschten. Falls die Unternehmen nicht reagierten, könnte die EU den Druck erhöhen. "Wir sind bereit, entsprechende Gesetze zu erlassen." Zugleich müsse gewährleistet werden, dass Sicherheitsbehörden Zugriff auf die verschlüsselte Online-Kommunikation von Terroristen haben. Deutschen Sicherheitsbehörden ist das künftig erlaubt. Der Bundestag beschloss am Donnerstag eine entsprechende Gesetzesänderung.

Intendant Wedel wirft Paulus Manker raus

Die Bad Hersfelder Festspiele starten mit Eklat

Kurz vor der Premiere seines Stückes "Martin Luther - Der Anschlag" am Freitagabend feuerte der Intendant der Bad Hersfelder Festspiele einen der vier Luther-Darsteller, den Schauspieler Paulus Manker. Der Burgschauspieler hätte als einer von vier Akteuren eine Seite des Martin Luther verkörpern sollen. Nach einer Probe sei es zu einem „irreparablen Zerwürfnis mit dem Intendanten gekommen, berichtete die Festspielleitung. Manker habe sich in der Probe am 21. Juni zunächst hartnäckig geweigert, Regieanweisungen Folge zu leisten, erklärte die Festspielleitung. Danach habe er die Probe verlassen, was als Arbeitsverweigerung angesehen werden müsse. Die Rolle des "Wutbürgers" Luther, die Manker zugedacht war, soll nun Christian Nickel übernehmen, der in dem Stück bereits die Rolle des Reformators spielt. Laut Medienberichten erwägt Manker, gegen seinen Rauswurf zu klagen.

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