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Kulturnachrichten

Mittwoch, 14. Juni 2017

Model und Schauspielerin Anita Pallenberg gestorben

Als Muse der Rolling Stones verehrt, als Groupie belächelt

Die Tochter eines Italieners und einer Deutschen ging jung nach New York und wurde als Model entdeckt. Nach einem Gastspiel beim Living Theatre und wohl auch in Andy Warhols Factory wurde sie in den 1960er Jahren im Umfeld der Rolling Stones bekannt: Als Muse von Gitarrist Brian Jones, Lebensgefährtin von Keith Richards, als Groupie und Schauspielerin. Drogen und Entzug bestimmten Pallenbergs Leben, nach der Trennung von Richards Ende der 70er Jahre zog sie sich ins Private zurück. Anita Pallenberg wurde 73 Jahre alt.

Goethe-Institut: Probleme mit Honorarkräften gelöst

Absprache mit der Deutschen Rentenversicherung

Das Goethe-Institut hält die Probleme mit seinen Honorarkräften in Deutschland für gelöst. Im Sommer könnten die Sprachkurse fast wieder im Vollbetrieb laufen, sagte Institutspräsident Klaus-Dieter Lehmann in Berlin. Die Rentenversicherung in Bayern hatte Anfang des Jahres Zweifel angemeldet, ob die Honorarlehrer wirklich freie Mitarbeiter sind. Lehmann sagte, sein Haus habe in Absprache mit der Zentrale der Deutschen Rentenversicherung eine einvernehmliche Regelung für künftige Honorarverträge gefunden. Es werde noch stärker deutlich gemacht, dass freie Mitarbeiter nicht in den Betrieb eingebunden seien.

Angesichts der Präsidentschaft unter Donald Trump kündigte Lehmann zudem an, dass die Goethe-Institute in den USA ihre Kulturarbeit verstärken wollen. So sollen die deutsch-amerikanischen Austauschprogramme für Jugendliche und Lehrende ausgebaut und 2018/2019 ein Deutschland-Jahr in den USA veranstaltet werden.

Millionenloch bei Halles Bühnen

Stadt will mit Land Sachsen-Anhalt verhandeln

Bei den Bühnen der Stadt Halle klafft ein Finanzloch von rund 1,7 Millionen Euro. Die Summe müsse von der Stadt ausgeglichen werden, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Die Stadt Halle zahle den Bühnen der Stadt pro Jahr einen Zuschuss von 23 Millionen Euro. Das Land habe seine Zahlungen zuletzt um rund 3 Millionen auf 9 Millionen Euro heruntergefahren. Die Stadt wolle mit dem Land neu verhandeln, um etwa mehr Spielraum bei der Verwendung der Landesmittel zu bekommen.

DDR-Filmkritikerin Renate Holland-Moritz gestorben

"Kino Eule" genoß für ihre Kolumne in Satirezeitschrift "Eulenspiegel" Kultstatus

Renate Holland-Moritz, eine der bekanntesten Filmkritikerinnen und Drehbuchautorinnen aus der DDR, ist tot. Wie die Satirezeitschrift "Eulenspiegel" mitteilt, starb Holland-Moritz am Mittwoch in Berlin im Alter von 82 Jahren. Mehr als 50 Jahre lang hatte Holland-Moritz für das Blatt Filmkritiken und satirische Texte geschrieben. Die 1935 in Berlin geborene und in Thüringen aufgewachsene Holland-Moritz genoss in der DDR wegen ihres Witzes Kultstatus. Bekannt wurde sie vor allem als bissige Kritikerin. Als "Kino Eule" schrieb sie jeden Monat für den "Eulenspiegel". Zu den erfolgreichsten Titeln von Holland-Moritz gehört "Die tote Else - Ein wahrhaftiges Klatschbuch", das 1986 erschien. Darin berichtete sie über Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten. 1978 wurde sie mit dem Goethe-Preis der Stadt Berlin ausgezeichnet.

Schau gibt "Vorgeschmack" auf Humboldt-Forum

Kunst aus geschlossenen Museen Berlin-Dahlem zu sehen

Eine neue Sonderschau stellt das Konzept des geplanten interkulturellen Berliner "Humboldt-Forums" beispielhaft vor. Auf der Museumsinsel werden ab sofort unter dem Titel "Neue Nachbarn" 25 Objekte außereuropäischer Kunst neben herausragenden europäischen Werken präsentiert: Landschaftsmalerei auf japanischen Stellschirmen des 18. Jahrhunderts neben Werken von Caspar David Friedrich. Die Arbeiten aus Afrika, Asien und Amerika stammen aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für vorderasiatische Kunst, die bislang in Berlin-Dahlem angesiedelt waren. Ihre Bestände kommen in das Humboldt-Forum, das 2019 im wiedererrichteten Stadtschloss eröffnen soll. Es soll die außereuropäischen Sammlungen Berlins aufnehmen und auf neue Weise präsentieren. Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, erklärte, die bis 24. September dauernde Sonderschau gebe einen "Vorgeschmack" auf das Humboldt-Forum.

Ariana Grande vielleicht Ehrenbürgerin von Manchester

Reaktion "mit Liebe und Mut anstatt Hass und Angst"

US-Sängerin Ariana Grande (23) könnte Ehrenbürgerin der Stadt Manchester werden. Sie soll für die Organisation des Konzerts "One Love" in Manchester geehrt werden, dessen Einnahmen von fast 3,4 Millionen Euro an die Opfer des Bombenattentats nach ihrem Konzert vom 22. Mai gingen. Die Stadt erwägt eine Regeländerung, nach der auch Menschen Ehrenbürger von Manchester werden können, die nicht in der Stadt wohnen. Der Leiter des Stadtrates, Richard Leese, sagte, das sei ein passender Moment, die Regeln für die Ehrenbürgerschaft zu ändern. Alle könnten stolz darauf sein, wie die Stadt reagiert habe, "mit Liebe und Mut anstatt Hass und Angst". Ariana Grande habe diese Reaktion beispielhaft vorgelebt.

Teil des Schwarzwalds wird Unesco-Biosphärenreservat

Gebiet liegt westlich und südlich des Feldbergs

Ein Teil des Schwarzwalds darf sich künftig Unesco-Biosphärenreservat nennen. Die Kultur- und Wissenschaftsorganisation der Vereinten Nationen erkannte ein Gebiet im südlichen Teil des Mittelgebirges an, teilte eine Sprecherin in Paris mit. Das neue Reservat ist 630 Quadratkilometer groß und damit größer als der Bodensee. Neben Mischwäldern prägen Bergweiden und urige Ortschaften die Region. In Deutschland gibt es bereist 15 Unesco-Biosphärenreservate, darunter das niedersächsische Wattenmeer, der Spreewald und das Berchtesgadener Land.

Preis der Kunststiftung NRW geht an drei Übersetzer

Jury: "Präzise wie übermütig mit den Formen des Erzählens"

Die Literaturübersetzer Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel haben den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW erhalten. Sie wurden für ihre Neuübersetzung von Raymond Queneaus "Stilübungen" und für ihr übersetzerisches Lebenswerk geehrt. Die Jury begründete, die Berliner Heibert und Schmidt-Henkel spielten "so präzise wie übermütig mit den Formen des Sprechens und Erzählens" und feierten "damit den großen Reichtum unserer Sprache". Der Straelener Übersetzerpreis ist mit 25.000 Euro dotiert und gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Den Förderpreis im Wert von 5.000 Euro vergab die Jury an Thomas Weiler für die Übertragung des Romans "Paranoia" des weißrussischen Autors Viktor Martinowitsch.

Art Basel sieht keine Konkurrenz zu Köln

Morgen öffnet weltweit wichtigste Kunstmesse in Basel für das Publikum

Dem strauchelnden Kunstmarkt mit Expansion begegnen - das versucht die Art Basel und möchte sich in Düsseldorf in eine neue Kunstmesse einbringen. Diese Expansionspläne sorgten für scharfe Kritik von Seitden des Art Cologne-Direktors Daniel Hug. Kurz vor der Eröffnung der Art Basel wiegelt deren Direktor Marc Spiegler ab: "Jede Messe generiert neue Märkte und neue Sammler". Hug hatte den Schweizern im April "eine Form von Kolonialismus" vorgeworfen. Während die Art Cologne den deutschen Kunstmarkt fördere, seien die Interessen der Schweizer rein kommerziell. Spiegler sieht die Messen trotz gesunder Konkurrenz dagegen an einem Strang ziehen. "Gute Messen sind gut für Galerien und gut für den Aufbau einer Sammlergemeinde, egal, wer sie ausrichtet." Die Bedrohung seien vielmehr Auktionshäuser, weil sie in das Kerngeschäft der Galerien vorstießen. Kunstsammler und Museen haben bei der bedeutendsten Kunstmesse der Welt schon vor der offiziellen Eröffnung für hohe Umsätze gesorgt. Die knapp 300 teilnehmenden Galerien verkauften bereits Kunst für über 60 Millionen Dollar (53 Millionen Euro).

New Yorker Metropolitan Museum baut Chefetage um

Museum ist hoch verschuldet

Das New Yorker Metropolitan Museum of Art zieht Konsequenzen aus seiner finanziellen Krise und baut seine Chefetage um. Präsident Daniel Weiss soll ab sofort zugleich die Rolle des Vorsitzenden übernehmen. In dieser Funktion soll er helfen, einen Nachfolger für den im Februar überraschend zurückgetretenen Direktor Thomas Campbell zu finden. Der aus New Jersey stammende Weiss ist Experte für mittelalterliche und byzantinische Kunst. Er war Präsident des Haverford College in Pennsylvania, ehe er 2015 zum Met wechselte. Die Personalie ist ein Signal, dass die Finanzsituation an der Institution mit Schulden von etwa 40 Millionen Dollar (umgerechnet knapp 36 Mio Euro) künftig im Vordergrund stehen soll. Mit einem Budget von rund 282 Mio Euro und 2.200 Mitarbeitern zählt das Met zu den größten Kunstmuseen der Welt. Vergangenes Jahr kamen 6,7 Millionen Besucher. Damit liegt das Museum im weltweiten Ranking mit Blick auf Besucherzahlen auf Platz zwei hinter dem Pariser Louvre.

Privattheatertage in Hamburg starten mit "King Charles III."

Leistungsschau findet zum sechsten Mal statt.

Mit der Aufführung von Mike Bartletts Drama "King Charles III." hat die Bremer Shakespeare Company das Festival im Altonaer Theater der Hansestadt eröffnet. Rund 500 Zuschauer spendeten der Inszenierung von Stefan Otteni am Dienstagabend viel Applaus. In dem Stück geht es um Intrigen, Macht und Einfluss am britischen Königshof. Noch bis 24. Juni bewerben sich zwölf kleinere Bühnen aus der ganzen Republik in neun Spielstätten in den Sparten Zeitgenössisches Drama, Moderner Klassiker und Komödie um die undotierten "Monica-Bleibtreu-Preise". Die vom Bund geförderten Privtattheatertage enden am 25. Juni mit einer Gala in den Hamburger Kammerspielen.

Thüringer Literaturstipendium an Ron Winkler

"Harald Gerlach"-Stipendium ist mit 12.000 Euro dotiert

Der in Jena geborene Dichter und Übersetzer Ron Winkler ist mit dem Thüringer Literaturstipendium "Harald Gerlach" ausgezeichnet worden. Winkler erhielt die Auszeichnung am Dienstag von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff in Erfurt. Winkler überzeuge durch seine Lyrikbände, durch zahlreiche Übersetzungen und auch als Herausgeber der Lyrik-Anthologie "Thüringern im Licht", erklärte Hoff. Seine Texte überzeugten durch originell gesetzte Metaphern und Humor, mit denen er thüringische Kindheits- und Jugenderinnerungen nicht als unumstößliche Wahrheiten ins Bild setze. Das Literaturstipendium trägt den Namen des 2001 gestorbenen Thüringer Autors Harald Gerlach.

Botschafter besucht Yücel im Gefängnis

Außenminister Sigmar Gabriel forderte abermals, Deniz Yücel zu entlassen

Lange Zeit verweigerte die Türkei deutschen Diplomaten Besuche bei Deniz Yücel im Gefängnis. Am Dienstag konnte der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, erstmals den inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel im Gefängnis besuchen. Aus der Deutschen Botschaft in Ankara hieß es nach dem Besuch: "Botschafter Erdmann hat heute über eine Stunde frei mit Herrn Yücel sprechen können. Deniz Yücel geht es gut. Die Unterstützung aus Deutschland - Lesungen, Konzerte, Autokorsos - tut ihm gut. Er weiß so, dass er nicht allein ist und nicht vergessen wird." Gegen Yücel wurde Ende Februar Untersuchungshaft verhängt. Ihm werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Yücel außerdem öffentlich beschuldigt, ein Terrorist und deutscher Spion zu sein. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befasst sich mit dem Fall.

Hamburger Künstler vergoldet Fassade

Projekt "Veddel vergolden" ist umstritten

Der Künstler Boran Burchhardt hat in Hamburg mit seinem umstrittenen Kunstprojekt "Veddel vergolden" begonnen. Von einer Hebebühne aus trug er hauchdünnes Blattgold mit einem Spezialkleber auf eine 300 Quadratmeter große Hauswand in dem sozial schwachen Stadtteil auf. "Unser Ziel, die Aufmerksamkeit auf die Veddel zu lenken, hat bereits funktioniert", erklärte er. Das Kunstprojekt hatte bereits im Vorfeld für viel Wirbel gesorgt. Die Hamburger Kulturbehörde stellt für das Vorhaben 85 000 Euro aus einem Topf für Kunst im öffentlichen Raum bereit. "Ab heute wird ein weiteres beschämendes Kapitel von Steuergeldverschwendung geschrieben", sagte Sabine Glawe vom Bund der Steuerzahler Hamburg. Auch der SPD-Politiker Klaus Lübke und die Grünen hatten die Aktion als überflüssig kritisiert.

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