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Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. Juni 2016

Anne Birkenhauer erhält Paul-Celan-Preis 2016

Die Übersetzerin wird für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet

Der Paul-Celan-Preis 2016 für herausragende Übersetzungen ins Deutsche geht in diesem Jahr an Anne Birkenhauer. Die 1961 in Essen geborene Judaistin und Germanistin werde für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet, das Übersetzungen aus dem Hebräischen umfasse, teilte der Deutsche Literaturfonds heute in Darmstadt mit. Besonders würdigte die Jury ihre Übersetzung des 2016 erschienenen Romans "Kommt ein Pferd in die Bar" von David Grossman, in der es ihr auf bewundernswerte Weise gelungen sei, "den ständigen Wechsel der Tonlage mit blitzschnellen Sprüngen von kalkuliert klamaukhafter Komik zu bitterbösem Ernst, von vulgärem Gejohle zu entsetztem Schweigen in allen Nuancen plastisch und nachvollziehbar wiederzugeben". Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am 20. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vergeben. Die Laudatio wird der Literaturkritiker Lothar Müller halten.

Konzertsaal der Elbphilharmonie an Stadt übergeben

Generalintendant Lieben-Seutter: "Wir sind auf der Zielgeraden"

Ein halbes Jahr vor der Eröffnung ist heute der große Konzertsaal der Elbphilharmonie vom Baukonzern Hochtief an die Stadt Hamburg übergeben worden. Nach diesem Termin folgt noch die Endabnahme des Gebäudes zum 31. Oktober, bevor das spektakuläre Konzerthaus im Hamburger Hafen am 11. Januar 2017 eröffnet werden soll. "Wir sind endgültig auf der Zielgeraden", sagte Generalintendant Christoph Lieben-Seutter. Der Kartenverkauf sei fulminant gestartet, die Vorfreude auf die Eröffnung groß. Jahrelange Verzögerungen und eine Kostenexplosion hatten den Bau lange Zeit überschattet. Der Saal mit 2150 Plätzen, der einmal zu den zehn besten der Welt gehören soll, ist nach dem Weinberg-Prinzip gebaut, mit einer Bühne in der Mitte, die von terrassenförmigen Publikumsrängen umgeben ist.

Nelsons löst Vertrag mit Bayreuther Festspielen auf

Der Dirigent sollte die Eröffnungspremiere leiten

Dirigent Andris Nelsons und die Bayreuther Festspiele haben den Vertrag für die Wagner-Oper in diesem Jahr aufgelöst. "Leider haben die Umstände bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen Andris Nelsons nicht die Atmosphäre ermöglicht, die er für seine künstlerische Arbeit benötigt", teilten die Festspiele heute mit. Unterschiedliche Auffassungen in verschiedenen Angelegenheiten hätten zu einer Atmosphäre geführt, die für alle Beteiligten nicht angenehm gewesen sei, hieß es. Sie hätten der Bitte "mit Bedauern" zugestimmt. Nelsons sollte die Eröffnungspremiere am 25. Juli dirigieren.

Oscar-Akademie um mehr Vielfalt bemüht

683 Personen bekamen Einladungen zur Mitgliedschaft aus Hollywood

Die in Kritik geratene Oscar-Akademie setzt ihre Bemühungen um mehr Vielfalt fort. Deutlich mehr Frauen und Minderheiten sind unter den 683 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Zu ihnen gehören die kubanisch-stämmige US-Schauspielerin Eva Mendes, America Ferrera, deren Eltern aus Honduras stammen, und die afro-amerikanische Schauspielerin Anika Noni Rose. Die derzeit mehr als 7.000 Mitglieder umfassende Oscar-Akademie setzt damit ihre Ankündigung von vor sechs Monaten um, mehr Frauen und Angehörige von Minderheiten aufzunehmen. Den Angaben zufolge sind die Kandidaten zu 46 Prozent weiblich und zu 41 Prozent Angehörige von Minderheiten. Sollten die Einladungen akzeptiert werden, hätte die Akademie einen Anteil von 27 Prozent weiblicher und 11 Prozent nicht-weißer Mitglieder. Die Film-Akademie stand in diesem Jahr in der Kritik, weil zum zweiten Mal in Folge keine afroamerikanischen Schauspieler für die Oscars nominiert wurden.

Konflikt zwischen Musikern und YouTube verschärft sich

Musiker fordern vor EU-Kommission gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber

Der Konflikt zwischen der Musikindustrie und Googles Videoplattform YouTube wird schärfer. Über 1000 Musiker, darunter Stars wie Coldplay, Lady Gaga oder Ed Sheeran, haben sich bei der EU-Kommission beschwert, dass Dienste wie YouTube mit ihren breiten Gratis-Angeboten auf unfaire Weise Musik entwerteten. In einem Brief forderten sie Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, "jetzt zu handeln", um gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber zu sichern. Aus Deutschland sind unter anderem Udo Lindenberg, Adel Tawil und Bosse dabei. Der Streit schwelt schon seit Jahren. Die Musikindustrie hat im Streaming eine neue Geldquelle entdeckt und setzt vor allem auf Abo-Modelle, bei denen für eine monatliche Gebühr von meist rund zehn Euro viele Millionen Songs uneingeschränkt genutzt werden können. Zuletzt wuchsen die Erlöse im Musikgeschäft dank Streaming erstmals wieder. YouTube verweist darauf, dass schon mehrere Milliarden Dollar an Werbeerlösen an Rechteinhaber geflossen seien und das Unternehmen ein System entwickelt habe, das Songs sofort mit einer Art "digitalem Fingerabdruck" identifiziere.

ARD-Serie "Lindenstraße" wird fortgesetzt

Der Vertrag wurde bis 2019 verlängert

Der ARD-Serienklassiker "Lindenstraße" wird bis 2019 verlängert. Der WDR-Rundfunkrat habe dem Vertrag mit der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion KG für den Produktionszeitraum von 2017 bis 2019 zugestimmt, teilte der Sender heute mit. Das sei "eine gute Nachricht für die zahlreichen Fans", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow. Am 8. Dezember 1985 strahlte die ARD die Serie zum ersten Mal aus, die immer wieder aktuelle Themen aufgreift. Im Schnitt schalten zur Zeit sonntags 2,5 Millionen Zuschauer ein. Hinzu kommen Abrufe über Mediatheken, Internet-Livestream und App.

Musikverbände erfreut über neuen Bundesfonds

Förderfond für zeitgenössische Musik trage zur Weiterentwicklung der Musikkultur bei

Der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters angekündigte Bundesfonds für zeitgenössische Musik stößt bei den deutschen Musikverbänden auf großes Interesse. Der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, begrüßte den neuen Förderfonds, der noch in diesem Jahr gegründet werden soll. Er leiste spartenübergreifend einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der zeitgenössischen Musikkultur, sagte Krüger heute in Berlin. Auch werde mit der Gründung ein "bedeutendes Zeichen für den Erhalt und die Förderung der kulturellen Vielfalt" im Land gesetzt. Für den Musikfonds stehen nach Angaben von Grütters jährlich 1,1 Millionen Euro zur Verfügung. Er soll Projekte mit einer Antragssumme von bis zu 50.000 Euro unterstützen.

Coldplay erinnern bei Konzert an Terroropfer von Istanbul

Türkische Fahne auf Klavier

Coldplay-Sänger Chris Martin hat beim Konzert im Berliner Olympiastadion seine Solidarität mit den Opfern des Terroranschlags in Istanbul bekundet. Zum Lied "Everglow" legte er am Mittwochabend die türkische Fahne auf das Klavier. Auch auf den Brexit ging der Sänger ein: Er bedankte sich, dass so viele Menschen gekommen seien, um Briten zu sehen. Es sei keine einfache Woche gewesen. Am Ende der rund zweistündigen Show legte er die deutsche Fahne, die während des Auftritts aus seiner Hosentasche hing, auf den Boden und küsste sie.

Willi Steul will öffentlich-rechtliches Kinderradio

Deutschlandradio-Intendant sieht darin einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag

Der Intendant des Deutschlandradios, Willi Steul, setzt sich für ein gemeinsames Kinderradio von ARD und Deutschlandradio ein. "Wenn man sich anschaut, welche Leistung der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Gesellschaft bringt, dann fehlt ein solches Kinderformat im Radio", sagte Steul dem Evangelischen Pressedienst. ARD und ZDF betreiben im Fernsehen gemeinsam den öffentlich-rechtlichen Kinderkanal (KiKA). Deutschlandradio Kultur macht täglich die Kindersendung "Kakadu". Steul sagte, er hoffe, dass Deutschlandradio bei der anstehenden Novellierung des Staatsvertrags beauftragt werde, ein Konzept für ein solches Kinderradio vorzulegen. Ein solches Angebot wäre "ein wirklicher gesellschaftlicher Auftrag". Ein Sprecher der in rundfunkpolitischen Fragen federführenden Staatskanzlei Rheinland-Pfalz sagte, die Staatskanzleien hätten "angeregt, dass notwendige Vorklärungen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen ARD und Deutschlandradio ausgelotet" würden.

Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis

40. Tage der deutschsprachigen Literatur im österreichischen Klagenfurt eröffnet

In diesem Jahr bewerben sich 14 Autoren aus sieben Ländern – neben Deutschland unter anderem aus Serbien, Israel und der Türkei – um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Vorgetragen werden eigens dafür geschriebene Texte. Wie die Auslosung ergab, machte am Vormittag die österreichische Autorin Stephanie Sargnagel den Anfang. Zu Eröffnung widersprach der deutsche Autor Burkhard Spinnen in seiner „Klagenfurter Rede" dem Mythos, in Klagenfurt würden Autoren „vernichtet. Die einzigen Vernichtungen, die er regelmäßig erlebt habe, so Spinnen, seien die „habituellen oder folkloristischen Verrisse des Wettbewerbs im Feuilleton" gewesen.

Taocheng Wang erhält Dorothea von Stetten-Kunstpreis

Die Konzeptkünstlerin führt im Kunstmuseum Bonn Massage-Performances auf

Die diesjährige Preisträgerin des Dorothea von Stetten-Kunstpreises ist Konzeptkünstlerin Taocheng Wang. Die Jury entschied sich gestern Abend einstimmig für die gebürtige Chinesin. Die in Amsterdam lebende Künstlerin beschäftige sich in ihren Arbeiten mit dem Erzählen von metaphorischen, autobiografischen und fiktionalen Geschichten. Für die Gruppenausstellung der Preis-Nominierten im Kunstmuseum Bonn eröffnet Taocheng Wang dem Ausrichter zufolge in ihrem Ausstellungsraum einen Massage-Salon, den sie durch Massage-Performances aktiviert und den Besucher integriert. Der mit 10.000 Euro dotierte Dorothea von Stetten-Kunstpreis richtet sich an Künstlerinnen und Künstler, die das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Deutsch-Französischer Journalistenpreis verliehen

Ausgezeichnet wurden u.a. der WDR, der Fernsehsender Arte und der Radiosender France Inter

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis geht dieses Jahr unter anderem an die Macher der WDR-Dokumentation "#jesuischarlie: Ein Hashtag und die Folgen". Für die Doku werden Christian Dassel und Clemens Gersch geehrt, Pascal Dervieux vom Sender "France Inter" wird für eine Radioreportage zur Einwanderung in Deutschland ausgezeichnet. Das teilten die Veranstalter gestern Abend zur Verleihung in Berlin mit. Geehrt werden auch Leo Klimm für seinen Bericht "Chef-Köche" im Magazin "Capital" sowie Christian Beetz, Jakob Vicari, Jens-Uwe Grau und Tanja Schmoller für den Mulitmedia-Bericht "SwissLeaks". Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Deutsch-Französische Journalistenpreis gilt als einer der wichtigsten Medienpreise Europas. Er wird seit 1983 vom Saarländischen Rundfunk vergeben.

Fritz-Gerlich-Filmpreis für "Fannys Reise"

Der Film über die Flucht vor den Nazis entfalte eine große emotionale Kraft

Das französische Drama "Fannys Reise" ist auf dem Filmfest München mit dem Fritz-Gerlich-Filmpreis ausgezeichnet worden. Die Regisseurin Lola Doillon erzählt in ihrem Film von dem jüdischen Mädchen Fanny, das 1943 mit anderen Kindern vor den Nationalsozialisten in die Schweiz fliehen will. "Wenn die 13-jährige Fanny erzwungenermaßen die ganze Last der Verantwortung übernehmen muss, entwickelt der Film seine große emotionale Kraft und macht die Bedrohung nahezu physisch spürbar", begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert. Der Preis wurde im Gedenken an den Münchner Publizisten Fritz Gerlich gestiftet, der die Ideologie der Nazis schon früh angeprangert hatte.

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