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Kulturnachrichten

Samstag, 25. Juni 2016

Homosexuelle wollen vor türkischer Botschaft protestieren

Die geplante Kundgebung richtet sich gegen das Verbot der Pride-Paraden in Istanbul

LGBT-Verbände haben für morgen vor der türkischen Botschaft in Berlin zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Sie richten sich gegen das gewaltsame Vorgehen der Istanbuler Polizei gegen Aktionen der türkischen Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen und Transgender-Bewegung, wie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg mitteilte. Nach dem Verbot der Parade "Trans Pride" für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen am vergangenen Sonntag hat der Gouverneur von Istanbul inzwischen auch den geplanten "Marsch des Stolzes" (March of Pride) am Bosporus abgesagt. Das Verbot begründeten die türkischen Behörden damit, dass Sicherheit und öffentliche Ordnung in Gefahr seien. Die Schwulen- und Lesbenparade in der türkischen Millionenmetropole konnte mehr als zehn Jahre bei stetig wachsenden Teilnehmerzahlen unbehelligt stattfinden. 2015 wurde sie mit Verweis auf den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan zum ersten Mal verboten. Dennoch gingen Tausende auf die Straßen, die Polizei setzte gegen sie Wasserwerfer und Tränengas ein. Auch dieses Jahr fällt der Termin in den Ramadan.

Bayerische Museen verkauften offenbar NS-Raubkunst

Auch an Familien früherer NS-Größen seien Bilder veräußert worden

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen haben laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bis in die 90er Jahre NS-Raubkunst zugunsten der öffentlichen Kassen verkauft. Unter den veräußerten Kunstwerken hätten sich auch Werke befunden, die jüdischen Sammlern während des Nationalsozialismus geraubt oder abgepresst wurden, berichtet die Zeitung in ihrer Wochenendausgabe unter Berufung auf Recherchen der Londoner Commission for Looted Art in Europe (CLAE). Demnach waren die Kunstwerke nach Kriegsende von der US-Armee konfisziert und den deutschen Behörden treuhänderisch übergeben worden. Doch statt die Bilder ihren früheren jüdischen Eigentümern zurückzugeben, hätten die bayrischen Museen die Bilder teilweise wieder an die Familien früherer NS-Größen verkauft, berichtete die Zeitung. So habe 1963 Henriette Hoffmann, Tochter von Hitlers Leibfotografen Heinrich Hoffmann und geschiedene Ehefrau des Wiener Reichsstatthalters Baldur von Schirach, ein Bild erworben, das einer jüdischen Familie in Wien gehörte. Später verkaufte sie dieses gewinnbringend weiter. Heute hängt das Bild laut "Süddeutscher Zeitung" im Dombauverein in Xanten, der das Bild weiterhin nicht restituiert hat.

"Polizei-und-Kino-Museum" eröffnet in Saint-Tropez

Historische Polizeistation wird Museum für mit dem Hafen-Ort verbundene Filmklassiker

An diesem Wochenende eröffnet an der französischen Mittelmeerküste das "Musée de la Gendarmerie et du Cinéma". Die Ausstellung befindet sich an einem historischen Ort, in der ehemaligen Gendarmeriestation von Saint-Tropez, wo Regisseur Jean Girault mit dem französischen Komiker Louis de Funes (1914-1983) in der Hauptrolle die legendären Possen um den Polizisten Ludovic Cruchot in Szene setzte. Die Ausstellung solle zum einen an die Historie des Gebäudes erinnern, in dem sich bis 2003 tatsächlich der Gendarmerieposten der Stadt befand, sagte Konservatorin Gwenaelle van Butsele der Zeitung "Le Figaro". Zum anderen gehe es um die Geschichte des Films und der mit Saint Tropez verbundenen Klassiker. Schon vor der Eröffnung des neuen Museums war die Polizeistation beliebtes Ziel von Touristen und Filmfans aus aller Welt.

Münchner Opernfestspiele starten mit Staraufgebot

Kirill Petrenko tritt erstmals in seiner Amtszeit bei den Festspielen auf

Die Münchner Opernfestspiele werden heute mit Giacomo Puccinis "Tosca" offiziell eröffnet. Zu sehen ist eine Alt-Inszenierung von Regisseur Luc Bondy. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko steht am Pult des Bayerischen Staatsorchesters und gibt Sängerstars wie Jonas Kaufmann als Cavaradossi, Anja Harteros als Tosca und Bryn Terfel als Scarpia die Einsätze. Petrenko ist in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner Amtszeit bei den Opernfestspielen zu sehen - in den vorherigen Jahren stand er bei den Bayreuther Festspielen am Pult. Er leitet zudem Aufführungen von Richard Strauss' "Rosenkavalier", Wagners "Meistersingern" sowie eine Aufführung der im Januar an der Staatsoper herausgekommenen Oper "South Pole" von Miroslav Srnka.

Kulturgutschutzgesetz erinnert Baselitz an DDR und NS-Zeit

Es ermögliche wie in der Vergangenheit Zugriffe auf Kunstwerke unter fadenscheinigen Gründen

Der Künstler Georg Baselitz hat das neue Gesetz zum Schutz von Kulturgütern mit der DDR und der NS-Zeit in Verbindung gebracht. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sage, Kunst gehöre nicht unter den Hammer, sondern in die Obhut des Staates, erklärte der 78-Jährige in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Das Gesetz erinnere ihn an Zugriffe auf Kunstwerke in der Vergangenheit: In der DDR seien dafür ebensolche "Steuergründe" herangezogen worden, zuvor waren es "Rassegründe". Der Bundestag hatte das von Grütters eingebrachte Gesetz am Donnerstag mit klarer Mehrheit beschlossen. Schon im vergangenen Jahr hatte Baselitz aus Protest gegen die Pläne seine Leihgaben aus Museen abgezogen.

Grimme Online Award für Deutschlandradio Kultur

Multimedia-Special "Trappeto-Solingen-Trappeto... und zurück" in Köln ausgezeichnet

In Köln sind gestern die diesjährigen Grimme Online Awards vergeben worden. Zu den acht Preisträgern gehört auch der Twitter-Account "Straßengezwitscher", mit dem zwei Dresdner über rechte Demos und Angriffe auf Flüchtlingsheime berichten. Ausgezeichnet wurde das Portal "dekoder", das Recherchen, Reportagen und Projekte aus unabhängigen russischen Medien ins Deutsche übersetzt. Der Preis in der Kategorie "Information" ging an das Multimedia-Special "Trappeto-Solingen-Trappeto... und zurück" von Deutschlandradio Kultur. Darin dokumentieren Michaela Böhm und Stephan Morgenstern (Redaktion: Ellen Häring und Manfred Hilling) die Geschichte einer italienischen Gastarbeiter-Familie der ersten Generation. Die Produktion sei "ein hervorragendes Beispiel für multimediales Storytelling im Dienste einer vielschichtigen Sozialreportage", lobte die Jury. Der undotierte Grimme Online Award zeichnet seit 2001 deutsche Online-Angebote aus. Er gilt als wichtigster deutscher Preis für qualitativ hochwertige Internetangebote.

George Lucas scheitert mit Museumsplänen in Chicago

Eine Umweltschutzgruppe hatte vor Gericht Einspruch eingelegt

Angesichts des Widerstands von Umweltschützern hat der Erfinder der "Star Wars"-Saga George Lucas seine Pläne zum Bau eines Kunstmuseums in Chicago aufgegeben. Stattdessen werde das "Lucas Museum of Narrative Art" in Kalifornien entstehen, teilte Lucas mit. Er hatte sein Museum auf einem Grundstück am Michigan-See bauen wollen, auf dem sich bisher ein Parkplatz befindet. Eine örtliche Umweltschutzgruppe hatte im Jahr 2014 Einspruch gegen den Plan der Stadtverwaltung eingelegt, Lucas das Grundstück 99 Jahre für eine symbolische Pachtgebühr von zehn Dollar zu überlassen. Die Gruppe argumentierte, dass das Filetstück am See einer öffentlichen Nutzung vorbehalten sei. Der "Star Wars"-Schöpfer hatte 700 Millionen Dollar (628 Millionen Euro) aus seinem Privatvermögen investieren wollen, um ein Museum für seine private Kunstsammlung zu errichten. Chicagos Bürgermeister Rahm Emanuel bedauerte den Verlust: Chicago sei nicht nur eine Kulturinstitution von Weltniveau entgangen, sondern auch eine Investition, die tausende Arbeitsplätze geschaffen hätte.

Gericht stoppt Versteigerung von Houstons Emmy Award

Die Trophäe gehöre der Academy of Television Arts & Sciences

Anlässlich einer Versteigerung persönlicher Gegenstände der 2012 verstorbenen Souldiva Whitney Houston wurde ein Andenken zu einem Fall für die Justiz: Ein Gericht untersagte die Versteigerung des Emmy Awards, den Houston 1986 für ihre Darbietung des Songs "Saving All My Love For You" auf einer Grammy-Gala gewonnen hatte. Der Richter schloss sich mit seinem Urteil den Argumenten der Academy-Anwälte an, denen zufolge die Emmy-Trophäe nur eine Leihgabe sei, die Eigentumsrechte aber bei der Academy blieben, sodass sie nach dem Tod des Preisträgers nicht verkauft werden könne. Weitere Erinnerungsstücke sind bei der Auktion für mehr als 500 000 Dollar (mehr als 450 000 Euro) versteigert worden. Zu den Kostbarkeiten zählte unter anderem ein Paar Sneakers, das Basketballlegende Michael Jordan der Sängerin einst geschenkt hatte. Sie erzielten 20 000 Dollar (18 000 Euro), wie das Auktionshaus Heritage Auctions mitteilte. Ein von Houston auf der Bühne getragener Pelzmantel von Dolce & Gabbana kam für 16 250 Dollar (14 630 Euro) unter den Hammer.

Sorge um Brexit-Folgen beim Filmfest München

Schauspieler rätseln über Konsequenzen für die Film-Branche

Über die Entscheidung der Briten, aus der EU austreten zu wollen, zeigten sich viele Schauspieler heute beim Filmfest München besorgt: Die Folgen des Brexits auf die Filmbranche seien schwer abzusehen. "Die ganzen Handelswege, die ganzen Produktionswege müssen ja jetzt neu definiert werden", sagte etwa der britisch-deutsche Schauspielers Timothy Peach. Nun kämen Zollkontrollen. Wer Filmequipment wie Kameras oder Autos nach Großbritannien bringen wolle, müsse anhalten und dürfe vielleicht nicht rein. Weniger kritisch äußerte sich der britische Schauspieler Francis Fulton-Smith: "Ich glaube, dass die Kunst im Allgemeinen letztlich unabhängig von Referenden und politischen Umfeldern ist. Die Kunst wird immer einen Weg finden, sich durchzusetzen." Wenn das Pfund absacke, der Euro stärker werde, steige das Investitionskapital.

Künstler legen "Extraschicht" im Ruhrgebiet ein  

"Nacht der Industriekultur" rechnet mit 200.000 Besuchern

Im Ruhrgebiet findet am Samstag wieder eine "Extraschicht" statt. Bei der 16. "Nacht der Industriekultur" werden stillgelegte Hochöfen, Gasspeicher und Zechen zum Schauplatz von Konzerten, Theateraufführungen und Shows. Rund 2.000 Künstler treten an 48 Spielorten in 20 Städten auf. Erstmals dabei sind die stillgelegten Zechen Ost in Hamm und Schlägel und Eisen in Herten, das Fußballmuseum in Dortmund sowie das Thyssenkrupp-Stahlwerk in Duisburg. Die Veranstalter hoffen auf trockenes Wetter und rechnen mit rund 200.000 Besuchern. 150 Shuttle-Busse fahren die Besucher zu allen Spielorten.

Brexit bereitet Studio Babelsberg Sorge

Dünne Auftragslage im ersten Halbjahr 2016 hat Babelsberg in finanzielle Schwierigkeiten gebracht

Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens bereitet auch dem Studio Babelsberg Sorgen. "Die Brexit-bedingten Währungsverschiebungen könnten das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen", teilte das Unternehmen nach der Hauptversammlung mit. Ohnehin geht der Vorstand mit Blick auf die Auftragslage von "düsteren Zukunftsaussichten" aus. "Die Auslastung ist im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen alarmierend. Grund dafür ist die Verschärfung des europäischen Standortwettbewerbs." Aus Sicht des Vorstands hat das deutsche Rabattsystem für internationale Filmproduktionen "im Laufe des Jahres den Anschluss verloren". Das System sei nicht mehr wettbewerbsfähig.

Bazon Brock erhält Kulturpreis der Stadt Wuppertal

Jury: Brocks Kunstbegriff kenne keine Anbetung vermeintlicher Genies

Der Künstler und Kulturphilosoph Bazon Brock erhält den Von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wird im Herbst verliehen. Der Förderpreis, der mit 5.000 Euro verbunden ist, geht an den Jazzpianisten Roman Babik. Bazon Brock war von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 Professor für Ästhetik an der Universität Wuppertal. In den 60er Jahren gehörte er zu den wichtigsten Vertretern der Fluxus-Bewegung. "Als Denker, Künstler, Dramaturg, Kunstvermittler und Kunsttheoretiker hat er Generationen anderer Künstler und Designer, Studenten und Kunstinteressierte inspiriert und sie ermutigt, bei der Rezeption von Kunst der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen", heißt es in der Begründung des Kuratoriums. Mit dem Kulturpreis ehrt die Stadt Wuppertal seit 1950 alle zwei Jahre Künstler, die mit dem Bergischen Land verbunden sind. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Heinrich Böll, Alice Schwarzer, Pina Bausch, Tony Cragg und Tom Tykwer.

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