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Kulturnachrichten

Freitag, 24. Juni 2016

Brexit bereitet Studio Babelsberg Sorge

Dünne Auftragslage im ersten Halbjahr 2016 hat Filmstudio in finanzielle Schwierigkeiten gebracht

Der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens bereitet auch dem Studio Babelsberg Sorgen. "Die Brexit-bedingten Währungsverschiebungen könnten das exportorientierte Projektgeschäft von Studio Babelsberg existenzbedrohend beeinflussen", teilte das Unternehmen nach der Hauptversammlung mit. Ohnehin geht der Vorstand mit Blick auf die Auftragslage von "düsteren Zukunftsaussichten" aus. "Die Auslastung ist im ersten Halbjahr 2016 aufgrund des Wegfalls zwei großer internationaler Filmproduktionen alarmierend. Grund dafür ist die Verschärfung des europäischen Standortwettbewerbs." Aus Sicht des Vorstands hat das deutsche Rabattsystem für internationale Filmproduktionen "im Laufe des Jahres den Anschluss verloren". Das System sei nicht mehr wettbewerbsfähig.

Das Zentrum Moderner Orient wird Leibniz-Institut

ZMO in Berlin befasst sich mit den Gesellschaften des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens

Zum 1. Januar 2017 wird das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Dies hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz heute entschieden. Als einzige Forschungseinrichtung Deutschlands befasst sich das ZMO interdisziplinär und in historisch-vergleichender Perspektive mit den Gesellschaften des Nahen Ostens, Afrikas und Asiens. Mit seinem internationalen Profil sowie dem Fokus auf außereuropäische Entwicklungen und Perspektiven ergänzt das ZMO die Arbeit der Leibniz-Gemeinschaft im Hinblick auf globale Fragen. Der Aufnahme ging eine positive Stellungnahme durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft und eine positive Evaluierung durch den Wissenschaftsrat voraus.

Bazon Brock erhält Kulturpreis der Stadt Wuppertal

Jury: Brocks Kunstbegriff kenne keine Anbetung vermeintlicher Genies

Der Künstler und Kulturphilosoph Bazon Brock erhält den Von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal. Die mit 12.500 Euro dotierte Auszeichnung wird im Herbst verliehen. Der Förderpreis, der mit 5.000 Euro verbunden ist, geht an den Jazzpianisten Roman Babik. Bazon Brock war von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 Professor für Ästhetik an der Universität Wuppertal. In den 60er Jahren gehörte er zu den wichtigsten Vertretern der Fluxus-Bewegung. "Als Denker, Künstler, Dramaturg, Kunstvermittler und Kunsttheoretiker hat er Generationen anderer Künstler und Designer, Studenten und Kunstinteressierte inspiriert und sie ermutigt, bei der Rezeption von Kunst der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen", heißt es in der Begründung des Kuratoriums. Mit dem Kulturpreis ehrt die Stadt Wuppertal seit 1950 alle zwei Jahre Künstler, die mit dem Bergischen Land verbunden sind. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Heinrich Böll, Alice Schwarzer, Pina Bausch, Tony Cragg und Tom Tykwer.

Archiv des Günter-Grass-Hauses digitalisiert

Ab August können die Archivbestände online eingesehen werden

Das Lübecker Günter-Grass-Haus hat den von ihm verwahrten Nachlass des 2015 gestorbenen Literaturnobelpreisträger digitalisiert. Damit sei der gesamte Sammlungsbestand jetzt für Forschungsarbeiten zugänglich, sagte der Leitende Direktor der Lübecker Museen, Hans Wißkirchen. Neben den rund 1300 Zeichnungen, Radierungen, Lithographien und Aquarellen aus sechs Jahrzehnten wurden auch 30 000 Manuskriptseiten zu Werken wie "Mein Jahrhundert" und "Im Krebsgang" eingescannt. Anhand dieser Dokumente kann die Entstehung von der ersten handschriftlichen Fassung bis zur letzten Korrekturfahne nachvollzogen werden. Das stärke das Grass-Haus als Standort der internationalen Forschung, weil Wissenschaftler und Kuratoren das Archiv künftig ortsunabhängig nutzen könnten, sagte Hans Wißkirchen. 25 000 Euro hat das Projekt gekostet, das aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters finanziert wurde.

Josef Lange neuer Vorsitzender des Rechtschreibrats

Ex-Staatssekretär Lange tritt Nachfolge von Hans Zehetmair an

Der ehemalige niedersächsische Staatssekretär Josef Lange ist neuer Vorsitzender des Rats für deutsche Rechtschreibung. Seit dem heftigen Streit um die Rechtschreibreform von 1996 ist der Rat die maßgebliche Instanz in allen Zweifelsfällen. Er hat 40 Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, der autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Josef Lange in der internationalen Wissenschaftsszene zu Hause. Der 1948 im westfälischen Ahlen geborene Theologe und Historiker gilt wegen seiner zahlreichen früheren und aktiven Ämter auch über die Grenzen Deutschlands hinaus als gut vernetzt. Von 2003 bis 2013 arbeitete Lange als Staatssekretär im niedersächsischen Wissenschaftsministerium. In den 1990er Jahren war er Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz.

Friedenspreis des Buchhandels für Carolin Emcke

Journalistin Emcke berichtet aus Krisen- und Kriegsgebieten

Die Journalistin und Publizistin Carolin Emcke erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Emcke leiste mit ihren Büchern, Artikeln und Reden einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden, teilte der Börsenverein auf seiner Hauptversammlung in Leipzig mit. "Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei besonders jenen Momenten, Situationen und Themen, in denen das Gespräch abzubrechen droht, ja nicht mehr möglich erscheint." Der mit 25 000 Euro dotierte Preis geht an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben. Der Preis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 23. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt verliehen. Emcke, die in Mülheim an der Ruhr geboren wurde und in Berlin lebt, hat unter anderem als Redakteurin beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und als freie Autorin für die "Zeit" gearbeitet. Für die "Süddeutsche Zeitung" schreibt sie eine wöchentliche Kolumne. In Artikeln und Essays berichtet sie aus Krisen- und Kriegsgebieten, etwa aus Afghanistan, Pakistan, Irak und dem Gaza-Streifen.

Philipp Demandt wird neuer Städel-Chef

Der Kunsthistoriker Demandt leitet derzeit die Alte Nationalgalerie in Berlin

Der Kunsthistoriker Philipp Demandt wird als Nachfolger von Max Hollein zum 1. Oktober neuer Direktor des Städel Museums in Frankfurt. Zugleich wird er auch Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung am Frankfurter Museumsufer, wie die Städel-Administration mitteilte. Ob Demandt - wie Hollein - auch die Frankfurter Kunsthalle Schirn leiten wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die Stadt halte die gemeinsame Leitung der drei Häuser aber generell für sinnvoll, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Schirn ist eine städtische Institution, Städel und Liebieghaus sind unabhängig. Hollein war am 1. Juni - nach 15 Jahren in Frankfurt - nach San Francisco gewechselt.

Klaus Maria Brandauer ärgerte sich über "Bond"-Angebot

Brandauer spielte 1984 den Bösewicht in James-Bond-Film "Sag niemals nie"

Der Schauspieler Klaus Maria Brandauer hat sich zunächst über das Angebot geärgert, den Bösenwicht in dem James-Bond-Film "Sag niemals nie" zu spielen. "Ich bin mit dem Film "Mephisto" 1982 nach Amerika gekommen, der hat den Oscar gewonnen - und das Resultat war, dass ich einen operettenhaften Bösewicht spielen darf. Ich war empört!", sagte Brandauer der "Süddeutschen Zeitung". Doch dann habe er sich gedacht: "Bevor ich jetzt einen deutschen Offizier nach dem anderen spiele, dann besser gleich in einer Operette." Außerdem habe Sean Connery, der damals noch mal den Bond spielte, zu ihm gesagt: "We will have a lot of money und a lot of fun." (Wie werden eine Menge Geld und Spaß haben.)

US-Countrymusiker Ralph Stanley gestorben

Stanley gewann Grammy für Soundtrack-Lied von Coen-Brüder-Film "O Brother, Where Art Thou?"

Der US-Countrymusiker Ralph Stanley ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte sein Sprecher Kirt Webster am Donnerstagabend in Nashville mit. Stanley starb an Komplikationen einer Hautkrebs-Erkrankung. Zusammen mit seinem Bruder Carter Stanley galt er als einer der wichtigen Vertreter der Musikrichtung Bluegrass. Nachdem Carter schon 1966 gestorben war, trat Ralph Stanley solo auf - bis ins hohe Alter. Sein Song "O Death" war Teil des Films "O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee" aus dem Jahr 2000. Zwei Jahre darauf wurde Stanley dafür mit einem Grammy geehrt.

Led Zeppelin gewinnt Plagiatsprozess

US-Band Spirit wollte an Tantiemen für "Stairway to Heaven" beteiligt werden

Im Plagiatsprozess um die Rock-Hymne "Stairway to Heaven" hat die angeklagte Band Led Zeppelin einen Erfolg errungen. Sänger Robert Plant und Gitarrist Jimmy Page kupferten nicht vom angeblichen Plagiatsvorbild "Taurus" der Band Spirit ab, entschied eine Jury am Donnerstag in Los Angeles. Für ihre Entscheidung über den 1971 veröffentlichten Hit benötigten die Geschworenen weniger als einen Tag und offenbar keine langen Diskussionen. Led Zeppelin habe zwar Zugang zu "Taurus" gehabt, den Song also gekannt. Es gebe aber keine maßgeblichen Ähnlichkeiten der beiden Titel. Mit dem Sieg behalten Plant und Page recht, die ausgesagt hatten, den Song allein geschrieben zu haben. Die musikalischen Elemente, die auch bei "Taurus" auftauchen, seien in westlicher Musik seit Jahrhunderten übliche Bausteine. Für Mick Skidmore, Nachlassverwalter des verstorbenen Spirit-Gitarristen Randy Wolfe, ist die Entscheidung eine bittere Niederlage. Gitarrist Wolfe war 1971 relativ unbekannt verstorben, während die Angeklagten samt ihres Hits zu den bekanntesten Ikonen der Rockgeschichte zählen.

Armenische Wissenschaftler wollen im Vatikan forschen

Gesucht werden Akten zum Genozid an den Armeniern

Die armenischen Behörden wollen Papst Franziskus um Erlaubnis bitten, im Vatikanischen Geheimarchiv nach Unterlagen zum Genozid an Armeniern und anderen christlichen Minderheiten vor 100 Jahren zu suchen. Das habe der Direktor des Armenischen Nationalarchivs, Amatuni Virabyan bestätigt, berichtet Radio Vatikan.Virabyan verweise darauf, dass der Heilige Stuhl in der fraglichen Zeit diplomatische Vertreter im untergehenden Osmanischen Reich hatte. Papst Franziskus besucht von Freitag bis Sonntag Armenien. Dabei ist auch eine Kranzniederlegung am Genozid-Mahnmal in der Nähe der Hauptstadt Jerewan vorgesehen.

Bundestag verabschiedet Kulturgutschutzgesetz

Monatelang wurde gestritten, nun wurde das Gesetz beschlossen

Trotz massiven Widerstands von Händlern und Kunstsammlern hat der Bundestag das Gesetz zum Schutz von Kulturgütern mit klarer Mehrheit beschlossen. Nach letzten Änderungen im Ausschuss stimmten Union und SPD im Plenum dem Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zu. Die Opposition enthielt sich. Das Gesetz soll die Abwanderung von national wertvollem Kulturgut aus Deutschland verhindern. Der Kunsthandel, aber auch viele private Sammler hatten hartnäckig Front dagegen gemacht. Sie fühlen sich in ihren Eigentumsrechten beschränkt. Nach dem Gesetz muss künftig auch für die Ausfuhr wertvoller Kunst in ein EU-Land eine Genehmigung eingeholt werden. Bisher war das nur für Länder außerhalb der Europäischen Union nötig. Betroffen sind Gemälde, die älter als 75 Jahre und teurer als 300 000 Euro sind.

Regierungschef Müller verteidigt Volksbühnen-Personalie

Reaktion Müllers auf offenen Brief von Theatermitarbeitern

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den umstrittenen Wechsel an der Spitze der Volksbühne verteidigt. "Es steht viel auf dem Spiel", sagte der auch für Kultur zuständige Regierungschef im Abgeordnetenhaus. Der scheidende Volksbühnen-Chef Frank Castorf habe mehr als 20 Jahre "großartige Theaterarbeit" geleistet, betonte Müller. Aber man müsse nach so einer langen Zeit auch für die nächsten 10 oder 20 Jahre anderen Menschen mal eine Chance geben, ohne dass die bisherige Arbeit komplett auf null gestellt werde. Auf Castorf soll 2017 der Belgier Chris Dercon, Ex-Chef des Museums Tate Modern in London, folgen. Die Personalie ist umstritten. Dercon-Gegner fürchten, dass die Volksbühne ihr Profil verliert. Zahlreiche Theatermitarbeiter hatten diese Woche zum Protest einen offenen Brief veröffentlicht.

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