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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. Juni 2016

Ukraine beschließt nationale Quote für Radio-Musik

Ein Viertel der Songs müssen in ukrainischer Sprache sein

Das ukrainische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, wonach ein Viertel der täglich im Radio ausgestrahlten Lieder in ukrainischer Sprache sein müssen. Im folgenden Jahr wird die Quote dann auf 30 Prozent und im darauf folgenden Jahr auf 35 Prozent erhöht. Von den 450 Abgeordneten der Kiewer Rada stimmten 268 für das Gesetz. Damit es in Kraft treten kann, muss es Staatschef Petro Poroschenko noch unterzeichnen. Laut Gesetzestext ist besonders in den Musiksendern die Ausstrahlungen in ukrainischer Sprache wichtig, weil sie vor allem von jungen Leuten gehört würden. Die Sprachenfrage beschäftigt die Ukraine seit ihrer Unabhängigkeit 1991. Im Westen des Landes wird vor allem Ukrainisch gesprochen, im Osten und in Süden an der Grenze zu Russland überwiegend Russisch. Die Mehrheit der Ukrainer nutzt aber beide Sprachen.

"Lutherbibel 2017" geht in den Druck

Zehnjähriger Arbeitsprozess abgeschlossen

Die "Lutherbibel 2017" ist in Druck gegangen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, und der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Christoph Rösel, starteten den Druck während eines Festakts in der Druckerei C. H. Beck. Bedford-Strohm würdigte den fast zehnjährigen Arbeitsprozess und äußerte die Hoffnung, dass aus der Neuausgabe "nun ein Buch wird, das viele Menschen neu entdecken". Die Veröffentlichung der revidierten "Lutherbibel 2017" gilt als einer der Höhepunkte des Reformationsgedenkens im kommenden Jahr. Sie erscheint bereits zum diesjährigen Reformationstag in einer Startauflage von 260.000 Exemplaren. Verkaufsstart ist der 19. Oktober 2016.

Freier Eintritt verdoppelt Publikum im Folkwang Museum

Junge Leute finden Weg in die Sammlung

Das Projekt "Freier Eintritt" im Museum Folkwang in Essen zeigt sich nach einem Jahr als großer Erfolg. Die Besucherzahlen hätten sich seit Juni 2015 mehr als verdoppelt, teilte das Museum mit. Im ersten Jahr besichtigten mehr als 100 000 Besucher die Dauerausstellung. Besonders bei Kindern und Jugendlichen gebe es großen Zuwachs. Anlässlich des kleinen Jubiläums der Aktion sind acht gesonderte Ausstellungen und Präsentationen ebenfalls kostenfrei. Die feste Sammlung, für die Besucher seit einem Jahr keinen Eintritt mehr zahlen müssen, zeigt Malerei und Skulpturen deutscher und französischer Künstler des 19. Jahrhunderts. Ermöglicht wird das Projekt durch Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Kultureinrichtungen sollen Zuwanderung stärker begleiten

"Agenten für die neue Stadtgesellschaft"

Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Engagement von Kultureinrichtungen für Migranten und künstlerische Projekte dazu mit 38,3 Millionen Euro. Dazu gehört das Modellvorhaben "Agenten für die neue Stadtgesellschaft". An Häusern, die sich mit Bildender Kunst, Musik, Literatur und Darstellender Kunst beschäftigen, sollten sogenannte "Agenten" über vier Jahre Veränderungen begleiten. "Die Integration geflüchteter Menschen ist eine aktuelle Herausforderung, der sich auch die Kulturpolitik in besonderer Weise annehmen muss", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Gefördert werden neben den "Agenten für die Stadtgesellschaft" auch Gastspiele zeitgenössischer Tanzproduktionen, Museumsprojekte, Vorhaben der kulturellen Bildung und künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern.

Studie zu Religiosität türkischer Migranten in Deutschland

Knapp die Hälfte findet islamische Gebote wichtiger als deutsche Gesetze

Unter den in Deutschland lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund findet fast jeder Zweite die islamischen Gebote wichtiger als die deutschen Gesetze. Das ermittelte eine repräsentative  Emnid-Umfrage. 47 Prozent der befragten Muslime stimmten dem Satz zu "Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe". Die Zuwanderer der ersten Generation stimmen der Aussage mit 57 Prozent zu, in der zweiten und dritten Generation sind es 36 Prozent. Die Umfrage ist Teil einer Studie der Universität Münster, die der Religionssoziologe Detlef Pollack in Berlin vorstellte. Der Studie zufolge sind die Angehörigen der zweiten und dritten Generation zwar in vielem besser integriert als die «Gastarbeiter» von einst. "Allerdings pocht die zweite und dritte Generation weit mehr auf kulturelle Selbstbehauptung als die erste", sagte Pollack. Viele der hier lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln hätten zudem das Gefühl, der Islam werde zu Unrecht mit Gewalt und Fanatismus in Verbindung gebracht. Über 80 Prozent erklärten, es mache sie wütend, wenn nach einem Terroranschlag als erstes Muslime verdächtigt würden. Drei Viertel plädierten für ein Verbot von Büchern und Filmen, die Gefühle tief religiöser Menschen verletzten. Zwei Drittel meinten, der Islam passe in die westliche Welt - 73 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland meinen das Gegenteil.

Deutsch-polnischer Literaturpreis vergeben

Kazimierz Brakoniecki und Jan Wagner werden am Sonntag in Göttingen geehrt

Der polnische Dichter und Literaturkritiker Kazimierz Brakoniecki und der deutsche Lyriker Jan Wagner erhalten den deutsch-polnischen Samuel-Bogumil-Linde-Literaturpreis. Die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Auszeichnung werde am Sonntag in Göttingen verliehen, teilte die Stadtverwaltung mit. Göttingen und seine polnische Partnerstadt Torun vergeben den Preis gemeinsam seit 21 Jahren. Brakoniecki (63) ist als Übersetzer französischer Literatur seit 1995 Leiter des Polnisch-Französischen Zentrums in Olsztyn. Wagner (44) ist Mitherausgeber der internationalen Lyriksammlung "Die Außenseite des Elements". Nach dem Erscheinen seines ersten Gedichtbandes "Probebohrung im Himmel" 2001, ist er freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanischen. 2015 wurde er als erster deutscher Lyriker mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt. Der nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumil Linde (1771-1847) benannte Preis ist der einzige deutsch-polnische Literaturpreis.

Staatsbibliothek gibt Freimaurer-Bücher zurück

Von den Nazis geraubte Bände kommen nach Potsdam zurück

Die Potsdamer Freimaurerloge "Teutonia zur Weisheit" erhält rund 400 Bücher zurück, die einst von den Nationalsozialisten aus ihrer Bibliothek geraubt worden waren. Die Berliner Staatsbibliothek habe in ihren Beständen 384 Bände aus dem Besitz der Loge identifiziert, die als NS-Raubgut gelten. Bibliotheks-Direktorin Barbara Schneider-Kempf werde die Bände symbolisch am 23. Juni der Loge in Potsdam überreichen, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Die 1809 gegründete Loge besaß in ihrem Haus in der Kurfürstenstraße eine Bibliothek mit rund 2300 Bänden, die sich die Potsdamer Bürger kostenlos ausleihen konnten. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Loge 1935 geschlossen, Inventar und Vermögen beschlagnahmt. 1991 wurde die Loge neu gegründet.

Art Basel: weltgrößte Kunstmesse verspricht mehr Qualität

Schwerpunkt liegt traditionell auf der klassischen Moderne

Die Art Basel öffnet heute ihre Tore. Die Ausstellung gilt als die bedeutendste Messe für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Dieses Jahr nehmen 286 Galerien aus 33 Ländern teil. Die Art Basel verspricht in diesem Jahr noch mehr Qualität als sonst. "Wir leben in unsicheren Zeiten. Solche Zeiten verlangen eine noch stärkere Messe", sagte der Messe-Leiter, Marc Spiegler. Die Schweizer Kunstmesse sei noch nie eine Trendschau gewesen und werde es auch nie sein. Bereits im Vorjahr standen Werke der klassischen Moderne wie Pablo Picasso, Marc Chagall und Max Beckmann, die auf dem Kunstmarkt immer seltener werden, im Fokus.

Dänemarks bisher größter Wikinger-Goldschatz entdeckt

Fundstücke mehr als 1000 Jahre alt

Amateur-Archäologen haben Dänemarks bislang größten bekannten Goldschatz aus der Wikingerzeit gefunden. In der vergangenen Woche seien die drei Dänen - ein Pärchen und ihr Bekannter - mit ihren Metalldetektoren auf einem Feld in der Gemeinde Vejen in Jütland auf sieben Armringe gestoßen. Den genauen Fundort wollte das Nationalmuseum in Kopenhagen nicht verraten. Die Fundstücke aus der Zeit um 900 nach Christus - sechs Goldringe und ein Silberring - wögen zusammen ein Kilo, berichtete das Museum. Sie gehörten vermutlich der absoluten Wikinger-Elite. Eine Goldkette, die 1911 auf dem selben Feld entdeckt worden war, gehöre wahrscheinlich auch zu dem Schatz, hieß es.

Anne Hathaway wird UN-Sonderbotschafterin für Frauen

Engagiertes Ehrenamt für Oscar-Preisträgerin

Die Vereinten Nationen wollen mit Hilfe der Hollywood-Schauspielerin Anne Hathaway auf die Sorgen berufstätiger Mütter aufmerksam machen. Die 33-jährige Oscar-Preisträgerin soll als Sonderbotschafterin der Frauenbehörde UN Women die Benachteiligung von Müttern am Arbeitsplatz anprangern. Zu oft würden Kinder immer noch als Karrierehindernis angesehen. Zudem gebe es in vielen Ländern noch Defizite beim Mutterschutz, kritisierte UN-Women-Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcukasie. Hathaway erklärte ihrerseits, sie fühle sich geehrt durch das neue Ehrenamt.

New Yorker Philharmoniker gedenken Orlando-Opfern

Auftakt im Central Park

Die New Yorker Philharmoniker widmen ihr kostenloses Sommerkonzert am kommenden Montag im Central Park den Opfern des Anschlags von Orlando. Chefdirigent Alan Gilbert eröffnet die jährliche Konzertreihe in den Parks der Millionenmetropole mit dem "Adagio for Strings" von Samuel Barber, dem Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart und "Ein Heldenleben" von Richard Strauss. Die einwöchige Konzertreihe führt das New York Philharmonic Orchestra neben dem Central Park in verschiedene Parks in den Stadtteilen Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island.

Disney eröffnet ersten Vergnügungspark in China

Tausende Mickey-Maus-Liebhaber in Shanghai

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney hat seinen ersten Vergnügungspark in China eröffnet. Mit 5,5 Milliarden Dollar ist es die größte Investition des Konzerns im Ausland. "China stellt offensichtlich ein gewaltiges Potenzial für Walt Disney dar", sagte Firmenchef Bob Iger. Allein in diesem Jahr spielten die Filme des Konzerns wie "Zootopia" oder "Star Wars: Das Erwachen der Macht" in China mehr als 690 Millionen Dollar ein und gehörten zu den beliebtesten Filmen im Land. Allerdings ist die Konkurrenz durch einheimische Comic-Helden und asiatische Vergnügungsparks groß. Zudem muss Disney die Einnahmen aus dem Park mit dem staatlichen Partnerunternehmen Shendi Group teilen, das einen Anteil von 57 Prozent hält.

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