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Kulturnachrichten

Freitag, 10. Juni 2016

Neues Sprachprogramm für Flüchtlinge gestartet

Mit dem neuen Programm könnten Flüchtlinge bereits in Erstaufnahmeeinrichtungen beginnen

Flüchtlinge sollen mit einem neuen millionenschweren Sprachprogramm unmittelbar nach ihrer Ankunft in Deutschland dabei unterstützt werden, schnell Deutsch zu lernen. Das Bundesbildungsministerium fördert mit jährlich 19 Millionen Euro das Programm "Einstieg Deutsch" für bis zu 45.000 Flüchtlinge pro Jahr, wie der verantwortliche Deutsche Volkshochschulverband (DVV) mitteilte.
An den Kursen können laut DVV Flüchtlinge ab 16 Jahren teilnehmen, die noch keine Zulassung zu einem Integrationskurs haben. Vorrangig sollen Flüchtlinge aus Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive gefördert werden. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka versicherte aber, dass auch Menschen mit "unklarer Perspektive" an den Angeboten teilnehmen könnten. Bei dem Programm "Einstieg Deutsch" werden klassischer Deutschunterricht und Online-Lernen miteinander verbunden. Durch die Kombination aus klassischem Deutschunterricht und Online-Kursen könnten Flüchtlinge mit "Einstieg Deutsch" schon in den Erstaufnahmeeinrichtungen mit dem Deutschlernen beginnen.

Vatikan wertet Gedenktag der Maria Magdalena auf

Liturgische Feier Maria Magdalenas soll denselben Grad wie die Feiern der Apostel haben

Der Vatikan wertet den Gedenktag der Heiligen Maria Magdalena auf. Der Gedenktag der Heiligen am 22. Juli werde künftig als "Fest" eingestuft, teilte der Vatikan mit und veröffentlichte ein entsprechendes Dekret der Gottesdienstkongregation, das auf den 3. Juni datiert ist. Dies sei ein Wunsch des Papstes und entspreche zudem dem "aktuellen kirchlichen Kontext, der nach einer tieferen Reflexion über die Würde der Frau" verlange, so der Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Arthur Roche. Zum Gedenktag der Heiligen kommt nun ein eigener Präfationstext, was es sonst nur bei wenigen anderen Heiligen gibt. Laut Bibel gehörte Maria Magdalena neben den Jüngern zum engeren Kreis um Jesus. Gemäß den Evangelien wohnte sie der Kreuzigung Jesus und seiner Kreuzabnahme bei und blieb nach seiner Grablegung weinend am Grab. Sie war es demnach auch, die das Grab später leer vorfand und dem auferstandenen Jesus begegnete.

Frankfurter Quartett bekommt Jürgen Ponto-Musikpreis

Preis soll junge Streichquartette zu einer gemeinsamen künstlerischen Existenz ermutigen

Das Frankfurter Aris Quartett erhält in diesem Jahr den mit 60 000 Euro dotierten Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung. Der Preis soll junge professionelle Streichquartette zu einer gemeinsamen künstlerischen Existenz ermutigen, teilte die Stiftung am Freitag in Frankfurt mit. Er wird alle zwei Jahre vergeben und im Herbst 2016 offiziell in Berlin verliehen. Neben dem Preisgeld erwarten die Gewinner auch mehrere Konzertauftritte, etwa beim Beethovenfest Bonn oder dem Heidelberger Frühling. Das Aris Quartett wurde 2009 in Frankfurt/Main gegründet und war seitdem bereits bei mehreren internationalen Musikwettbewerben erfolgreich.

Sibylle Berg erhält Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

Jury: Berg begleite ihre Figuren immer mit Sympathie und stiller Sehnsucht

Die deutsch-schweizerische Dramatikerin Sibylle Berg wird in diesem Jahr mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis geehrt. Berg bereichere die deutschsprachigen Bühnen seit den 1990er Jahren mit ihren "grotesk-sehnsüchtigen Normalitätsspezialisten", teilte ein Sprecher der rheinland-pfälzischen Landesregierung am Freitag in Mainz mit. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur vergeben. Bergs genauen Diagnosen eines verhinderten Lebens gingen meist ins Boshafte und Schrille über, doch begleite sie ihre Figuren immer auch mit Sympathie und stiller Sehnsucht, hieß es in der Begründung der Jury weiter. Die Preisverleihung findet am 27. November 2016 im Pfalztheater Kaiserslautern statt.

Unterirdisches Museum zur Römerzeit in Köln

600 Meter langer, unterirdischer Rundgang soll bis 2019 fertiggestellt werden

Im August soll in Köln der Bau eines großen unterirdischen Museums zur Stadtgeschichte in der Römerzeit und im Mittelalter beginnen. Für 61,5 Millionen Euro entsteht bis 2019 eine in dieser Form einzigartige Dauerausstellung unter der Erde: Auf einem 600 Meter langen Rundgang erlebt der Besucher den in den 50er Jahren wiederentdeckten römischen Statthalterpalast, das in den vergangenen Jahren wieder ausgegrabene Judenviertel aus dem Mittelalter und das ehemalige Goldschmiedeviertel. "Das wird visuell nach allen Regeln der Kunst in Szene gesetzt", sagte Museumsdirektor Thomas Otten, der gerade seine Arbeit aufgenommen hat. Es werde alles andere als ein konventionelles Museum. Gleichzeitig betonte er: "Es soll kein Disneyland werden." Zu dem ausgegrabenen jüdischen Viertel auf dem Rathausplatz mitten in der Kölner Innenstadt gehören unter anderem die Ruinen von Synagoge, Badehaus, Tanzhaus, Hospital und Bäckerei. Die jüdische Gemeinde in Köln gilt als die älteste nördlich der Alpen. Das Museum wird von der Stadt Köln mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen errichtet.

Künstler sollen Kirchentag 2017 mitgestalten

Ab 15. Juni läuft Wettbewerb für Kulturprogramm des Evangelischen Kirchentag 2017

Den 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag im kommenden Jahr können auch Künstler aus Berlin und Brandenburg mitprägen. Das Programm steht unter dem Motto "Zeig dich!", zu dem die Künstler Beiträge einreichen sollen. Ihre Umsetzung wird mit bis zu 5.000 Euro gefördert. Die ausgewählten Arbeiten werden während des Kirchentags vom 24. bis 28. Mai 2017 in drei Berliner Gotteshäusern ausgestellt. Der Kirchentag findet 2017 in Berlin und Wittenberg statt. Er gehört zum Programm des Gedenkjahres, das an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erinnert. Die Veranstalter erwarten nach eigenen Angaben rund 140.000 Dauerteilnehmer zum Kirchentag in Berlin und mehr als 200.000 Menschen zum Abschlussgottesdienst in Wittenberg.

Jonathan Meese schimpft über Bayreuth

Künstler Meese über die Bayreuther Festspiele: "Kleines, blödes CSU-Schauspielhaus"

Der Künstler Jonathan Meese wettert auch anderthalb Jahre nach seinem Rauswurf weiter gegen die Bayreuther Festspiele. "Jetzt wird es wieder zu so einem Poppelhannes-Haus. So einem kleinen, blöden CSU-Schauspielhaus", sagte er im Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Ich hätte dafür gesorgt, dass sich Bayreuth ausdehnt. Vielleicht so groß wie Deutschland, wie Europa, vielleicht so groß wie die Welt." Meese, der mehrfach verklagt wurde, weil er bei seinen Performances gern die Hand zum Hitlergruß hebt, hätte eigentlich in diesem Jahr bei den Richard-Wagner-Festspielen den "Parsifal" inszenieren sollen. Doch die Festspielleitung setzte ihn im November 2014 vor die Tür. Sein Konzept sei zu teuer, so die offizielle Begründung. Für Meese sprang der Intendant des Hessischen Staatstheaters in Wiesbaden, Uwe Eric Laufenberg, ein. Sein "Parsifal" wird die Festspiele am 25. Juli eröffnen.

Queen will Trump "We are the Champions" verbieten

Britische Rockband reagiert auf "Lawine von Beschwerden"

Queen will dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump die Nutzung ihrer legendären Siegeshymne "We are the Champions" verbieten lassen. Der Kopf der Band, Gitarrist Brian May, berichtet auf seiner Website von einer "Lawine von Beschwerden", die ihn erreicht habe, nachdem der Song am Dienstag bei einem Fernsehauftritt Trumps gespielt worden war. Die Band habe dies nicht gestattet, stellte May klar. Sie wolle nun Schritte einleiten um sicherzustellen, dass Trump das Lied nicht mehr spielt. "Wir haben uns immer dagegen gewehrt, die Musik von Queen als Wahlkampfinstrument einzusetzen", so May. Vor Queen hatten bereits andere Stars dem umstrittenen Kandidaten der Republikaner die Nutzung ihrer Songs verbieten lassen, darunter die Rolling Stones, Neil Young, R.E.M. und Adele.

Leipzig beruft Gotthold Schwarz zum Thomaskantor

64-Jähriger übte das Amt seit 2015 bereits kommissarisch aus

Der Leipziger Stadtrat hat Gotthold Schwarz mit großer Mehrheit zum Thomaskantor berufen. Eine Überraschung ist die Entscheidung nicht, denn der 64-Jährige hatte das Amt bereits kommissarisch inne, nachdem sich der bisherige Leiter Christoph Biller 2015 aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte. Aufgabe des Thomaskantors ist die Leitung des weltberühmten Thomaner-Knabenchores. Schwarz steht damit in direkter Nachfolge von Johann Sebastian Bach, der den Jahrhunderte alten Chor seit 1723 rund 27 Jahre lang leitete. Für die Suche nach einem neuen Thomaskantor war eigens eine Findungskommission eingesetzt worden. Sie hatte vier Kandidaten ausgewählt, die mit dem Chor auch Probewochen absolvierten. Da sie nicht überzeugten, ermpfahl Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Berufung von Schwarz.

Klopstock-Preis für Schriftsteller Uwe Kolbe

Der Förderpreis geht an Michael Spyra

Für sein lyrisches und prosaisches Gesamtwerk bekommt der Schriftsteller Uwe Kolbe den Klopstock-Preis für neue Literatur des Landes Sachsen-Anhalt. Kolbe werde die mit 12.000 dotierte Auszeichnung am 6. Oktober zu den Landesliteraturtagen im Theater der Altmark in Stendal erhalten, teilte die für Kultur zuständige Staatskanzlei in Magdeburg mit. Kolbe wurde den Angaben zufolge 1957 in Berlin geboren und lebt und arbeitet in Hamburg. Er baue seine geistige Haltung auf ein trotziges Vertrauen in die Kraft der Worte, habe die Jury geurteilt. Kolbe weise eine "mythengeschulte Sprachkraft" und eine "sensible Musikalität" auf. Den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis habe die Jury dem Schriftsteller Michael Spyra zugesprochen.

Bundestag bestätigt Stasi-Beauftragten Jahn

Reform der Stasi-Unterlagen-Behörde erst nach Bundestagswahl

Der frühere DDR-Oppositionelle Roland Jahn bleibt Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Bundestag wählte den 62-Jährigen mit großer Mehrheit für eine zweite Amtszeit. Jahn hatte das Amt im Jahr 2011 übernommen und leitete die Behörde zuletzt kommissarisch. Sein Vertrag war bereits im März ausgelaufen, doch die SPD wollte erst dann über die Personalie entscheiden, wenn auch Eckpunkte zur Zukunft der Unterlagen-Behörden vereinbart wurden. Eine eigens eingesetzte Expertenkommission hatte vorgeschlagen, die Stasi-Akten bis zum Jahr 2021 ins Bundesarchiv zu überführen. Weil viele Stasi-Opfer mit heftiger Kritik reagiert hatten, wurden diese Pläne von der großen Koalition allerdings auf Eis gelegt. Eine Reform der Stasi-Unterlagen-Behörde soll es nun erst nach der nächsten Bundestagswahl geben. Einen entsprechende Erklärung hatte das Parlament unmittelbar vor Jahns Wiederwahl verabschiedet.

UNO bestätigt Zerstörung von irakischem Tempel durch IS

Auswertung von Satellitenaufnahmen belegt erhebliche Schäden

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Erkenntnissen der UNO einen weiteren antiken Tempel im Irak zerstört. Die Auswertung von Satellitenaufnahmen habe "erhebliche Schäden" im Eingangsbereich des Nabu-Tempels in der alten assyrischen Stadt Nimrud gezeigt, teilte die UN-Forschungsagentur Unitar in Genf mit. Damit bestätigte sie Angaben des IS, der vor einigen Tagen die Zerstörung des 2800 Jahre alten Tempels verkündet hatte. Der Nabu-Tempel war dem babylonischen Gott der Weisheit gewidmet. Er liegt in der historisch bedeutsamen Stadt Nimrud, die im 13. vorchristlichen Jahrhundert am Ufer des Tigris gegründet worden war. Dort finden sich einzigartige Kulturschätze. Die Dschihadistenmiliz zerstört immer wieder Kulturgüter aus der vorislamischen Zeit. Ihrer radikalen Lesart des Islam zufolge sind vorislamische Tempel und Statuen Symbole der Gotteslästerung.

Braunschweiger Kunstmuseum öffnet wieder im Herbst

Museum war sieben Jahre wegen Sanierung geschlossen

Nach siebenjähriger Sanierung soll das Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig am 23. Oktober wieder seine Pforten öffnen. "Der Moment, in dem die ersten Kunstwerke ins Museum zurückgekehrt sind, war für uns alle sehr aufregend", sagte Direktor Jochen Luckhardt. Rembrandts "Familienbildnis", eines der wertvollsten Gemälde des Hauses, hängt bereits an einem zentralen Platz in der neuen Gemäldegalerie. Mit dem Umbau hat das Museum etwa 1000 Quadratmeter an Ausstellungsfläche hinzu gewonnen. Rund 4000 Kunstwerke sollen am Eröffnungstag im neuen Museum präsentiert werden. Die Sammlung des Kunstmuseums des Landes Niedersachsen umfasst insgesamt etwa 190 000 Werke, unter anderem von Peter Paul Rubens und Jan Vermeer. Das 1887 errichtete Gebäude war 2009 geschlossen worden. Es wurde komplett entkernt und neu gestaltet. Ein Erweiterungsbau wurde 2010 fertiggestellt.

Dokumente zu Auschwitz-Prozess sollen ins Weltregister

Aufnahme ins digitale Netzwerk der Unesco gilt als nahezu sicher

Die Akten und Tonbänder zum Frankfurter Auschwitz-Prozess stehen vor der Aufnahme ins Dokumentenregister der Welt. Die deutsche Unesco-Kommission hat die Unterlagen dazu bei der Generaldirektion in Paris eingereicht, wie Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden mitteilte. Erstmals könnten damit Dokumente aus der deutschen Nachkriegszeit Eingang ins Unesco-Register "Memory of the World" finden. Ein positives Votum aus Paris, das für kommendes Jahr erwartet wird, gilt als weitgehend sicher: Bisher wurde kein deutscher Antrag abgelehnt fürs digitale Netzwerk, das herausragende Dokumente aus aller Welt umfasst. Insgesamt geht es um 454 Aktenbände und 103 Tonbandaufnahmen. Der erste Auschwitz-Prozess von 1963 gilt als Wendepunkt bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Deutschland. Die geplante Aufnahme sei ein wichtiges Zeichen an die Welt, dass Deutschland sich weiter seiner Verantwortung für die NS-Verbrechen und den Holocaust stelle, sagte Rhein. Derzeit sind 348 Zeugnisse im "Memory of the World", 22 davon aus Deutschland.

Presserat kritisiert Fotos zu Terroranschlägen in Brüssel

Aufnahmen verletzen Persönlichkeitsrechte

Bilder von identifizierbaren schwer verletzten Opfern der Terroranschläge in Brüssel hätten nach Einschätzung des Deutschen Presserats nicht gezeigt werden dürfen. Der Beschwerdeausschuss des Presserats hatte über sechs Beschwerden zur Foto-Berichterstattung über die Anschläge im März zu entscheiden. Dabei ging es sowohl um Bilder in Tageszeitungen als auch in deren Online-Ausgaben, wie das Gremium mitteilte. Der Ausschuss kritisierte in allen Fällen Verstöße gegen den Schutz der Persönlichkeit nach Ziffer 8 des Pressekodex und sprach Missbilligungen aus. Im Fall der Fotos zu den Anschlägen gibt es aus Sicht des Presserats einerseits zwar ein öffentliches Interesse an der Berichterstattung darüber. Andererseits zeigten die betreffenden Bilder allerdings schwer verletzte Menschen, die identifizierbar gewesen seien, zum Teil in Nahaufnahme.

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