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Kulturnachrichten

Samstag, 4. Juni 2016

Syrien-Konferenz will Zivilgesellschaft bei Kulturerbe einbeziehen

Kultur könne politische und religiöse Grenzen überwinden

In die Bemühungen um den Schutz der syrischen Kulturgüter soll die Zivilgesellschaft einbezogen werden. Zu diesem Schluss kam heute die Expertenrunde der Syrien-Konferenz im Auswärtigen Amt. Der Direktor des Vorderasiatischen Museums, Prof. Markus Hilgert, sagte, die Zivilgesellschaft trage auch jetzt schon zum Schutz der Kulturgüter bei. "Zu ihnen zählt man auch die Geflüchteten. Sie sind Multiplikatoren für das syrische Kulturgut", so Hilgert, der an der Konferenz teilnahm. Die Teilnehmer hätten betont, Kultur sei das, was politische und religiöse Grenzen überwinde und die Verständigung über Kultur und Kulturschutz sei grenzüberschreitend möglich. Wichtig sei, dass die Unesco als überstaatliche und neutrale Organisation die Initiative ergreife und vermittele. An dem dreitägigen Treffen nahmen 150 Archäologen, Altertumswissenschaftler, Architekten, Denkmalpfleger und Städteplaner teil. Zu Beginn hatte sich der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, für den Wiederaufbau der zerstörten antiken Stätten im syrischen Palmyra ausgesprochen.

Bühnenverein bekennt sich zu Kunstfreiheit und Toleranz

Theatermacher weisen die Einflussnahme rechter Parteien auf Bühnen scharf zurück

Der Deutsche Bühnenverein pocht auf die Freiheit der Kunst. Mit Blick auf das Erstarken rechtspopulistischer Strömungen haben sich die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung in Kaiserslautern für eine offene Gesellschaft ausgesprochen. Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz sagte heute der geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin: "Jeden Versuch solcher Parteien, beispielsweise der AfD in Deutschland, in die künstlerische Freiheit einzugreifen, weist der Bühnenverein scharf zurück." Ein weiteres Thema war die finanzielle Situation an deutschen Bühnen. Der Bühnenverein zog eine gemischten Bilanz. Die finanzielle Situation bei darstellenden Künstlern sei mit Gagen zwischen 2700 und 3100 Euro brutto monatlich "weitgehend zufriedenstellend", sagte Bolwin. Gleichwohl fordert der Bundesverband angesichts der stabilen Konjunktur eine ausreichende öffentliche Finanzierung für Theater und ihre Beschäftigten.

Trauer um Box-Idol Muhammad Ali

Der 74-Jährige starb gestern in einer Klinik bei Phoenix in Arizona

Die Welt trauert um einen der größten Sportler der Geschichte: Boxlegende Muhammad Ali ist tot. Der einstige Boxweltmeister im Schwergewicht und Jahrhundert-Sportler starb gestern in einem Krankenhaus im Großraum Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, wie ein Sprecher der Familie NBC News mitteilte. Sportler, Künstler und Politiker aus aller Welt bringen öffentlich ihre Trauer zum Ausdruck. "Ali, Frazier und Foreman, wir waren wie ein Mann. Ein Teil von mir ist heute von uns gegangen, der großartigste Teil", schrieb George Foreman, einer von Alis größten Gegnern, bei Twitter. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton erklärte: "Es war mir eine Ehre, mit einem Mann befreundet zu sein, der durch Triumph und Prüfungen sogar größer als seine eigene Legende wurde." Großbritanniens Premierminister David Cameron hob Ali als "Champion der Bürgerrechte und ein Vorbild für viele Menschen" hervor. Ali trat für die Rechte der Schwarzen und Minderheiten weltweit ein und geißelte den Vietnam-Krieg. Drei Jahre nach dem Ende seiner Boxerkarriere 1981 wurde bei ihm Parkinson diagnostiziert. Ali wird in seiner Heimatstadt Louisville im US-Bundesstaat Kentucky beerdigt.

Katar und Vatikan digitalisieren islamische Handschriften

Digitalisate werden Teil des Online-Archivs der Qatar Digital Library

Arabische und islamische Dokumente aus Beständen der Vatikanischen Bibliothek sollen in Zusammenarbeit mit der Nationalbibliothek von Katar digitalisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten Scheicha Moza bint Nasser, Präsidentin der "Qatar Foundation for Education, Science and Community Development", und der Präfekt der Apostolischen Bibliothek, Cesare Pasini, heute im Vatikan. Scheicha Moza überreichte dem Papst als Geschenk eine arabische Evangelien-Handschrift in der Naschi-Kalligrafie. Das 123 Seiten umfassende Werk wurde im 18. Jahrhundert in der Türkei angefertigt. Anschließend traf Moza, die als eine der mächtigsten Frauen am Persischen Golf gilt, mit Erzbischof Giovanni Angelo Becciu vom vatikanischen Staatssekretariat zusammen. Dabei ging es nach Angaben des Heiligen Stuhls um die Situation der katholischen Minderheit in Katar.

"Rock am Ring" wegen Unwetter unterbrochen

Die Fortsetzung des Musikfestivals ist wegen weiterer Gewitter fraglich

Nach dem Blitzeinschlag bei "Rock am Ring", durch den mindestens 51 Menschen verletzt wurden, ist das Musikfestival heute auf Anordnung der Behörden vorläufig unterbrochen worden. Veranstalter Marek Lieberberg sagte im Eifel-Ort Mendig in Rheinland-Pfalz, es werde erneut eine Gewitterfront erwartet. Ziel sei, an diesem Samstag eventuell gegen 20.00 Uhr wieder Bands auf die Bühnen zu schicken. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte jedoch, er gehe davon aus, dass am Sonntag kein "Rock am Ring" stattfinde. Er korrigierte die Zahl der Verletzten nach den drei Blitzeinschlägen am Freitag von 51 auf "bis zu 82". Morgen werde noch ein heftigeres Gewitter erwartet. Im vergangenen Jahr hatte das Wetter ebenfalls üble Folgen bei "Rock am Ring": Damals wurden nach Blitzeinschlägen 33 Menschen verletzt.

Entscheidung über Museum Morsbroich zieht sich hin

Ratsentscheidung erst nach den Sommerferien

Die Entscheidung der Stadt Leverkusen über die Zukunft des renommierten Museums Morsbroich wird sich noch Monate hinziehen. Der Stadtrat werde nicht wie ursprünglich geplant Ende Juni einen Vorschlag zur Umsetzung der umstrittenen Sparmaßnahmen im Kulturbereich vorlegen, sagte eine Sprecherin der Stadt auf Anfrage. Erst nach den Sommerferien werde sich der Rat damit befassen. Bis dahin sollten auch noch Vorschläge der Bürger und der Politik geprüft werden. Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft KPMG hatten empfohlen, das 1951 eröffnete Kunstmuseum mit Werken renommierter Künstler wie Joseph Beuys und Gerhard Richter zu schließen, damit das hoch verschuldete Leverkusen seine Sparvorgaben erfüllen kann.

Britischer Dirigent warnt vor Brexit

Niveau der Brexit-Debatte scheint Andrew Manze niedrig

Der britische Musiker Andrew Manze wirbt für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union. "Der Brexit würde wahrscheinlich die EU verletzen", sagte der Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie Andrew Manze. Die Folgen für die Briten seien unvorhersehbar. Der 51-Jährige leitet seit Sommer 2014 das Orchester in Hannover, davor war er Chefdirigent im schwedischen Helsingborg. Die Briten stimmen am 23. Juni über den Brexit ab. "Aus der Distanz betrachtet erscheint mir das Niveau der Debatte um den Brexit verstörend niedrig", sagte der aus London stammende Geiger und Dirigent. Er frage sich, ob die britische Wählerschaft Vernunft inmitten der Demagogie hören könne und ob sie dazu in der Lage sei, mit Augenmaß über ein so komplexes Thema zu urteilen.

Streit um Trennung von Politik und Kunst am Theater

Geschäftsführer des Goethe-Theaters soll politische Kundgebungen untersagt haben

Zwischen dem Geschäftsführer des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, René Schmidt, und dem Intendanten des Neuen Theaters Halle, Matthias Brenner, ist ein heftiger Streit entbrannt. Anlass war offenbar ein Aufruf hallescher Künstler vom März 2016, sich gegen die Kulturpolitik der AfD zur Wehr zu setzen. Nach Angaben Brenners hatte Schmidt jede politische Äußerung an seinem Haus untersagt. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" heute berichtet, lässt Schmidt nun juristisch prüfen, ob die Veröffentlichung der dienstlichen E-Mail, in der er sich gegen politische Kundgebungen an oder in seinem Haus aussprach, zulässig ist.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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