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Kulturnachrichten

Freitag, 3. Juni 2016

Bei Ermittlungen gegen Burgtheater wird Österreichs Kulturminister belastet

Thomas Drozda weist Vorwürfe zurück

Unter der kaufmännischen Geschäftsführung des heutigen österreichischen Kulturministers Thomas Drozda soll das Wiener Burgtheater den Steuerbehörden bei der Abrechnung ausländischer Künstler 457.000 Euro vorenthalten haben. Dazu kämen 400.000 Euro an hinterzogenen Abgaben bei zusätzlichen Zahlungen an Arbeitnehmer. Das berichtet das österreichischen Nachrichtenportal "News" und zitiert den Sozialdemokraten: "Vom Steuerproblem habe ich erst 2014, nach einer internen Burgtheater-Prüfung, erfahren. Deshalb hat man uns zur Selbstanzeige geraten. Ich hatte keinen Anlass, der Buchhaltung und der Personalverrechnung zu misstrauen. Am Ende basiert alles auf Vertrauen". Drozda war 2008 zum kaufmännischen Geschäftsführer des Burgtheater berufen worden und wechselte 2008 zu den Vereinigten Bühnen Wien. Die abschließende Prüfung des Burgtheaters durch den Rechnungshof für die Jahre 2008 bis 2014 erwähnt Drozda nur in seiner Mitwirkung bei der Wahl von Silvia Stantejsky zu seiner Nachfolgerin. In den andauernden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft geht es aber auch um die Zeit davor. Laut "News" soll Stantejsky in Vernehmungen zu Protokoll gegeben haben, dass manche inkriminierte Vorgehensweise schon zu Zeiten von Drozdas Geschäftsführung begonnen habe. Gegenüber "News" bestreitet Drozda das.

Gericht sieht Persönlichkeitsrechte in Spielfilm über Odenwaldschule nicht verletzt

Das Landgericht Hamburg wies die Klage eines ehemaligen Schülers zurück

Der Fernsehfilm "Die Auserwählten" hat Persönlichkeitsrechte nicht verletzt. Das teilte der Westdeutsche Rundfunk mit. Ein Anspruch auf Schadenersatz bestehe nicht. Der Film über den Missbrauchsskandal an der hessischen Odenwaldschule war 2014 ausgestrahlt worden. Zwei ehemalige Schüler glaubten sich in Filmcharakteren wiederzuerkennen, obwohl zu Beginn des Films erklärt wurde, dass es sich nicht um die Verfilmung eines persönlichen Einzelschicksals handele. Mit einem der beiden Kläger einigte man sich, dass zukünftig darauf hingewiesen wird, dass es sich nicht um seine Person handele. Der WDR wies darauf hin, dass mit dem Verfahren auch die Kunstfreiheit von Filmemachern verteidigt worden sei. Das Urteil habe eine branchenweite Bedeutung für künftige Verfilmungen von zeitgeschichtlichen Stoffen und deren authentische Umsetzung.

Friedenspreis des Dt. Films für "Nebel im August"

Der Preis wird am 30. Juni in München verliehen

Für sein Drama "Nebel im August" über die Opfer des NS-Euthanasieprogramms erhält der Regisseur Kai Wessel den Friedenspreis des Deutschen Films. Im Mittelpunkt steht Ernst Lossa aus Augsburg, der 1944 mit 14 Jahren getötet wurde. Das Drama berühre und mache zutiefst betroffen, verströme aber auch Hoffnung und setze den Menschen ein würdiges Denkmal, erklärte die Jury. Der Film kommmt im Herbst ins Kino. Burghart Klaußner bekommt den Schauspielpreis für seine Titelrolle in "Der Staat gegen Fritz Bauer". Beim großen Gewinner des Deutschen Filmpreises war er leer ausgegangen. Der internationale Friedenspreis geht an den Dänen Tobias Lindholm. "A War" sei ein fast schon dokumentarisches Kriegs- und Gerichtsdrama, unbequem und mutig zugleich, urteilten die Juroren. Weitere Auszeichnungen gehen an die bereits hochdekorierten Filme "Mustang" aus der Türkei und "Fuocammare" aus Italien.

Louvre und Musée d'Orsay wegen Hochwassers geschlossen

Freiwillige unterstützen die Räumarbeiten

Wegen des Hochwassers in Paris bleibt der Louvre heute geschlossen. Werke in den unterirdischen Depots werden seit gestern in Sicherheit gebracht, teilte das Museum mit. Sie werden in höher gelegene Etagen gebracht. Direktor Jean-Luc Martinez hatte gestern in einer internen Mail um Unterstützung seiner Mitarbeiter gebeten. Auch das Musée d'Orsay blieb heute zu. Wegen der heftigen Regenfälle der vergangenen Tage ist die durch Paris fließende Seine stark angeschwollen. Heute könnte ein Pegelstand über sechs Metern erreicht werden.

Musikhochschulen fordern Juniorprofessoren

Die Rektorenkonferenz tagt in Weimar

Die deutschen Musikhochschulen fordern bessere Einstiegsbedingungen für ihre künstlerischen Lehrkräfte. "Wir brauchen - analog zum wissenschaftlichen Nachwuchs an Universitäten - Juniorprofessuren und Assistentenstellen", sagte der Vorsitzende der RKM,Martin Ullrich. Bislang könnten sie die Lehrkräfte nur aus dem freiberuflichen Bereich über Lehraufträge binden. Das sei als Entwicklungsformat aber zu wenig.

Facebook stellt Nachrichten-App "Notify" ein

Und das nach nur wenigen Monaten

Facebook hat seine News-App "Notify" nach weniger als sieben Monaten wieder eingestellt. Bei der nur in den USA gestarteten Anwendung konnten Nutzer die Auswahl der Nachrichten stark an ihre Interessen anpassen und sich zum Beispiel nur Informationen aus bestimmten Medien oder zu ausgewählten Themen und Regionen anzeigen lassen. Das Angebot wurde als Teil des Wettkampfs mit Twitter um die Aufmerksamkeit der Internet-Nutzer bei aktuellen Entwicklungen gesehen. Facebook erklärte dem Blog "Techcrunch" heute, der hauseigene Kurzmitteilungsdienst Messenger biete mit seinen 900 Millionen Nutzern eine größere Plattform für Anbieter von Medieninhalten. Man habe mit Notify aber viel über den Umgang mit Benachrichtigungen zu News gelernt.

Vier Kultusministerien gegen Amazons Grundschul-Wettbewerb

Das meldet die "Rheinische Post"

Der Internetmonopolist Amazon steht mit einem Schreibwettbewerb vor vier Jahren ins Leben gerufenen Wettbewerbs für Grundschulen in der Kritik. Die vier Bundesländer NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg betrachten ihn laut eines Zeitungsberichts als Werbung. Deshalb halte das Schulministerium von Nordrhein-Westfalen "Kindle Storyteller Kids" die Teilnahme von Schulen afür unzulässig. In Rheinland-Pfalz gibt es der "Rheinischen Post" zufolge ebenfalls "erhebliche Bedenken in Hinblick auf die schulrechtliche Zulässigkeit". Auch Baden-Württemberg soll den Wettbewerb, der "das kreative Schreiben von Kindern im Grundschulalter fördern" soll, als Veranstaltung, der "vor allem kommerziellen Zwecken dient". Allerdings hat lediglich das Hessische Kultusministerium mit einem Erlass den Schulen des Landes die künftige Teilnahme untersagt. Dass die Preisgelder aus Amazon-Produkten bestehen, soll einer der Hauptkritikpunkte sein. Amazon willl in den kommenden Monaten entscheiden, ob es den Wettbewerb im kommenden Jahr wieder anbieten wird. In diesem Jahr haben sich 300 Grundschulen daran beteiligt.

Kulturminister von Rheinland-Pfalz würdigt Bühnenverein

Die Jahreshauptversammlung des Verbands findet in Kaiserslautern statt

Der Deutsche Bühnenverein ist zu Beginn des Treffens vom neuen rheinland-pfälzischen Kulturminister Konrad Wolf gelobt worden. "Sie benennen, wo es Probleme in Theatern und Orchestern gibt, Sie diskutieren, was an strukturellen Veränderungen initiiert werden muss", sagte der Wolf laut Redemanuskript. "Eben dies macht den Bühnenverein so wichtig." Bis morgen diskutieren mehr als 200 Theater- und Orchesterintendanten über kulturpolitische Themen wie die Arbeitsbedingungen von Künstlern und den Bau bzw. die Sanierung von Theatern und Konzerthallen. Zu den 470 Mitgliedern des Interessen- und Arbeitgeberverbands privater und öffentlicher Häuser gehören Stadt- und Staatstheater einschließlich aller Opernhäuser sowie Landesbühnen sowie zahlreiche Privattheater und Kulturorchester.

Der Priester und Dachau-Überlebende Hermann Scheipers gestorben

Er starb mit 102 Jahren in seiner Geburtsstadt Ochtrup

Der katholische Priester und NS-Gegner Hermann Scheipers war der letzte noch lebende deutsche geistliche Insasse des früheren nationalsozialistischen Konzentrationslagers Dachau. Dort war er seit 1941 inhaftiert. Grund war, dass er sich als Seelsorger um ausländische Zwangsarbeiter gekümmert hatte. 1945 gelang Scheipers auf einem Todesmarsch die Flucht. Danach war er wieder im Bistum Meißen tätig und geriet mit den DDR-Machthabern in Konflikt. 1983 kehrte er in sein Heimatbistum Münster zurück. Das Bistum Dresden-Meißen würdigte Scheipers als "Christ und Priester, der geradlinig und unerschrocken, zugleich aber leise und bescheiden war".

Gefälschter Twitter-Account von Kardinal Marx gesperrt

Von dort wurde Tweet über den angeblichen Tod Benedikt XVI absetzt

Der gefälschte Twitter-Account von Kardinal Reinhard Marx ist seit gestern abend vom Kurznachrichtendienst gesperrt worden. Der Nutzer @KardRMarx ist nicht mehr aufrufbar. Seit Mittwoch hatte er als "Kard. Reinhardt Marx" - also auch noch mit falsch geschriebenem Vornamen - insgesamt fünf Tweets abgesetzt, darunter die Nachricht, dass Benedikt XVI. gestorben sei. Das Erzbistum München und Freising hatte bereits am Mittwochabend angekündigt, eine Sperrung zu beantragen und juristische Schritte zu prüfen. In einem Tweet bezeichnete sich der Nutzer des gefälschten Accounts als "Tommasso Debenedetti". Das könnte Tommaso de Benedetti sein, ein Lehrer aus Rom, der schon mehrfach unter dem Namen von Staats- und Kirchenlenkern gefälschte Twitter-Accounts betrieben hatte. Auf Nachfrage bestätigte @KardRMarx, dass er de Benedetti sei. Offiziell überprüfen lässt sich das allerdings nicht.

"Peace x Peace Festival" für Flüchtlingsprojekte

Seeed, Max Herre, Beatsteaks und Co. spielen ohne Gage in Berlin

Das "Peace x Peace Festival" an diesem Sonntag in der Berliner Waldbühne ist für die ohne Gage auftretenden auftretenden Künstler eine Herzenssache. Der Erlös kommt mehreren Flüchtlingsprojekten in Krisenregionen und Deutschland zugute. Seeed ist ebenso dabei wie Namika, das Hip-Hop-Duo Zugezogen Maskulin oder die Rapper Cro und Max Herre. Der Freundeskreis-Sänger bildet mit seiner Frau Joy Denalane sowie Clueso, Samy Deluxe, Patrice, Afrob und anderen speziell für das Event die "P x P Allstars". Das knapp sechsstündige Festival, das nach wenigen Wochen ausverkauft war, soll ein Zeichen der Solidarität setzen. Auf dem Gelände der Waldbühne präsentieren sich Hilfsorganisationen und Vereine, die ansonsten eher im Stillen arbeiten. Reinerlös und Spenden fließen etwa in Unicef-Projekte in Syrien, dem Südsudan und der Ukraine. Über 100 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer wurden zudem zum Festival eingeladen.

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