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Kulturnachrichten

Mittwoch, 1. Juni 2016

Uni Münster plant Campus der Religionen

Weltweit einmaliges Vorhaben

Die Universität Münster will einen großen Campus der Religionen mit drei Fakultäten errichten. In einem Neubau sollen die katholische und evangelische Fakultät sowie eine noch zu gründende islamisch-theologische Fakultät unterkommen. Der Senat der Universität stimmte dem bereits von Hochschulrat und Rektorat beschlossenen Vorhaben zu, das als weltweit einmalig gilt. Danach soll das Zentrum für Islamische Theologie zur Fakultät ausgebaut werden. Norbert Robers, Sprecher der Universität, sagte, 430 Wissenschaftler und Mitarbeiter würden später dort tätig sein. Eine gemeinsame Bibliothek werde 560.000 Bände umfassen. Aktuell hätten 3.900 der rund 43.000 Studenten in Münster katholische, evangelische oder islamische Theologie belegt. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt sollen 2018 starten. Die Inbetriebnahme des Gebäudes sei für 2021 geplant, teilte der Sprecher mit.

Waltraud Meier will zurück auf den Grünen Hügel

Im Jahr 2000 hatte die Mezzosopranistin Bayreuth im Streit verlassen

Die Mezzosopranistin Waltraud Meier kehrt zu den Richard-Wagner-Festspielen zurück. Die Bayreuther Festspiele bestätigten, dass Meier in zwei Jahren als Ortrud auf dem Grünen Hügel auftreten soll. "Ich möchte ja, wenn's geht, 2018 in Bayreuth die Lohengrin-Premiere singen", hatte die Mezzosopranistin zuvor der Würzburger "Main-Post" gesagt. Meier hatte 2000 nach einem Streit mit dem damaligen Festspielchef Wolfgang Wagner bei den Festspielen das Handtuch geworfen. Das habe sich aber noch Lebzeiten von Wolfgang Wagner, der 2010 starb, wieder eingerenkt, sagte sie in dem Interview.Die Mezzosopranistin, 1956 in Würzburg geboren, zählt zu den besten Wagner-Sängerinnen der Welt.

Hofer Filmtage feiert 50. Jubiläum ohne Leiter

Stattdessen wird ein Kuratoren-Trio eingesetzt

Nach dem Tod des Leiters der Hofer Filmtage Heinz Badewitz wird in diesem Jahr ein Kuratoren-Trio die Verantwortung für die Filmauswahl übernehmen. "Man wollte nicht so schnell einen Ersatz finden - das geht auch nicht, dass man so eine Person ersetzt", sagte die Sprecherin des Filmfestivals, Ana Radica. Die 50. Internationalen Hofer Filmtage werden in diesem Jahr vom 25. bis 30. Oktober laufen und von Alfred Holighaus, dem Präsidenten der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, Thorsten Schaumann von Sky Deutschland und Linda Söffker, der Leiterin der Berlinale-Sektion Perspektive Deutsches Kino, kuratiert. Badewitz war im März im Alter von 74 Jahren überraschend gestorben. Er war einer der Gründer der Filmtage, die seit 1967 in seiner Heimatstadt Hof jährlich über die Bühne gehen und sich als Plattform für deutsche Nachwuchsregisseure etabliert haben.

Menzel-Gemälde für 850 000 Euro versteigert

Es stammt aus der legendären Sammlung des Verlegers Rudolf Mosse

Ein Gemälde des Malers Adolph Menzel aus der von den Nazis zerschlagenen Sammlung des Verlegers Rudolf Mosse (1843-1920) ist in Berlin für 850 000 Euro versteigert worden. Das Pastell-Porträt von Menzels Schwester Emilie ging bei der heutigen Auktion der Berliner Villa Grisebach an einen unbekannten Bieter. Ein zweites Gemälde aus der Mosse-Sammlung, Wilhelm Leibls "Bildnis des Appellationsrats Stenglein", wurde für 120 000 Euro von einem Unbekannten ersteigert. Ein drittes Gemälde aus der legendären Sammlung, Ludwig von Hofmanns "Frühlingssturm", wurde kurz vor der Auktion von einem Mäzen für das Darmstädter Museum Mathildenhöhe zur Dauerleihgabe erworben. Das Bild hing zuvor 70 Jahre in dem Museum. Die als NS-Raubkunst eingestuften Werke waren von Museen in Winterthur (Schweiz), Darmstadt und Sindelfingen an die Mosse-Erben zurückgegegen worden. Die in den USA lebenden Nachfahren hatten die Werke zur Auktion angeboten.

Schauspieler Sieghardt Rupp ist tot

Österreicher starb bereits 2015

Der österreichische Schauspieler Sieghardt Rupp ist tot. Nach seiner Ausbildung am renommierten Max-Reinhardt-Seminar arbeitete er zunächst am Theater. Einem breiten Publikum wurde er später vor allem durch seine Auftritte bei Film und Fernsehen bekannt. Als "Zollfahnder Kressin" in "Tatort"-Filmen an der Seite von Horst Tappert und Fritz Wepper wurde er schließlich zur TV-Ikone. Auch als Ganove in mehreren Western-Verfilmungen (u.a. "Unter Geiern", "Für eine Handvoll Dollar") brillierte er. Markenzeichen waren seine markante Stimme und sein kantiges Gesicht. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb Rupp bereits am 20.Juli 2015 in einem Krankenhaus in Wien. Nach Jahrzehnten vor der TV-Kamera und auf Theaterbühnen hatte sich Rupp aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und wünschte sich, dass auch sein Tod nicht bekannt gemacht werden sollte. Erst durch Recherchen des Filmarchivs Austria für eine Retrospektive zum 85. Geburtstag des Mimen wurde sein Tod öffentlich. Sieghardt Rupp wurde 84 Jahre alt.

Robert-Schumann-Preis für Aribert Reimann

Er erhält ihn für sein Lebenswerk

Der Berliner Komponist Aribert Reimann erhält den Robert-Schumann-Preis für Dichtung und Musik 2016. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung werde ihm für sein Lebenswerk verliehen, teilte die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur heute mit. Der 80-jährige beeindrucke "immer wieder aufs Neue als unnachahmlicher Vermittler im intimen Wechselspiel von sprachlichem Lautwert und musikalischem Tonwert". Die Preisjury sehe in Reimann den "Komponisten der Dichter schlechthin im 20. und 21. Jahrhundert". Der Robert-Schumann-Preis wird seit 2012 im Zwei-Jahres-Rhythmus verliehen, das Preisgeld dafür wird von der in Mainz ansässigen Strecker-Stiftung zur Verfügung gestellt. Bislang ging die Auszeichnung an den französischen Dirigenten Pierre Boulez sowie an den Komponisten und Buchautoren Wolfgang Rihm.

Janosch und Jürgen Klopp gestalten neue Bibelausgabe

Sonderedition erscheint im Herbst

Mehrere Prominente wie der Autor Janosch, die Schauspielerin Uschi Glas und Fußballtrainer Jürgen Klopp haben Sonderausgaben der Lutherbibel gestaltet. Ingesamt sieben Personen des öffentlichen Lebens hätten je einen Schuber für das "Buch der Bücher" kreiert, teilte die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart mit. Der von Klopp gestaltete Schuber ist in Rot gehalten und interpretiert den Bibelvers "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte" (Jeremia 31, Vers 3). Klopp sieht in Martin Luther (1483-1546) ein Vorbild, schreibt er in einem persönlichen Text. Denn Luther sei ein Kämpfer für die gute Sache gewesen, ein Rebell um des Glaubens Willen, damit Menschen ihren Glauben ohne Angst und mündig leben können. "Ich mag Luther, weil er für die Unprivilegierten und Ausgeschlossenen gekämpft hat", sagte Klopp, aktuell Trainer des FC Liverpool. Die limitierte Sammleredition der Bibel soll am 1. Oktober erscheinen.

Palmyra als Bewährungsprobe für Unesco

So sieht es der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Helmut Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sieht die Unesco angesichts der Zerstörung von syrischem Kulturerbe vor einer Bewährungsprobe. Die Weltgemeinschaft sei gefragt, "auch weil das Kulturerbe Syriens eine aussöhnende Kraft birgt, die dem geschundenen Land wieder auf die Beine helfen kann", schreibt er in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" von heute. Vor allem die antike Oasenstadt Palmyra ist zum Symbol der Zerstörung durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geworden. Auch Maria Böhmer (CDU), Sonderbeauftragte im Auswärtigen Amt für das Unesco-Welterbe, sieht für den Erhalt des syrischen Kulturerbes die Weltgemeinschaft in der Pflicht. Die Federführung liege zwar bei der Unesco und Syrien, doch dafür brauche es auch feste finanzielle Zusagen der Unesco-Mitgliedsstaaten. Ab Donnerstag beraten auf Einladung Böhmers und der Unesco-Generaldirektorin Irina Bokowa rund 170 internationale Experten in Berlin über den Erhalt des Kulturerbes in Syrien.

Häftling Achenbach lässt Bild versteigern

Er hat es im Gefängnis selbst gemalt

Der seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzende Kunstberater Helge Achenbach ist im Knast zum Maler geworden. Der 64-Jährige lässt am 18. Juni im Kölner Auktionshaus Van Ham ein selbstgemaltes, großformatiges Alpenpanorama für einen guten Zweck versteigern. Eine Van Ham-Sprecherin bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post". Der Erlös des auf 3500 bis 5000 Euro geschätzten Acryl-Gemäldes "Spirit of Freedom Nr. 10" (Freiheitsgeist) werde der Flüchtlingshilfe der Diakonie Düsseldorf gespendet. Das Kunstwerk wird zusammen mit Restbeständen aus dem Fundus der einstigen Beratungsfirmen Achenbachs versteigert. Darunter sind Werke von Georg Baselitz, Joseph Beuys, Jörg Immendorff, Markus Lüpertz und Thomas Struth. Achenbach war im März 2015 wegen Millionenbetrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Internationale Kunstschau mit Israel als Schwerpunkt

Die Vor-Eröffnung der "NordArt" ist am Freitag

Die "NordArt", eine der größten internationalen Gegenwartskunst-Schauen, steht diesmal im Zeichen der israelischen Kunstszene. Zur offiziellen Vor-Eröffnung am Freitag in Büdelsdorf in Schleswig-Holstein werden Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und Ministerpräsident Torsten Albig erwartet. Im "Kunstwerk Carlshütte", einer ehemaligen Eisengießerei mit mehreren Industriehallen und einem großen Skulpturenpark, zeigen knapp 250 Künstler aus etwa 50 Ländern rund 1000 Arbeiten. Von diesem Samstag bis zum 4. Oktober werden mehr als 70 000 Besucher erwartet.

Kinderbuch-Aquarell für 133.000 Euro versteigert

Bild aus "Der kleine Prinz" ist von 1942

Ein Originalaquarell des französischen Kinderbuchklassikers "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry ist in Paris für rund 133.000 Euro versteigert worden. Ein europäischer Sammler sicherte sich die ockerfarbene Tuschezeichnung, die den kleinen Prinzen mit wehendem Schal auf einer Düne in der Wüste zeigt, wie das Auktionshaus Artcurial mitteilte. Der Wert der 28 mal 21 Zentimeter großen Zeichnung war auf zwischen 50.000 und 60.000 Euro geschätzt worden. Verwendet wurde das Aquarell für die erste US-Ausgabe des Klassikers, der mit Weisheiten wie "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" Millionen junge und erwachsene Leser begeisterte. Antoine Saint-Exupéry hatte "Der kleine Prinz" 1942 im Exil in den USA geschrieben und gezeichnet. Die Geschichte wurde inzwischen in 270 Sprachen übersetzt und mehr als 145 Millionen Mal verkauft.

Zagajewski kritisiert "autoritäre" polnische Regierung

Schriftsteller hat den Leopold-Lucas-Preis erhalten

Der polnische Schriftsteller Adam Zagajewski hat den Umgang der katholischen Kirche mit der Regierung in seinem Land verurteilt. Viele Bischöfe würden sich öffentlich zur alleinregierenden nationalkonservativen Partei PiS von Jaroslaw Kaczynski bekennen, sagte Zagajewski in Tübingen. Die katholische Kirche bilde mit der PiS eine "ungesunde Union". Für sein politisches Engagement als Kritiker von Diktatur und Totalitarismus hat Zagajewski gestern abend den mit 50.000 Euro dotierten Leopold-Lucas-Preis der evangelischen Fakultät der Universität Tübingen erhalten. Wegen seiner kritischen Haltung zum kommunistischen Regime waren seine Bücher in Polen von 1976 bis 1989 verboten. Nachdem 1981/1982 das Kriegsrecht in Polen verhängt worden war, ging Zagajewski ins Exil in die USA und kehrte erst 2002 nach Polen zurück. Er lebt heute in Krakau.

Freier Eintritt: Besucher-Rekord in Hamburger Kunsthalle

Mehr als 205.000 Gäste hatte kein deutsches Museum in einem Monat

Die Hamburger Kunsthalle vermeldet einen Besucher-Rekord: Mit 205.000 Gästen seit dem 30. April seien die "höchsten je während eines Monats an einem deutschen Kunstmuseum gemessenen Besuchszahlen" erzielt worden. Das sein ein "außergewöhnliches und historisches Rekord-Ergebnis". Im Mai 2016 war der Eintritt in das Museum frei. Ein Sponsoring hatte dies den Bürgern nach einer siebzehnmonatigen Modernisierung des Museums ermöglicht. Besonders auffallend sei die bunte Mischung des Publikums durch alle Altersgruppen und Gesellschaftsschichten gewesen, hieß es.

Neue Direktorin am Frankfurter Kleist-Museums

Hannah Lotte Lund folgt Wolfgang de Bruyn nach

Hannah Lotte Lund wird neue Direktorin des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder). Das teilte das Museum mit. Die 1971 geborene Historikerin tritt Mitte August die Nachfolge von Wolfgang de Bruyn an, der in den Ruhestand geht. Wie eine Museumssprecherin berichtete, kennt Lund die Arbeit des Hauses durch mehrere Projekte seit mehr als sechs Jahren. Die Spezialistin für Literarische Netzwerke und Kulturgeschichte der Kleist-Zeit hat über den Berliner "Jüdischen Salon" um 1800 promoviert. Zuletzt war sie einer der Organisatoren eines Workshops zur Wahrnehmung von Kleist in beiden deutschen Staaten. Das Kleist-Museum verfügt mit mehr als 34 000 Stücken in der Bibliothek und den Sammlungen nach eigenen Angaben über die umfangreichste Dokumentation zu Heinrich von Kleist und seinem literaturgeschichtlichen Umfeld.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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