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Kulturnachrichten

Dienstag, 30. Juni 2015

Mitglieder der Stiftung zur Vertreibung treten zurück

Mandatsniederlegung als Reaktion auf die Wahl Winfrid Halders zum neuen Direktor

Nach der Wahl des Historikers Winfrid Halder zum neuen Direktor der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin hat der polnische Historiker Krzysztof Ruchniewicz sein Mandat niedergelegt. In einem Schreiben an Kulturstaatsministerin Monika Grütters begründete er seinen Schritt damit, dass ihm der neue Direktor und seine Qualifikation unbekannt seien: "Es ist ein guter Brauch, dass der Stiftungsrat in Zusammenarbeit mit dem neuen Direktor einen neuen Beirat wählen sollte, mit dem er (der Direktor) gut und einvernehmlich zusammenarbeiten kann." Ebenfalls zurückgetreten seien Halders Gegenkadidat Michael Schwartz, der Vorsitzende Stefan Troebst und Beiratsmitglied Piotr Madajczyk, sagte Krzysztof Ruchniewicz gegenüber Deutschlandradiokultur. Der Stiftungsrat hatte den 52-Jährigen Winfrid Halder am Montag gewählt. Halder ist seit 2006 Leiter der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf.

Syrien will schärfere Grenzkontrollen gegen Kulturraub

Altertümer-Chef Abdulkarim ist im Fall Palmyra zuversichtlich

Der syrische Altertümer-Chef Maamoun Abdulkarim hat strengere Grenzkontrollen gegen den Kulturraub durch die islamistische Terrormilz IS gefordert. Syriens Nachbarstaaten sollten sich verpflichten, ihre Grenzen gegen den Schmuggel zu sichern, schrieb der Generaldirektor der Staatlichen Verwaltung für Altertümer und Museen im Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Juli 2015). Die internationale Gemeinschaft dürfe nicht an den Plünderungen mitverdienen. Auch nach Berichten über die Zerstörung von zwei Heiligtümern in Palmyra, sei er zuversichtlich, dass die antike Stadt keine schweren Schäden erleiden werde, schrieb Abdulkarim. Wie schon in Idlib und Bosra setze sich auch in Palmyra die Bevölkerung für den Schutz der Schätze ein.

Thomas-Mann-Preis geht an schwedischen Autor Lars Gustafsson

Die Verleihung ist am 29. Oktober

Der Schriftsteller Lars Gustafsson erhält den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis. Gustafsson gehöre neben Tomas Tranströmer und Per Olof Enquist zu den schwedischen Autoren mit Einfluss auch in Deutschland, teilte die Bayerische Akademie der Schönen Künste in München zu der Entscheidung mit. Sie verleiht den Preis seit 2010 jährlich zusammen mit der Hansestadt Lübeck, dem Geburtsort Manns.
Die Auszeichnung wird am 29. Oktober in der Münchner Residenz überreicht. In den vergangenen Jahren ging der Preis an Rüdiger Safranski, Juli Zeh, Thomas Hürlimann, Jan Assmann und Christa Wolf.

Jüdische Gemeinde sagt Kulturtage in Berlin ab

Begründung: Die Gemeinde wolle helfen zu sparen

Erstmals seit fast 30 Jahren hat die Jüdische Gemeinde Berlin ihre Kulturtage abgesagt. Angesichts der schwierigen Finanzlage des Landes wolle die Gemeinde damit Solidarität zeigen und den Haushalt entlasten, teilte der Gemeindevorstand mit. Die Kulturverwaltung bedauerte die Entscheidung. "Wir haben die für das deutsch-jüdische Zusammenleben sehr wichtigen Tage immer gern finanziert und hätten das auch dieses Jahr gern getan", sagte ein Sprecher. "Leider hat die Gemeinde keinen Antrag gestellt." Berlin hat die Veranstaltung bisher stets mit 250 000 Euro unterstützt. Die Kulturtage mit Musik, Lesungen, Diskussionen und Gottesdiensten waren vom 27. August bis 6. September geplant. Die Gemeinde verwies für ihre überraschende Absage auf die explodierenden Kosten beim Hauptstadtflughafen und bei der Sanierung der Staatsoper.

Sie brachte den Minirock in die DDR - Dorothea Melis tot

Die DDR-Modeikone wurde 77 Jahre alt

Dorothea Melis, die als Redakteurin der Frauenzeitschrift "Sibylle" in der DDR dem Minirock zum Durchbruch verhalf, ist tot. Im Alter von 77 Jahren ist sie nach schwerer Krankheit in Berlin gestorben.
Melis, die an der Berliner Kunsthochschule Weißensee studiert hatte, setzte von 1961 an als leitende Redakteurin bei "Sibylle" ein neues Modekonzept um. Die Tochter eines Architekten orientierte sich dabei am Ideal der selbstbewussten, gebildeten und berufstätigen Frau. Als Stylistin beeinflusste sie Fotografen wie Arno Fischer, Günter Rössler, ihren späteren Mann Roger Melis sowie Sibylle Bergemann.

Rechtsstreit um Kafka-Briefe

Neuer Erfolg für Israel

Im jahrelangen Rechtsstreit um wertvolle Briefe des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) hat die israelische Nationalbibliothek einen weiteren Erfolg erzielt. Der Nachlass von Max Brod, Freund und Herausgeber der Werke Kafkas, solle an die Jerusalemer Bibliothek gehen, bekräftigte gestern das Bezirksgericht in Tel Aviv. Eine ähnliche Entscheidung eines Tel Aviver Gerichts im Jahre 2012 war bislang nicht umgesetzt worden. Die Richter wiesen auch in zweiter Instanz die Darstellung der Israelin Eva Hoffe zurück, sie sei rechtmäßige Erbin des kostbaren Nachlasses. Dies ist auch ein neuer Rückschlag für das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Interesse an dem Nachlass signalisiert hatte.

Jérôme Fenoglio wird neuer Chef von französischer Zeitung "Le Monde"

Der 49-Jähriger bekommt nach Führungskrise bei zweiter Abstimmung die Mehrheit

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Der Journalist Jérôme Fenoglio wird neuer Chef der renommierten französischen Tageszeitung "Le Monde". Die Redakteure der linksliberalen Traditionszeitung stimmten am Dienstag mit einer Mehrheit von 68 Prozent für den 49-Jährigen, der seit knapp 25 Jahren bei "Le Monde" arbeitet. Mitte Mai hatte der von den Zeitungsbesitzern vorgeschlagene Fenoglio bei einer Abstimmung nicht die notwendigen Stimmen erhalten. Zahlreiche Redakteure boten mit ihrer Ablehnung auch den Zeitungsbesitzern die Stirn, die andere Bewerber gar nicht erst zuließen. Die Ablehnung stürzte "Le Monde" in eine neue Führungskrise, Interimschef Gilles van Kote reichte seinen Rücktritt ein. Die Besitzer - der Unternehmer Pierre Bergé, der Bankier Matthieu Pigasse und der Telekommunikations-Milliardär Xavier Niel - hielten aber an Fenoglio fest und stellten ihn erneut zur Wahl - dieses Mal mit Erfolg.

Vergewaltigung in Rossini-Oper - Londons Opernchef entschuldigt sich

Wilhelm Tell wurde ins ehemalige Jugoslawien der 90er Jahre verlegt

Eine Vergewaltigungsszene in der Oper "Guillaume Tell" von Gioachino Rossini hat im Londoner Opernhaus Covent Garden für Aufruhr gesorgt. Nach Buh-Rufen und verheerenden Kritiken entschuldigte sich Opernchef Kasper Holten am Dienstag dafür, dass die "gewaltsamen Szenen" bei einigen Zuschauern Unbehagen hervorgerufen hätten. Ziel sei gewesen, ein Schlaglicht auf die "brutale Wirklichkeit" der Misshandlung von Frauen im Krieg zu werfen.
Rossinis Oper nach dem Drama von Friedrich Schiller über den Schweizer Freiheitshelden Wilhelm Tell wurde 1829 uraufgeführt. Der italienische Regisseur Damiano Michieletto fügte in die Handlung die Gruppenvergewaltigung einer entkleideten Frau durch Soldaten ein. Das Geschehen wird unter anderem in die Konfliktregion des ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren verlegt.

US-Komiker Jack Carter gestorben

Er wurde 93 Jahre alt

Jack Carter, Komiker und Autor, erlag am Sonntag in seinem Haus in Beverly Hills im US-Bundesstaat Kalifornien einem Atemstillstand. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf den Sprecher seiner Familie. Carter hatte in den 1940er Jahren zu den ersten Fernsehstars gehört. Er hatte seine Karriere beim US-Netzwerk ABC begonnen und bei der Konkurrenz NBC ausgebaut. Das Multitalent trat auch am Broadway auf und spielte in mehreren Filmen mit, darunter im Jahr 1964 in "Viva Las Vegas" (Tolle Nächte in Las Vegas) mit Elvis Presley.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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