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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Juni 2015

Offenbar Führungswechsel an Berliner Staatsoper

Pressekonferenz im Schillertheater angekündigt

An der Berliner Staatsoper bahnt sich ein Wechsel an der Spitze an. Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller (SPD) hat am Abend kurzfristig für Mittwoch 13.30 Uhr zu einer Pressekonferenz in die Staatsoper im Schiller Theater eingeladen. Offiziell heißt es in der Einladung dazu, er informiere über die künftige Intendanz der Staatsoper. Nach dpa-Informationen will Müller den Nachfolger von Jürgen Flimm vorstellen. Flimm leitet zusammen mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim die Staatsoper. Der Regisseur trat sein Amt 2010 mit einem Fünf-Jahres-Vertrag an.

Harry Rowohlt gestorben

Schriftsteller, Übersetzer und Schauspieler wurde 70 Jahre alt.

Harry Rowohlt ist tot. Der Schriftsteller, Übersetzer und Schauspieler starb im Alter von 70 Jahren, wie Medien am Dienstag unter Berufung auf seinen Agenten Ertu Eren meldeten. Rowohlt übersetzte unter anderem die Kinderbuchklassiker "Pu der Bär" von Allan Alexander Milne oder "Die Maus mit dem grünen Schwanz" des italienischen Autors Leo Lionni. Dazu kamen etwa Werke von Ernest Hemingway, Ian McEwan, Flann O'Brien und David Sedaris. Einem breiten Publikum war der Sohn von Verleger Ernst Rowohlt und der Schauspielerin Maria Pierenkämper durch seine Kolumne "Poohs Corner" bekannt. Legendären Status besaßen seine meist mehrstündigen satirischen Lesungen, die Rowohlt, 1996 zum Whiskey-Botschafter ernannt, als "Schausaufen mit Betonung" bezeichnete.

Bonn bekommt kein Festspielhaus

Deutsche Post zieht Millionenzusage zurück

Die jahrelange Diskussion um ein Festspielhaus in der Bundesstadt Bonn ist schlagartig beendet worden. Wie der WDR und der "Kölner Express" auf seiner Internetseite berichten, hat die Deutsche Post heute ihre Zusage zurückgezogen, 30 Millionen Euro für den Bau des Musentempels bereit zu stellen. Der sollte im Jahr 2020 zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven fertig sein. Wie express.de berichtet, will die Post nun andere Optionen sondieren, um die Feierlichkeiten zu unterstützen. Vorstandschef Frank Appel warf der Beethoven-Stadt vor, "keinen eindeutigen Schulterschluss" für ein Festspielhaus erkennen zu lassen. Somit sei das Projekt auch für Sponsoren nicht hinreichend attraktiv, so Appel. In den vergangenen Jahren wurden fünf Architekten-Entwürfe erarbeitet und ausgezeichnet.

Künstler bestatten ertrunkenen Bootsflüchtling in Berlin

Protestaktion gegen EU-Flüchtlingspolitik

Eine Künstlergruppe hat eine im Mittelmeer ertrunkene Syrerin in Berlin bestattet. Ihre sterblichen Überreste waren den Aktivisten zufolge zuvor in Italien exhumiert worden. Sie wurden heute auf dem muslimischen Teil des Friedhofs Berlin-Gatow beigesetzt. Die Aktion der Gruppe "Zentrum für politische Schönheit" ist umstritten. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck nannte sie in der "taz" "befremdlich und pietätlos". Linkspartei-Chefin Katja Kipping findet sie "hart an der Grenze". Das "Zentrum für politische Schönheit" ist bekannt für umstrittene Aktionen, darunter die Umsetzung von Gedenkkreuzen für DDR-Maueropfer und eine gefälschte Pressemitteilung der Bundesregierung.

Neuer Co-Leiter für Oberammergauer Passionsspiele

Zweiter Spielleiter ist Muslim

Der neue Co-Leiter der Oberammergauer Passionsspiele, Abdullah Kenan Karaca, soll einen neuen Blick auf das jahrhundertealte Spektakel werfen. "Es muss jetzt eine neue Generation reinkommen", sagte Spielleiter Christian Stückl bei der Vorstellung seines Leitungsteams. Natürlich werde Karaca mit einem anderen Blick draufschauen, so Stückl. Der 26 Jahre alte Regisseur Karaca ist Muslim und stand bei den Passionsspielen im Jahr 2000 selbst in Oberammergau auf der Bühne. Der Gemeinderat hatte Stückl und sein Team gestern abend nach streckenweise hitziger Diskussion mit 13 zu 5 Stimmen bestätigt.

Odenwaldschule steht vor dem Aus

Privatinternat stellt Insolvenzantrag

Die krisengeschüttelte Odenwaldschule steht nun doch vor dem Aus. Die Finanzierung sei nicht gesichert, teilte der Trägerverein in Heppenheim mit. Die Schule habe einen Insolvenzantrag gestellt. Vor kurzem hatte sich die Privatschule noch optimistisch zur eigenen Zukunft geäußert. Im Mai hieß es, die für einen Weiterbetrieb notwendige Summe von 2,5 Millionen Euro sei aufgetrieben worden. Nun wurde mitgeteilt, die Löhne für Mai hätten nicht mehr bezahlt werden können. Die Zahl der Schüler sei auf einen Tiefststand gesunken. In der Odenwaldschule war sexueller Missbrauch lange vertuscht worden. Vor fünf Jahren kamen viele Fälle an die Öffentlichkeit. Mindestens 132 Schüler sollen betroffen sein. Mit dem Rückgang der Schülerzahlen sank auch das Schulgeld für das Privatinternat.

Gernhardt-Preis für Gila Lustiger und Annika Scheffel

Preisgeld für Projekte hessischer Autoren

Der Robert-Gernhardt-Preis 2015 geht an die Schrifstellerinnen Gila Lustiger und Annika Scheffel. Sie teilen sich das Preisgeld in Höhe von 24.000 Euro, wie der hessische Kulturminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden mitteilte. Der Preis erinnert an den 2006 in Frankfurt am Main gestorbenen Autor, Zeichner und Maler der sogenannten Neuen Frankfurter Schule, Robert Gernhardt. Er wird am 16. September in Frankfurt am Main verliehen und soll Autoren aus Hessen die Verwirklichung größerer literarischer Projekte ermöglichen. Er wird jährlich zwei Preisträgern vom Kunstministerium zugesprochen.

Erstmals deutsche Serie zuerst im US-Fernsehen

Spionage-Geschichte "Deutschland 83" ab morgen in den USA

Erstmals bekommt das US-Publikum eine deutsche Serie noch vor den deutschen Fernsehzuschauern zu sehen. Die Spionagegeschichte "Deutschland 83", die erst im Herbst bei RTL anlaufen wird, wird von diesem Mittwoch an landesweit bei Sundance TV ausgestrahlt. Das bestätigten Produzenten und Senderchefs in New York. Die Produktion dreht sich um einen jungen DDR-Bürger (gespielt von Jonas Nay), der 1983 in den Westen geschickt wird. Dort soll er die Bundeswehr ausspionieren. Sundance TV ist kein großer Sender, die Serie wird zudem im deutschen Original mit Untertiteln ausgestrahlt. Eine große Reichweite ist damit nicht zu erwarten. In der "New York Times" wurde die deutsche Produktion aber sehr gelobt.

Vatikan entzieht Berichterstatter Akkreditierung

Journalist hatte Sperrfrist für neue Papst-Enzyklika ignoriert

Das Presseamt des Vatikan hat dem Journalisten, der die neue Papst-Enzyklika vorab veröffentlicht hat, die Akkreditierung entzogen. Die Online-Veröffentlichung und der Bruch der Sperrfrist seien regelwidrig und hätten "große Unannehmlichkeiten für viele Journalistenkollegen" sowie eine erhebliche Störung des Betriebs im vatikanischen Presseamt verursacht, teilte dessen Leiter Federico Lombardi in einem öffentlich ausgehängten Brief an den Vatikan-Journalisten Sandro Magister mit. Dieser darf seit heute den vatikanischen Pressesaal "auf unbestimmte Zeit" nicht mehr betreten. Der 71-Jährige Reporter der italienischen Zeitschrift "L'Espresso" hatte gestern das 192 Seiten umfassende Faksimile einer vorläufigen Fassung des Lehrschreibens «Laudado si» von Papst Franziskus verbreitet. Dabei soll es sich um eine inzwischen eingestampfte Version handeln. Die Enzyklika soll am Donnerstag vorgestellt werden.

Schweizerische Nationalbibliothek saniert Bücher

Eine Million Bücher in 15 Jahren entsäuert

Die Schweizerische Nationalbibliothek hat große Teile ihrer Bestände entsäuert und so vor dem Verfall bewahrt. Seit dem Jahr 2000 seien genau eine Million 175 300 Bände behandelt worden, teilte die Nationalbibliothek in Bern mit. Selbst Bücher aus schlechtem Papier seien damit noch weitere hundert Jahre lang benutzbar, hieß es. Bei der Entsäuerung wurden die Dokumente komplett in eine alkalische Lösung getränkt und anschließend getrocknet. Das Verfahren kostete rund 13 Millionen Franken (etwa 12,4 Millionen Euro). Die Spezialmaschine schlug noch einmal mit etwa dem gleichen Betrag zu Buche.

Forscher entziffern 3000 Jahre alte Vasen-Inschrift

Antikes Stück bei Jerusalem entdeckt

Israelische Forscher haben eine rund 3000 Jahre alte Inschrift auf einer antiken Vase entziffert. Bruchstücke des Kermikgefässes seien vor drei Jahren bei Ausgrabungen im Ela-Tal in der Nähe von Jerusalem gefunden worden, teilte die israelische Alterumsbehörde mit. Die Wörter in kanaanitischer Schrift sollen aus der Zeit des jüdischen Königs Davids stammen und bilden den Namen Ischbaal Ben Bada, eines Herrschers im Königreich Israel ab. Nach seiner Ermordung sei sein Kopf zu David nach Hebron gebracht worden, erklärte Professor Josef Garfinkel vom Archäologie-Institut der Hebräischen Universität in Jerusalem. Es sei die vierte Inschrift aus der Zeit des Königreichs Juda, die im Ela-Tal binnen fünf Jahren gefunden wurde. Sie beweise, sagte Garfinkel, dass "Schreiben damals viel verbreiteter war, als wir dachten".

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