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Kulturnachrichten

Montag, 8. Juni 2015

Barenboim nennt Umgang mit Wagner-Pasquier "menschenunwürdig"

Angebliches Hausverbot auf dem Grünen Hügel

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim (72) hat ein angebliches Hausverbot der Bayreuther Festspiele für die scheidende Leiterin Eva Wagner-Pasquier scharf kritisiert. "Mit Erstaunen und Befremden" habe er von dem Versuch der Festival-Spitze gelesen, Wagner-Pasquier ihren bis Ende August zustehenden Arbeitsplatz während der Zeit der Proben auf dem Grünen Hügel zu verwehren. Ein Hausverbot für Wagner-Pasquier wurde von der Festival-Spitze nicht offiziell bestätigt. "Ich dachte, man kann den Menschen ihre Bewegungsfreiheit nicht nehmen - außer sie wären Kriminelle. Dieser Umgang ist menschenunwürdig", so Barenboim, der von 1981 bis 1999 bei den Bayreuther Festspielen dirigierte. Wagner-Pasquiers Anwalt Peter Raue hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt, er habe ein Schreiben erhalten, wonach Wagner-Pasquier in Vertragsfragen und beim Casting kein Mitspracherecht mehr haben solle. Zudem solle die 70-Jährige vom 1. Juni bis zum 20. Juli nicht auf dem Grünen Hügel anwesend sein. Es gebe seinen Recherchen zufolge allerdings keinen derartigen Beschluss der Gesellschafterversammlung. Die Festspiele beginnen am 25. Juli mit «Tristan und Isolde» in einer Inszenierung von Festspielchefin Katharina Wagner. Wenn ihre Halbschwester Wagner-Pasquier im September ausscheidet, wird die 37-Jährige alleinige Hügelchefin sein.

Stephan Pauly bleibt Intendant der Alten Oper Frankfurt

Vertragsverlängerung bis 2022 unter Dach und Fach

Stephan Pauly (43) bleibt Intendant der Alten Oper Frankfurt. Der Aufsichtsrat des Konzerthauses hat heute beschlossen, den bis 2017 laufenden Vertrag um weitere fünf Jahre zu verlängern. "Pauly hat das hohe Niveau der Alten Oper nicht nur erhalten, sondern durch innovative, äußerst erfolgreiche Programmanteile ausgebaut, ohne qualitative Konzessionen zu machen", sagte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth. Mit knapp einer halben Million Besuchern jährlich und rund 2400 Plätzen im Großen Saal zählt die Alte Oper zu den größten und wichtigsten Konzerthäusern in Deutschland.

Bonner Haus der Geschichte soll Schabowski-Zettel zurückgeben

Familie fordert das historische Dokument zum Mauerfall zurück

Seit April 2015 liegt der legendäre Zettel von der Mauerfall-Pressekonferenz in Ostberlin am 9. November 1989 in einer Extra-Vitrine im Bonner Haus der Geschichte. Der Ankauf des lange verschollenen Originals hat den Steuerzahler 25.000 Euro gekostet. Jetzt wollen die Anwälte der Familie den Zettel zurück haben. Es sei nur eine Leihgabe gewesen. Das Haus der Geschichte bestätigt den Eingang der Anwalts-Post aus Berlin. Nun wird die Eigentums-Frage geprüft.

Plácido Domingo sagt weiteren Auftritt in Hamburg ab

Verdis "Simon Boccanegra" ohne den Opernstar

Plácido Domingo hat einen zweiten Auftritt in Hamburg aus familiären Gründen abgesagt. Eigentlich wollte der Sänger am Mittwoch in der Wiederaufnahme von Verdis "Simon Boccanegra" unter der musikalischen Leitung von Simone Young an der Staatsoper auftreten. Für Domingo übernimmt wieder der Bariton George Gagnidze die Titelpartie, der schon bei der Premiere am 7. Juni eingesprungen war, teilte die Staatsoper heute mit. Der Sänger sagte bereits Gast-Engagements in London und Wien ab.

Ausbau des Berliner Bauhaus-Archivs gesichert

Bund und Land zahlen 56 Millionen Euro

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller stellen jeweils 28,1 Millionen Euro für die Sanierung und Erweiterung des Berliner Bauhaus-Archivs bereit. Ein entsprechendes Finanzierungsabkommen wurde heute unterzeichnet. "Der laufende Architekturwettbewerb wird im Oktober dieses Jahres zum Abschluss kommen, zum 100-jährigen Gründungsjubiläum werden erste bauliche Veränderungen greifen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Der Neubau solle dann bis zum Jahr 2021 realisiert sein. Das Berliner Bauhaus-Archiv besitzt die umfangreichste Sammlung zur Geschichte der Kunstschule. Das vom Gründer Walter Gropius entworfene und 1979 eröffnete Haus ist für die vielen Besucher längst zu klein.

Filmfest München ehrt Rupert Everett und Jean-Jacques Annaud

CineMerit Award wird in diesem Jahr geteilt

Der britische Schauspieler Rupert Everett (56) kommt den Ehrenpreis des Filmfestes München. Er spielte in Filmen wie "Shakespeare in Love" oder "Die Hochzeit meines besten Freundes". Jetzt stellt er in München seinen neuen Film vor, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spielt - "A Royal Night - Ein königliches Vergnügen". Everett teilt sich den CineMerit Award mit dem französischen Regisseur Jean-Jacques Annaud ("Der Name der Rose"). Beide sollen die Auszeichnungen während des Festivals entgegennehmen. Vom 25. Juni bis zum 4. Juli werden in München 179 Filme aus 54 Ländern zeigt, darunter rund 40 Weltpremieren.

Bruno Latour tritt Albertus-Magnus-Gastprofessur an

Der französische Philosoph und Sozialwissenschaftler kommt nach Köln

Bruno Latour (67) wird in der kommenden Woche an die Universität Köln die diesjährige Albertus-Magnus-Gastprofessur antreten. In diesem Rahmen wird er vom 15. bis 18. Juni zwei Vorlesungen und ein Seminar an der Hochschule halten. Latour ist Professor an der renommierten Pariser Universität Sciences Po und «Centennial Professor» an der London School of Economics. Als einer der Begründer der Akteur-Netzwerk-Theorie zählt er zu den einflussreichsten Denkern im Bereich der Sozial- und Kulturwissenschaften, der Anthropologie sowie der Wissenschaftstheorie und -soziologie. Latour ist der 11. Gast auf diesem Lehrstuhl, der 2005 von der Uni Köln in Gedenken an den mittelalterlichen Universalgelehrten Albertus Magnus eingerichtet wurde.

Gesellschaftsreporter Paul Sahner gestorben

Langjähriger "Bunte"-Journalist erlag einem Herzinfarkt

Der Gesellschaftsreporter Paul Sahner ist tot. Der langjährige Journalist der Zeitschrift "Bunte" starb wenige Tage vor seinem 71. Geburtstag an einem Herzinfarkt, wie bunte.de heute berichtet. Sahner schrieb seit 1994 für die Zeitschrift und war von 2001 bis 2014 Mitglied der "Bunte"-Chefredaktion. Nach seinem Volontariat beim "Westfalenblatt" arbeitete Sahner als Reporter und Autor für viele namhafte Publikationen. Von 1992 bis 1994 war er Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe des Männermagazins "Penthouse". Zuletzt hatte er zum Tode von Schlagerstar Udo Jürgens dessen Biografie "Merci Udo!" herausgebracht. Die "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel würdigte Sahner als "einen der größten Gesellschaftsjournalisten dieses Landes", der die Zeitschrift in den vergangenen zwei Jahrzehnten entscheidend geprägt habe. Auch Burda-Vorstand Philipp Welte zeigte sich tief betroffen von Sahners Tod. "Er war ein wundervoller Mensch und als brillanter Erzähler prägender Teil der journalistischen Kultur dieses Unternehmens und unserer gesamten Branche."

Brockengarten wird 125 Jahre alt

Symposium zum Geburtstag

Der Brockengarten auf dem 1141 Meter hohen Gipfel im Harz feiert 125. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums kommen von heute an 100 Wissenschaftler und Forscher aus ganz Deutschland zu einem zweitägigen Symposium im Kloster Drübeck zusammen, wie die Nationalparkverwaltung Harz mitteilte. Dabei geht es um Flora und Fauna in Gebirgsgärten. Der Schau- und Versuchsgarten auf dem Brockenplateau wurde 1890 gegründet. Das Gelände ist etwa 5000 Quadratmeter groß, gut ein Fünftel davon ist Schaufläche. Hier wachsen rund 1800 Pflanzen aus den Hochgebirgen dieser Welt, unter ihnen die kaukasische Trollblume und die Brockenanemone.

Protest gegen Starkünstler Kapoor in Versailles

Eine Riesenplastik bewegt die Gemüter

Eine Ausstellung des indisch-britischen Bildhauers Anish Kapoor am Schloss Versailles bewegt die Gemüter. Vor allem eine als "Vagina der Königin" bezeichnete Riesenplastik sorgt für Proteste. Dabei handelt es sich um ein zehn Meter hohes Werk aus verrostetem Stahl mit einem Loch in der Mitte. Mehrere Vereinigungen verlangen in Petitionen den Abbau einiger Skulpturen des Künstlers. Ab morgen sind sechs monumentale Werke im Schlossgarten von Versailles bei Paris zu sehen. Die Anish-Kapoor-Ausstellung geht bis 1. November. Seit 2008 finden in der rund 20 Kilometer westlich von Paris gelegenen ehemaligen Königsresidenz zeitgenössische Kunstausstellungen statt. Der Amerikaner Jeff Koons löste als erster geladener Künstler mit seinen aufgeblasenen Figuren in den Königlichen Appartements bereits Proteste aus. Seine bunten Werke wurden als Beschmutzung des französischen Kulturerbes empfunden.

Helen Mirren gewinnt "Tony Award"

69-jährige wurde für ihre Rolle als Königin Elizabeth II. ausgezeichnet

Die Briten sind die großen Gewinner bei der Verleihung der diesjährigen Tony Awards. Das Stück "The Curious Incident of the Dog in the Night-Time", eine Produktion des Londoner National Theater, heimste vergangene Nacht in New York fünf der begehrten Theaterpreise ein. Die britische Schauspielerin Helen Mirren hat zum ersten Mal den „Tony Award, den wichtigsten Theaterpreis der USA gewonnen. Sie wurde für ihre Rolle als Königin Elizabeth II. in dem Stück "The Audience" ausgezeichnet. Für die Rolle der Monarchin in dem Kinofilm "Die Queen" hatte sie 2007 bereits den Oscar erhalten. Mirren hat zudem mehrere Golden Globes, Emmys und einen Stern auf dem Walk of Fame. Das Theaterstück "Skylight" mit den britischen Schauspielern Bill Nighy und Carey Mulligan wurde mit einem "Tony" zur besten Neuinszenierung gekürt. Die US-Produktion "Fun Home" wurde als bestes Musical ausgezeichnet und gewann Preise in vier anderen Kategorien, darunter diejenige für den besten Hauptdarsteller. Das Musical "An American in Paris" und die Wiederauflage des Broadway-Klassikers "The King and I" räumten je vier Tony Awards ab.

Französischer Schauspieler Pierre Brice ist tot

"Winnetou"-Darsteller starb im Alter von 86 Jahren in Paris

Er wird Millionen Deutschen immer als Apachen-Häuptling Winnetou in Erinnerung bleiben: Am Samstag Morgen ist der Schauspieler Pierre Brice in einem Krankenhaus bei Paris an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Er wurde 86 Jahre alt. In den sechziger Jahren verkörperte er Winnetou in elf Filmen und später immer wieder bei den Karl-May-Festspielen in Elspe und Bad Segeberg.

Festakt zur Wiedereröffnung des Dresdner Münzkabinetts

Nach dem Grünen Gewölbe eine weitere Schatzkammer im Residenzschloss

Mit einem Festakt wurde am Samstag nach elf Jahren Schließung das Dresdner Münzkabinett wiedereröffnet. Damit kehrt nach dem weltberühmten Grünen Gewölbe eine weitere Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige ins Residenzschloss zurück. In ehemals fürstlichen Wohnräumen des Georgenbaus sind seit gestern rund 3300 Exponate zu sehen - etwa ein Prozent des Gesamtbestandes einer der größten und ältesten Universalmünzsammlungen Deutschlands von europäischem Rang. Dazu zählen die weltweit größte Kollektion sächsischer numismatischer Objekte, historische und moderne Medaillen, Orden und Ehrenzeichen, Banknoten und Wertpapiere, Münz- und Medaillenstempel, prämonetäre Zahlungsmittel sowie münztechnische Maschinen und Geräte.

Bad Hersfelder Festspiele beginnen unter Dieter Wedels Intendanz

Zum Auftakt Shakespeares "Komödie der Irrungen"

Unter dem neuen Intendanten Dieter Wedel wurden am Samstag die 65. Bad Hersfelder Festspiele eröffnet. Der Filmemacher gab zu Beginn auch gleich sein Regie-Debüt bei dem renommierten Freilicht-Theaterfestival. In der Stiftsruine wurde die Uraufführung von William Shakespeares "Komödie der Irrungen" gezeigt. Auf der Bühne: Schauspielstars wie Sonja Kirchberger und Cosma Shiva Hagen, Heinz Hoenig und Mathieu Carrière. Die Festspiele laufen bis zum 2. August.

Böhmer: Kulturstätten bilden Fundament für Identität

Unesco-Welterbetag am Sonntag

Nach Ansicht der Präsidentin des Welterbekomitees der Vereinten Nationen, Maria Böhmer, bilden Kultur- und Naturstätten das Fundament für "Identität, Heimat und Sicherheit". Zudem stärkten sie den Zusammenhalt von Gesellschaften und Religionen, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt anlässlich des Unesco-Welterbetags am Sonntag. Die derzeit 39 deutschen Welterbestätten stünden für das Engagement Deutschlands und der Menschen vor Ort für den Schutz und Erhalt "ihres" Erbes der Welt, "auf das wir stolz sein können".

Kunst- und Kulturfestival in Magdeburgs ehemaligem Knast

Gärtner haben das Außengelände begrünt, Künstler die Fassade bunt gestaltet

250 Künstler haben das ehemalige Magdeburger Gefängnis übernommen und gestalten dort für 16 Wochen ein Kunst- und Kulturfestival. Gärtner haben das Außengelände begrünt, Künstler die Fassade teilweise bunt gestaltet. Die Zellen, in denen bis vor zwei Jahren noch Häftlinge saßen, werden auf ganz verschiedene Weise künstlerisch genutzt: Zu sehen sind Malerei, Installationen, Videoinstallationen oder Fotografie. Viele Künstler kommen aus der näheren Umgebung oder anderen deutschen Regionen, manche haben aber auch einen langen Weg auf sich genommen und kommen aus Saudi-Arabien oder Venezuela. Der Verein Kulturanker, der schon viele unkonventionelle Kunstfestivals, etwa in einem leerstehenden Krankenhaus, veranstaltet hat, rechnet an 16 Wochenenden bis zum 20. September mit insgesamt rund 30 000 Besuchern.

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