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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Juni 2014

Autor Kapanoglu: In der Türkei herrscht systematische Zensur

"Heute kann es jeden treffen. Niemand kann sich sicher sein, welche Aussage verfolgt wird."

So beschreibt Sedat Kapanoglu, Autor und Gründer einer der beliebtesten Webseiten der Türkei, die Situation in seinem Land. In der "taz" spricht er von einer rechtswidrigen, systematischen Zensur. Früher seien bekannte Intellektuelle wie Orhan Pamuk angeklagt worden. Seit den Gezi-Protesten gehe der Staat auch gegen einfache Leute vor, die sich auf seiner Webseite "Eksi Süzlük" und auf Twitter äußerten. Kapanoglu selbst wurde kürzlich wegen Verunglimpfung religiöser Werte zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Met Opera New York: Generaldirektor Gelb verteidigt Sparpläne

Die Metropolitan Opera in New York könnte nach den Worten ihres Generaldirektors Peter Gelb in zwei Jahren pleite sein.

Im Gespräch mit der BBC verteidigte Gelb die geplanten Sparmaßnahmen. Er versuche, das Finanzproblem des Hauses frühzeitig anzugehen statt zu warten, bis es zu spät sei. Vor allem die Bedingungen für Orchester- und Chormusiker sollen sich verschlechtern. Gewerkschaften haben deshalb bereits mit Streiks gedroht. Für den Besucherschwund der Oper macht Gelb vor allem eine fehlende kulturelle Bildung verantwortlich. So lange die Regierung nicht mehr in Schulen investiere, könne kein Publikum nachwachsen.

Architektur-Biennale in Venedig

"Wir wollen eine Biennale über die Architektur machen, nicht über die Architekten."

Das sagt der niederländische Kurator Rem Koolhaas über die 14. Architektur-Biennale von Venedig, die heute eröffnet wird. An der Ausstellung unter dem Titel "Fundamentals" beteiligen sich 65 Länder. Der deutsche Pavillon wurde von den Schweizer Architekten Alex Lehnerer und Savvas Ciriacidis entworfen. Sie binden in einer Rauminstallation auch den Bonner Kanzlerbungalow aus dem Jahr 1964 mit ein. Die Architektur-Biennale dauert bis zum 23. November.

Kulturfest zum Gedenken an Kölner Nagelbombenanschlag beginnt heute

Das türkisch-deutsche Motto heißt "Birlikte - Zusammenstehen".

Unter diesem Titel beginnt heute eine dreitägige Veranstaltung zum Gedenken an den Kölner Nagelbombenanschlag vor zehn Jahren. Den Auftakt bildet am Abend die Premiere des Theaterstücks "Die Lücke - Ein Stück Keupstraße" des Autors Nuran David Calis. Morgen folgt dann ein Kulturfest mit mehr als 500 Künstlern. Am Montag findet abschließend eine Großkundgebung statt, an der auch Bundespräsident Gauck teilnehmen will. Zu den Veranstaltungen werden rund 100.000 Menschen erwartet. - Bei der Bombenexplosion am 9. Juni 2004 in der Kölner Keupstraße waren 22 Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen türkischer Abstammung. Die Tat wird der rechtsextremen Terrorgruppe NSU zugeschrieben.

Architekt von Borries: Architektur ist kein Zukunftsmotor mehr

Der Architekt Friedrich von Borries fordert mutige Politiker, Bauherren und Architekten.

Im "Deutschlandradio Kultur" sagte er, das Vertrauen in die Architektur als Zukunftsmotor sei in Deutschland verloren gegangen. Laut von Borries herrscht eine fast depressive Grundstimmung. Dafür macht er unter anderem eine Trägheit in der deutschen Politik und Gesellschaft verantwortlich. Die Deutschen hätten das Glück, mit relativ wenigen gesellschaftlichen Spannungen leben zu müssen. Deshalb seien sie - so wörtlich - eingebuttert wie eine gut eingefettete Kuchenform. Wirkliche Krisen, die ein Motor für Kreativität sein könnten, gebe es nicht.

Justizminister Maas: Kölner Kulturfest zeigt Zuwanderung als Chance

"Das Kölner Kulturfest zum Nagelbombenanschlag vor zehn Jahren ist nicht nur Mahnung und Erinnerung."

Dieser Ansicht ist Bundesjustizminister Heiko Maas. In einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post" schreibt er, das Gedenken mache auch deutlich, dass Zuwanderung keine Gefahr für die Gesellschaft darstelle, sondern vielmehr eine große Chance. Bei der Bombenexplosion am 9. Juni 2004 waren in der Kölner Keupstraße 22 Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen türkischer Abstammung. Über Pfingsten werden in Köln zu einem dreitätigen Kulturfest gegen Rassismus rund 100.000 Menschen erwartet.

US-Universität Harvard entdeckt in Menschenhaut eingebundenes Buch

"Ein Buch über die menschliche Seele hat eine menschliche Hülle verdient."

Dieser handschriftliche Hinweis im Werk "Das Schicksal der Seele" von Arsène Houssaye hatte Forscher der US-Universität Harvard aufmerksam gemacht. Ihre Tests bestätigten jetzt: Das Buch aus dem 19. Jahrhundert hat einen Einband aus Menschenhaut. Von der Universität hieß es, zu dieser Zeit sei es nicht unüblich gewesen, etwa die Haut von hingerichteten Kriminellen zum Einbinden von Büchern zu nutzen. Laut den Angaben im Werk Houssayes wurde es mit der Haut einer psychisch kranken Frau eingebunden, die an einem Herzinfarkt gestorben war.

Nigerias Armee beschlagnahmt Zeitungen

Auf missliebige Presseberichte reagiert die nigerianische Armee offenbar mit drastischen Methoden.

Die Redaktionen der Zeitungen "The Nation", "The Daily Trust", "The Leadership" und "Punch" sind nach eigenen Angaben von Soldaten gestürmt und verwüstet worden. Außerdem habe das Militär alle Freitagsausgaben beschlagnahmt, hieß es. Ein Armee-Vertreter sprach von Routinemaßnahmen bei der Suche nach illegalen Waffen. Keineswegs wolle man die Pressefreiheit einschränken. Die Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen immer wieder kritisiert, dass das Militär nicht hart genug gegen die Terrorgruppe Boko Haram vorgehe und Teilen der Armeeführung Komplizenschaft vorgeworfen.

Sarajewo: Gedenktafel für Truppen von Ratko Mladic sorgt für Kritik

Vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird Ratko Mladic derzeit der Prozess gemacht.

Die Anklage beschuldigt den Anführer der bosnisch-serbischen Armee unter anderem des Völkermords und der Belagerung der Stadt Sarajewo während der Jugoslawienkriege. In Sarajewo sorgt jetzt eine Gedenktafel für Mladic für Empörung. Ein Verband seiner ehemaligen Soldaten ließ die Tafel im Ostteil der Stadt aufstellen. Sie erinnert laut Inschrift daran, dass an diesem Ort im Mai 1992 die ersten Batallione der bosnisch-serbischen Armee unter Mladic aufgestellt wurden. Kritik kommt unter anderem von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Bosnien-Herzegowina. Deren Vorsitzender Fadila Memisevic sagte, die Tafel verhöhne die Opfer und zeige, dass man immer noch an der Vergangenheit festhalte.

IT-Firmen kritisieren NSA-Reform in offenem Brief

Das Vertrauen ins Internet sei in den letzten Jahren stark erschüttert worden - daran müsse die US-Regierung etwas ändern.

Das schreiben neun große IT-Firmen in einem offenen Brief. Sie fordern vom Senat eine Reform des USA Freedom Act. Der Gesetzentwurf wurde kürzlich verabschiedet und soll die Überwachungsmöglichkeiten der NSA einschränken. Die Regelung erlaube weiterhin die Sammlung von Metadaten im Internet, halten die Unternehmen - darunter Google, Facebook und Twitter - den Gesetzgebern vor. Außerdem verlangen sie mehr Transparenz von der Regierung.

Der offene Brief kann hier nachgelesen werden.

Max-Planck-Gesellschaft: Berichte über mögliche Veruntreuung

Die Max-Planck-Gesellschaft ist eine der führenden Forschungsorganisationen in Deutschland.

Jetzt sollen dort möglicherweise Forschungsgelder in Millionenhöhe veruntreut worden sein. Dem ARD-Magazin "Report Mainz" und dem "Spiegel" liegen dazu interne Unterlagen vor. Demnach soll ein Physikprofessor im Münchner Halbleiterlabor der Forschungsgesellschaft jahrelang in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Den Dokumenten zufolge hat er Aufträge in Millionenhöhe an ein Unternehmen vergeben, ohne Leistungsnachweise oder Belege zu verlangen. Mehrheitseignerin des Unternehmens war die Ehefrau des Physikers.

Deutsche entnehmen Proben aus Pyramide - Prozess in Kairo

Sie sollen unerlaubt Proben aus der berühmten Cheops-Pyramide in Ägypten genommen haben.

Deshalb wird drei Deutschen ab heute in Kairo der Prozess gemacht. Der Chemnitzer und seine Begleiter hatten im April 2013 in der Pyramide Gesteinsproben genommen und Farbreste von der Wand gekratzt - in einer Kammer, die für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Mitangeklagt sind auch sechs mutmaßliche ägyptische Helfer der Deutschen.

Hamburgerin soll Opernhaus in Barcelona leiten

Christina Scheppelmann hat sich gegen 48 Kandidaten aus elf Ländern durchgesetzt.

Die Hamburgerin soll künstlerische Leiterin des Opernhauses in Barcelona werden. Das berichtet die spanische Nachrichtenagentur Efe. Demnach schlug die zuständige Kommission die Deutsche als Nachfolgerin des bisherigen Intendanten Joan Matabosch vor. Scheppelmann soll ihr Amt im September antreten. Sie leitet zurzeit das erste Opernhaus auf der Arabischen Halbinsel in Muscat im Oman.

De Burgos verkündet Abschied vom Dirigentenpult

Die Dresdner Philharmonie kann nicht mehr länger mit ihrem früheren Chefdirigenten Rafael Frühbeck de Burgos planen.

Der 80-Jährige gab auf Anraten seiner Ärzte seinen Abschied vom Dirigentenpult bekannt. Die beiden an diesem Wochenende geplanten Konzerte in Dresden übernimmt Markus Poschner, teilte die Philharmonie gestern mit. - Bei der Dresdner Philharmonie war Frühbeck de Burgos von 2004 bis 2011 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter.

Zeichner Seyfried: Donald Duck "einer meiner Gründerväter"

Das Besondere an den Geschichten von Donald Duck ist die Kunst der Eskalation.

Dieser Meinung ist der Comic-Zeichner und Schriftsteller Gerhard Seyfried. Im "Deutschlandradio Kultur" sagte Seyfried, ihm gefalle, wie die Comicfigur banale Alltagserlebnisse zu ungeheuren Katastrophen steigere und sich dennoch nicht unterkriegen lasse. Seyfried sieht Donald Duck als einen der Gründerväter seiner Werke. Die Geschichten hätten auch einen literarischen Wert, der mehrere Generationen in vielen Ländern beeinflusst habe. Denn in den Comics werde einem das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen erklärt.

Die Comic-Figur Donald Duck existiert am Pfingstmontag seit 80 Jahren.

Deutsches Fernseh-Ballett darf sich nicht DFB nennen

Es gibt nur einen DFB.

Das Deutsche Fernseh-Ballett darf sich für die Dauer der Fußball-WM nicht DFB nennen. Ballett-Manager Peter Wolf teilte mit, der Deutsche Fußball-Bund habe dem Ensemble untersagt, das Kürzel zu nutzen. Damit bestätigte Wolf einen Bericht des "Spiegel". Er sagte, das Ballett werde sich an das Verbot halten, habe allerdings vom DFB "mehr Lockerheit und Spielfreude" erwartet.

Das Ensemble wollte die Initialen für seine Auftritte in den kommenden Wochen nutzen und hatte dazu um Zustimmung bei DFB-Präsident Wolfgang Niersbach gebeten.

Banksy-Schau in London

Banksy hält seine Identität geheim und sprüht seine Werke unbeobachtet an Wände im öffentlichen Raum.

Ab der kommenden Woche zeigt das Auktionshaus Sotheby´s eine Ausstellung mit Werken des Street-Art Künstlers. Der Titel lautet nicht umsonst "The Unauthorized Retrospective" - die nicht-autorisierte Retrospektive. Denn nach Angaben des Kurators und ehemaligen Agenten Banksys, Steve Lazarides, weiß der Künstler zwar von der Schau, distanziert sich aber davon. Laut Lazarides sind in der Ausstellung nur Werke zu sehen, die Banksy zuvor an Kunden verkauft hat. Darunter seien auch noch nie gezeigte Werke.

CIA twittert mit Sinn für Humor

Beim Twittern legt die CIA Humor an den Tag.

Der US-Geheimdienst ist nun offiziell bei den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook aktiv. Die erste Kurznachricht lautete wörtlich: "Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass dies unser erster Tweet ist." Im Netz kam das gut an: Innerhalb einer Stunde hatte die CIA über 67.000 Follower. Später lieferte der Geheimdienst allerdings noch eine klassische Pressemitteilung über den Start bei den beiden Internet-Anbietern nach.

Berliner Polizei twittert 24 Stunden

"Streitigkeiten zwischen Badegästen. Tegel."

So lautete der erste Tweet der Twitter-Aktion der Berliner Polizei. Über 24 Stunden will sie noch bis heute Abend über ihre Arbeit informieren. Von ihrer Zentrale aus sendet sie zu jedem ihrer Einsätze über Twitter eine Mitteilung. In den ersten Stunden stieg dadurch die Zahl der Follower um 5.000 auf fast 12.000. Die Aktion ist die erste dieser Art in Deutschland. Drei Teams aus jeweils fünf Mitarbeitern sind dafür zusätzlich abgestellt. Rund 2.500 Tweets sollen so insgesamt zusammenkommen.

Live-Feedback für Vorlesungen zum Wintersemester geplant

Dem Dozenten während der Vorlesung die Meinung sagen?

Zum Wintersemester soll das zumindest an rund 20 deutschen Universitäten möglich sein, darunter München, Saarbrücken und Freiburg. Der Freiburger Informatiker Bernd Becker hat dafür eine App entwickelt. Studenten könnten ihrem Dozenten per Wohlfühlskala in Echtzeit zeigen, was sie von seinem Vortrag hielten und ihm Fragen schicken, sagte Becker der Deutschen Presse Agentur. Das Projekt heißt "Smile", das steht für "Smartphones in der Lehre".

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