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Kulturnachrichten

Samstag, 29. Mai 2021

Mülheimer Dramatikpreis für Ewelina Benbenek

Der Mülheimer Dramatikpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Ewelina Benbenek für ihr Theaterdebüt "Tragödienbastard". Das hat am Samstagabend im Rahmen der Mülheimer Theatertage eine fünfköpfige Jury aus Kritikern und Theaterschaffenden entschieden. Die Debatte wurde live im Internet übertragen. Der Dramatikpreis (früher: "Dramatikerpreis") ist mit 15.000 Euro dotiert und gilt als eine der wichtigsten Theaterauszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Benbenek wurde 1985 in Polen geboren. Ende der 1980er Jahre kam sie nach Deutschland. Die gelernte Kultur- und Literaturwissenschaftlerin war von 2014 bis 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literatur/Theaterforschung der Universität Hamburg. "Tragödienbastard" wurde Ende Oktober 2020 im Schauspielhaus Wien uraufgeführt.

NGOs fordern Freilassung von Aktivisten in Katar

Menschenrechtler fordern vom Golf-Emirat Katar die Freilassung eines inhaftierten Aktivisten aus Kenia. Der Mann namens Malcolm Bidali sei vor mehr als drei Wochen von Sicherheitskräften festgenommen worden und habe keinen Zugang zu einem Anwalt. Das berichteten fünf Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International und Human Rights Watch. Die Behörden weigerten sich, Aufenthaltsort und Gründe für die Verhaftung mitzuteilen. Der Kenianer hatte in Katar als Wachmann gearbeitet und im Internet unter Pseudonym über die schwierigen Bedingungen für Arbeitsmigranten berichtet. In Katar findet Ende nächsten Jahres die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Immer wieder gibt es Vorwürfe, dass dort ausländische Arbeiter ausgebeutet werden. Auch Forderungen nach einem WM-Boykott stehen im Raum.

Hoffnung auf gesellschaftliche Versöhnung mit Namibia

Die Einigung zwischen Deutschland und Namibia zum Umgang mit deutschen Kolonialverbrechen kann nach Einschätzung von Verhandlungsführer Ruprecht Polenz auch einen gesellschaftlichen Versöhnungsprozess einleiten. Der Verhandlungstext nenne die Verbrechen beim Namen und zeige, dass es der Bundesrepublik Deutschland ernst damit sei, für diese Verbrechen um Entschuldigung zu bitten, sagte der CDU-Politiker über das Ergebnis der fast sechsjährigen Verhandlungen. Neben der Bitte um Vergebung und der Anerkennung der Gräueltaten als Völkermord hat sich die deutsche Regierung auf ein Entwicklungshilfeprogramm für Namibia in Höhe von 1,1 Milliarden Euro verpflichtet. Zwischen 1904 und 1908 hatten deutsche Kolonialtruppen Aufstände der Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwestafrika brutal niedergeschlagen. Mehr als 80.000 Menschen waren dabei getötet worden oder in der Wüste verdurstet.

Knobloch: Juden überlegen, Deutschland zu verlassen

Nach einer Vielzahl antisemitischer Vorfälle spielen nach Angaben der frühen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland vor allem jüngere Juden mit dem Gedanken, das Land zu verlassen. "Die ständigen antisemitischen Vorfälle beschäftigen vor allem jüngere Menschen, die eine Familie gründen oder sich eine Existenz aufbauen", sagte Charlotte Knobloch dem "Münchner Merkur". Sie stellten sich die Frage, "ob sie weiterhin hier leben wollen" und ob sie nach Israel auswandern sollten - "oder in irgendein anderes europäisches Land, in dem diese Dinge nicht so im Vordergrund stehen", sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern. Antisemitismus sei nicht in Deutschland erfunden worden, sagte die 88 Jahre alte Holocaust-Überlebende. Es gebe ihn überall in Europa. Aber sie habe nie geglaubt, "dass Antisemitismus in dieser Form wieder auftreten würde und bei Demonstrationen der Hass gegen jüdische Menschen und den Staat Israel unter großem Beifall der Anwesenden hinausgeschrien würde."

Mexiko rügt Modeketten für Nutzung indigener Muster

Das mexikanische Kulturministerium hat drei internationale Bekleidungsketten wegen der ungefragten Nutzung indigener Muster scharf kritisiert. In Schreiben an das spanische Unternehmen Zara und die beiden US-Ketten Anthropologie und Patowl forderte Ministerin Alejandra Frausto eine öffentliche Erklärung für die Aneignung des "Gemeinschaftsbesitzes" verschiedener indigener Völker sowie Vorschläge für deren Entschädigung. In ihren Schreiben plädiert sie für einen "fairen Handel" und die Gleichbehandlung indigener Kreativer, Unternehmer und Designer. Unter anderem beanstandet sie einen Gürtel für ein Midikleid, bestickte Shorts sowie bedruckte T-Shirts mit Elementen aus der Kultur der Mixteken- und Zapoteken-Völker. Das Ministerium hatte schon in der Vergangenheit wiederholt international bekannte Designer oder Kleiderketten dafür gerügt, sich für ihre Kollektionen bei den Mustern und Stickereien indigener Völker bedient zu haben.

"Friends"-Fans in China empört über Zensur

Staatliche Zensoren in China haben die Spezialfolge zum Wiedersehen der Hauptdarsteller von Friends um Auftritte von Stars wie Lady Gaga, Justin Bieber und der koreanischen Boyband BTS gekürzt. Diese waren bei der Führung der Kommunistischen Partei in Ungnade gefallen. Lady Gaga waren 2016 Tourneen durch China verboten worden, nachdem sie sich mit dem im Exil lebenden Dalai Lama getroffen hatte. Die koreanische Boyband BTS hatte Chinas Kommunistische Partei im vergangenen Jahr verärgert, als sie über die "Geschichte des Leids" in der Region sprach, aber die chinesischen Soldaten nicht erwähnte, die im Koreakrieg gestorben waren. Die chinesischen Fans der US-Serie kritisierten zudem, dass aus der Spezialfolge "Friends: The Reunion" alle Bezüge zu lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen gelöscht wurden. Die in China gesendete Version war mehrere Minuten kürzer als die 104 Minuten lange Original-Version, die HBO Max am Donnerstag ausgestrahlt hatte. "Friends" wurde von 1994 bis 2004 gedreht und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Stars der Sitcom waren für ein einmaliges Wiedersehen der Charaktere wieder vor die Kamera getreten.

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