Seit 14:00 Uhr Nachrichten
Mittwoch, 28.07.2021
 
Seit 14:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. Mai 2021

Roman von John Le Carré wird posthum veröffentlicht

Der vor einigen Monaten gestorbene Bestsellerautor John Le Carré hat einen Roman hinterlassen, der nun posthum veröffentlicht werden soll. Er heißt "Silverview" und soll im Oktober erscheinen. Das teilte der Viking-Verlag in New York mit. Das Buch sei forensisch, lyrisch und wild, wird Le Carrés Sohn Nick Cornwell zitiert. Le Carré, der mit bürgerlichem Namen David Cornwell hieß, war Mitte Dezember im Alter von 89 Jahren gestorben. Kurz vor seinem Tod hatte der in Großbritannien geborene Autor aus Ärger über den Brexit die Staatsbürgerschaft des EU-Mitglieds Irland angenommen. Mit dem Spionagethriller "Der Spion, der aus der Kälte kam" hatte Le Carré in den1960er Jahren den Durchbruch geschafft.

Markusdom droht neue Hochwassergefahr

Das Patriarchat von Venedig fordert dringend "entscheidende" Hochwasserschutzmaßnahmen für den Markusplatz und den Dom. Nach den Ereignissen vom November 2019 könne die Basilika für den Herbst nicht ohne Glasbarriere auskommen, sagte Prokurator Carlo Alberto Tesserin der Zeitung "Avvenire". Das Projekt sei vorbereitet und in drei Monaten könne die Arbeit erledigt sein. Hintergrund des Appells sind Probleme und Verzögerungen beim milliardenteuren Flutschutzsystem Moses. Das Sperrwerk sollte die Unesco-Welterbestadt vor wiederkehrenden Überflutungen schützen, erwies sich bisher aber als unzureichend. Das Patriarchat setzt seine Hoffnungen auf einen speziellen Glaswall, der den Markusdom bis zu einem Pegel von zwei Metern gegen Überflutungen sichern soll. Ursprünglich sollte die Anlage schon im Herbst fertig sein doch deren Finanzierung mit Kosten von 3,7 Millionen Euro ist schwierig.

Island wird beim ESC nicht live auftreten

Nach einem Corona-Fall wird Island nicht mehr live beim Eurovision Song Contest in Rotterdam auftreten. Das teilten die Organisatoren am Mittwoch in Rotterdam mit. Am Morgen war ein Mitglied der Band Dadi og Gagnamagnid positiv auf das Virus getestet worden. Daher mussten sich alle Bandmitglieder in Quarantäne begeben. Der Song werde aber im Wettbewerb bleiben. Mit einem Video von der letzten Probe in Rotterdam geht Island ins Halbfinale. Da die Band nur geschlossen als Gruppe auftreten wolle, habe sie den schweren Entschluss gefasst, sich zurückzuziehen, teilte die Organisation mit. Für das Land ist der Entschluss besonders bitter: Island galt bisher bei den Buchmachern als einer der Favoriten. Von den 17 auftretenden Ländern am Donnerstag kommen zehn ins Finale am Samstag. Deutschland hat wie Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien und Gastgeber Niederlande bereits einen sicheren Finale-Platz.

Windsbacher Knabenchor feiert Jubiläumssaison

Der weltbekannte Windsbacher Knabenchor wird sein 75-jähriges Bestehen wegen der fortdauernden Corona-Pandemie anders feiern als bislang geplant. Aus dem Programm für das Jubiläumsjahr 2021 werde eine Jubiläumssaison von Juni 2021 bis Juli 2022. Das teilte der Chor im mittelfränkischen Windsbach mit. Der neue Zeitplan nehme Bezug auf die Geschichte des Ensembles, das 1946 von Hans Thamm als Chor des Pfarrwaisenhauses gegründet worden war. Die Jubiläumssaison des Chores beginnt am 29. Juni mit einer Einladung der Internationalen Orgelwoche Nürnberg. Am 4. Juli wird eine Chorandacht an das erste offizielle Konzert im Gründungsjahr erinnern. Weitere Höhepunkte im Jubiläumsjahr sind Konzerte im Rahmen der Ansbacher Bachwoche im August. Das wegen der Corona-Pandemie auf den 18. Juni 2022 verlegte Knabenchor-Festival in Nürnberg soll den Abschluss der Jubiläumssaison markieren.

Prager Kardinal verliert Rechtsstreit um Theaterstück

Zwei Theater im tschechischen Brno (Brünn) müssen sich nicht beim Prager Kardinal Dominik Duka für kontroverse Inszenierungen entschuldigen. Die Performance "Verdammung" hatte Kindesmissbrauch durch Priester thematisiert und dabei unter anderem Oralsex an einer Papststatue simuliert. Der Oberste Gerichtshof des Landes bestätigte laut tschechischen Medienberichten letztinstanzlich zwei vorangegangene Richterentscheidungen und wies Dukas Berufungsklage ab. Bei den Theateraufführungen, die 2018 für einen Eklat gesorgt hatten, habe es sich weder um eine Diskriminierung von Christen noch um einen Eingriff in das Recht auf Glaubensfreiheit gehandelt, so die Höchstrichter. Duka hatte eine Entschuldigung des Brünner Nationaltheaters und des Zentrums für experimentelles Theater gefordert, weil er sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sah.

Ein Musikfestival als Zeichen gegen die Pandemie

Mit dem Festival "Crescendo" will die Universität der Künste (UdK) Berlin das Warten auf die Rückkehr von Live-Konzerten verkürzen. Ab Freitag bis zum 5. Juni bietet die UdK rund 20 Konzerte und Meisterkurse von Ensembles wie die Zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker und die Stargeigerin Lisa Batiashvili im kostenlosen Videostream an. Die Hochschule wolle damit eine Zeichen mit der Corona-Pandemie belasteten Kulturwelt setzen, sagten die Festivalleiter, der Pianist Markus Groh und der Cellist Konstantin Heidrich. Zum Auftakt spielt das Hochschulorchester unter der Leitung von Reinhard Goebel unter anderem Beethovens 6. Symphonie. UdK-Dozenten und Studenten führen an vier Abenden alle Beethoven-Sonaten für Klavier und Violine auf. Auch eines der zur Zeit erfolgreichsten jungen Kammermusikensembles, das aus UdK-Studenten gebildete "vision string quartet", wird auftreten.

Träger der Goethe-Medaille stehen fest

Die Trägerinnen und Träger der Goethe-Medaille 2021 stehen fest. Das teilte das Goethe-Institut mit. Die Auszeichnung geht an die Sozialökonomin Marilyn Douala Manga Bell - sie setzt sich für die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte in Kamerun ein; an den japanischen Komponisten Toshio Hosokawa - er greift in seiner Musiksprache die zen-buddhistische symbolhafte Deutung der Natur auf; und an die Choreografin Wen Hui aus China - sie verwendet Elemente des Dokumentarfilms und Themen aus der chinesischen Alltagswelt in ihren Choreografien. Carola Lentz, die Präsidentin des Goethe-Instituts sagte, die Preisträgerinnen und Preisträger gingen mit ihrem Engagement in drei sehr unterschiedlichen Ländern mutig voran und setzten sich für eine "offene, demokratische und gleichberechtigte Gesellschaft" ein. Mit dem Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

Größte deutschsprachige Münz-Datenbank geht online

Die bislang größte Datenbank öffentlicher Numismatik-Sammlungen im deutschsprachigen Raum geht ab Donnerstag online. An das Verbundportal www.ikmk.net sind 29 Einrichtungen aus Deutschland und Österreich mit ihren Münz-Beständen angeschlossen, wie die Staatlichen Museen zu Berlin bekannt gaben. Zur Eröffnung des Portals findet um 18 Uhr eine Online-Veranstaltung mit Vorträgen zum Thema statt. Über das neue Portal sind unter anderem numismatischen Bestände des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, des Münzkabinetts des Kunsthistorischen Museums in Wien, der Münzsammlung des Instituts für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien, der Münzsammlung des Herzog- Anton-Ulrich-Museums in Braunschweig sowie des NUMiD-Verbundes durchsuchbar. Insgesamt habe man online kostenfrei Zugriff auf mehr als 90.000 Objekte.

Mediatheken von ARD und ZDF mit Inhalten von Arte

Die Mediatheken von ARD und ZDF weiten ihr Programmangebot aus: Nutzer beider Mediatheken haben künftig einen direkten Zugang zu Angeboten des europäischen Kulturkanals Arte, wie das ZDF in Mainz mitteilte. Neben dem Arte-Livestream stünden ab sofort große Teile des Programmangebots auch "on demand" bereit. Arte-Programmdirektor Bernd Mütter sagte, Arte-Inhalte würden damit einem noch größeren Publikum zugänglich. "Wir freuen uns, dass wir der Kultur in Europa in ihrer ganzen Bandbreite, in Filmen, Dokumentationen und Events, noch leichter eine Bühne bieten können." Mit dem Arte-Angebot wollen die öffentlich-rechtlichen Mediatheken einen weiteren Schritt in Richtung Vernetzung gehen. Bereits seit dem vergangenen Herbst ist "funk", das junge Content-Netzwerk von ARD und ZDF, mit einem eigenen Bereich in den Mediatheken vertreten, ebenso wie beispielsweise der Ereignis- und Dokumentationskanal phoenix.

Kulturrat fordert Start für den Sonderfonds Kultur

Der Deutsche Kulturrat fordert, dass mit dem Neustart von Kultur auch der Sonderfonds für Kulturveranstaltungen starten müsse. Auch beim Neustart der Kultur würden Veranstaltungen strengen Hygieneauflagen unterliegen, teilte Kulturrat Geschäftsführer Olaf Zimmermann mit. Deshalb sei der im Januar von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angekündigte Kultursonderfonds mit rund 2,5 Milliarden Euro jetzt dringend nötig. Nur so könnte sichergestellt werden, dass Kulturveranstaltungen mit deutlich weniger zugelassenen Besucherinnen und Besuchern trotzdem wirtschaftlich durchgeführt werden könnten. Der Sonderfonds solle hauptsächlich privatwirtschaftliche Kulturunternehmen unterstützen - alle künstlerischen Sparten und Bereiche sollten antragsberechtigt sein, so Zimmermann. Der Fonds sieht unter anderem vor, im Falle Corona bedingter Absagen von Veranstaltungen Ausfallkosten wie z.B. Künstlerhonorare und Kosten für Dienstleister zu erstatten.

Bundesverdienstkreuz für Sopranistin Diana Damrau

Der internationale Opernstar Diana Damrau hat das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) überreichte ihr die Auszeichnung für ihre kulturellen und gesellschaftlichen Verdienste, wie das Ministerium in München mitteilte. In seiner Laudatio hob Sibler neben Damraus Erfolgen als Sängerin und deren soziales Engagement hervor. Seit mehr als 20 Jahren erobere sie die Bühnen der führenden Opern- und Konzerthäuser der Welt. Trotzdem habe sie sich seit Jahrzehnten in herausragendem Maße am kulturellen Leben ihrer Heimatstadt Günzburg beteiligt. Zudem setze sie sich für viele Kinderprojekte und andere wohltätige Zwecke ein. Als Reaktion auf die Auszeichnung bat Damrau die Politik, künftig noch bessere Rahmenbedingungen für die Kunst zu schaffen, um jungen Menschen eine Perspektive zu geben. Kultur sei keine bloße Freizeitbeschäftigung, sondern "eine Mission für Verständigung, Frieden, Liebe und Versöhnung sowie Balsam für unsere Seele", so Damrau.

Internet-Preis für US-Mediziner Anthony Fauci

Der US-Mediziner Anthony Fauci ist bei den Webby Awards als "Person des Jahres" ausgezeichnet worden. Fauci wurde bei der Preisverleihung, bei der Internet-Inhalte geehrt werden, für seine Verwendung von sozialen Medien zur Unterrichtung eines Massenpublikums über das Coronavirus gewürdigt. "Es ist ein einzigartiges Jahr für das Internet", teilte die Präsidentin der Webby Awards, Claire Graves, mit. "Es ist die eine Sache, die dafür gesorgt hat, dass wir das ganze Jahr über verbunden blieben." Die Regisseurin Ava DuVernay wurde als "Film-und-Video-Person-des-Jahres" ausgezeichnet. Auch der Buchclub von TV-Persönlichkeit Oprah Winfrey wurde geehrt. Die Preisträger werden seit 1996 von der Internationalen Akademie der digitalen Künste & Wissenschaften ausgewählt.

US-Schauspieler Charles Grodin gestorben

Der US-Schauspieler Charles Grodin ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren in seinem Haus im US-Staat Connecticut an Krebs. Das berichtet die "New York Times". Grodin trat als Schauspieler zunächst am New Yorker Broadway auf. Erste Rollen vor der Kamera hatte er in Filmen wie "Rosemaries Baby". Bekannt wurde er vor allem in den 1980er Jahren durch Komödien wie "Die Frau in Rot" und an der Seite von Robert De Niro in der Action-Comedy "Midnight Run". Erfolg hatte er auch mit dem Familienfilm "Ein Hund namens Beethoven", in dem er den Vater spielte.

Chöre befürchten Mitgliederschwund wegen Corona

Chöre in Deutschland, Österreich und der Schweiz befürchten nach einer Online-Befragung einen dauerhaften Mitgliederschwund wegen der Corona-Pandemie. Fast 60 Prozent der befragten 4.300 Chöre erwarten, dass sie nach der Pandemie weniger Sängerinnen und Sängern haben werden, teilte die Universität Frankfurt am Main mit. Nur weniger als ein Drittel der Chöre konnte die Mitgliederzahl halten. Besonders gravierend ist die Lage bei den mehr als 580 befragten Nachwuchschören. Fast jeder achte Kinder- und Jugendchor existiert nicht mehr. Allein in Deutschland gibt es mehr als vier Millionen aktive Chorsängerinnen und -sänger.

Leipziger Bach-Wettbewerb erneut abgesagt

Der Internationale Bach-Wettbewerb in Leipzig kann wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht ausgetragen werden. Die Veranstalter sähen das auf dem regen Austausch der Beteiligten beruhende Konzept akut gefährdet, teilte das Leipziger Bach-Archiv mit. Hinzu kämen Reisebeschränkungen und mögliche Quarantäneauflagen. Insgesamt hatten sich 114 junge Musikerinnen und Musiker aus 23 Ländern für den Wettbewerb qualifiziert. Sie hatten ursprünglich schon im Juli 2020 an die einstige Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs kommen sollen.

Kulturnachrichten hören

Mai 2021
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Lasch-o-matBullshit-Bingo mit Armin Laschet
Ein Mann in dunkelblauem Anzug und  grauem Haar lächelt links am Betrachter vorbei. Es handelt sich um CDU-Politiker Armin Laschet. (picture alliance / Flashpic | Jens Krick)

Der Lasch-o-mat sorgt im Netz für Heiterkeit: Die Website generiert Zitate, die Armin Laschet zwar nie gesagt hat, aber gesagt haben könnte. Dass die Parodie so gut ankommt, liege am Wunsch nach wahrhaftigen Politikern, so der Journalist Lorenz Meyer.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur