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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. Mai 2020

US-Schauspieler Richard Herd gestorben

Der US-Schauspieler Richard Herd ist tot. Er sei im Alter von 87 Jahren in Los Angeles an Krebs gestorben berichteten US-Medien unter Berufung auf seine Ehefrau. Herd spielte unter anderem in den TV-Serien "Seinfeld" und "Star Trek: Raumschiff Voyager" mit. Der 1932 in der US-Ostküstenmetropole Boston geborene Herd begann schon in der Schule mit der Schauspielerei. 1970 hatte dann seine erste Rolle neben Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger in "Herkules in New York". In rund 50 Spiel- und Fernsehfilmen wirkte Richard Herd mit, darunter auch in "Die Unbestechlichen", "Get Out", in "Dallas" und der TV-Serie "Denver Clan".

Die Frankfurter Buchmesse soll stattfinden

Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Sie soll vom 14. bis 18. Oktober auf dem Messegelände, an dezentralen Orten in Frankfurt und virtuell veranstaltet werden. Das hat der Aufsichtsrat des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels heute entscheiden. Das gemeinsam mit der Messe Frankfurt erarbeitete Hygienekonzept habe das Gesundheitsamt der Stadt überzeugt, teilten die Veranstalter auf ihrer Homepage mit. Inwiefern dann auch Aussteller aus dem nicht-europäischen Ausland teilnehmen können, wolle man anhand der im Herbst geltenden Reisebstimmungen klären, hieß es.

Einstein-Brief zeigt Beziehung zu Ulmer Verwandten

Die Verbundenheit Albert Einsteins zu seiner Ulmer Verwandtschaft ist größer gewesen als bislang vermutet. Das sollen auch zwei Briefe belegen, die die Stadt Ulm erworben hat. In einem Schreiben des Physikers an seinen Cousin Leopold Hirsch gehe es um die Auswanderung in die USA. Es belege, mit welchem Einsatz sich Einstein für die Unterstützung und Rettung von Freunden, Kollegen und Verwandten während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt habe, so die Mitteilung der Stadt. Erworben habe man auch einen Brief von Einsteins zweiter Ehefrau Elsa. Für das Schreiben aus dem Jahr 1940 habe die Stadt einen mittleren vierstelligen Betrag ausgegeben, erklärte der Historiker Ingo Bergmann, der für eine geplante Ausstellung zu Einstein zuständig ist. Die Briefe zeigten, dass der Physiker in Ulm verwurzelter gewesen sei als angenommen. Einstein wurde in Ulm geboren, lebte später bis 1932 in Berlin und emigirierte in die USA wo er 1955 in Princeton starb.

Musiker der Staatskapelle Dresden treten wieder auf

Die Sächsische Staatskapelle Dresden gibt an bedeutenden Kunstorten ihrer Stadt wieder Kammerkonzerte. Mitglieder des Spitzenorchesters treten unter anderen in der Gemäldegalerie Alte Meister vor Raffaels weltbekannter "Sixtinischer Madonna" auf, wie Staatskapelle und Staatliche Kunstsammlungen Dresden mitteilten. Die Konzerte würden von Freitag an wöchentlich bei ZDFkultur und Arte online gestellt. Gespielt würden Stücke in unterschiedlich kleinen Besetzungen, die einen direkten Bezug zur Staatskapelle und zu Dresden haben, hieß es. Auch wenn sich im kulturellen Bereich inzwischen erste Lockerungen nach dem Corona-Lockdown abzeichneten, sei an einen regulären Konzert- oder Opernbetrieb noch lange nicht zu denken, erklärten die Veranstalter. Die großen Orchester stünden vor der Frage, wie und wo sie ihre Musik aufführen könnten.

Musikrat appelliert an Regierung für mehr Hilfe

In einem offenen Brief an die Bundesregierung beklagen der Deutsche Musikrat und Verbände der Musikwirtschaft ihre missliche Lage infolge der Corona-Pandemie. Über die Sofortmaßnahmen hinaus müsse ein längerfristiges Konjunkturprogramm zum Erhalt von Kulturstätten aufgelegt werden. Die Branche sei schlicht davon abhängig, dass Musik komponiert, verlegt, produziert, aufgeführt, gehört und nicht zuletzt auch gekauft werden könne. Vor allem Live-Erlebnisse wie Konzerte seien Ausgangspunkt für viele Wertschöpfungsketten der Musikwirtschaft. Diese könnten aber auf absehbare Zeit kaum stattfinden. Musikschaffende und ihre Partner wie Musikveranstalter, Agenturen, Labels, Musikverlage, Musikinstrumentenhersteller und Handel könnten nur überleben, wenn die Bundesregierung handele.

Grimme-Preisträger werden mit TV-Reportage geehrt

Wegen der Corona-Pandemie wird die Gala zur Grimme-Preisverleihung 2020 nicht stattfinden. Stattdessen werden die Preisträgerinnen und Preisträger mit einer 90-minütigen Reportage am Abend des 21. August auf 3sat gewürdigt, erklärte heute das Grimme-Institut. Die Auszeichnungen gehen unter anderem an die Macherinnen und Macher der Netflix-Serie "Skylines", die Krimi-Serie "Der Pass" und den Episodenfilm "The Love Europe Project" von ZDF und Arte. Die Auszeichnungen hätten eigentlich am 27. März im Theater der Stadt Marl verliehen werden sollen. Der undotierte Grimme-Preis wird in diesem Jahr zum 56. Mal vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Orchestervereinigung dringt auf baldige Live-Konzerte

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) dringt auf eine Wiederaufnahme des Konzertbetriebs. "Unsere Mitglieder wollen wieder auf die Bühne, sie wollen endlich wieder Musik vor Publikum spielen", sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens in Berlin. Besonders freischaffende Musiker seien angewiesen auf Konzerthonorare. Deshalb sollten kleinere Formationen vor allem in Kirchen, kleineren Spielstätten und Open Air möglichst bald wieder auftreten können. Natürlich habe der Gesundheitsschutz Priorität, doch es brauche noch "mehr Augenmaß", sagte Mertens. Es könne nicht angehen, dass in Flugzeugen wieder alle Plätze besetzt werden dürften, Konzertsäle aber nur zu 30 Prozent. So sei vor allem bei Open Air-Veranstaltungen die Ansteckungsgefahr weitaus geringer als in geschlossenen Räumen.

Québec hilft Cirque du Soleil mit Millionendarlehen

Die kanadische Provinz Québec will dem durch die Corona-Krise in große finanzielle Nöte geratenen Cirque du Soleil unter die Arme greifen. Die Provinzregierung will der legendären Zirkustruppe ein Darlehen in Höhe von umgerechnet bis zu 182 Millionen Euro zahlen, wie der Wirtschaftsminister von Québec, Pierre Fitzgibbon, mitteilte. Mit den Anteilseignern des Cirque du Soleil sei bereits eine Grundsatzeinigung über die Modalitäten der Finanzspritze erzielt worden. Der Gründer des Cirque du Soleil, Guy Laliberté, hatte am Sonntag angekündigt, dass er das Unternehmen zurückkaufen wolle. Genauere Angaben zu seinen Übernahmeplänen machte der 60-jährige aber nicht. Wegen des Coronavirus hat der Cirque de Soleil seine weltweit 44 Shows ausgesetzt. Rund 4700 Mitarbeiter und damit 95 Prozent aller Angestellten wurden in den Zwangsurlaub geschickt.

Mediziner: Chorsingen ab September wieder möglich

Der Musik-Mediziner Eckart Altenmüller warnt Chöre und Gesangvereine davor, angesichts der Corona-Pandemie zu schnell wieder mit dem gemeinsamen Singen zu beginnen. Das sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Weil Chorgesang unmittelbar mit dem Atmen zu tun habe, bestehe ein hohes Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. In diesem Fall könne sich das Virus tief in der Lunge einnisten: "Wenn wir vermeiden wollen, dass sich diese Pandemie wieder ausbreitet, dann sollten wir im Moment keinen Chorgesang erlauben". Altenmüller der das Institut für Musikphysiologie an der Hochschule für Musik in Hannover leitet, schätzt, dass das Chor-Singen in geschlossenen Räumen ab Mitte September wieder beginnen könne. Wichtigstes Ziel sei, die Gesundheit der Sänger zu schützen.

Christian Wulff: Chöre meistern Corona mit Bedacht

Altbundespräsident Christian Wulff (CDU) hofft, dass Sängerinnen und Sänger bald wieder wie gewohnt proben und auftreten können. Neueste Studien legten nahe, dass es beim Chorsingen kein spezifisch erhöhtes Ansteckungsrisiko für Corona gebe, sagte der Präsident des Deutschen Chorverbandes dem Evangelischen Pressedienst. Vorangehende Studien seien noch zu anderen Ergebnissen gekommen. Über aller Hoffnung auf Normalität stehe daher der Wunsch nach Sicherheit, betonte Wulff. Er sehe auch bei den Chören, dass sie in "großartiger Weise Verantwortung für alle übernehmen" und nicht überstürzt handelten. Der Deutsche Chorverband arbeite an einem Hygienekonzept, das als Basis für die einzelnen Chöre und die Gesundheitsämter dienen könne, sagte Wulff. Als Alternativen seien zurzeit etwa Singen in Hallen, auf Stadiontribünen, und "jetzt im Sommer im Freien, oder mit Abständen in belüfteten Räumen" möglich.

Twitter warnt vor falschen Fakten in Trump-Tweet

Der US-Kurznachrichtendienst Twitter hat zum ersten Mal einen Tweet des US-Präsidenten Donald Trump mit einem Warnhinweis vor möglichen falschen Fakten versehen. Trump hatte geschrieben, dass eine Briefwahl "im Wesentlichen betrügerisch" sei und zu einer "manipulierten Wahl" führen würde. Twitter markierte die Aussage mit einem blauen Ausrufezeichen, das den Leser auffordert, "Fakten über die Abstimmung per Brief zu erhalten" und mit einem Klick auf eine Seite mit weiteren Informationen führt. Dort heißt es beispielweise in einer Überschrift: "Trump macht unbegründete Behauptung, dass Briefwahlstimmen zu Wahlbetrug führen". Es folgt ein Abschnitt "Was Sie wissen müssen" und behandelt drei konkrete Behauptungen aus den Trump-Tweets. Twitter sagte, die Warnungen für den Leser, die Fakten zu überprüfen, sei eine Erweiterung der neuen Richtlinie zur Vermeidung irreführender Informationen.

Zeichnungen von Asterix-Erfinder Uderzo versteigert

Vier Original-Zeichnungen des verstorbenen Asterix-Zeichners Albert Uderzo sind für 390.000 Euro versteigert worden. Der Erlös komme einer Stiftung zugute, die Pariser Krankenhäuser und medizinisches Personal unterstützt, teilte das Auktionshaus Artcurial mit. Uderzos Hinterbliebene wollten auf diese Weise die Arbeit des Krankenhauspersonals in der Corona-Krise würdigen. Der Miterfinder der weltberühmten Comicreihe war am 24. März im Alter von 92 Jahren gestorben.
Die Zeichnungen stammen unter anderem aus den Alben "Asterix und Maestria" und "Obelix auf Kreuzfahrt". Uderzos Witwe Ada und seine Tochter Sylvie teilten mit, die Wohltätigkeitsauktion sei ein Dank an "unsere neuen Helden" in der Corona-Pandemie. Gemeinsam mit Autor René Goscinny war Uderzo einer der beiden "Väter" der Comics um ein Dorf voller unbeugsamer Gallier, die den römischen Besatzern die Stirn bieten.

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Fazit

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