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Donnerstag, 22.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. Mai 2020

Kraftwerk-Mitgründer Schneider-Esleben gestorben

Florian Schneider-Esleben, Mitgründer der legendären Gruppe Kraftwerk, ist tot. Das hat das Unternehmen Sony in Berlin unter Berufung auf Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter mitgeteilt. Schneider-Esleben sei nach einer Krebserkrankung gestorben. Er wurde 73 Jahre alt. Schneider und Hütter gründeten 1970 das berühmte Kling-Klang-Studio in Düsseldorf und starteten Kraftwerk. Schneider-Esleben, Sohn des berühmten Architekten der Nachkriegsmoderne Paul Schneider-Esleben, gilt als einer der Pioniere elektronischer Musik. Er war an den wegweisenden Kraftwerk-Alben von "Autobahn" (1974) bis "Tour De France" (2003) beteiligt. Ende 2008 verließ Schneider-Esleben die Gruppe. 2014 wurde er mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt.

Ruhrfestspiele stoppen Pläne für Herbstausgabe

Nach der Absage der Ruhrfestspiele in diesem Frühsommer wegen der Corona-Pandemie verzichtet die Festivalleitung auch auf ein Alternativprogramm im Herbst. In enger Abstimmung mit den Gesellschaftern sei entschieden worden, die Planungen für Oktober abzubrechen, hieß es am Mittwoch. Die bis in den Spätsommer reichenden Bestimmungen zu Eindämmung des Coronavirus machten Planungen auf seriöser Grundlage unmöglich. Außerdem gebe es keine klaren Hinweise der Behörden zu Hygiene-Regeln für Zuschauerräume oder Publikumsgrößen. Nächstes Jahr begehen die Ruhrfestspiele ihr 75-jähriges Jubiläum.

"My Boy Lollipop"-Sängerin Millie Small gestorben

Die jamaikanische Sängerin Millie Small ist tot. In den 60er Jahren hatte sie mit ihrem Song "My Boy Lollipop" einen Welthit gelandet. Nach einer Erkrankung sei sie in London gestorben, teilte ihre frühere Plattenfirma Island Records mit. Die Mutter einer Tochter wurde 73 Jahre alt. "My Boy Lollipop" war Island Records zufolge der erste jamaikanische Song, der es in die britischen und amerikanischen Hitparaden schaffte. 1964 stand er in beiden Ländern auf Platz zwei der Charts.
Mit ihrem Hit habe Millie Small einem breiten Publikum die Ska-Musik vorgestellt, hieß es in der Mitteilung.

Interpol stellt 19 000 gestohlene Kunstwerke sicher

Bei weltweiten Razzien im Herbst 2019 hat Interpol 19 000 gestohlene archäologische Artefakte und andere Kunstwerke sichergestellt. 101 Personen seien festgenommen und 300 Ermittlungen eingeleitet worden, teilte die internationale Polizeibehörde in Lyon jetzt mit. Mit der Aktion sollten internationale Netzwerke von Kunst- und Antiquitätenhändlern zerschlagen werden. Sie hätten mit archäologischen Gütern und Kunstwerken gehandelt, die aus Kriegsländern und aus Museen und archäologischen Stätten gestohlen wurden.

Museen in Niedersachsen und Bremen öffnen morgen

Vor der morgigen Wiedereröffnung der rund 700 Museen in Niedersachsen und Bremen hat der Museumsverband Handlungsempfehlungen für die Einrichtungen in beiden Bundesländern erarbeitet. Zunächst sollten Einzelbesucher, Besucherpaare oder Familien Zugang bekommen. Sie müssten sich an strenge Hygienestandards und Abstandsregeln halten. Eine Öffnung der Ausstellungen sei nicht verpflichtend, sagte Verbands-Geschäftsführer Hans Lochmann. Sie liege in der Verantwortung des jeweiligen Trägers. Die niedersächsische Landesregierung hatte entschieden, dass die Museen ab Donnerstag wieder öffnen dürfen. In Bremen wird die Entscheidung im Tagesverlauf erwartet.

Zentrum für Kulturgutverluste fördert Provenienzen

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste unterstützt in diesem Jahr zunächst 25 Forschungsprojekte der Provenienzforschung im Bereich „NS-Raubgut“ finanziell. Der Vorstand habe auf Empfehlung seines Förderbeirates in der ersten Antragsrunde rund 2,87 Millionen Euro für Museen, Bibliotheken, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie für vier Privatpersonen bewilligt, teilte die Stiftung in Magdeburg mit. In 17 Projekten würden Museen und Bibliotheken ihre Bestände auf NS-Raubgut untersuchen, darunter auch vier Einrichtungen in privater Trägerschaft. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste ist der nationale und internationale Ansprechpartner für unrechtmäßig entzogenes Kulturgut. Es wird auf der öffentlich zugänglichen Datenbank des Zentrums „Lost Art“ als Such- und Fundmeldungen dokumentiert.

Übersetzerpreis für Miriam Mandelkow

Die Hamburgerin Miriam Mandelkow wird mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis 2020 ausgezeichnet. Damit werden ihre Übersetzung von James Baldwins Roman "Von dieser Welt" wie auch ihre weiteren Neu-Übertragungen der Werke des US-Amerikaners gewürdigt. Darin gelinge es Miriam Mandelkow auf beeindruckende Weise, die Sprachmelodien zum Klingen zu bringen, die James Baldwins Debütroman tragen, erklärte die Jury. "Von dieser Welt" erzählt die Familiengeschichte eines schwarzen Jungen im Harlem der Nachkriegszeitverdanken. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis soll am 20. Juni in kleinstem Kreis verliehen werden.

Rodungen trugen zu Buschbränden in Australien bei

Das zügellose Roden von Wäldern hat beträchtlich zu den verheerenden Buschbränden in Australien beigetragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" veröffentlichte Studie der University of Queensland. Es gebe "zwingende Beweise", dass die Rodungen die Brände begünstigt und die Heftigkeit der Feuer erhöht hätten. Die Buschbrände in Australien hatten zwischen August und März mehr als zwölf Millionen Hektar Land zerstört und mehr als eine Milliarde Tiere getötet.

Kudammbühnen-Chef geht von längeren Hilfen aus

Der Intendant der Kudamm-Bühnen, Martin Woelffer, geht davon aus, dass die Berliner Kulturbetriebe noch über Monate auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein werden. Es werde eine Bezuschussung brauchen, solange es Restriktionen gebe, sagte Woelffer der Deutschen Presse-Agentur. Das Hilfsprogramm sei richtig und sinnvoll. Wie lange solche Programme helfen, hänge auch davon ab, wann man wieder spielen könne, so der Theaterchef. In Berlin sind die Theater bis 31. Juli geschlossen. Wie es danach weitergeht, steht nicht fest. Am Dienstag hatte der Berliner Senat beschlossen, private Museen, Theater, Kinos und Clubs mit einem 30-Millionen-Euro-Programm zu unterstützen.

Tom Cruise plant Weltall-Dreh auf ISS

Der Schauspieler Tom Cruise und die US-Raumfahrtbehörde Nasa planen einen Dreh an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Sie freuten sich auf die Zusammenarbeit mit Cruise, schrieb Nasa-Chef Bridenstine auf Twitter. Man wolle auf diese Weise eine neue Generation von Ingenieuren und Wissenschaftlern inspirieren, um die "ehrgeizigen Pläne" der Nasa umzusetzen. Weitere Details gab Bridenstine nicht bekannt. Das Branchenblatt "Deadline.com" hatte berichtet, dass Cruise für das Projekt auch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX einschalten will. Der geplante Film habe nichts mit der "Mission: Impossible"-Reihe zu tun, auch ist dem Bericht zufolge noch kein Studio an Bord.

Tschechien entschuldigt sich bei Jiri Fajt

Das tschechische Kulturministerium hat sich förmlich bei dem früheren Leiter der Prager Nationalgalerie, Jiri Fajt, entschuldigt. Der deutsch-tschechische Kunsthistoriker war vor einem Jahr plötzlich wegen "Vertrauensverlustes" und angeblicher Misswirtschaft entlassen worden. Doch die Ermittlungsbehörden legten zwei Anzeigen des damaligen Kulturministers gegen Fajt zwischenzeitlich als unbegründet ab. Fajt galt als Modernisierer, unter dem die Nationalgalerie wieder internationalen Anschluss finden konnte. Mit einem Protestschreiben hatten sich mehrere Dutzend renommierte Museumschefs aus aller Welt hinter den entlassenen Kulturmanager gestellt. Man bedauere, dass Fajts persönlicher und professioneller Ruf in Mitleidenschaft gezogen worden sei, heißt es nun in der Stellungnahme des Ministeriums. Davon unberührt wurde die Stelle an der Spitze der Nationalgalerie Mitte April neu ausgeschrieben.

Langjähriger "Hörzu"-Chef Peter Bachér gestorben

Der Journalist und Autor Peter Bachér ist tot. Er starb am Montag an seinem Geburtstag mit 93 Jahren, das bestätigte der Medienkonzern Axel Springer. Der Journalist war im Laufe seiner Karriere langjähriger Chefredakteur und Herausgeber der Programmzeitschrift "Hörzu" und davor unter anderem Chefredakteur der "Bild am Sonntag" und des Magazins "Eltern" gewesen. Der Urenkel Theodor Storms schrieb auch mehrere Kolumnen.

Philippinische Regierung schaltet Sender ab

Auf den Philippinen hat die Regierung den größten und erfolgreichten Fernseh-Sender abgeschaltet. Die staatliche Kommission für Telekommunikation teilte mit, die Lizenz des betroffenen Medienkonzerns ABS-CBN sei abgelaufen. Das Netzwerk hatte zuvor einen Antrag auf eine Erneuerung der Lizenz im Parlament gestellt, über die noch nicht befunden wurde. Menschenrechtler, Politiker und Journalisten verurteilten die Abschaltung als Schlag gegen die Pressefreiheit.

Neues Afrika-Zentrum der Universität Freiburg gestartet

In Freiburg ist das Afrika-Zentrum für Transregionale Forschung (ACT) eröffnet worden. Das von der Universität Freiburg und dem Arnold Bergstraesser-Institut getragene Zentrum will internationale Forschungen zu Afrika fördern und dazu afrikanische Wissenschaftler nach Baden-Württemberg einladen. "Konferenzen, öffentliche Vorträge und frei zugängliche Publikationen von Forschungsergebnissen sollen dazu beitragen, einen globalen Wissenschaftsdialog zu fördern und den afrikanischen Stimmen mehr Präsenz und damit Einfluss zu geben", sagte der Leiter des Begrstraesser-Instituts, Andreas Mehler, in Freiburg. Aktuelle Forschungsbereiche sind beispielsweise Migration, ökologischer Wandel oder die Aufarbeitung von Kolonialismus.

Adjani fordert Erklärung des kulturellen Notstands

Die französische Schauspielerin Isabelle Adjani fordert wegen der Coronavirus-Pandemie die französische Regierung auf, den kulturellen Notstand zu erklären. Frankreich müsse sich, solange es notwendig sei, für all jene einsetzen, die für die Welt der Kunst und Kultur arbeiten, ruft sie Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in einem offenen Brief auf. Kultur sei mit sozialer Distanzierung unvereinbar, schreibt Adjani. In dem vom französischen Radiosender "France Inter" veröffentlichtem Brief listet die Schauspielerin einige dringende Maßnahmen auf, unter anderem die Verhinderung dauerhafter Schließungen von Kultureinrichtungen, sowie die Verlängerung der Arbeitslosenentschädigung der freiberuflichen Künstler und Techniker des Kulturbetriebs. Immer häufiger rufen bekannte Künstler die französische Regierung zu mehr Hilfe für eine durch die Pandemie gebeutelte Kulturszene auf.

Hilfsprogramm für Berliner Kultureinrichtungen startet

Der Berliner Senat unterstützt die Kultur in der Corona-Krise mit einem neuen Hilfsprogramm. Es umfasst 30 Millionen Euro und soll kleinen und mittleren Unternehmen im Kultur- und Medienbereich zugute kommen, die kaum staatliche Förderung bekommen und bislang keine anderen Corona-Hilfen erhalten haben. Sie können ab kommendem Montag bei der Investitionsbank Berlin online Zuschüsse von bis zu 25 000 Euro beantragen, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mitteilte. Das Programm richtet sich nach seinen Angaben an Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten und nicht mehr als zehn Millionen Euro Jahresumsatz. Das können etwa private Museen, Theater, Kinos, Musikensembles, Clubs oder Festivals sein.

Star-Architekt baut Klinikportal für Corona-Krankenhaus

Der italienische Star-Architekt Massimiliano Fuksas will für das römische Krankenhaus "Spallanzani" einen neuen Eingangsbereich entwerfen. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" berichtet, will Fuksas damit zum einen den Einsatz der Klinik in der Corona-Pandemie würdigen. Bisher werden vor dem "Spallanzani" Patienten weitgehend ungeschützt vor Sonne oder Regen aus Rettungswagen in die Ambulanz gebracht. Der geplante Eingangsbereich soll zudem neuesten Sicherheits- und Hygienestandards genügen. Das "Spallazani" ist eine der wichtigsten Kliniken in der Region Latium für die Behandlung von Covid-19-Patienten.

Klagemauer wieder für Betende geöffnet

Mit der teilweisen Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Israel ist die Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt wieder für eine größere Zahl Betender zugänglich. Ab sofort dürfen bis zu 300 Personen gleichzeitig die heilige Stätte besuchen, wie die für die Verwaltung der Klagemauer zuständige "Western Wall Heritage Foundation" mitteilte. Es besteht Maskenpflicht. Der Platz soll demnach in zahlreiche Abschnitte unterteilt werden, um die Vorschriften des israelischen Gesundheitsministeriums einzuhalten, das ein gemeinsames Gebet im Freien von maximal 19 Personen zulässt. Ebenfalls wieder zugelassen entsprechend den Richtlinien seien Feiern der Religionsmündigkeit (Bar/Bat Mitzwa).

Steven Walter wird neuer Intendant der Beethovenfeste

Neuer Intendant der Beethovenfeste Bonn soll ab 1. November 2021 Steven Walter werden. Das teilte die Stadt Bonn mit. Walter wird Nachfolger der derzeitigen Intendantin Nike Wagner, die noch zehn Monate länger als ursprünglich geplant im Amt bleibt. Walter war den Angaben zufolge Gründungsmitglied diverser Ensembles und Initiator innovativer Konzertprojekte. Derzeit ist er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer der Festival- und Produktionsplattform "Podium" in Esslingen. Gleichzeitig teilte die Stadt mit, dass das Beethovenfest 2020 aufgrund der Corona-Pandemie endgültig auf nächstes Jahr verschoben werde. Es sollte vom 4. bis 27. September 2020 stattfinden und hatte aufgrund des Beethoven-Jubiläums in diesem Jahr besondere Bedeutung.

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Mai 2020
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Fazit

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