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Donnerstag, 22.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. Mai 2020

Pulitzer-Preisträger werden verkündet

Zum 104. Mal werden am Montag (21 Uhr MESZ) in New York die Gewinner der renommierten Pulitzer-Preise bekanntgegeben. Aufgrund der Corona-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Verkündung um zwei Wochen verschoben worden. Den Jury-Mitgliedern - teils selbst Journalisten, die derzeit über die Pandemie berichten - sollte so mehr Zeit zur Beurteilung der Finalisten gegeben werden. 14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben. Die Preisträger bestimmt eine Jury, die an der New Yorker Columbia-Universität angesiedelt ist.

Erste Gottesdienste finden wieder statt

Nach mehr als sieben Wochen Pause haben heute wieder die ersten Gottesdienste stattgefunden. Allerdings fanden die Messen unter strengen Auflagen und mit reduzierten Besucherzahlen statt. Im Kölner Dom waren etwas mehr als 100 Gläubige zugelassen, die Mundschutz trugen und nicht singen durften, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford-Strohm, feierte eine Messe für den ZDF-Fernsehgottesdienst in Ingelheim – ohne Gemeinde. Bedford-Strohm zeigte sich in seiner Ansprache optimistisch, dass die Menschen in Deutschland gut durch die Corona-Krise kommen.

Ägyptischer Filmemacher stirbt im Gefängnis

In Ägypten ist ein Filmemacher, der Präsident Abdel Fattah al-Sisi in einem Musikvideo als Lügner verspottet hat, im Alter von 24 Jahren im Gefängnis gestorben. Schadi Habasch sei in Kairo im berüchtigten Tora-Hochsicherheitsgefängnis gestorben, teilte der Musiker und Aktivist Rami Essam mit. Die Todesursache war zunächst unklar. Habasch war mehr als zwei Jahre in Haft, ein Prozess wurde ihm nie gemacht. Der Regisseur und ein Mitarbeiter wurden im März 2018 festgenommen, wenige Tage nachdem sie das Musikvideo zum Song "Balaha" veröffentlicht hatten, in dem Präsident Al-Sisi als "Balaha" bezeichnet wird - wörtlich "Dattel", umgangssprachlich aber auch eine Bezeichnung für einen berüchtigten Lügner. Beiden wurde unter anderem vorgeworfen, Falschnachrichten verbreitet und das Militär beleidigt zu haben sowie Mitglied in einer terroristischen Vereinigung zu sein.

Zwischenbericht zu Ermittlungen an Ballettschule

Zu den Vorwürfen der Kindeswohlgefährdung an der Staatlichen Ballettschule Berlin liegt nun ein Zwischenbericht der eingesetzten Expertenkommission vor. Das berichtet die Redaktion rbb24 Recherche. Demzufolge gebe es an der Schule eine Kultur der Angst und Günstlingswirtschaft und einen problematischen Umgang mit Schülerinnen und Schülern durch herabwürdigende, beleidigende und übergriffige Äußerungen. Außerdem wird in dem Bericht eine Dominanz der Elitenausbildung gegenüber der Allgemeinbildung beklagt. Die Schilderungen legen nahe, dass dies auf Kosten des Kindeswohls geschah. Der Zwischenbericht, über den zuerst der "Tagesspiegel" berichtete, soll am Montag in der Schule vorgestellt und danach auch veröffentlicht werden. Der Abschlussbericht ist für den Herbst angekündigt.

Novalis-Preis für Berliner Romantik-Forscher

Der Novalis-Preis 2020 geht an Nicolas von Passavant. Ausgezeichnet wird seine an der Universität Basel entstandene Dissertation "Nachromantische Exzentrik. Literarische Konfigurationen des Gewöhnlichen", wie die Forschungsstelle Europäische Romantik an der Universität Jena und die Internationale Novalis-Gesellschaft mit der Forschungsstätte für Frühromantik als Preisstifter am Sonntag in Jena mitteilten. Die Ehrung ist mit 2.500 Euro dotiert. Überreicht wird der Preis wegen der Corona-Pandemie erst Anfang Mai 2021. Der Novalis-Preis würdigt innovative Forschungen zur europäischen Romantik. Er wird alle zwei Jahre vergeben.

Kabylischer Sänger Idir gestorben

Der algerische Sänger Idir ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er machte sich vor allem als Botschafter der Musik aus der Kabylei einen Namen. Sein größter Erfolg war das Chanson „Vava Inouva", das in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurde und zu den wenigen algerischen Titeln gehört, die über die Grenzen des Maghreb hinaus Beachtung fanden. Zeitlebens setzte sich Idir für die Belange der Berber und ihre kulturelle Identität ein.

Auktion soll französischen Krankenhäuser helfen

Das französische Kulturministerium hat für September eine Versteigerung antiker Möbel aus dem 19. Jahrhundert angekündigt, die sich im Besitz der staatlichen Einrichtung Mobilier National befinden. Mit dem Erlös sollen die in der Coronakrise strapazierten Krankenhäuser des Landes unterstützt werden. Ebenfalls versteigert werden auch drei Asterix-Originalzeichnungen von Albert Uderzo. Zur Unterstützung des Kunsthandwerks will Mobilier National außerdem neue Restaurationsaufträge vergeben.

Neues Edvard Munch-Museum in Oslo

In Oslo ist ein neues Museum fertiggestellt, dass sich ganz dem Schaffen des Malers Edvard Munch widmet. Die Schlüsselübergabe ist für Anfang Juni geplant. Damit wird der bisherige Standort im Stadtteil Tøyen aufgegeben. Das alte Haus sei in schlechtem Zustand und zu klein, sagte Museumsdirektor Stein Olav Henrichsen. 28.000 Bilder und Objekte fristen ihr Dasein im Depot. Im Spätherbst soll das neue Zuhause eingeweiht werden, dass auch einen Kinosaal, ein Amphitheater, ein Café, ein Restaurant und eine Aussichtsterrasse beinhaltet, von der aus die Besucher auf den Oslofjord und die neue Skyline der Stadt blicken können. Man rechnet mit einer halben Million Besucher jährlich.

Sachsen-Anhaltinische Museen öffnen im Lauf des Mai

Die Museen in Sachsen-Anhalt werden nach Einschätzung ihres Landesverbandes erst nach und nach für Besucher öffnen. Die Häuser seien aber im "Öffnungsmodus", sagte die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt, Susanne Kopp-Sievers, der Deutschen Presse-Agentur. Es würden Rundgänge erarbeitet, so dass sich möglichst wenig Leute begegneten. Es gehe auch darum, an den Eingängen die Kontaktdaten der Besucher zu erfassen und Menschenansammlungen zu vermeiden. Positiv sei die neue landesweite Regelung, wonach bis zu fünf Menschen gemeinsam unterwegs sein dürfen, die nicht alle aus dem gleichen Haushalt kommen müssen, bislang durften es nur zwei sein. Das spiegele die Realität in den Museen, sagte Kopp-Sievers. Das Kabinett hatte am Samstag die neue Landesverordnung auf den Weg gebracht, nach der die Museen wieder öffnen können. Das gilt auch für Gedenkstätten, öffentliche Bibliotheken und Archive.

Maas betont Bedeutung des Journalismus

Bundesaußenminister Maas hat die Bedeutung des unabhängigen Journalismus in der Corona-Krise betont. Die Aufgabe, die Öffentlichkeit mit verlässlichen Informationen von hoher Qualität zu versorgen, sei seit dem Ausbruch von Covid-19 noch wichtiger geworden. Nur wenn die Öffentlichkeit fortwährend informiert werde, könne eine weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden. Die Europäische Union warnte zum heutigen Tag der Pressefreiheit vor Einschränkungen von Journalistinnen und Journalisten in der Coronakrise. Es sei sehr bedenklich, dass die Covid-19-Pandemie in einigen Ländern als Vorwand benutzt werde, um der Pressefreiheit unzulässige Beschränkungen aufzuerlegen, heißt es in einer Erklärung, die der EU-Außenbeauftragte Borrell veröffentlichte.

Jüdisches Museum will mehr Unabhängigkeit

Die neue Direktorin des Jüdischen Museums Berlin, Hetty Berg, will nach den Diskussionen um das Haus die Unabhängigkeit des Museums sichern. Die neue Dauerausstellung wolle die Beziehungen von Juden zu ihrer nichtjüdischen Umwelt in der Geschichte und Gegenwart zeigen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Dabei solle das Leiden der Juden im Nationalsozialismus einen größeren Raum bekommen, jedoch nicht im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung sollte im Mai eröffnet werden. Der Termin wurde aber wegen der Coronapandemie verschoben. Zur früheren Kritik, das Museum habe sich nicht deutlich genug von der anti-israelischen Boykottbewegung BDS distanziert, wiederholte Berg, dass sie diese Organisation ablehne.

Auschwitz-Überlebende Liliane Badour-Esrail gestorben

Die französische Auschwitz-Überlebende Liliane Badour-Esrail ist am Freitag im Alter von 95 Jahren in Paris gestorben. Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK), Christoph Heubner, würdigte sie in Berlin als "außergewöhnliche und mutige Frau", um die Weggefährten in aller Welt mit Wehmut, Respekt und Dankbarkeit trauerten. Liliane Badour-Esrail wuchs mit ihren Brüdern Rene und Henri in Biarritz bei den Großeltern auf. Getauft und im katholischen Glauben erzogen, war ihnen zunächst nicht bewusst, dass sie jüdischer Abstammung waren. Im Februar 1944 wurden sie deportiert. Den Verlust ihrer Brüder in Auschwitz habe Liliane Badour-Esrail nie verwunden; Auschwitz blieb ein treibender Schmerz in ihrem Leben, so das IAK. 2012 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Vor Kurzem präsentierte ihr Mann Raphael Esrail in Berlin die deutsche Edition ihrer Erinnerungen mit dem Titel "Die Hoffnung auf einen Kuss. Auschwitz, Liliane und ich".

Ägypten stellt Sphinxen am Tahrir-Platz auf

Ägypten hat vier antike Sphinxen an den viel befahrenen Tahrir-Platz im Zentrum Kairos verlegt. Mostafa Wasiri, der Chef der Altertümerverwaltung, sagte, die Statuen blieben bis zur offiziellen Enthüllung in Holzbehältern. Wann diese sein werde, sagte er nicht. Archäologen und andere Menschen hatten die Verlegung an den Platz im Vorfeld kritisiert und die Sorge geäußert, dass die hohe Luftverschmutzung in der Hauptstadt den Statuen schaden könnte. Eine Klage gegen den Umzug durchläuft die Gerichte. Die Sphinxen waren für Ausbesserungsarbeiten von Luxor nach Kairo gebracht worden. Der Tahrir-Platz war das Epizentrum der Proteste des Arabischen Frühlings im Jahr 2011.

Medienverbände verurteilen Angriff auf ZDF-Team scharf

Journalisten-Verbände haben den Angriff auf ein Fernsehteam des ZDF in Berlin scharf verurteilt. Es handele sich um einen feigen und durch nichts zu rechtfertigenden Überfall, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall. Es bestehe eine veritable Gefahr für die freie Berichterstattung, wenn die Ausführenden Angst um sich und ihre Familien haben müssten, sagte Cornelia Berger, die Geschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union. Sieben Mitarbeiter der "heute show" waren gestern Abend in Berlin-Mitte von einer Gruppe Vermummter mit Schlaginstrumenten angegriffen worden. Vier von ihnen mussten ins Krankenhaus. Sechs Verdächtige sind festgenommen worden.

Schauspieler Sam Lloyd gestorben

Der US-Serienschauspieler Sam Lloyd ist im Alter von 56 Jahren in Los Angeles an Krebs gestorben. Das bestätigten Freunde auf einer Spendenseite im Internet und sein Agent Kevin Turner in der Zeitung "USA Today". Bekannt wurde Lloyd als zerstreuter Anwalt Ted Buckland in fast 100 Folgen der Krankenhaus-Comedy "Scrubs", er spielte auch in anderen Serien wie "Desperate Housewives" und Filmen wie "Galaxy Quest" und "Flubber". Lloyd hatte im Januar 2019 die Krebsdiagnose erhalten. Nach einer kurzzeitigen Verbesserung seines Zustands hatte Ende des vergangenen Jahres ein Medikament nicht mehr angeschlagen. Lloyd hatte dann zwei Monate im Koma gelegen, heißt es auf der von "Scrubs"-Produzent Tim Hobert ins Leben gerufenen Spendenseite.

Hohenzollern-Einigung mit St. Goar wird 2021 umgesetzt

Der Vergleich im Rechtsstreit zwischen dem Haus Hohenzollern und der Stadt St. Goar um die Burg Rheinfels wird ab 2021 umgesetzt. Dem Vergleich zufolge will die Kleinstadt am Rhein mit der Prinzessin-Kira-von-Preußen-Stiftung zusammenarbeiten, die sozial benachteiligte Jugendliche fördert. Die Stadt St. Goar hatte das Gemäuer vom Haus Hohenzollern mit der Auflage erworben nicht zu verkaufen, hatte dann aber einen Erbpachtvertrag für 99 Jahre mit einem benachbarten Hotel abgeschlossen. Dagegen klagte Georg Friedrich Prinz von Preußen: Der Vertrag komme einem Verkauf gleich. In erster Instanz verlor der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers, in zweiter Instanz akzeptierte er den Vergleich und verzichtete somit auf die Burg.

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Fazit

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