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Montag, 26.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 1. Mai 2020

Kamerateam der „heute show“ angegriffen

Ein Kamerateam ist am 1.Mai-Feiertag in Berlin-Mitte angegriffen worden. Vier Menschen kamen nach ersten Erkenntnissen verletzt ins Krankenhaus, wie Polizeisprecherin Sara Dieng sagte. Es habe sich um Mitarbeiter des ZDF gehandelt. Sie wollten mit dem Komiker Abdelkarim für die „heute show“ drehen. Abdelkarim selbst blieb unverletzt. Sechs Menschen seien festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an.

Berliner Theatertreffen online eröffnet

Wegen der Coronapandemie findet das Berliner Theatertreffen erstmals im Internet statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung am Freitagabend mit einer Grußbotschaft der Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer. Anschließend wurde eine Fernsehaufzeichnung der Bochumer Inszenierung des "Hamlet" in der Regie von Johan Simons gezeigt. Bis zum 9. Mai werden sechs weitere Inszenierungen der diesjährigen Auswahl präsentiert. Zu sehen sind sie auf der Online-Plattform "Berliner Festspiele on Demand", auf nachtkritik.de sowie auf den Websites der produzierenden Partnertheater.

Europäische Hilfen auch für Kunst und Medien

Die europäischen Hilfsprogramme angesichts der Corona-Pandemie sollen nach dem Willen der EU-Kulturminister auch Kultur und Medien zugute kommen. Eine gemeinsame Erklärung, die mit Ausnahme Ungarns von allen EU-Mitgliedsstaaten mitgetragen wurde, würdigte die Bedeutung von Kreativen und Journalisten für eine demokratische Gesellschaft, teilte das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag mit. Die auf EU-Ebene geplanten Hilfen aus den Fonds und Programmen müssten Kultur und Medien erreichen. Die kroatische Ratspräsidentschaft hatte die Erklärung von 26 Kultur- und Medienministern zur "Kultur in Zeiten der Covid 19-Krise" vorgelegt. Darin mahnen die Minister an, das für die Kultur wichtige Förderprogramm "Kreatives Europa" so flexibel wie möglich auszugestalten.

Steinmeier bezeichnet Kunst als "Lebensmittel"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu europäischer Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. Nur gemeinsam könnten Schwierigkeiten gemeistert werden. "Das gilt gerade in diesen für uns alle schweren Zeiten", sagte er in seiner Ansprache beim Europakonzert der Berliner Philharmoniker in Berlin. Steinmeier würdigte Europa als "eine Schatzkammer großer Musik". "Europa ist unser gemeinsames Zuhause, und besser als in der Musik, dieser unverwechselbaren gemeinsamen europäischen Sprache, kann das kaum zum Ausdruck kommen", sagte der Bundespräsident. Kunst und Kultur seien keine verzichtbaren Nebensachen: "Gerade in diesen Tagen erfahren wir: Kunst und Kultur sind, in einem sehr buchstäblichen Sinn, Lebensmittel." Das Europakonzert hätte eigentlich während Steinmeiers Staatsbesuch zum Jahrestag der Unabhängigkeit Israels in Tel Aviv stattfinden sollen, fiel aber der Coronavirus-Pandemie zum Opfer.

Schlagzeuger-Legende Tony Allen ist gestorben

Die Schlagzeuger-Legende Tony Allen ist tot. Der nigerianische Musiker starb am Donnerstag mit 79 Jahren in Paris, sagte sein Manager Eric Trosset der Nachrichtenagentur AFP. Die Todesursache sei unklar, Allen sei aber nicht an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Allen war in den 60er und 70er Jahren der Schlagzeuger und musikalische Direktor seines Landsmannes Fela Kuti, mit dem er den Afrobeat entwickelte. Dieser verbindet Genres wie Jazz, Funk und traditionelle nigerianische Trommelrhythmen und wurde zu einer der wichtigsten Strömungen afrikanischer Musik im 20. Jahrhundert. Der britische Musiker und Produzent Brian Eno bezeichnete Tony Allen einst als "den vielleicht größten Schlagzeuger, der je gelebt hat".

Opern fordern Wiederaufnahme der Vorstellungen

Opernhäuser aus Nordrhein-Westfalen haben eine baldige Wiederaufnahme des Vorstellungsbetriebes gefordert. Demnach soll die Politik "einen realistischen und zügigen Zeitplan" erarbeiten und "dafür in einen direkten und konstruktiven Dialog mit den Kulturschaffenden" treten. Ziel dieses Dialoges müsse es sein, den Vorstellungsbetrieb baldmöglichst, jedoch spätestens ab dem 1.
September 2020, wiederaufzunehmen, hieß am Freitag in einer Mitteilung mehrerer Opernhäuser in NRW, die sich auf Initiative des Theaters Dortmunds zusammengeschlossen hatten. Die Oper Dortmund, das Aalto-Musiktheater Essen, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, die Oper Wuppertal, das Theater Krefeld Mönchengladbach, das Landestheater Detmold und das Theater Münster verwiesen auf die "in vielen Fällen existenzielle Betroffenheit besonders der freien Künstlerinnen und Künstler durch die behördlich angeordneten Einschränkungen".

Nannen Preis für Youtuber Rezo

Der Youtuber Rezo hat mit seinem Video "Die Zerstörung der CDU" den diesjährigen Nannen Preis für das beste Web-Projekt gewonnen. Rezo hatte mit seinem 55-minütigen Video innerhalb einer Woche rund zehn Millionen überwiegend junge Menschen erreicht. Seine Themen von Armut bis zum Klimawandel habe er unterhaltsam und fundiert präsentiert, sagte Juror Richard David Precht. Rezo bewege sich auf der Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus, räumte der Philosoph ein. Aber auch die "Urgesteine des Journalismus" seien schließlich Aktivisten gewesen. Der Egon Erwin Kisch-Preis ging an den «Stern»-Journalisten Domini Stawski für seine Reportage über vier Menschen, die auf ein Spender-Herz warten. In der Kategorie "Investigation" wurden der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" für die Aufdeckung der österreichischen "Ibiza-Affäre" ausgezeichnet, die zu einer Regierungskrise in Wien führte.

Rheingau-Musik-Festival abgesagt

Das als "Sommer voller Musik" vom 20. Juni bis 5. September geplante Rheingau-Musik-Festival fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Diese Entscheidung folge aus der Bestätigung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentenrunde der Länder, wonach Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sind, teilten die Veranstalter mit. "So sehr der Ausfall der 33. Festivalsaison schmerzt, so sehr unterstützt das Festival die entschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie", heißt es in der Erklärung. Noch vor wenigen Tagen hatte sich Intendant Michael Herrmann optimistisch gezeigt, das Rheingau-Musik-Festival 2020 wie geplant veranstalten zu können.

Kritik an Journalistenmorden in Mexiko

Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am Sonntag hat die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko die Regierung des Landes dazu aufgefordert, konsequent gegen Journalisten-Morde vorzugehen. Die Angriffe auf Medienschaffende würden auch während der Corona-Krise nicht nachlassen. Sie reichten von öffentlichen Schmutzkampagnen bis hin zu gewaltsamem Verschwindenlassen und Morden, heißt in einer Erklärung. Dem Gremium gehören unter anderem "Brot für die Welt", Amnesty International und das katholische Lateinamerika-Hilfswerk "Adveniat" an. Die meisten Angriffe werden von Mitgliedern der organisierten Kriminalität verübt, aber auch staatliche Kräfte sind für Aggressionen verantwortlich. Nur die wenigsten Täter werden strafrechtlich verfolgt.

Anti-Apartheid-Aktivist Denis Goldberg ist tot

Der prominente Anti-Apartheid-Aktivist Denis Goldberg ist tot. Der Südafrikaner wurde 87 Jahre alt. Die Stiftung des früheren Erzbischofs Desmond Tutu teilte mit, Goldberg sei ein "Mensch mit höchster Integrität und Ehre" gewesen. Es fühle sich an, "als habe die Nation einen Teil ihrer Seele verloren". Der Sohn einer liberalen jüdischen Familie war einer der prominentesten weißen Gegner des rassistischen Apartheidsregimes. Als überzeugter Kommunist kämpfte er für die Gleichberechtigung aller Südafrikaner und unterstützte den bewaffneten Kampf der verbotenen Befreiungsbewegung Afrikanischer Nationalkongress, ANC. Der Bauingenieur wurde zusammen mit dem späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela vor Gericht gestellt und 1964 als einziger Weißer verurteilt. Er verbrachte 22 Jahre in Haft, nach seiner Freilassung ging er ins Exil in London.

Museumsbund begrüßt Zuschuss

Der Deutsche Museumsbund begrüßt, dass der Bund Museen und Gedenkstätten mit 10 Millionen Euro unterstützt. Diese Maßnahme werde dauerhaft die Zugänglichkeit von Kultureinrichtungen sichern, teilte der Verband mit. Nach Informationen der Funke Mediengruppe wird das Geld aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Grütters bereitgestellt, um für die Kosten von Schutzvorrichtungen und Hygienemaßnahmen aufzukommen. Dem Bericht zufolge stehen insbesondere kleine und mittlere Museen, Ausstellungshallen, Gedenkstätten sowie sozio-kulturelle Zentren und Kulturhäuser im Fokus der Maßnahmen. Die Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen für Museen sind unterschiedlich geregelt. Die ersten Häuser dürfen am kommenden Montag wieder öffnen.

BGH entscheidet zugunsten von Moses Pelham

Das Oberlandesgericht Hamburg muss erneut entscheiden, aber die Richtung ist klar: Dass der Musikproduzent Moses Pelham 1997 eine Sequenz aus dem Werk der Band Kraftwerk sampelte, war nicht rechtswidrig. So hat der Bundesgerichtshof geurteilt. Zwei Sekunden der Elektropop-Pioniere waren 1997 ungefragt für einen Song der Sängerin Sabrina Setlur verwendet worden. Das sei nach deutschen Recht damals zulässig gewesen. Erst im Dezember 2002 wurde dies durch eine entsprechende EU-Richtlinien klar untersagt. Ein Ende des Prozesses, den Kraftwerk seit 20 Jahren führen, ist damit absehbar.

BBC muss 125 Mio Pfund einsparen

Die BBC muss in diesem Jahr 125 Millionen Pfund einsparen. Das teilte die britische Rundfunkanstalt ihren Mitarbeitern mit. Über jedes Pfund, das während der derzeitigen Sperre durch das Coronavirus ausgegeben werden soll, müsse genau nachgedacht werden, heißt es. Leitende Führungskräfte würden ihre Gehälter bis August 2021 einfrieren und alle nicht unbedingt notwendigen Einstellungen im Rahmen der Kostensenkungsmaßnahmen zurückgestellt. Mitarbeiter seien eingeladen, Teilzeit zu arbeiten oder unbezahlten Urlaub zu nehmen. Die BBC ist zum Sparen angehalten und steht mit Regierungschef Boris Johnson vor einem massiven Umbau.

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