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Kulturnachrichten

Montag, 8. April 2019

Madonna tritt beim ESC-Finale in Tel Aviv auf

US-Superstar Madonna tritt außer Konkurrenz beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Tel Aviv auf. Die Sängerin werde am 18. Mai zwei Titel darbieten, darunter einen noch unveröffentlichten ihres nächsten Albums, teilte der Produzent Live Nation Israel am Montag auf seiner Facebook-Seite mit. Eine Bestätigung der Europäischen Rundfunkunion lag zunächst nicht vor. Der ESC findet in diesem Jahr zum 64. Mal statt. Nach dem Sieg der Israelin Netta Barzilai im vergangenen Jahr in Portugal ist Tel Aviv diesmal Gastgeber des Musikerwettstreits.

"Tagesspiegel"-Korrespondent zurück in der Türkei

Der Türkei-Korrespondent des Berliner "Tagesspiegels", Thomas Seibert, ist vier Wochen nach seiner erzwungenen Ausreise wieder zurück in Istanbul. Seibert hatte die Türkei am 10. März gemeinsam mit dem ZDF-Korrespondent Jörg Brase verlassen, nachdem die Akkreditierungsanträge der beiden Journalisten ohne Angabe von Gründen zurückgewiesen worden waren. Brase erhielt allerdings schon wenige Tage später doch wieder eine Arbeitserlaubnis und konnte nach Istanbul zurückkehren. Der Entzug der Akkreditierungen hatte scharfe Proteste hervorgerufen. Die Bundesregierung hatte die Türkei wiederholt zur Rücknahme der Entscheidungen aufgefordert. "Ich freue mich, dass alle Missverständnisse nun ausgeräumt sind", erklärte Seibert am Montag. Er berichtet seit 1997 aus der Türkei. "Reporter ohne Grenzen" begrüßte die Entscheidung der türkischen Behörden, auch Seibert wieder ins Land zu lassen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit der Journalistenorganisation steht das Land auf Platz 157 von 180 Staaten.

Der Bühnenstreit in Halle spitzt sich zu

Der Geschäftsführer der Theater Oper und Orchester GmbH Halle, Stefan Rosinski, meldet sich in einem Offenen Brief zu Wort. Darin weist er die Vorwürfe zurück, die das Ensemble des Neuen Theaters und Thalia Theaters heute ebenfalls in einem Offenen Brief zur - so wörtlich - "Betriebsklimakatastrophe" veröffentlicht hat. Darin stellt sich das Ensemble hinter ihren Theaterintendanten Matthias Brenner, der Rosinski vor einigen Tagen Mobbing vorgeworfen hatte. Das Ensemble zeigt sich – so wörtlich - massiv irritiert über das destruktive Potenzial der Geschäftsführung und appelliert an den Deutschen Bühnenverein, im Streit zu vermitteln. Rosinski wiederum zeigt sich in seinem Offenen Brief davon irritiert, dass nicht das direkte Gespräch mit ihm gesucht wurde. Zu diesem sei er aber weiter bereit.

Ermittlungen gegen ZPS-Künstler werden eingestellt

Die Ermittlungen gegen die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) werden eingestellt. Der ermittelnde Staatsanwalt in Gera solle mit anderen Aufgaben betraut werden, teilte das Justizministerium nach einem Treffen von Justizminister Dieter Lauinger (Grüne) mit dem Thüringer Generalstaatsanwalt und der Leitung der Staatsanwaltschaft Gera mit. Dies erfolge auf Wunsch des Juristen. Zudem soll der bisher für das Verfahren zuständige Staatsanwalt nicht mehr als Pressesprecher der Behörde tätig sein. Mehrere Medien hatten dem Staatsanwalt einseitige Ermittlungen vorgeworfen. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Gera seit November 2017 gegen die ZPS-Künstler wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Hintergrund ist die Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals, die die Gruppe nahe des Wohnhauses von AfD-Landeschef Björn Höcke aufgestellt hatte.

Dedecius-Preis an Monika Muskala und Thomas Weiler

Monika Muskala aus Salzburg und Thomas Weiler aus Leipzig werden mit dem Karl-Dedecius-Preis für polnisch- und deutschsprachige Übersetzer ausgezeichnet. Damit würden die herausragenden Leistungen der beiden Übersetzer und ihre Vermittlungsarbeit zwischen den Nachbarländern gewürdigt. Das teilte die Robert-Bosch-Stiftung und das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt mit. Monika Muskala arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre als freie Übersetzerin deutschsprachiger Dramen für polnische Bühnen. Thomas Weiler ist seit 2007 als freiberuflicher Übersetzer aus dem Polnischen, Russischen und Belarussischen tätig. Die Auszeichnung ist für jeden Preisträger mit 10.000 Euro dotiert und soll am 17. Mai in Darmstadt übergeben werden.

Tiananmen-Museum in Hongkong verwüstet

Ein umstrittenes Museum zum Gedenken an das Pekinger Tiananmen-Massaker ist in Hongkong verwüstet worden. Das Museum, das von der Hongkonger Allianz zur Unterstützung Patriotischer Demokratischer Bewegungen in China betrieben wird, war 2016 vorübergehend geschlossen worden und soll Ende April an einem neuen Standort wieder eröffnet werden. Unbekannte hätten Steckdosen in dem Gebäude mit Wasser beschädigt und Einrichtungsstücke zerstört, teilte die Polizei mit. Medienberichten zufolge wird vermutet, dass die Täter die Eröffnung des Museums verhindern wollten. In China ist das Thema um das Massaker von 1989 auf Pekings Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) tabu, im autonomen Hongkong herrscht dagegen Meinungsfreiheit. 1989 hatten sich auf dem Platz wochenlang Demonstranten versammelt und politische Reformen gefordert. Am 4. Juni 1989 schoss das Militär auf die Demonstranten. Forscher schätzen, dass bis zu 3000 Menschen getötet wurden. Tausende Demonstranten landeten in Gefängnissen oder Arbeitslagern.

Ottmar Hörl Kunstwerk mit 700 Beethoven-Skulpturen

Anlässlich des 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven (1770-1827) installiert der Künstler Ottmar Hörl rund 700 opalgrün-goldene Beethoven-Skulpturen in Bonn. Die etwa einen Meter hohen Abbilder des bedeutenden Komponisten werden auf dem Bonner Münsterplatz vom 17. Mai bis zum 2. Juni zu sehen sein, teilte die Initiative "Bürger für Beethoven" mit. Mit der Aktion "Ludwig von Beethoven - eine Ode an die Freude" wolle der Künstler erreichen, dass die Menschen umdenken, hieß es. Die Figuren hätten alle ein Lächeln im Gesicht. "Beethovens Kompositionen sind von grandioser Sensibilität und revolutionärer Wirkungskraft", sagte Hörl. Alle Welt kenne ihn nur missmutig abgebildet. Es sei höchste Zeit für eine Erweiterung und einen Paradigmenwechsel in der visuellen kollektiven Beethoven-Wahrnehmung. Die Beethoven-Abbildungen sollen auch über die Ausstellung hinaus künftig das Bonner Stadtbild prägen.

Experte fordert Bleibeperspektive für Sinti und Roma

Deutschland hat nach Auffassung des Politologen Bernd Grafe-Ulke aufgrund des nationalsozialistischen Genozids an Sinti und Roma eine besondere Verantwortung gegenüber diesen Volksgruppen. "Geduldeten Roma, die in ihren Herkunftsländern vielfältiger Diskriminierung ausgesetzt sind, sollte deshalb rechtlich eine Bleibeperspektive eröffnet werden", schrieb Grafe-Ulke in einem Gastbeitrag für den Bremer "Weser-Kurier". Der Antiziganismus in Deutschland sei gewalttätige Realität und nehme sehr wahrscheinlich zu. Sinti und Roma würden daran gehindert, ihre Grund- und Menschenrechte wahrzunehmen, mahnte Grafe-Ulke anlässlich des Welt-Roma-Tages. Bernd Grafe-Ulke leitet in der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten in Celle das Projekt "Kompetent gegen Antiziganismus und Antiromaismus".

Regisseur Serebrennikow aus Hausarrest entlassen

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow ist überraschend nach rund anderthalb Jahren aus dem Hausarrest entlassen worden. Der 49-Jährige dürfe die Stadt aber nicht unerlaubt verlassen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf ein Moskauer Gericht. Der international renommierte Künstler war beschuldigt worden bei einem Theaterprojekt umgerechnet 1,8 Millionen Euro an Staatsgeldern veruntreut zu haben. Serebrennikow hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und befand sich seit August 2017 in Hausarrest. Viele Künstler hatten sich mit dem Regisseur solidarisiert, da das Vorgehen gegen ihn in der russischen Kulturszene als Drohgebärde des Staates empfunden wurde.

Mit-Konstrukteur von Sydneys Opernhaus gestorben

"Ohne ihn wären die spektakulären Segel womöglich nie Realität geworden." So äußerte sich Sydneys Opernchefin Louise Herron bei ihrem Nachruf auf den Ingenieur Joe Bertony, der am Sonntag gestorben ist. Der Franzose sei maßgeblich an der Realisierung des berühmten, 1973 eröffneten Opernhauses beteiligt gewesen. Bertony hatte rund 30.000 handgeschriebene Berechnungen für Stützbogen zum Bau des Opernhauses geliefert und damit erst die Errichtung der weltbekannten segelförmigen Dachkonstruktion ermöglicht. "Diese Berechnungen wurden vom damals einzigen Computer in Australien überprüft, der dafür genügend Kapazitäten hatte", hob Herron hervor. "Nicht ein einziger Fehler wurde gefunden." Sydneys Opernhaus ist das bekannteste Gebäude Australiens und gehört zur Weltkulturerbe-Liste der UNESCO. Wie die Zeitung "Sydney Morning Herald" berichtete, starb Bertony im Alter von 97 Jahren in Sydney.

Sinti und Roma warnen vor "völkischem Denken"

Mit zahlreichen bundesweiten Veranstaltungen wird heute der Welt-Roma-Tag begangen. In diesem Zusammenhang hat der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, das von Rechtsradikalen propagierte "völkische Denken" scharf kritisiert. Es wolle Minderheiten gezielt aus der Gesellschaft ausgrenzen und stelle damit "den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft radikal infrage", sagte Rose am Freitag in Heidelberg. Zugleich forderte er Politik und Kulturinstitutionen auf, die Beiträge von Sinti und Roma zur deutschen und europäischen Kultur noch besser zu dokumentieren und zu würdigen: "Sinti und Roma leben seit über 600 Jahren in Deutschland und in den anderen europäischen Ländern, sie sind seit langen Generationen Bürger dieser Staaten." Mit dem Welt-Roma-Tag wird jedes Jahr an den ersten Welt-Roma-Kongress erinnert, der am 8. April 1971 in London stattfand. Damals wurde die vielfach als diskriminierend empfundene Fremdbezeichnung "Zigeuner" zugunsten der Eigenbezeichnung "Roma" verworfen.

Games Week lädt zum Spielen nach Berlin

In Berlin findet in dieser Woche wieder die "Games Week" statt. Bis zum kommenden Sonntag werden auf dem Branchentreff rund 15.000 Besucher erwartet. Nach Veranstalterangaben spricht die Messe in diesem Jahr bewusst breite Zielgruppen an. So wird es 14 verschiedene Formate geben, die die unterschiedlichen wirtschaftlichen, technologischen, kulturellen, künstlerischen und unterhaltenden Aspekte digitaler Spiele abdecken sollen. Eröffnet wird das Festival heute in der Kulturbrauerei in Berlin. Zum Ausklang am kommenden Sonntag laden die Veranstalter dort auf dem Gamefest in zwei Hallen zum gemeinsamen Zocken internationaler Blockbuster und Retro-Klassiker bis hin zu Brettspielen.

Olivier Awards vergeben

Ein Theaterstück über das moderne Leben als Homosexueller hat in London gleich mehrere Olivier Awards gewonnen, den wichtigsten britischen Theaterpreis. Das Drama "The Inheritance" von Matthew Lopez über junge Männer in New York, eine Generation nach der Aidskrise, wurde als bestes Stück ausgezeichnet. Regisseur Stephen Daldry und Schauspieler Kyle Soller gewannen ebenso. Auch die Beleuchtung wurde ausgezeichnet.

Homophobie in europäischer Kulturhauptstadt Plowdiw

Politiker in der europäischen Kulturhauptstadt Plowdiw wollen eine LGBT-Fotoausstellung mit dem Titel „Balkan Pride verhindern. Die für Juli geplante Ausstellung soll Fotografien vergangener Schwulen- und Lesben-Paraden auf dem Balkan zeigen. „Wir wollen das nicht und wir werden das stoppen, mit legalen und wenn nötig auch mit illegalen Mitteln, sagte der Parlamentsabgeordnete Alexandar Sidi, von der Partei Bulgarische Nationale Bewegung. Morgen will der Plowdiwer Stadtrat darüber abstimmen, ob die zuständige Kulturdezernentin der Stadt, Svetlana Kuyumdzhieva, abgesetzt werden soll. Kuyumdzhieva verurteilte die Aktion als hässliche Provokation und sagte dem britischen Guardian: Ein Verbot könnte den Ruf der Stadt schwer beschädigen. Eine solche Einmischung kann man nur als Diskriminierung und Zensur betrachten. In den letzten Monaten haben sich in Bulgarien Übergriffe gegen Homosexuelle, sowie Anschläge gegen Einrichtungen der schwul-lesbischen-Community gehäuft. Einer Umfrage der LGBT-Organisation Glas zufolge, lehnen zwei Drittel der Bevölkerung homosexuelle Nachbarn ab.

Victor Hugos Exil-Haus auf Guernsey wiedereröffnet

Das Haus des Schriftstellers Victor Hugo auf Guernsey ist wiedereröffnet worden. Hugo hat knapp 15 Jahre auf der britischen Kanalinsel im Exil verbracht. Für mehr als vier Millionen Euro wurde sein Haus nun renoviert, das der französische Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Publizist (1802-1885) in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hat. Hugo hat das Haus in St. Peter Port selbst gestaltet und sich dabei auch von seinen Werken inspirieren lassen. "Hauteville House" gehört heute der Stadt Paris. Hugo, der mit "Die Elenden" und "Der Glöckner von Notre Dame" Weltliteratur verfasst hat, wurde verbannt, weil er sich gegen den Staatsstreich auflehnte, mit dem es Louis-Napoleon Bonaparte im Dezember 1851 gelang, den Weg für die Wiedereinführung der Monarchie im darauffolgenden Jahr frei zu machen.

Pflichtbesuche für Lehrer in KZ-Gedenkstätten?

Kulturstaatsministerin Grütters spricht sich für Pflichtbesuche von Lehrern in KZ-Gedenkstätten aus. "Gedenkstätten sind authentische und eindrucksvolle Orte für eine Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Um Kinder und Jugendliche gut darauf vorzubereiten, seien Lehrerinnen und Lehrer der Geschichte und anderer Geisteswissenschaften ganz wichtige Vermittler: "Der Besuch in einer Gedenkstätte sollte für sie verpflichtender Teil der Lehrerausbildung werden."

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