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Mittwoch, 24.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 27. Juni 2018

Mehr Geld für Weimarer Bauhaus-Museum

Unterstützung wird vom Bund um 2,5 Millionen Euro erhöht

Das Bauhaus-Museum in Weimar erhält zusätzlich 2,5 Millionen Euro aus dem Kulturhaushalt des Bundes. Das habe der Haushaltsausschuss des Bundestags beschlossen, teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider mit. Zum Bauhaus-Jubiläum 2019 unterstützt der Bund außerdem zwei weitere Projekte der Architektur-, Kunst- und Designschule. "Mit dem Beschluss können wichtige Projekte umgesetzt werden", meinte Schneider. Dazu gehöre auch, die Digitalisierung der Sammlung. Das Bauhaus wurde 1919 vom Architekten Walter Gropius gegründet. In Dessau erlebte es mit der künstlerisch-experimentellen Schule ihre Blütezeit, bevor die Lehranstalt in den 1930er Jahren von den Nazis geschlossen wurde. Das Bauhaus-Erbe wird durch die Stiftung Bauhaus Dessau, das Berliner Bauhausarchiv und die Klassik-Stiftung Weimar mit dem Bauhaus-Museum gepflegt.

Musikmanager Joe Jackson gestorben

Joe Jackson baute "Jackson 5" und die Solokarrieren seiner Kinder auf

Der Vater des US-Popstars Michael Jackson, ist tot. Das berichten die Internetsites "ET" und "TMZ". Demnach starb Joe Jackson im Alter von 89 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Bereits vor zwei Tagen hatte Jackson per Twitter angedeutet, dass sein Tod nahe sei. Als Musikmanager formte er aus seinen fünf Söhnen die Soulband "Jackson 5", die in den sechziger und siebziger Jahren großen Erfolg hatte. Später baute er auch die Solokarrieren seines Sohnes Michael und seiner Tochter Janet auf.

Kein Ed-Sheeran-Konzert in Düsseldorf

Stadtrat stimmt gegen neuen Auftrittsort

Nach einem langen politischen Streit hat der Stadtrat von Düsseldorf dem britischen Sänger Ed Sheeran die Genehmigung für einen Auftritt nicht erteilt. Das geplante Open-Air-Konzert sollte auf einem Parkplatz der Düsseldorfer Messe stattfinden, wo dann mehr als 80000 Zuschauer Platz gefunden hätten. Zur Realisierung dieser neuen Veranstaltungsfläche hätten 104 Bäume gefällt werden müssen. Auch das war ein Teil des Konflikts. Im Stadtratsausschuss stimmten CDU, Grüne, Linke gegen, SPD und FDP für die Genehmigung. 85 000 Tickets waren seit Monaten für das Konzert am 22. Juli waren bereits verkauft, nun droht neben dem Ausfall des Konzerts auch ein Rechtsstreit um die Planungskosten. Veranstalter FKP Scorpio hatte angedeutet, bei weiteren Konzertplanungen Düsseldorf künftig nicht mehr zu berücksichtigen.

Leipziger Medienpreis für Tomasz Piatek

Polnischer Journalist wird für investigative Arbeit ausgezeichnet

Der polnische Journalist Tomasz Piatek wird mit dem diesjährigen Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien geehrt. Mit der Auszeichnung des 44-Jährigen solle der Blick der Öffentlichkeit auf Entwicklungen in Osteuropa gelenkt werden, die die Pressefreiheit bedrohten, teilte die Medienstiftung mit. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 8. Oktober in Leipzig überreicht. Die Medienstiftung würdigte Piatek als einen kritischen Beobachter der gesellschaftlichen Veränderungen in seinem Heimatland, der "zunehmend unter Druck durch Regierungsinstitutionen" gerate. Jedoch lasse sich Piatek "auch durch Drohungen in seiner investigativen Arbeit nicht einschüchtern". Tomasz Piatek wurde 1974 in Polen geboren und studierte unter anderem Linguistik in Mailand. Von 1995 bis 2013 arbeitete er für das polnische Nachrichtenmagazin "Polityka" und die italienische Tageszeitung "La Stampa". Seit 2013 schreibt er für die zweitgrößte polnische Tageszeitung "Gazeta Wyborcza".

Rolle des Luchterhand-Verlags in NS-Zeit diffus

Verlag hat Gründungsjahre während NS-Zeit untersuchen lassen

Die Rolle des Luchterhand-Verlages zur NS-Zeit bleibt trotz intensiver historischer Forschungen diffus. Man müsse damit leben, dass es eindeutige Wahrheiten offensichtlich nicht gebe, sagte Verleger Georg Reuchlein bei der Vorstellung einer Studie zu "Luchterhand im Dritten Reich". Der Verlag hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, nachdem 2012 der Vorwurf aufgekommen war, Luchterhand könnte in seinen Gründungsjahren von der Unterdrückungspolitik der Nazis profitiert haben. Im Jahr 1938 hatte der Verlag eine Berliner Druckerei gekauft, deren Eigentümer mit einer jüdischen Frau verlobt war und aus Deutschland fliehen musste. Später erhob dieser Rückerstattungsansprüche und einigte sich nach knapp zwei Jahrzehnten Rechtsstreit mit Luchterhand auf eine Zahlung. Die Autoren fanden keine Belege dafür, dass der Verlag ein "nationalsozialistischer Musterbetrieb" gewesen sei, sagte Co-Autorin Sophie Kräußlich.

Berliner Einheitsdenkmal verzögert sich weiter

Union wirft SPD vor, das Denkmal zu "hintertreiben"

Das seit Jahren geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin verzögert sich weiter. Das umstrittene Projekt stand am Mittwoch nicht wie geplant auf der Tagesordnung des Haushaltsausschusses, bestätigten Unions- und SPD-Fraktion übereinstimmend. Damit kann das Geld für den Baubeginn aller Voraussicht nach erst im Herbst bewilligt werden. Die notwendige Übertragung des Grundstücks vom Land Berlin auf den Bund sei immer noch nicht endgültig vollzogen, sagte ein Sprecher von SPD-Haushaltsobmann Johannes Kahrs. Dies sei aber Voraussetzung für die Freigabe des Geldes. Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat dem Koalitionspartner SPD derweil vorgeworfen, das seit Jahren geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin zu "hintertreiben". Die SPD habe aktiv die Freigabe der erforderlichen Mittel durch den Haushaltsausschuss noch vor der Sommerpause verhindert und stelle damit das ganze Projekt infrage, kritisierten die Unionsabgeordneten Gitta Connemann und Elisabeth Motschmann.

Ruhrtriennale verteidigt Wiedereinladung von Band

"Young Fathers" aus Schottland lehnen erneute Einladung ab

Die Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, hat die Aus- und Wiedereinladung der Band "Young Fathers" begründet. Es hätten wesentliche internationale Künstlerinnen und Künstler als Zeichen des Boykotts abgesagt, sagte sie der "Rheinischen Post". Fünf Künstler hatten den Angaben zufolge bereits ihre Auftritte abgesagt, die nun doch wieder auftreten sollen. Carp hatte die "Young Fathers" vor zwei Wochen ausgeladen, weil sie sich nicht von der umstrittenen israelkritischen BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) distanziert hatten. Am vergangenen Donnerstag hatte Carp dann angekündigt, die Musiker doch wieder einzuladen. Die "Young Fathers" lehnten die erneute Einladung jedoch ab. Kritik an der Wiedereinladung der Band hatten jüdische Verbände und NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) geäußert. Dagegen hatte der israelische Schriftsteller David Grossman den Bandauftritt als Chance zum Dialog gewertet.

Naumburger Dom kaum Chancen auf Weltkulturerbetitel

Unesco tagt in Bahrain

Die Chancen für eine Aufnahme des Naumburger Doms in die Unesco-Weltkulturerbeliste stehen offenbar schlecht. Beim dritten Anlauf bekomme der Kirchenbau in Sachsen-Anhalt heftigen Gegenwind vom Expertengremium Icomos, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung". Laut Gutachten monieren die Icomos-Experten demnach, dass sich der Welterbeantrag weniger auf den Dom und die Architektur, sondern vielmehr auf seine Stifterfiguren beziehe. Icomos habe grundsätzliche Bedenken gegen die Aufnahme von Werken der bildenden Kunst in die Welterbeliste. Auch sein der Dom kein bedeutender "Schnittpunkt menschlicher Werte" und stünde nicht für einen "bedeutsamen Abschnitt der Menschheitsgeschichte". Das Welterbekomitee tagt bis Mittwoch kommender Woche in Bahrain. Neben dem Naumburger Dom ist auch die archäologische Grenzlandschaft von Haithabu und dem Danewerk in Schleswig-Holstein für die Welterbeliste nominiert.

Steinmeier: Digitalisierung braucht Ethik-Diskussion

Menschen dienen bald Maschinen - statt umgekehrt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine Debatte zur Ethik der Digitalisierung angemahnt. Neue Technologie könne "beides - befähigen und entmündigen", sagte Steinmeier in Berlin. "Wenn wir aber nicht wachsam sind, sehe ich jedenfalls das Risiko, dass wir aus einer Zeit, in der die Maschine dem Menschen diente, eintreten in ein Zeitalter, in der der Mensch der Maschine dient." Bei einem Empfang für die Mitglieder des Deutschen Ethikrats im Schloss Bellevue fügte der Bundespräsident hinzu, bei einer Ethik der Digitalisierung gehe es "nicht in erster Linie um die Zukunft von Technologien, sondern es geht um unsere eigene Zukunft - als Menschen und als menschliche Gesellschaft".

Thomas Thieme lehnt Weimar-Preis ab

Auszeichnung wird dieses Jahr nicht vergeben

Der Weimar-Preis wird in diesem Jahr nicht vergeben. Das teilte die Leiterin der Kulturdirektion Julia Miehe mit. Grund ist, dass der Theater- und Filmschauspieler Thomas Thieme die Auszeichung seiner Geburtsstadt abgelehnt habe. Der 69-jährige habe "persönliche Gründe" angegeben, so Miehe. "Wir bedauern das sehr, aber akzeptieren es natürlich." An der Hochachtung für den Darsteller und dessen künstlerische Leistung ändere sich dadurch nichts. Jemanden anderen auszuzeichnen, sei nicht in Erwägung gezogen worden.

Intendantin verlässt das Volkstheater Wien

Anna Badora leitet Traditionsbühne seit 2015/2016

Die Intendantin des Volkstheaters Wien, Anna Badora, will ihren Vertrag als künstlerische Direktorin des Hauses über den August 2020 hinaus nicht verlängern. Grund sei, dass sich "durch verschiedene Umstände die Situation für das Volkstheater geändert" habe. Diese Umstände könne sie "nicht weiter ignorieren, weil sie auf unsere Arbeitsbedingungen unmittelbar Einfluss" hätten. Als Beispiel nannte die 67-jährige, fehlende finanzielle Planungssicherheit und "geringste Kommunikationsmöglichkeit mit den Verantwortlichen im Bund". Badora leitet das Volkstheater Wien seit drei Jahren.

Terhechte wechselt zum Filmfestival in Marrakesch

Der Berlinale-Mann leitet das "Forum" seit 2001

Im Mai hatten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mitgeteilt, dass Christoph Terhechte die Berlinale im Sommer verlassen werde. Nun ist bekannt, dass der langjährige Leiter der Sektion "Forum" künstlerischer Direktor des Internationalen Filmfestivals in Marrakesch wird. Weitere Einzelheiten teilte das Festival, dessen 17. Ausgabe in diesem Jahr vom 30. November bis 8. Dezember stattfindet, nicht mit.

Will Smith und Marc Forster kaufen Münchner Telepool

Das wurde in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgegeben

Das Unternehmen Telepool, das unter anderem dem Bayerischen und Mitteldeutschen Rundfunk gehörte, hat zwei neue Besitzer. Die in Bayern ansässige Medienfirma solle dem US-Schauspieler Will Smith und dem schweizerisch-deutschen Filmemacher Marc Forster bei der Entwicklung, Finanzierung und Vermarktung ihrer Produkte helfen, hieß es. Smith erwarb seine Anteile über die Firma The Smith Family Office Circle, Forster über das Schweizer Unternehmen Elysian Fields, zu dessen Gründern er gehört. Telepool ist in der Branche bisher unter anderem als Vertriebsfirma bekannt, die international mit Kino- und Fernsehstoffen handelt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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