Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Mai 2018

Komponist Dieter Schnebel gestorben

Trauer um einen der wichtigsten Akteure experimenteller Musik

Der Komponist Dieter Schnebel ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren in Berlin, wie Deutschlandfunk Kultur von der Familie Schnebels erfuhr. Der am 14. März 1930 in Lahr/Schwarzwald geborene Schnebel war für seine Kompositionen auf dem Gebiet der experimentellen Musik bekannt. Er war von 1976 bis 1995 Professor für experimentelle Musik und Musikwissenschaft an der Hochschule der Künste in Berlin. Zudem war er als Theologe tätig und verfasste zahlreiche musikwissenschaftliche Essays und Bücher.

Mehr Schutz und Transparenz im Umgang mit Daten

EU-Justizkommissarin über die neue Datenschutz-Grundverordnung

Die Menschen hätten ihre Privatsphäre und ihre Daten jetzt selbst unter Kontrolle, sagte die EU-Justizkommissarin Vera Jourova anlässlich der neuen Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt. Jourova sagte der "Bild am Sonntag", die neuen Regeln sorgten dafür, dass Unternehmen und Institutionen jetzt genau sagen müssten, für welchen Zweck sie welche Daten haben wollten: "Jeder hat nun jederzeit das Recht zu sagen, ich will nicht mehr, gib mir alle meine Daten zurück", so die Kommissarin weiter. Sie forderte: "Wenn Unternehmen mit unseren Daten Geld verdienen, erwarte ich, dass sie auch in der Lage sind, die Vorschriften umzusetzen. (...) Es gilt: Stellen Sie sicher, dass die Daten Ihrer Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner nicht in die Hände von Hackern fallen". Auch der Staat müsse darauf achten, nicht mehr Daten zu sammeln, als er wirklich benötige. "Wenn das so ist, können sich die Bürger jetzt auch dagegen wehren", unterstrich Jourova.

Dylans Gitarre für 490.000 Dollar versteigert

Fender Telecaster E-Gitarre findet neuen Besitzer

Eine von Weltstar Bob Dylan gespielte Gitarre wurde in New York versteigert. Es handelt sich um die 1965 Fender Telecaster E-Gitarre, wie das Auktionshaus Julien's auf Twitter bestätigte. Dylan schrieb mit der Gitarre Musikgeschichte: Er spielte sie auf seiner Welttournee 1966. Bis dahin spielte der Folkmusiker fast ausschließlich auf einer akustischen Gitarre und verstärkte seine Musik nicht elektrisch. Die E-Gitarre gehörte dem Gitarristen und Songwriter Robbie Robertson und wurde Julien's zufolge von Dylan und auch von weiteren Musiklegenden wie George Harrison und Eric Clapton gespielt. Sie kam demzufolge bei großen Konzerten und den Aufnahmen zu wichtigen Rock'n'Roll-Alben zum Einsatz. Über den neuen Besitzer machte das Auktionshaus keine Angaben.

"Europa-Nostra"-Preis für restaurierte Kirche auf Naxos

Auch zehn deutsche Kirchen hatten sich um den Preis beworben

Die Restaurierung eines der wichtigsten Gotteshäuser Griechenlands, der Kirche Agia Kyriaki auf der Insel Naxos, wird mit dem "Europa Nostra"-Preis ausgezeichnet. Damit werde insbesondere die Arbeit griechischer und Schweizer Experten bei der Bewahrung der aus dem 8. und 9. Jahrhundert stammenden Wandmalereien dort gewürdigt. Der Preis wird gemeinsam von der Europäischen Kommission und der "Europa Nostra"-Stiftung vergeben. In diesem Jahr hatten sich insgesamt 163 Projekte aus 31 Ländern für die Auszeichnung beworben. Auch aus Deutschland hatten sich zehn Projekte beworben, dazu gehören die konservatorischen Arbeiten am Winzerberg des Potsdamer Schlosses Sanssouci und das restaurierte Doktor Barner-Sanatorium in Braunlage.

Luc Besson der Vergewaltigung beschuldigt

27 Jahre alte Schauspielerin reichte Klage ein

Eine 27 Jahre alte Schauspielerin wirft dem französischen Regisseur und Produzenten Luc Besson Vergewaltigung vor. Die Frau habe Anzeige bei der Polizei erstattet, es laufe nun eine Untersuchung, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine namentlich ungenannte Justizquelle. Bessons Anwalt Thierry Marembert erklärte demnach, dass Besson "diese frei erfundenen Anschuldigungen kategorisch" zurückweise. Besson kenne die Person und habe sich niemals unangebracht verhalten. Der Vorfall soll sich in der Nacht zum vergangenen Freitag in einem Pariser Luxushotel ereignet haben. Der 59 Jahre alte Regisseur, der sich im Ausland aufhalte, sei bisher nicht angehört worden, hieß es in dem Bericht.

Cannes: Kämpferische Rede von Asia Argento

Schauspielerin bekräftigt Vorwürfe gegen Harvey Weinstein

Mit einer kämpferischen Rede gegen Harvey Weinstein und sexuellen Missbrauch hat die italienische Schauspielerin Asia Argento die Gäste der Abschlussgala beim Filmfest Cannes berührt. "1997 wurde ich von Harvey Weinstein vergewaltigt", sagte die 42-Jährige. Der Vorfall habe sich beim Filmfest Cannes ereignet. "Dies war sein Jagdgebiet." Vieles habe sich zwar getan, doch noch "heute Abend sitzen welche unter uns, die noch zur Verantwortung gezogen werden müssen", sagte sie. "Wir lassen euch nicht davonkommen." Argento hatte ihre Anschuldigungen gegen den Hollywood-Produzenten Weinstein bereits in den vergangenen Monaten vorgebracht. Nun nutzte sie ihre Präsenz auf der Bühne des Festivalpalastes, wo sie die Auszeichnung für die beste Schauspielerin ankündigte - die ging an Samal Yeslyamova aus Nordkasachstan für ihre Leistung in der deutschen Koproduktion "Ayka" von Sergey Dvortsevoy.

Met-Oper verklagt rausgeworfenen Dirigenten

Beide Seiten fordern Schadenersatz in Millionenhöhe

Im Streit zwischen der New Yorker Metropolitan Oper und ihrem entlassenen Star-Dirigenten James Levine fordern beiden Seiten Schadenersatz in Millionenhöhe. In ihrer Klage nennt die Met etliche Details zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Levine. Die Oper will von Levine wegen Verletzung seiner Pflichten und Rufschädigung mindestens 5,8 Millionen US-Dollar (4,9 Millionen Euro). Bei der internen Aufarbeitung seien glaubwürdige Beweise dafür aufgetaucht, dass Levine "seinen Ruf und seine Machtposition genutzt hat, um Künstlern nachzustellen und sie zu missbrauchen". Die Klage enthält laut "New York Times" Details zu sieben Fällen aus den 1970er-Jahren bis 1999, nennt aber keine Namen der Opfer. Der 74-Jährige bestreitet die Vorwürfe und sieht ebenfalls seinen Ruf geschädigt. Er verklagt das Haus auf den gleichen Betrag.

Frankfurter Kunsthalle Schirn wird saniert

Schließung von Juni bis September

Die Frankfurter Kunsthalle Schirn wird innen saniert und muss dafür drei Monate schließen. Von Juni bis September werden Parkett, Klimatechnik und Elektroverkabelung erneuert, teilte die Verwaltung der Kunsthalle mit. Die Kosten werden auf fünf Millionen Euro beziffert. Teilweise wiedereröffnet werden soll das Haus am 22. August. Dann beginnt die Ausstellung "Neïl Beloufa. Global Agreement". Weil im Rest des Gebäudes dann noch gearbeitet wird, kostet die Schau für die Besucher keinen Eintritt. Die Schirn wurde Mitte der 1980er Jahre gebaut und weist auch Schäden an der Fassade auf. Eine Sanierung außen steht derzeit nicht an.

Goldene Palme für japanisches Familiendrama

Spezialpreis geht an Jean-Luc Godard für "The Image Book"

Das japanische Familiendrama "Shoplifters" von Hirokazu Koreeda wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. US-Filmemacher Spike Lee bekam für seinen Film "Blackkklansman" den Großen Preis der Jury. Der französische Regisseur Jean-Luc Godard erhielt einen Spezialpreis für "The Image Book". Der Preis der ökumenischen Jury geht an Nadine Labaki für "Capharnaum". Als bester Hauptdarsteller wurde Marcello Fonte für seine Rolle in "Dogman" ausgezeichnet, als beste Hauptdarstellerin Samal Yeslyamova für ihre Rolle in "Ayka". Pawel Pawlikowksi wurde für seinen Film "Cold War" als bester Regisseur ausgezeichnet.

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