Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 25.08.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Kulturnachrichten

Freitag, 4. Mai 2018

Belästigungsvorwürfe: Offener Brief pro Henke

20 Frauen aus der Film- und Fernsehindustrie unterstützen WDR-Programmchef

In einem offenen Brief haben sich 20 Frauen aus der Film- und Fernsehindustrie zu Wort gemeldet. Sie berichten über positive Erfahrungen in der Arbeit mit dem
Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie beim WDR, Gebhard Henke. In dem Brief heißt es: "Gebhard Henke ist uns und unserer Arbeit in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stets respektvoll begegnet. Wir schätzen ihn, seine Arbeit und seine Integrität." Die Auseinandersetzung mit den Vorwürfen solle differenziert geführt werden. Zu den Unterzeichnern gehören u.a die Schauspielerin Iris Berben und die Regisseurin Hermine Huntgeburth. Gebhard Henke ist zur Zeit vom WDR freigestellt, nachdem ihm sechs Frauen, darunter die Autorin Charlotte Roche, sexuelle Belästigung vorgeworfen haben. Henke bestreitet die Vorwürfe.

55. Theatertreffen eröffnet

Auftakt mit Frank Castorfs "Faust"-Inszenierung

Im Haus der Berliner Festspiele ist am Freitagabend das 55. Theatertreffen eröffnet worden. Zum Auftakt stand Frank Castorfs rund siebenstündige "Faust"-Inszenierung auf dem Programm. Das Goethe-Werk war Castorfs letzte große Regiearbeit an der Berliner Volksbühne, bevor er den Chefsessel an dem Theater nach einen Vierteljahrhundert als Intendant räumen musste. Bis zum 21. Mai zeigt das Theatertreffen die zehn "bemerkenswertesten" Inszenierungen der Saison aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zu sehen sind Inszenierungen von Regisseuren wie Thomas Ostermeier, Ulrich Rasche und Falk Richter.

Schauspieler Wolfgang Völz gestorben

Völz starb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren

Der Schauspieler Wolfgang Völz ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa starb er am Mittwoch. Völz stand für mehr als 600 Fernseh- und rund 150 Kinofilme vor der Kamera. Völz war Mitglied der "Raumpatrouille Orion", der Butler in der ARD-Serie "Graf Yoster gibt sich die Ehre" und Sir John in den Edgar-Wallace-Parodien "Der Wixxer" und "Neues vom Wixxer". Als Synchronsprecher lieh er seine markante Stimme Stars wie Walter Matthau, Peter Ustinov und Mel Brooks. Kindern war Völz als die Stimme von Käpt'n Blaubär aus der "Sendung mit der Maus" bekannt.

PEN-Zentrum fordert Moratorium für Marx-Denkmal

Solidarisierung mit der chinesischen Dichterin Liu Xia erhofft

Der Schriftstellerverband PEN-Zentrum Deutschland fordert die Stadt Trier auf, die für diesen Samstag geplante Eröffnung des von China geschenkten Karl-Marx-Denkmals zu verschieben. Vor der Enthüllung der fünfeinhalb Meter hohen Marx-Statue solle das PEN-Ehrenmitglied, die chinesische Dichterin Liu Xia, aus dem 2010 verhängten Hausarrest entlassen und ihr die Ausreise erlaubt werden. Der PEN-Vizepräsident Ralf Nestmeyer ist sich in einem offenen Brief an den Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe sicher, dass dies im Sinne von Karl Marx gewesen sei. Marx sei als Redakteur der "Rheinischen Zeitung" wiederholt entschieden für die Freiheit des Wortes eingetreten. Eine Verschiebung der Denkmaleröffnung und die Solidarisierung mit dem "gesundheitlich schwer angeschlagenen Ehrenmitglied Liu Xia" wäre ein deutliches Signal für die Meinungsfreiheit, so der PEN-Vizepräsident.

Musiker Abi Ofarim ist tot

Als Duo Esther&Abi Ofarim große Erfolge gefeiert

Der israelische Musiker Abi Ofarim ist tot. Der 80-Jährige starb nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in München. Ofarim feierte in den 1960er Jahren mit seiner ersten Frau große Erfolge im Duo Esther & Abi Ofarim. Es folgten Alkohol- und Drogenexzesse und zahlreiche Negativ-Schlagzeilen. Anfang der 1980er Jahre berappelte sich Ofarim und brachte ein neues Album auf den Markt, später arbeitete er als Produzent. Im Januar 2017 wurde der Sänger schwer krank.

Schriftsteller sehen Zukunft für Literaturnobelpreis

Sibylle Lewitscharoff und Martin Walser rechnen mit Umorganisieren der Akademie

Die Schriftsteller Sibylle Lewitscharoff und Martin Walser glauben an die Zukunft des Literaturnobelpreises. Sie halte den Preis für wesentlich, sagte Lewitscharoff dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Sie glaube nicht, dass der Nobelpreis das Schicksal des Echos teilen werde, sagte die Büchnerpreisträgerin. Im Gegensatz zum Echo sei der Literaturnobelpreis ein Qualitätspreis, der erhalten werden müsse. Auch Walser hält langfristige Folgen des aktuellen Skandals für unwahrscheinlich. "Die Akademie wird sich umorganisieren, und dann wird alles weitergehen wie bisher." Die Schwedische Akademie hatte erklärt, den Literaturnobelpreis in diesem Jahr nicht zu verleihen. Auslöser für die Krise war ein Belästigungs- und Korruptionsskandal innerhalb der Akademie. Preisträger 2018 soll zusammen mit Preis für 2019 verkündet werden.

Präventionsprogramm gegen Mobbing startet

Prominente unterstützen neue Stiftung gegen Mobbing an Grundschulen

Mit Unterstützung zahlreicher Prominenter will eine neue Stiftung Grundschulkinder für das Thema Mobbing sensibilisieren. Zum Auftakt startete in Köln ein Präventionsprogramm mit dem Titel "Du doof?!". Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sandte eine Video-Botschaft. Bei Aktionstagen an Grundschulen sollen Schüler unter anderem mit Rollenspielen und speziellen Lernmaterialien ermutigt werden, Mobbing entgegenzutreten, sagte der TV-Moderator und Komiker Tom Lehel. Er hat die Stiftung "Mobbing stoppen! Kinder stärken!" gegründet. Sie finanziert sich nach Angaben der Gründer durch Spenden. Zu den Unterstützern gehören unter anderem "Verstehen Sie Spaß"-Moderator Guido Cantz, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel sowie die Youtube-Stars "Die Lochis".

Kölner Stadtrat genehmigt Museumskomplex

Neubau soll neben dem Dom entstehen

Neben dem Dom soll ein Neubau für das Kölnische Stadtmuseum entstehen, das die Geschichte der Stadt seit dem Mittelalter zeigt. Der Stadtrat genehmigte mit breiter Mehrheit die nächste Planungsphase für das ehrgeizige Projekt. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) auf 116 Millionen Euro. Unmittelbar daneben steht das Römisch-Germanische Museum, das die Kölner Antike behandelt. So soll auf engstem Raum die gesamte 2000-jährige Geschichte der viertgrößten deutschen Stadt lebendig werden. Die Stadt hofft, dass viele der jährlich sechs Millionen Besucher des Kölner Doms dann auch diese „Historische Mitte" ansteuern werden. Der Komplex soll den Ausgangspunkt einer Kulturmeile bilden.

Standortsuche für documenta-Obelisken

Künstler muss noch über Verkauf entscheiden

Der Obelisk des documenta-Künstler Olu Oguibe könnte nach Ansicht der Kasseler Kulturdezernentin Susanne Völker nach einem möglichen Erwerb einen neuen Standort bekommen. Vorgeschlagen ist der Holländische Platz, an dem die Universität liegt und das neue documenta-Institut entstehen soll, sagte Völker der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen". Vorher müsse Oguibe entscheiden, ob er sich mit den rund 130.000 Euro, die in einer Spendenaktion für den Obelisken zusammenkamen, zufriedengebe. Oguibe hatte für seinen 16 Meter hohen Obelisken ursprünglich 600.000 Euro verlangt, aber Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Auf dem Obelisken ist das Bibelwort „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäusevangelium in deutscher, englischer, türkischer und arabischer Sprache eingraviert. Der Obelisk steht derzeit auf dem zentralen Kasseler Königsplatz, dieser solle nach Wunsch der Stadt zum Bespielen durch andere documenta-Kuratoren frei gehalten werden. Sollte der Künstler nicht einverstanden sei, wird der Obelisk abgebaut und die Spenden werden zurückerstattet.

Literaturnobelpreis wird 2018 nicht vergeben

Preisträger 2018 soll zusammen mit Preis für 2019 verkündet werden

In diesem Jahr wird wegen der Krise in der Schwedischen Akademie kein Literaturnobelpreis vergeben. Stattdessen werde der Preisträger für 2018 im kommenden Jahr zusammen mit dem Preis für 2019 verkündet, teilte das Jury-Gremium in Stockholm mit. "Wir halten es für nötig, Zeit zu investieren, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akademie wieder herzustellen, bevor der nächste Preisträger verkündet werden kann", erklärte der Interims-Vorsitzende Anders Olsson. Die Entscheidung sei im Hinblick sowohl auf die derzeit geringe Zahl an Akademie-Mitgliedern, als auch auf das verlorene Vertrauen der Öffentlichkeit in die Akademie gefallen. Das Gremium, das seit 1901 den Träger des Literaturnobelpreises auswählt, wird von einem Belästigungs- und Korruptionsskandal erschüttert.

72. Ruhrfestspiele eröffnet

Ovationen für Wiener Burgtheater

In Recklinghausen haben am Donnerstagabend die 72. Ruhrfestspiele begonnen. Das Eröffnungsstück "Der Besuch der alten Dame" vom Wiener Burgtheater wurde vom Publikum gefeiert. In den nächsten sechs Wochen stehen viele bekannte Künstler in der Ruhrgebietsstadt auf der Bühne. Darunter sind US-Schauspieler wie John Malkovich und Bill Murray. Markenzeichen der Ruhrfestspiele sind auch die vielen Uraufführungen. Bis zum 17. Juni werden 110 Produktionen gezeigt. Es gibt rund 300 Aufführungen mit Theater, Tanz, Lesungen, Kabarett und Konzerten. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 80 000 Besucher. Leitmotiv des Festivals ist dieses Jahr der Begriff "Heimat".

Twitter fordert Nutzer zur Passwort-Änderung auf

Panne offenbar bereits vor Wochen entdeckt

Twitter ruft seine mehr als 330 Millionen Nutzer zu einer Passwortänderung auf. Nach einer Panne seien einige Kennwörter versehentlich in internen Datenbanken gespeichert worden, teilte der US-Kurznachrichtendienst mit. Eine interne Untersuchung habe keinen Hinweis darauf gefunden, dass die Passwörter von Insidern gestohlen oder missbraucht worden seien. Die Änderung der Passwörter sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Unternehmen entschuldigte sich für das Problem. Twitter gab nicht bekannt, wie viele Passwörter betroffen seien. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte jedoch, dass die Zahl "beträchtlich" sei. Außerdem sei die Panne bereits vor Wochen entdeckt worden. Twitter habe den Vorfall daraufhin einigen Behörden mitgeteilt.

Beat Furrer erhält Siemens-Musikpreis

Auszeichnung ist mit 250 000 Euro dotiert

Der Schweizer Komponist Beat Furrer ist im Münchner Prinzregententheater mit dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet worden. Sein kompositorisches Lebenswerk erstrecke sich über alle musikalischen Gattungen und sei von geradezu suggestiver Kraft, lautet das Urteil der Jury. Mit jedem neuen Werk führe der 63-Jährige musikalische Ideen einen Schritt weiter und erkunde unbekanntes ästhetisches Terrain. Der Preis der Ernst-von-Siemens-Musikstiftung gilt als eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen der klassischen Musik. Er ist mit 250 000 Euro dotiert.

Kulturnachrichten hören

Mai 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

PopmusikSkandalbelastete Künstler stumm schalten
Hand hält Mobiltelefon, die Szene ist in grünes Licht getaucht. (imago stock&people/ images / Newscast)

Darf ich noch Michael Jackson hören? Spätestens seit den Missbrauchsskandalen um Jackson und R. Kelly ist Popmusik zu einem politischen Thema geworden. Eine Debatte mit der Musikjournalistin Lisa Ludwig und der Politikwissenschaftlerin Samira El Ouassi.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur