Seit 23:05 Uhr Fazit

Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Mai 2018

Cambridge Analytica soll geschlossen werden

Firma stand im Mittelpunkt des aktuellen Datenskandals um Facebook

Cambridge Analytica, die Firma im Mittelpunkt des aktuellen Datenskandals um Facebook, soll laut einem Medienbericht geschlossen werden. Auch die britische Dachgesellschaft SCL Group mache dicht, sagte SCL-Gründer Nigel Oakes dem "Wall Street Journal". Auslöser sei, dass die Firma Kunden verloren habe und zugleich die Anwaltskosten im Zuge der Ermittlungen zum Datenskandal in die Höhe gingen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.
Bei dem Facebook-Skandal ging es um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern, die dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein sollen.

Ralph Reichel soll Volkstheater-Intendant werden

Reichel wird ab Sommer 2019 Nachfolger von Joachim Kümmritz

Der Schauspieldirektor des Rostocker Volkstheaters, Ralph Reichel, soll dort ab Sommer 2019 Nachfolger von Intendant Joachim Kümmritz werden. Dies hat der Hauptausschuss der Rostocker Bürgerschaft beschlossen. Damit folgte der Ausschuss dem Vorschlag des Theater-Aufsichtsrats und beauftragte Oberbürgermeister Roland Methling, mit Reichel einen Vertrag auszuhandeln. Der 49-Jährige, der in Rostock derzeit Vize-Intendant ist, war der einzige Kandidat. Der 68-jährige Kümmritz hatte im Sommer 2016 nach der fristlosen Kündigung von Sewan Latchinian die Intendanz übernommen - in einer für das Haus extrem schwierigen Zeit. Es war ihm nach Einschätzung von Beobachtern gelungen, wieder Ruhe einkehren zu lassen und die Zahl der verkauften Tickets zu steigern.

Ermittlungen gegen Rapper Kollegah und Farid Bang

Zwei Strafanzeigen sind gegen die Musiker eingegangen

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang. Das hat Behördensprecher Ralf Herrenbrück auf Anfrage mitgeteilt. Die "Westdeutsche Zeitung" hat darüber berichtet. Es seien zwei Strafanzeigen eingegangen. Nun werden die Liedtexte der Rapper auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüft. Geprüft würden nicht nur die Texte der letzten CD, sondern auch frühere Songs der Gangsta-Rapper. Die Verleihung des Musikpreises Echo an die beiden Rapper hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Preises führte.

Elmar Altvater gestorben

Politikwissenschaftler wurde 79 Jahre alt

Der Autor und Politikwissenschaftler Elmar Altvater ist am 1. Mai im Alter von 79 Jahren gestorben, wie sein Verlag mitteilte. Altvater war Professor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und dort auch nach seiner Emeritierung 2004 in Forschung und Lehre aktiv. Außerdem war er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der globalisierungskritischen Organisation attac. In seinen Schriften befasste er sich neben entwicklungspolitischen Fragen vor allen Dingen mit den Auswirkungen des Kapitalismus.

E-Gitarren-Ikone Gibson beantragt Gläubigerschutz

Umschuldung scheint letzte Rettung

Dem Pionier der elektrischen Gitarre droht der Schlussakkord: Die Kultfirma Gibson kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das Unternehmen mit Sitz in der Country-Hochburg Nashville im US-Bundesstaat Tennessee teilte mit, Gläubigerschutz nach dem US-Insolvenzgesetz beantragt zu haben. Gibson steht mit rund 500 Millionen Dollar bei Geldgebern in der Kreide. Eine Umschuldung, bei der Firmenchef Henry Juszkiewicz zwar bleiben darf, im Hintergrund aber Hedgefonds-Investoren die Macht übernehmen, ist der letzte Strohhalm. Die Firma, auf deren Gitarren schon Legenden wie Elvis, John Lennon oder Johnny Cash spielten, steckt trotz eines Jahresumsatzes von rund 1,2 Milliarden Dollar in akuter Finanznot.

Neues Online-Portal zum NS-Raubkunstfall Mosse

Die Sammlung Mosse gilt als einer der wohl größten Fälle von NS-Raubkunst

Kunstfreunde können sich künftig in einer Datenbank über einen der größten Fälle von NS-Raubkunst informieren. Die Initiative zur Erforschung der Kunstsammlung des legendären jüdischen Verlegers Rudolf Mosse schaltete ein Online-Portal mit ihren bisherigen Ergebnissen frei. "Unser Ziel ist es, die Kunstsammlung von Rudolf Mosse zu rekonstruieren und zu recherchieren, wo sich die von den Nationalsozialisten entzogenen Werke gegenwärtig befinden", sagte Koordinatorin Meike Hoffmann von der Mosse Art Research Initiative. In dem Projekt arbeiten erstmals deutsche Institutionen mit den Nachfahren der einstigen Nazi-Opfer zusammen. Die Sammlung Mosse gilt mit ihren Tausenden Bildern, Skulpturen, Objekten, Büchern und Antiquitäten als einer der wohl größten Fälle von NS-Raubkunst.

Macelaru neuer Dirigent des WDR-Sinfonieorchesters

Macelaru übernimmt den Posten von Jukka-Pekka Saraste

Der neue Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters heißt Cristian Macelaru. Der 38-Jährige wird mit Beginn der Spielzeit 2019/2020 den Posten von Jukka-Pekka Saraste übernehmen, wie der WDR mitteilte. "Mit Cristian Macelaru ist es uns gelungen, einen herausragenden und weltweit sehr gefragten Dirigenten zu gewinnen", erklärte Intendant Tom Buhrow. Macelaru begann seine musikalische Karriere als Geiger. Als Dirigent gab er 2010 an der Houston Grand Opera sein Debüt. Sowohl in den USA als auch in Europa hat er mittlerweile bei bedeutenden Orchestern am Pult gestanden.

Neue Schriftzeichen auf Qumran-Rollen entdeckt

Buchstaben sind durch neue Bildverarbeitungstechnologie sichtbar geworden

Auf den berühmten Qumran-Rollen mit Bibeltexten vom Toten Meer hat ein israelischer Forscher neue Schriftzeichen entdeckt. Durch eine neue Bildverarbeitungstechnologie seien die Buchstaben auf den rund 2000 Jahre alten Fragmenten jetzt erst sichtbar geworden, bestätigte eine Sprecherin der israelischen Altertumsbehörde in Jerusalem. Die Technologie sei ursprünglich für die US-Weltraumbehörde Nasa entwickelt worden. Oren Ableman, Schriftrollen-Forscher und Doktorand an der Hebräischen Universität in Jerusalem, habe nun mithilfe von Infrarotlicht Spuren von Tinte entdeckt, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen gewesen seien. Eines der Fragmente, das Buchstaben in Althebräisch enthält, könne sogar der Hinweis auf ein bisher unbekanntes Manuskript sein.

Castorf inszeniert Brecht am Berliner Ensemble

Castorfs letzte Brecht-Inszenierung hatte zu einem Aufführungsverbot geführt

Ex-Volksbühnenintendant Frank Castorf inszeniert erneut am Berliner Ensemble. An der einstigen Brecht-Bühne am Schiffbauerdamm zeigt Castorf "Galileo Galilei" von und nach Brechts Werk "Leben des Galilei". Premiere soll im Januar 2019 sein, wie Theaterdirektor Oliver Reese ankündigte. Der 85-jährige Jürgen Holtz werde den Galileo Galilei spielen. Castorfs letzte Brecht-Inszenierung hatte zu einem Aufführungsverbot geführt. Die 2015 gestorbene Barbara Brecht-Schall - Tochter des Dramatikers Bertolt Brecht und der Schauspielerin Helene Weigel - hatte als Nachlassverwalterin Aufführungen von Brechts Stück "Baal" in der Regie von Castorf am Münchner Residenztheater wegen Eingriffen in den Originaltext gerichtlich untersagen lassen. "Deshalb haben wir frühzeitig mit den Brecht-Erbinnen Johanna und Jenny Schall geklärt, dass wir die Inszenierung als 'von und nach Brecht' ankündigen und - wenn Castorfs Konzeption konkreter sein wird - einen veränderten Titel finden", so Reese.

Zuckerberg kündigt Partnersuche-Funktion an

Auf Datenschutz sei dabei besonders geachtet worden, so Zuckerberg

Facebook steigt ins Geschäft mit der Partnersuche ein. Für die Dating-Funktion werden Mitglieder gesonderte Profile anlegen müssen, die auch nur für andere Flirt-Interessierte sichtbar sein werden, wie Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg ankündigte. Auf den Datenschutz sei dabei besonders geachtet worden. Ob Facebook auch auf sein enormes Wissen über die Mitglieder zurückgreifen will, um Partner-Vorschläge zu machen, blieb zunächst unklar. Zunächst wurde nur bekannt, dass Nutzer an Events und Gruppen teilnehmen und dort ihre Profile für andere sichtbar machen können. Die Kommunikation zwischen zwei Personen soll über einen eigenen neuen Chatdienst laufen. Das Dating-Profil soll nicht für die Facebook-Freunde eines Nutzers sichtbar sei - und sie sollen auch nicht als potenzielle Partner vorgeschlagen werden, hieß es. Weitere Details soll es in den kommenden Monaten geben.

Abriss der Potsdamer Fachhochschule beginnt

Letztes Gebäude mit markanter DDR-Architektur verschwindet

Nach jahrelangen Protesten wird die ehemalige Fachhochschule in der historischen Potsdamer Innenstadt abgerissen. Mit dem Skelettbau aus den 1970er Jahren verschwindet ein weiteres Stück DDR-Geschichte in Potsdam. Das Gebäude soll mit Abrissbaggern geschossweise abgetragen werden. Dabei müssen bis zum Herbst 30 000 Tonnen Schutt abtransportiert werden. Die entstehende Fläche soll dann für ein neues Viertel mit Wohn- und Geschäftshäusern genutzt werden. Neben dem ehemaligen Interhotel "Mercure" war die Fachhochschule eines der letzten verbliebenen Gebäude mit markanter DDR-Architektur in der historischen Stadtmitte.

Medien-Kongresse starten in Berlin

Rund 9.000 Besucher werden auf Media Convention Berlin und re:publica erwartet

Populäre Medienphänomene und "nahezu menschliche" Technologien stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Medienkongresse Media Convention Berlin und re:publica. Bei dem Parallel-Event in der Hauptstadt debattieren in etwa 400 Diskussionsrunden und Vorträgen mehr als 1.000 Medienexperten und Prominente auf 20 Bühnen des Zentrums "Station Berlin" über die Zukunft des Journalismus, gesellschaftliche Veränderungen durch digitale Trends und über Populismus im Netz. Die diesjährige re:publica steht unter dem Motto "POP". Zu den Hunderten Sprechern gehört auch US-Whistleblowerin Chelsea Manning, die vor einem Jahr aus der US-Militärhaft entlassen worden war. Auf der dreitägigen Veranstaltung und der begleitenden Media Convention werden mehr als 9000 Besucher erwartet.

"Nasser Limes" soll Welterbe werden

Projekt steht auf der deutschen Vorschlagsliste

Der Niedergermanische Limes zwischen Bad Breisig in Rheinland-Pfalz und dem Seebad Katwijk in den Niederlanden soll Kandidat fürs Weltkulturerbe werden. Dabei geht es um einen etwa 400 Kilometer langen Grenzabschnitt, der dem Verlauf des Rheins zur Römerzeit entspricht. Dieser sogenannte "nasse Limes" endet an Grenzanlagen, die bereits unter Welterbe-Schutz stehen. Im Norden ist es der Hadrianswall in Großbritannien. Im Süden ist es der Obergermanisch-Raetische Limes, der von Rheinbrohl in Rheinland-Pfalz 550 Kilometer lang bis nach Eining in Bayern reicht. Die Nominierung für den Niedergermanischen Limes soll 2020 eingereicht werden.

Rekordverdächtige Verkäufe von Karl-Marx-Werken

200 Jahre nach seinem Tod verkaufen sich die Bücher so gut wie lange nicht

Mit Blick auf die Bände seines Hauptwerks "Das Kapital" sagte die Geschäftsführerin des Karl Dietz Verlages Berlin, Sabine Nuss, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Jahr 2016 auf 2017 stieg der Verkauf um rund 20 Prozent. In diesem Jahr erwarte man auf Basis der ersten Monate einen erneuten Zuwachs auf deutlich mehr als 3000 Stück. Das sei für ein historisches Werk eine immens hohe Zahl, die nur die wenigsten aktuellen wissenschaftlichen Titel erreichten, erklärte Nuss. Einen ersten Höhepunkt nach dem Zusammenbruch des Ostblocks hätte das "Kapital" im Jahr 2008 erlebt. Der ehemals SED-eigene Verlag Karl Dietz gibt laut Bericht seit DDR-Zeiten die Marx-Engels-Werke (MEW) heraus, heute im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Kulturnachrichten hören

Mai 2018
MO DI MI DO FR SA SO
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur