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Donnerstag, 18.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Juli 2019

Paul McCartney schreibt sein erstes Musical

Paul McCartney wirkt erstmals als Komponist an einem Musical mit. Bei der Adaptation des Filmklassikers "Ist das Leben nicht schön?" arbeitet der 77-jährige Ex-Beatle mit dem Dramatiker Lee Hall und dem im Londoner Theaterviertel West End aktiven Produzenten Bill Kenwright zusammen. Er habe eigentlich nie erwogen, einmal ein Musical zu schreiben, sagte McCartney. Doch nach einem Treffen mit Kenwright und Hall vor drei Jahren habe er sich beim Gedanken ertappt, dass es interessant und spaßig sein könnte. Frank Capras Tragikomödie "Ist das Leben nicht schön?" handelt von einem von Reue zerfressenen, kleinbürgerlichen Banker namens George Bailey, dem ein Schutzengel neuen Lebensmut einhaucht. Die Produzenten peilen Ende 2020 als Starttermin für das Musical an. Wo es zu sehen sein wird, ist noch unklar.

Missbrauchsverfahren gegen Kevin Spacey eingestellt

Das Strafverfahren gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs wird eingestellt. Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Massachusetts teilte gestern mit, sie habe die Vorwürfe gegen den 59-Jährigen fallengelassen, da das mutmaßliche Opfer die Aussage verweigere. Der zweifache Oscar-Preisträger Spacey soll den damals 18-jährigen Mann im Sommer 2016 betrunken gemacht und ihm in den Schritt gefasst haben. Der Hollywood-Star ("American Beauty", "House of Cards") bestreitet die Vorwürfe.

Bregenzer Festspiele eröffnet

Mit der Oper Rigoletto sind die Bregenzer Festspiele in ihre 74. Saison gestartet. Rund vier Wochen lang wird das Werk von Giuseppe Verdi mit der bekannten Arie "La donna è mobile" nun auf der Seebühne am österreichischen Bodenseeufer zu sehen sein. Die Inszenierung kommt von Philipp Stölzl, der als Theaterregisseur und Filmemacher bekannt ist.

Tutanchamun-Sarg wird restauriert

Der vergoldete Holzsarg des altägyptischen Königs Tutanchamun soll ein knappes Jahrhundert nach seiner Entdeckung restauriert werden. Der äußerste der insgesamt drei Särge zeigt Risse in der Goldschicht. Die Arbeiten sollen laut dem Ägyptischen Museum in Kairo mindestens acht Monate in Anspruch nehmen. 1922 entdeckte der britische Ägyptologe Howard Carter im Tal der Könige nahe dem oberägyptischen Luxor das fast unversehrte Grab Tutanchamuns einschließlich der goldenen Totenmaske, des Sarkophags und weiterer Grabbeigaben. Mit der für 2020 geplanten Eröffnung eines neuen Museums nahe den Pyramiden von Gizeh sollen alle drei Särge gemeinsam ausgestellt werden.

Notre-Dame nicht sicher für Restaurierungsarbeiten

Die Mitte April niedergebrannte Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Expertenmeinung noch bei Weitem nicht sicher genug für den Beginn von Restaurierungsarbeiten. Es sei extrem dringend, den Ort noch besser zu sichern, sagte der Chefarchitekt für die französischen Baudenkmäler, Philippe Villeneuve. Unter die 28 Strebebögen werden hölzerne Stützbögen gebaut, ohne diese in Stein zu verankern. Ein Roboter beseitigte Schutt vom unteren Geschoss der Kathedrale. Staatspräsident Emmanuel Macron möchte, dass die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren restauriert wird. Kulturminister Franck Riester, der heute die Baustelle besichtigt hat, sagte jedoch, Sicherheit und Qualität der Restaurierung seien entscheidend.

Revolverheld finanziert Mission der Seenotretter

Die Hamburger Band Revolverheld bezahlt einen Teil der nächsten Rettungsmission der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye im Mittelmeer.

Das Management der Band hatte bei Sea-Eye angefragt, was eine Woche des Rettungsschiffes "Alan Kurdi" koste und dann diesen fünfstelligen Betrag gespendet, sagte ein Sea-Eye-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das nur aus Spenden finanzierte Schiff werde in wenigen Tagen von Mallorca aus in die libysche Such- und Rettungszone aufbrechen. Revolverheld hatte sich auf einem Konzert in Regensburg vor kurzem für die Seenotretter stark gemacht.

Musiker Johannes Strate hatte vor Publikum gesagt: "Nächstenliebe bedeutet für uns, dass wir Menschen - egal woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben und welcher Religion sie angehören - hier mit offen Armen empfangen und nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen. Denn Seenotrettung ist kein Verbrechen".

Freispruch für Vertreter von Reporter ohne Grenzen

Der Vertreter der Organisation Reporter ohne Grenzen in der Türkei ist vom Vorwurf der "Terrorpropaganda" freigesprochen worden.

Ein Gericht in Istanbul sprach am Mittwoch mit Erol Önderoglu auch die Menschenrechtlerin Sebnem Korur Fincanci und den Autor Ahmet Nesin frei. Sie hatten 2016 die später geschlossene prokurdische Zeitung "Özgür Gündem" unterstützt.

Ai Weiwei erhält Entschädigung von VW-Partner

Der dänische Volkswagen-Importeur Skandinavisk Motor muss den chinesischen Künstler Ai Weiwei entschädigen, weil er eine von dessen Installationen unerlaubt in einem Werbespot verwendet hat.

Ein Gericht in der dänischen Stadt Glostrup entschied, dass das Unternehmen damit gegen Werberichtlinien verstoßen habe und Ai 1,5 Millionen Kronen (rund 200 000 Euro) zahlen müsse. Zusätzlich erhält der Künstler eine Entschädigungssumme von umgerechnet rund 33 000 Euro.

Ai hatte aus mehr als 3500 Rettungswesten von Flüchtlingen, die auf der griechischen Insel Lesbos angekommen waren, eine große Installation zur Flüchtlingskrise geschaffen. Sie wurde 2017 an der Fassade einer Kunstgalerie im Zentrum Kopenhagens angebracht. In dem Werbespot von Skandinavisk Motor parkte ein VW Polo vor der Installation.

Trauer um Bestseller-Autor Camilleri

Der italienische Bestseller-Autor Andrea Camilleri ist tot. Er starb im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus in Rom, wie die Gesundheitsbehörde der Stadt mitteilte. Camilleri ist vor allem für die Krimis mit dem Kommissar Salvo Montalbano bekannt. Camilleri galt als kritische Stimme des Landes und befasste sich in seinen Geschichten mit heiklen Themen, wie Korruption oder dem organisierte Verbrechen. Begonnen hatte er seine Karriere als Theater- und Rundfunkregisseur. Camilleri hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis den Durchbruch. Seine Die Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt, sodass Camilleri auch international bekannt wurde. In der Trauer um Camilleri sagte der Sprecher der Italienischen Bischofskonferenz, Ivan Maffeis, das Leben und Wirken des Schriftstellers hätten kulturellen und bürgerlichen Einsatz gelehrt. Mit seinem ironischen und stechenden Stil habe Camilleri den Problemen des Landes Ausdruck verliehen und die Rolle der Mafia sowie die Ausnutzung von Migranten kritisiert.

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70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüfalltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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