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Sonntag, 18.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. Mai 2017

Humboldt-Professuren an Spitzenforscher vergeben

Ehrung mit hochdotierten deutschen Forschungspreisen

Von Cambridge und anderen ausländischen Unis nach Deutschland: In Berlin sind sechs renommierte Wissenschaftler mit Alexander-von-Humboldt-Professuren ausgezeichnet worden. Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz verliehen die hochdotierten deutschen Forschungspreise. Theoretisch arbeitende Wissenschaftler erhalten für fünf Jahre 3,5 Millionen Euro für ihre Forschung, experimentell arbeitende 5 Millionen Euro. Die Professuren bieten Hochschulen die Chance, Spitzenkräfte anzuwerben. Ausgezeichnet wurden Largus T. Angenent (Umweltmikrobiologie/Bioverfahrenstechnik), Jijie Chai (Strukturbiologie), Wolf B. Frommer (Pflanzenmolekularbiologie), Ran Hirschl (Verfassungsrecht und Politikwissenschaft), Till Winfried Bärnighausen (Epidemiologie) und Sven Bernecker (Philosophie).

Wissenschaftszentrum "Sesame" in Jordanien eröffnet

Forschung zwischen verfeindeten Staaten ermöglicht

In Jordanien ist das internationale Wissenschaftszentrum Sesame eröffnet worden, in dem die Zusammenarbeit von Forschern aus so unterschiedlichen Ländern wie Iran und Israel ermöglicht werden soll. Der jordanische König Abdullah ließ sich durch die Anlage in Allan, 35 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Amman, führen. In den Aufbau des Zentrums wurden seit 2003 umgerechnet rund 90 Millionen Euro investiert. "Sesame" ist die Abkürzung der letzten Namensbestandteile von International Centre for Synchrotron-Light for Experimental Science and Applications in the Middle East. Es geht dort aber nicht nur um Teilchenbeschleuniger-Experimente, sondern auch um Forschungsvorhaben aus Disziplinen wie der Biologie, der Archäologie und der Medizin. Unter Mitwirkung der UN-Wissenschaftsorganisation Unesco verfolgt Sesame das Ziel, "wissenschaftliche und kulturelle Brücken zwischen verschiedenen Gesellschaften zu bauen und zu einer Friedenskultur mit Hilfe von internationaler Zusammenarbeit in der Wissenschaft beizutragen". Dazu sind auch Forscher aus den verfeindeten Staaten Israel und Iran eingeladen - ebenso wie aus der Türkei und der Republik Zypern, die ebenfalls keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

Jimmy Kimmel darf noch einmal die Oscars moderieren

Zweite Chance für Kabarettisten nach Panne bei der Verleihung

US-Kabarettist Jimmy Kimmel bekommt bei der Oscar-Verleihung eine zweite Chance. Der 49-Jährige werde trotz der Panne im Februar auch im kommenden Jahr wieder die Vergabe der begehrtesten Filmpreise der Welt moderieren, teilte die US-Filmakademie mit. Auch die Produzenten Michael De Luca und Jennifer Todd seien wieder dabei. Bei der Oscarvergabe im Februar war es zu einem beispiellosen Durcheinander gekommen: Laudator Warren Beatty geriet über dem Zettel mit dem Gewinner der Auszeichnung Bester Film ins Stutzen und reichte ihn an seine Kollegin Faye Dunaway weitere. Diese verkündete, "La La Land" habe gewonnen. Noch während die vermeintlichen Sieger ihre Dankesreden schwangen, stellte ich aber heraus, dass Beatty den falschen Umschlag in die Hand gedrückt bekommen hatte. Sieger war der Film «Moonlight». In die allgemeine Betretenheit hinein erklärte Kimmel, er habe die Show vermasselt und versprach: "Ich komme nie wieder zurück."

Erneut Haftbefehl gegen "Cumhuriyet"

Online-Chefredakteur Oguz Güven in der Türkei unter Druck

Drei Tage nach seiner Festnahme ist Haftbefehl gegen den Online-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Oguz Güven, in der Türkei erlassen worden. Ihm werde Propaganda für eine Terrororganisation vorgeworfen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Damit sitzen nun 13 Mitarbeiter der "Cumhuriyet" in Untersuchungshaft. Insgesamt fordert die Staatsanwaltschaft lange Haftstrafen für 19 Mitarbeiter der Zeitung. Ihnen wird unter anderem Unterstützung oder Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, der linksextremistischen DHKP-C oder der Gülen-Bewegung vorgeworfen, die die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht.

Thesen zur kulturellen Integration vorgestellt

Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm 15 Thesen entgegen

Ein breites Bündnis hat 15 Thesen zum Zusammenleben in Deutschland vorgestellt und sie Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht. Gesellschaftlicher Zusammenhalt sei nicht alleine die Aufgabe der Politik oder könne verordnet werden, heißt es in einem Aufruf. Zum gesellschaftlichen Zusammenhalt könnten alle hier lebenden Menschen beitragen. Die 15 Thesen wurden von der Initiative kulturelle Integration entwickelt, die Ende 2016 unter anderem vom Deutschen Kulturrat, von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und der Integrationsbeauftragten Özoguz ins Leben gerufen wurde. Der Initiative gehören weitere Mitglieder aus Staat, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartnern und Migrantenverbänden an.
"Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt werden", heißt es in der ersten These. "Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt" ist eine andere, ebenso wie "Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens" oder "Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe".

"Stadttheater ohne Grenzen" an der Volkbühne

Intendant Chris Dercon stellt Programm für die neue Saison vor

Mit Künstlern aus Syrien, Deutschland, Frankreich und Thailand startet Chris Dercon in seine erste Saison als Intendant der Berliner Volksbühne. "Wir wollen am Programm gemessen werden", sagte Dercon. Die Volksbühne werde "Stadttheater ohne Grenzen" bieten. Zum Auftakt soll der französische Choreograph Boris Charmatz die Zuschauer auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof tanzen lassen. MIt dem Projekt "Fous de danse - Ganz Berlin tanzt" soll eine vierwöchige Premierenserie am temporären Tempelhofer Spielort der Volksbühne starten. Bis Ende Januar stehen dann 16 Premieren auf dem Programm. Davon seien 13 Eigenproduktionen der Volksbühne, sagten Dercon und seine Programmdirektorin Marietta Piekenbrock. Künstler wie die Syrer Mohammad Al Attar und Omar Abusaada, die Deutsche Susanne Kennedy, der Thailänder Apichatpong Weerasethakul und die Dänin Mette Ingvartsen werden an der Volksbühne inszenieren.

EU will Ausfuhr von altem Elfenbein unterbinden

Kampf gegen Schmuggel und Wilderei soll ausgedehnt werden

Die EU-Kommission will ab 1. Juli die Ausfuhr alten Elfenbeins fast vollständig verbieten. Das soll helfen, die Wilderei und den Elfenbeinschmuggel zu bekämpfen. Die Entscheidung traf die EU-Kommission. Es geht um Stoßzähne von Elefanten und anderes Rohelfenbein aus der Zeit vor 1990 - damals wurden nach den asiatischen auch afrikanische Elefanten unter größtmöglichen Artenschutz gestellt. Für jüngeres Elfenbein gilt in der EU ohnehin ein Handelsverbot. Der bisher noch legale Export alten Elfenbeins aus der EU habe seit 2012 stark zugenommen, sagte Umweltkommissar Kermenu Vella. Zwischen 2013 und 2016 wurden nach offiziellen Angaben 1900 Stoßzähne aus der EU nach Asien ausgeführt. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage dort. Artenschützer beklagen, dass legale Exporte den Schmuggel verschleiern. Zugenommen hat nach Angaben der EU auch die Ausfuhr von verarbeitetem Elfenbein, also Schmuck, Schnitzereien oder Klaviere mit Tasten aus Elfenbein. Unter strengen Bedingungen soll dies weiter möglich sein. Legal ausgeführt werden dürfen aber nur Gegenstände, die vor 1976 erworben wurden.

Enthüllungsjournalist in Mexiko erschossen

Präsident ordnet Untersuchung des Mordes an Javier Valdez an

Im Nordwesten Mexikos ist ein bekannter Journalist auf offener Straße erschossen worden, der über den Drogenkrieg berichtet hatte. Der 50-jährige Javier Valdez, der seit mehr als zehn Jahren auch für die Nachrichtenagentur AFP arbeitete, wurde vor dem Büro des Nachrichtenmagazins "Ríodoce" in seiner Heimatstadt Culiacán im Bundesstaat Sinaloa getötet. Präsident Enrique Peña Nieto ordnete eine Untersuchung des "abscheulichen Verbrechens" an. Valdez arbeitete seit fast drei Jahrzehnten als Journalist. Valdez arbeitete auch für die mexikanische Zeitung "La Jornada" und die von ihm mitbegründete Zeitschrift "Ríodoce". Das Magazin wurde eine maßgebliche Quelle in der Berichterstattung über den Drogenkrieg in Mexiko.

"Karneval der Kulturen" erhält Finanzspritze vom Senat

Probleme von Mehrkosten für Sicherheitspersonal gelöst

Samba-Rhythmen, nepalesische Tänzerinnen und bengalische Brautpaare - beim "Karneval der Kulturen" zeigt Berlin zu Pfingsten wieder seine kulturelle Vielfalt. 63 Gruppen mit Tänzern und Akrobaten aus unterschiedlichen Ländern werden durch die Straßen ziehen. Auch die Finanzierung ist nach einem Senatsbeschluss nun endgültig gesichert: Die rot-rot-grüne Landesregierung übernimmt Mehrkosten, die für die Sicherheit anfallen. Der "Karneval der Kulturen" lockt jedes Jahr mehr als eine Million Besucher an. Weil mit dem Evangelischen Kirchentag und dem Internationalen Deutschen Turnfest rund um Pfingsten aber weitere Großveranstaltungen stattfinden, hatten die Veranstalter Probleme, genügend Sicherheitspersonal zu finanzieren. Der Senat legt auf die zunächst bewilligten 500 000 Euro Zuschuss nun 185 000 Euro drauf. Gezahlt wird das Geld von den Senatsverwaltungen für Integration und für Kultur. Ab 2018 soll die Kulturverwaltung die Zuständigkeit allein übernehmen. Damit werde eine "langfristige Planungssicherheit für den Karneval der Kulturen" angestrebt, sagte Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert.

"Spiegel Daily" gestartet

Neue Online-Zeitung immer um 17 Uhr

Die Wochenzeitschrift "Der Spiegel" hat die kostenpflichtige digitale Tageszeitung "Spiegel Daily" gestartet. Täglich um 17 Uhr soll die neue Online-Zeitung die wichtigsten Nachrichten des Tages, Kommentare und Zusammenfassungen der Debatten in den sozialen Netzwerken liefern. Das Redaktionsteam wolle "einmal am Tag die Welt anhalten" und für "Entschleunigung, Einordnung und Orientierung" sorgen, teilte das Verlaghaus mit. Exklusive Geschichte aus dem wöchentlichen Magazin und aus "Spiegel Online" sowie Spiegel-TV-Videos sollen das Angebot abrunden. Die Redaktionsleitung haben Timo Lokoschat und Oliver Trenkamp übernommen.

documenta sucht weitere Bücher für Tempelbau

Es fehlen noch verbotene Werke für "Parthenon der Bücher"

Die Kunstausstellung documenta sucht weitere Bücherspenden für das spektakuläre Kunstwerk "Parthenon der Bücher" in Kassel. Die argentinische Künstlerin Marta Minujin hängt für ihre Installation verbotene Bücher an ein Gerüst, das die Athener Akropolis nachbildet. Es müssten noch 14 Säulen des Tempels verkleidet werden, erklärten die Ausstellungsmacher. Jede Säule ist zehn Meter hoch. Gesucht werden Bücher, die irgendwo auf der Welt verboten waren oder noch verboten sind. Privatpersonen und Verlage haben bisher 42 000 Bücher gespendet. 10 000 weitere Werke werden benötigt. Das Anbringen der Bücher soll auch während der Ausstellung in Kassel weiterlaufen. Am Ende der documenta sollen die Spenden abgehängt und an Besucher verteilt werden.

Neue Herzkammer für Alte Meister

Berliner Gemäldegalerie bietet Besuchern anderen Zugang

Die Berliner Gemäldegalerie schafft für ihre hochkarätige Sammlung Alter Meister einen publikumsfreundlichen Zugang. In der bisher nur für Sonderschauen genutzten Wandelhalle sind ab Mittwoch 70 bislang wenig oder nie gezeigte Werke zu sehen, die exemplarisch in die Gesamtausstellung einführen. Vertreten sind etwa Künstler wie Hieronymus Bosch, Lucas Cranach und Diego Velázquez. "Zum ersten Mal in der Geschichte der Gemäldegalerie wird die gesamte Bandbreite der Sammlung in einem einzigen Ausstellungsraum erfahrbar", ließ Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer als neuer Leiter des Hauses mitteilen. "Es entstehen ungewöhnliche Blickachsen und Bildbezüge, die in dieser Form sonst nicht zu sehen sind." In der 70 Meter langen und 18 Meter breiten Wandelhalle im Zentrum des Museums sind die Bilder nach Themen der Hauptausstellung gruppiert. Seitlich öffnen sich die Durchbrüche zu den 57 Ausstellungsräumen mit ihren rund 1000 dauerhaft gezeigten Werken.

Prager Nationalmuseum kooperiert mit Syrien

Hilfe für die Restaurierung beschädigter Kulturgüter

Tschechien will sich am Erhalt von Kulturdenkmälern im Bürgerkriegsland Syrien beteiligen. Dazu hat das Nationalmuseum in Prag einen Kooperationsvertrag mit dem Amt für Denkmäler und Museen in Damaskus unterzeichnet, wie Radio Prag berichtet. Man wolle sich zunächst mit Material an der Restaurierung beschädigter Kunstwerke vor Ort beteiligen, sagte Museumsleiter Zdenek Lukes. Später wolle man archäologische Artefakte auch in Tschechien restaurieren. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien vor sechs Jahren sind viele Kulturgüter den Kämpfen zum Opfer gefallen, darunter auch Stätten mit Unesco-Kulturerbe-Status wie die antike Ruinenstadt Palmyra, die von islamistischen Terroristen stark zerstört wurde.

Ukraine blockiert russische Internet-Angebote

Soziale Netzwerke und Suchmaschinen von Dekret betroffen

Die Ukraine hat mehrere russische soziale Netzwerke und Email-Provider für mindestens drei Jahre gesperrt. Betroffen sind unter anderem die Suchmaschine Yandex, der Email-Anbieter mail.ru und das beliebte Netzwerk VKontakte. Die Präsidialverwaltung in Kiew veröffentlichte ein entsprechendes Dekret von Staatschef Petro Poroschenko auf ihrer Webseite. Die russische Mediengruppe RBK und weitere TV-Sender werden ebenfalls blockiert. Zudem sollen zahlreiche Unternehmen und mehr als 1200 Privatpersonen über weitere Jahre keinen Zugang mehr in die Ukraine bekommen. Die Ukraine und von Moskau unterstützte Separatisten führen seit mehr als drei Jahren einen blutigen Konflikt im Osten des Landes. Nach UN-Angaben sind seit 2014 etwa 10 000 Menschen getötet worden.

Gedenktafel erinnert an Hans Christian Andersens

In Magdeburg nahm der Dichter den ersten Zug

In Magdeburg erinnert künftig eine Gedenktafel an die erste Eisenbahnfahrt des dänischen Dichters und Schriftstellers Hans Christian Andersen. Am 10. November 1840 war dieser in Magdeburg erstmals in seinem Leben in einen Zug gestiegen. Die aufstrebende Industriestadt hatte seit 1838 einen eigenen Bahnhof, der damals noch an der Elbe lag. Die Skandinavistin Beate Hagen fand in Andersens online veröffentlichten Tagebüchern Einträge, die davon zeugen, dass der Dichter sehr beeindruckt war von der dreieinhalbstündigen Fahrt nach Leipzig. "Oh, welche Großtat des Geistes ist doch diese Erfindung! Man fühlt sich so mächtig wie ein Zauberer der alten Zeit!", zitiert sie ihn. Der dänische Dichter reiste häufig in der Region. Durch seine Märchen "Die kleine Meerjungfrau" oder "Die Schneekönigin" wurde er weltbekannt.

Europäischer Denkmalschutzpreis für Barock-Spital

Auszeichnung für Restaurierung im tschechischen Kuks

Die Restaurierung des einzigartigen barocken Hospital-Komplexes im tschechischen Kuks (Kukus) ist mit dem europäischen Denkmalschutzpreis Europa Nostra ausgezeichnet worden. Die Jury habe die gelungene Kombination aus Gebäuderestaurierung und Landschaftspflege gelobt, teilte ein Sprecher der Denkmalschutzbehörde NPU in Prag mit. Die Anlage aus dem 18. Jahrhundert liegt im Elbtal rund 100 Kilometer südöstlich von Görlitz. Sie verband ursprünglich ein Invalidenheim für Kriegsveteranen mit einem Kurbad, einer Kirche, einer Kinderkrippe und einem Kräutergarten. Der Gebäudekomplex beherbergt neben der zweitältesten Apotheke Tschechiens auch das Pharmazie-Historische Museum der Prager Karls-Universität. Im einstigen klösterlichen Kräutergarten wachsen heute wieder mehr als 140 Heilpflanzen. Stifter des Preises, der mit 10.000 EUro dotiert ist, war der Mäzen Franz Anton Reichsgraf von Sporck.

Filmregisseur Roland Gräf gestorben

Abschied von einem der wichtigsten DEFA-Autorenfilmer

Der Filmemacher Roland Gräf ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren nach schwerer Krankheit, berichten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten".
Der 1934 in Meuselbach (Thüringen) geborene Gräf zählte zu den wichtigsten Autorenfilmern der DEFA. Nach einem Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg hatte er seine Karriere als Kameramann begonnen. 1970 inszenierte er seinen ersten Spielfilm "Mein kleiner Robinson".
In dem Streifen "Bankett für Achilles" setzte er Erwin Geschonneck in Szene, "Die Flucht" drehte er mit Armin Mueller-Stahl. "Märkische Forschungen" nach der Erzählung von Günter de Bruyn wurde 1982 als bester DEFA-Film des Jahres ausgezeichnet. "Fallada - letztes Kapitel" war bei der Berlinale 1989 im Internationalen Wettbewerb zu sehen. Nach der Wende entstand "Der Tangospieler", für den Gräf mit dem Bundesfilmpreis geehrt wurde. "Die Spur des Bernsteinzimmers" war 1992 sein letzter Kinofilm und zugleich einer der letzten DEFA-Filme. Danach arbeitete Gräf für das Fernsehen, dort entstanden unter anderem zwei Teile der TV-Serie "Faust" und der ARD-Film "Sommer zu zweit".

Stuttgarter Ballett trennt sich von Choreografen Volpi

Vertrag wird zum Ende der Spielzeit nicht verlängert

Das Stuttgarter Ballett trennt sich zum Ende dieser Spielzeit überraschend von seinem erfolgreichen Hauschoreografen Demis Volpi. "Demis Volpi ist ein großartiger Theatermacher und feinfühliger Geschichtenerzähler", teilte Intendant Reid Anderson mit. "Hier, eher als in der Choreographie, sehe ich seine wahre Begabung» Volpis Vertrag werde zum Ende der Spielzeit nicht verlängert. Der 31 Jahre alte Choreograph hatte gerade erst mit einer Inszenierung der Oper von Benjamin Britten, "Der Tod in Venedig", einen Triumph gefeiert.

Regisseur Bernd Fischerauer gestorben

Es wurde 74 Jahre

Der Regisseur und Autor Bernd Fischerauer ("Regina auf den Stufen", "Die Wiesingers") ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Eine Sprecherin des Verlags Picus, in dem 2016 Fischerauers Buch "Burli" erschienen ist, sagte, Fischerauer sei in der Nacht von Sonntag auf Montag seiner Krebserkrankung erlegen.
Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Der gebürtige Österreicher war mit der Schauspielerin Rita Russek ("Wilsberg") verheiratet; das Paar lebte in München. Nach Stationen am Theater arbeitete Fischerauer seit den 1970er Jahren auch für das Fernsehen. Viele seiner Arbeiten befassten sich mit zeitgeschichtlichen Themen, so etwa der 2013 gedrehte Fernsehfilm "Frei", in dem es um die Flucht eines ehemaligen SS-Führers nach Südamerika geht.

Philosoph Karl-Otto Apel starb 95jährig

Er gehörte zu den einflussreichsten Philosophen der Gegenwart

Der Philosoph Karl-Otto Apel ist tot. Er starb am Montagabend im Alter von 95 Jahren in Niedernhausen im Taunus. Apel gehörte mit seiner Diskursethik zu den einflussreichsten deutschen Philosophen der Gegenwart. Er war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt. Zu seinen Weggefährten und Freunden gehörte der Philosoph Jürgen Habermas.

Ehemaliger Paramount-Chef Brad Grey ist tot

Grey war im Februar zurück getreten

Brad Grey, der zwölf Jahre an der Spitze des Filmstudios Paramount Pictures stand, ist Medienberichten zufolge an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Grey sei im Alter von 59 Jahren in Los Angeles im Beisein seiner Familie und Freunden gestorben, berichteten das Magazin "Variety" und der "Hollywood Reporter". Grey war von dem Chefposten bei den Paramount Studios im Februar zurückgetreten. Er hinterlässt seine Frau, den gemeinsamen Sohn, drei Kinder aus erster Ehe sowie seine Mutter und zwei Geschwister. Das 1912 gegründete Hollywoodstudio durchlebte mit Grey an der Spitze eine wechselhafte Zeit. Unter seiner Führung kamen erfolgreiche Filme der Reihen "Star Trek", "Transformers" und "Mission: Impossible" sowie der Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Al Gore ins Kino. Grey gelang es aber nicht, die besten Talente der Branche zu Paramount zu locken und Lizenzrechte weiterer großer Franchises zu sichern. Paramount schnitt in vergangen Jahren im Vergleich zu den anderen großen Hollywoodstudios stets nur mittelmäßig ab.

Hacker erpressen Disney

Angeblich neuer Film gestohlen

Der US-Medienkonzern Walt Disney ist dem Branchenblatt "Hollywood Reporter" zufolge Ziel eines Erpressungsversuchs von Hackern. Diese hätten nach eigener Auskunft Zugriff auf einen nicht genannten neuen Film von Disney und verlangten Lösegeld, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf mehrere Quellen. Dies habe Unternehmenschef Bob Iger in New York bei einem Auftritt vor Beschäftigten des konzerneigenen Senders ABC gesagt. Die Erpresser verlangten eine hohe Summe in der Cyberwährung Bitcoin. Disney weigere sich aber zu zahlen. Vom Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

EKD-Beauftragter kritisiert Begriff der "Leitkultur"

Kulturbeauftrager fordert Debatte über kulturelles Selbstverständnis

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, hat eine Debatte über das kulturelle Selbstverständnis Deutschlands gefordert. Den von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) benutzten Begriff "Leitkultur" lehnt er dafür aber ab. Dieses Wort sei kein ernstzunehmender Begriff und wenig geeignet, "eine sinnvolle Debatte und ein ernstes, gemeinsames Nachdenken zu eröffnen", schreibt Claussen in einem Gastbeitrag für das Onlineportal "evangelisch.de". Der Theologe gehört einer aus zahlreichen Institutionen besetzten Arbeitsgruppe unter Federführung des Deutschen Kulturrats an, die heute in Berlin ein Leitbild für Deutschland als Einwanderungsland vorstellen will. Eine der Thesen laute, dass Religion auch in den öffentlichen Raum gehöre. Der Initiative gehörten unter anderem Vertreter der Wohlfahrtspflege, aus Medien, Migrantenverbänden, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Religionsgemeinschaften an. Zur Vorstellung der Thesen werden unter anderen auch Innenminister Thomas de Maizière, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (beide CDU) und die Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), erwartet.

Picasso-Gemälde für 45 Millionen Dollar versteigert

Frau in blauem Kleid war 1940 von Nationalsozialisten beschlagnahmt worden

Das Porträt "Femme assise, robe bleue" ("Sitzende Frau, blaues Kleid") von Pablo Picasso ist bei einer Auktion in New York für 45 Millionen US-Dollar (rund 41 Millionen Euro) versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Christie's mit. Das Gemälde aus dem Jahr 1939, das zu den bekanntesten des spanischen Künstlers zählt, stellt seine damalige Muse Dora Maar auf einem Stuhl sitzend dar. Die Nationalsozialisten hatten es 1940 von Picassos Händler Paul Rosenberg in Frankreich beschlagnahmt. Widerstandskämpfer der Résistance hielten allerdings den Zug an, in dem das Bild nach Deutschland transportiert werden sollte, und stellten es sicher.

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